Le chocolat Menier (1) Die Schokoladenfabrik in Noisiel an der Marne: repräsentative Fabrikarchitektur und patriarchalischer Kapitalismus im 19. Jahrhundert

Im Jahr 1825 verlegte Jean- Antoine Brutus Menier,  der Ahnherr der Menier-Dynastie, einen Teil seiner kleinen pharmazeutischen Fabrik aus dem Pariser Marais in die  Landgemeinde  Noisiel an der Marne.  Dort gab die es eine kleine Mühle, die dazu diente,   Arzeneien in Pulverform anbieten zu können. Auch Schokolade wurde dort produziert, die man für die Herstellung von Arzeneien verwendete: Das Fett des Kakaos für Zäpfchen, die Schokolade, um das Schlucken bitterer Pillen zu erleichtern.

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Bronzerelief vom Standbild des Émile-Justin Menier in Noisiel

Menier ersetzte damit den tierischen Antrieb seiner kleinen Mühle im Marais durch die Hydraulik, womit er seine Produktion erheblich ausweiten konnte.

Allmählich spezialisierten sich die Meniers ganz auf die Verarbeitung von Kakao und die Herstellung von Schokolade. Die war damals ein Luxusartikel: Sie wurde in Form von Broten produziert und dann in geriebener Form zur Herstellung von Trinkschokolade verwendet. 1836 erfanden die Meniers eine neue Form der Schokolade: die Tafel. Damit konnte die Schokolade auch direkt gegessen werden. Sie wurde nun in kleineren handlichen  Stücken,  in immer größeren Mengen und preisgünstiger hergestellt, so dass die Schokolade allmählich zu einem auch für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglichen Konsumartikel wurde. Die Chocolaterie von Noisiel hat zu diesem Demokratisierungsprozess der Schokolade wesentlich beigetragen: Was bisher für die „grand monde“ reserviert war, gelangte nun  „à la portée du plus grand nombre“.[1]  

1879 importierte die Firma alleine so viel Kakao wie ganz Großbritanien.[2] 1900 beherrschte sie 50% des gesamten Weltmarkts. Vor dem ersten Weltkrieg war Noisiel die größte Schokoladenfabrik der Welt mit eigenen Kakaoplantagen, die die Meniers  -auf den zunächst dort geplanten Kanalbau spekulierend- in Nicaragua anlegten, dem zwischen dem Nicaragua-See und dem Ozean gelegenen „Valle Menier“ [3]

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Zeitgenössisches Werbeplakat (ausgestellt in der Chocolaterie

„Die größte Fabrik der Welt  Produktion: 55.000 Kilo täglich“

Auf der Abbildung zu erkennen ist die Anordnung der Fabrikanlagen entlang der Marne: Von der Anlieferung der Rohstoffe bis zur Auslieferung der Fertigwaren war so der Produktionsprozess effizient organisiert.  Auffällig ist vor allem  die neue, die Marne überspannende große Mühle. Diese hydraulische Kakaomühle wurde 1872 von dem „Chefarchitekten“ der Meniers, Jules Saulnier, gebaut: Innen nach dem neuesten Stand der Technik ausgestattet und außen reich verziert, handelt es sich um  „un des monunments les plus célèbres du patrimoine industriel français, eines der berühmtesten Bauwerke des französischen Industriearchitektur.[4]

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Dies auch deshalb,  weil es das erste französische Bauwerk ist, dessen tragende Teile allein aus Metall bestehen. Dieses metallische „Fachwerk“ ist von außen sichtbar und wird als künstlerisches Element der Gestaltung genutzt. Besonders der Eingang zur Mühle war reich verziert mit verschiedenfarbigen Ziegelsteinen, aber auch mit Terrakotta-Tellern, auf denen unter anderem –wie an vielen anderen Stellen der Fabrik- Kakaobohnen und eine Kakao-Blüte abgebildet sind.

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Auf einer Terrakotta – Tafel sind die wesentlichen Etappen der Geschichte des Ortes verzeichnet: Die erste urkundliche Erwähnung der Mühle im Jahr 1157,  die Gründung der Fabrik im Jahr 1825, ihr Ausbau in den Jahren 1864 bis 1866 durch E.J. Menier und der Bau der neuen Mühle durch den Architekten Jules Saulnier.

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Über dem Eingang der Mühle befindet sich der reich verzierte  Uhr- und  Glockenturm – hier ist es nicht der Gottesdienst, sondern die Arbeit, die ruft. Und das obligatorische M darf natürlich auch nicht fehlen.

Im Zuge der ständigen Ausweitung der Produktion kamen dann noch andere außergewöhnliche Bauten hinzu: So eine im neogotischen Stil errichtete Kühlanlage, die auf Grund der hervorragenden Gestaltung der Eisenelemente Gustav Eiffel zugeschrieben wird- was allerdings nicht bewiesen ist. Jedenfalls wird sie „Halle Eiffel“ genannt und das verwundert auch nicht.

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Gebaut wurde sie zu Beginn der 1880-er Jahre von einem weiteren bedeutenden und für Menier arbeitenden Architekten, Jules Logre. In der Kühlanlage standen die Maschinen, die nach einem neuen Verfahren Kälte produzierten. Die wurde benötigt, um die Schokoladentafeln aus ihren Formen zu lösen, so dass sie dann in einem weiteren Arbeitsschritt eingepackt werden konnten.

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       Ein neogotisches Fenster der „Halle Eiffel“ – natürlich mit dem obligatorischen M        

Insgesamt hat die Architektur dieser Fabrik einen aristokratischen, ja geradezu sakralen Charakter, wie auch die nachfolgend abgebildete und  nicht zufällig „Kathedrale“ genannte Fabrikhalle – zeigt.

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Sie wurde 1906 von Stephen Sauvestre, einem Mitarbeiter Gustave Eiffels, errichtet. In dieser Halle wurden Kakao und Zucker gemischt, die mit der Eisenbahn angeliefert wurden – die Schienen der Wagons führten quer durch die Halle.

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Und sie ist nicht nur aus ästhetischen Gründen bedeutsam, handelt es sich doch um einen der ersten Bauten aus Stahlbeton in Frankreich.

In der Architektur der Fabrik spiegelt sich ihr rasanter Aufstieg von bescheidenen Anfängen bis zum Weltmarktführer – noch vor heute so bekannten Marken wie Lindt, Suchard oder van Houten. Für den Erfolg gab es viele Gründe: das frühzeitige Erkennen des Potentials, das die Schokolade als für breite Kreise erschwinglicher Konsumartikel hat, die Erfindung der Schokoladentafel und später der  kleinen dunklen  Schokoladenstücke[5], die man zwischen Brotscheiben legte – Ursprung  des in Frankreich so beliebten  „pain au chocolat“ ;  dazu  kamen die rationalisierte Produktion, die Sicherung einer eigenen Rohstoffbasis, die Bindung der Belegschaft an die Fabrik und die Eigentümerfamilie und –nicht zuletzt- ein systematisch betriebenes und damals revolutionäres Marketing  mit der Marke „Menier“.  Dabei ging es vor allem darum, die Marke bekannt zu machen und sie durch Qualitätsgarantieen von den Produkten anderer Produzenten abzugrenzen. Als Brutus Menier in Noisiel die Schokoladenproduktion aufbaute,  gab es nämlich noch keine verbindlichen Qualitätsstandards,  und es wurden oft dubiose Zutaten verwendet. Das war offenbar damals eher die Regel als  die Ausnahme. Als Ausweis der Qualität dienten die Medaillen, die bei wichtigen Ausstellungen verliehen wurden und von denen die Meniers zwischen 1832 und 1844 eine Vielzahl einsammelten. Die wurden dann auch entsprechend vermarktet.[6]

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Dazu kam, dass Menier einer der ersten war, der mit Hilfe von Zeitungsanzeigen  für seine Marke systematisch Werbung betrieb, was  eher außergewöhnlich war und  deshalb auch entsprechend Aufmerksamkeit erregte. Und die Farbe Gelb und das von Firmin Bouisset kreierte Mädchen mit den Zöpfen verliehen der Werbung  einen hohen Wiedererkennungswert.[7]

Poster von Firmin Bouisset aus dem Jahr 1893                    

Wie erfolgreich die Markenpflege der Meniers war, zeigt der berühmte Spruch „évitez les contrefaçons“,  eine Reaktion auf die zahlreichen Fälschungen der Marke, die es damals gab.[8]

Durch den ersten Weltkrieg und spätestens nach dem zweiten Weltkrieg ging es aber mit der Schokoladenproduktion ständig bergab. Während die Produktion in Frankreich besonders eingeschränkt war, nahm sie in der Schweiz und in den USA  erheblich zu. Menier verlor seine führende Weltmarktstellung, die Innovationsfähigkeit ließ nach und das patriarchalische Idealbild verblasste. Es bildeten sich Gewerkschaften, was den ältesten Sohn von Émile, Henri, derart erboste, dass er die Vergabe von werkseigenen Wohnungen an Gewerkschaftsmitglieder ausschloss.[9]

1959 verkaufte die  Familie Menier die Fabrik und gönnte sich mit dem Erlös das Schloss Chenonceaux – hinter Versailles das am meisten besuchte Schloss Frankreichs – und gewissermaßen das architektonische Vorbild für die Saulnier-Mühle in Noisiel.

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Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb Nestlé das Fabrikgelände, in dem aber seit 1993 nichts mehr produziert wurde. Stattdessen eröffnete die Firma dort 1996 den Sitz seiner Frankreich-Niederlassung. In der „Kathedrale“ hat sich die Chefetage eingerichtet und da,  wo früher Kakaosäcke gestapelt wurden, sind jetzt Büros eingerichtet.[10]

 

Eine Produktionshalle…

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…. früher und heute…

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Die Umwandlung des Fabrikgeländes in einen Verwaltungssitz wurde äußerst behutsam vorgenommen. Alle Veränderungen haben die alte Bausubstanz nicht beeinträchtigt, sie könnten auch ohne Probleme wieder entfernt werden. Und Nestlé France schmückt sich so mit einem „site magique“ (Laborde), einem Juwel der Industrie-Architektur des 19. Jahrhunderts.[11]

Die Marke Menier ist damit aber nicht ganz verschwunden, denn sie ist in Frankreich immer noch populär. Das nutzt Nestle und verwendet weiter das Markenzeichen von Menier mit der  entsprechenden klassischen Werbung. Immerhin habe, so die Nestle-Werbung, die  1846 kreierte Marke Menier Generationen von Feinschmeckern verwöhnt. So könne man mit Schokolade von Menier auch heute noch einen Geschmack früherer Zeiten genießen.[12] 

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Die Arbeitersiedlung -cité ouvrière- der Firma Menier in Noisiel

Der Bindung von Arbeitskräften an die Firma diente die cité ouvrière oder Cité Menier, deren Besuch sich gut mit einer Besichtigung der Schokoladenfabrik kombinieren lässt. Die Siedlung  geht zurück auf Émile – Justin Menier, der 1853 die Firma von seinem Vater übernommen hatte. Damals arbeiteten in Noisiel 23 Arbeiter, 1867 waren es schon 325. In diesem Jahr gab Émile-Justin  die pharmazeutische Produktion auf und beschränkte sich allein auf die Produktion von Schokolade, die weiter ausgebaut wurde.  Damit wuchs der Bedarf an Arbeitskräften  erheblich an, die es zu gewinnen und an die Firma zu binden galt. Émile-Justin setzte dafür seine politische und wirtschaftliche Stellung systematisch ein: 1871 wurde er zum Bürgermeister von Noisiel gewählt und kaufte nach und nach das gesamte Terrain der Kommune auf. Seinen Sohn Gaston und seinen Ingenieur und Architekten Jules Logre schickte er nach England, um dortige Projekte von Arbeitersiedlungen zu studieren- unter anderem die Siedlung Saltaire des Textilfabrikanten Sir Titus Salt in der Nähe der mittelenglischen Stadt Bradford. Ziel war es, in Noisiel das französische Modell einer cité ouvrière zu errichten.[13] 1874 begannen die Arbeiten auf einem Gelände von 30 Hektar, abseits der bisherigen Siedlung Noisiel, die allmählich der immer mehr Platz beanspruchenden Fabrik zum Opfer fiel. Die neue Siedlung bestand – und besteht bis heue noch- aus drei  parallel verlaufenden  Straßen von 600 Metern Länge, die natürlich alle nach Mitgliedern der Menier-Familie benannt sind: Rue Henri Menier, Rue Claire Menier, Rue Albert Menier. Und es gibt  einen großen zentralen Platz, la place Emile Menier, um den sich die  öffentlichen Gebäude gruppierten.

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(Am Rand der Arbeitersiedlung gibt es noch einen Platz Gaston Menier, einen square Georges Menier und einen square Jacques Menier). Und überhaupt begegnete man dem Namen der Fabrikherren auf Schritt und Tritt.[14].

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Das erste in der cité ouvrière errichtete Gebäude war die Schule für Mädchen und Jungen ab 5 Jahren (heute das Rathaus).[15] 

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Damit wurde die Bedeutung der Bildung  betont – und dies noch fünf Jahre, bevor durch die lois Ferry (1881/82) die école primaire in Frankreich für alle Kinder verpflichtend eingeführt wurde. Und natürlich darf auch hier der deutliche Hinweis auf den wohltätigen Fabrikherrn nicht fehlen…. [16]

 

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass es in der cité ouvrière zwar auch eine -natürlich von Menier finanzierte- Kirche gab, die aber nicht am zentralen Platz, sondern am Rand der Arbeitersiedlung errichtet wurde. Die Schule sollte ganz im Sinne der republikanischen Ideologie der 3. Republik im Mittelpunkt stehen. Sie war auch bestens ausgestattet mit einer beheizten Pausenhalle, einem offenen Schulhof und ergonometrischen Stühlen. Der Schulbesuch war verpflichtend und kostenlos. Ebenso die Besuche in der Arztpraxis, die sich immer noch am gleichen Ort befindet.

Am gleichen Ort geblieben sind auch  die Post, die Bäckerei und der tabac- Laden.[17] Zu den öffentlichen Gebäuden gehörten auch eine Wäscherei, die Feuerwehr und ein in einem Park etwas am Rand der cité ouvrière gelegenes Altersheim (heute das Maison départementale des solidarités de Noisiel). Nicht nur für die Kleinen war also gesorgt, sondern auch für die Alten. Und für die alleinstehenden oder die in Nachbargemeinden wohnenden Arbeiter gab es ein Refektorium, also eine Kantine.  (18)

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Dass dieser den Speisesaal von Mönchen bezeichnende Begriff hier übernommen wurde, finde ich ausgesprochen passend. Denn so wie die Mönche ihr Leben in den Dienst Gottes stellten, so sollten auch die Arbeiter von Menier ihr Leben in den Dienst der Fabrik und ihrer Besitzer stellen.  Belohnt wurden sie dafür immerhin schon im Diesseits durch eine vergleichsweise gute Bezahlung und durch soziale Leistungen, wie sie es sonst noch nicht gab.

Das alte Rathaus befand sich nicht am erst später errichteten zentralen Platz, sondern in der Nähe der Schokoladenfabrik. Der Neubau von 1893 entsprach der zunehmenden Bedeutung der Stadt und dem Repräsentationsbedürfnis der Meniers, die von 1871 bis 1959 durchgängig den Bürgermeister stellten!

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Im Empfangssaal des alten Rathauses wird man von einer Büste des Fabrikherrn Émile Justin begrüßt. Es handelt sich um die Bronzekopie einer Marmorbüste, die das dankbare Personal der Schokoladenfabrik 1878 ihrem Chef überreichte, als dieser zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde.[19]

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Und auch wenn man nach oben an die Decke blickte, war klar, dass man sich im Reich der Meniers befand.[20]

DSC03580 Altes Rathaus Noisiel

Detail der Deckenbemalung

Die Siedlungshäuser sind aus Backstein gebaut und bestanden aus zwei unabhängigen Wohnungen von 64 m² mit zwei Schlafzimmern, einem Wohnzimmer und einer Küche. Die Toiletten waren in einem angebauten Schuppen untergebracht. Zu jedem Siedlungshaus gehörte ein kleiner Obst- und Gemüsegarten von 300 qm².

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Die Häuser waren entlang den Straßen versetzt angeordnet, um die Luftzirkulation zu verbessern. Fließendes Wasser gab es zwar nicht in den Häusern, aber alle 45 Meter war in den Straßen ein Brunnen installiert. Die Eckhäuser waren größer und besser ausgestattet – unter anderem mit einer Innentoilette- und für die leitenden Angestellten und Ingenieure bestimmt.

Alle Häuser wurden ausschließlich an Betriebsangehörige vermietet. Wer die Fabrik verließ, musste auch seine Wohnung räumen. Die Miete entsprach dem Verdienst von zwei bis sechs Arbeitstagen. Insgesamt wurden bis zum Ersten Weltkrieg 311 Wohnungen errichtet.[21]

Mittelpunkt des zentralen Platzes und damit Mittelpunkt der gesamten cité ouvrière ist das Denkmal für Émile Justin Menier. Seine  Büste aus Marmor (mit stolzer Herrscherpose) steht auf einem Piedestal –sicherlich nicht zufällig aus einem Stein der Vogesen gefertigt!-  und wird gestützt von den Allegorien der Industrie und der Wissenschaft.

Cité-ouvrière-Menier-07-©-French-Moments

Am Fuß des Sockels sind vier Bronzereliefs angebracht, die die Entwicklung der Fabrik von kleinen Anfängen mit der (schon oben abgebildeten) alten Mühle von Noisiel  bis zur großartigen Gegenwart veranschaulichen.

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Eingeweiht wurde das Denkmal am 8. Oktober 1898, genau 20 Jahre nach der Ernennung des Émile Justin Menier zum Ritter der Ehrenlegion  mit einem gewaltigen Festakt. Eingeladen waren nicht weniger als 2300 Ehrengäste, für die ein großes Bankett und zum Abschluss ein Feuerwerk über der Marne veranstaltet wurden. Und während in Pariser Fabriken gestreikt und die Polizei mobilisiert wurde, durfte die Belegschaft der Chocolaterie den passenden Rahmen für den Festakt bilden und dem Fabrikherren ihre Huldigungen darbieten: „Nous travaillons pour vous, vous travaillez pour nous. Merci!“ (Aus der Zeitung le Gaulois vom 9.10.1898[22])

Über die Villen der Familie Menier im 8. Arrondissement von Paris,  das Grab des Émile Justin Menier  und die Grundlagen seines patriarchalisches Engagements wird es  im nachfolgenden zweiten Teil des Beitrags über die Chocolaterie Menier gehen:

https://paris-blog.org/2019/06/01/le-chocolat-menier-2-die-villen-der-familie-im-8-arrondissement-von-paris-und-das-grabmal-auf-dem-pere-lachaise/

 

Besichtigungen der Firma und der cité ouvrière werden von der Stadt Noisiel angeboten:

http://www.ville-noisiel.fr/Visites-de-Noisiel

Réservation / information  :
Service patrimoine et tourisme
23, rue Albert-Menier
Tél. 01 60 37 73 99
E-mail : patrimoine@mairie-noisiel.fr

Zu erreichen mit dem RER Station Noisiel, und von dort aus eine gute halbe Stunde zu Fuß

Oder noch besser mit dem Fahrrad auf dem Marne-Radweg.

 

 

Anmerkungen:

[1] Marrey, un capitalisme idéal, S. 24

[2] http://www.leparisien.fr/seine-et-marne-77/sur-les-pas-du-chocolatier-menier-a-noisiel-77-28-10-2016-6263475.php

[3]  https://exploreparis.com/fr/199-visite-de-l-ancienne-chocolaterie-menier.html  siehe auch: https://www.elnuevodiario.com.ni/economia/397804-cacao-valle-menier/   Übrigens ist inzwischen die Firma Ritter Sport in die Fußstapfen der Meniers getreten und hat eine eigene Kakaoplantage in Nicaragua eingerichtet. Wenn es also in einer Reportage darüber heißt, es handele sich um etwas, „was bisher kein anderer Schokoladenproduzent in vergleichbarer Größenordnung gewagt hat,“ so trifft das nicht zu. https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.plantage-in-nicaragua-wo-der-kakao-fuer-ritter-sport-herkommt.3ca0313f-2d4f-4adb-8f4f-5e804824dc96.html

[4] http://doczz.fr/doc/73207/6—formes

Umso merkwürdiger -und bedauerlicher- ist es, dass Jean- Paul Kauffmann in seinem schönen Buch „Remonter la Marne“ (Fayard 2013) die Schokoladenfabrik von Noisiel nicht berücksichtigt hat.

[5]https://en.wikipedia.org/wiki/Menier_Chocolate

[6] Marrey, un capitalisme idéal, S. 24/25

Bild aus: http://pone.lateb.pagesperso-orange.fr/contrefacon%20Menier.htm

[7] Bilder aus: https://en.wikipedia.org/wiki/Menier_Chocolate  und https://www.pinterest.ca/pin/395402042268559892/

[8] http://pone.lateb.pagesperso-orange.fr/contrefacon%20Menier.htm

[9] http://www.leparisien.fr/seine-et-marne-77/sur-les-pas-du-chocolatier-menier-a-noisiel-77-28-10-2016-6263475.php

[10] Bild der früheren Produktionshalle aus der Fotoausstellung der Fabrik

[11] „un des fleurons de notre patrimoine industriel“ (Détours)

[12] https://www.cdiscount.com/au-quotidien/alimentaire/nestle-meunier-chocolat-patissier-200g/f-1270103-menier261435.html

[13] La cité ouvrière Menier. Un lieu, une histoire. (2018) http://www.agglo-pvm.fr/cite-ouvriere-menier/

[14] Bild aus: http://pone.lateb.pagesperso-orange.fr/cotation3.htm

[15] Bild aus: https://fr.m.wikipedia.org

[16] http://jacques.vouillot.free.fr/visite/mairie.htm

[17] http://www.leparisien.fr/seine-et-marne-77/sur-les-pas-du-chocolatier-menier-a-noisiel-77-28-10-2016-6263475.php

(18) Bild aus: https://monumentum.fr/anciens-refectoires-pa00087174.html

[19]  http://pone.lateb.pagesperso-orange.fr/cotation3.htm

[20] Bild aus: https://www.flickr.com/photos/51366740@N07/15000104038/

[21] http://www.agglo-pvm.fr/cite-ouvriere-menier/

[22]  „Wir arbeiten für Sie, Sie arbeiten für uns. Danke.“  Zit. in: http://pone.lateb.pagesperso-orange.fr/monument%20menier.htm

 

Zum Weiterlesen:

Usine Menier, l’empire du chocolat. Aus:   Détours en France,  40 lieux à visiter pour redécouvrir le patrimoine, 2012

https://www.detoursenfrance.fr/patrimoine/patrimoine-industriel/usine-menier-lempire-du-chocolat-3794  

Nicolas Delalande, Émile-Justin Menier, un chocolatier en République.  Les controverses sur la légitimité de la compétence politique d’un industriel dans la France des années 1870  In:  Politix 2008/4 (n° 84), Seiten  9 bis  33   https://www.cairn.info/revue-politix-2008-4-page-9.htm#

Saga Menier  http://www.prodimarques.com/sagas_marques/menier/menier.php

Bernard Marrey, Un capitalisme idéal. Paris 1984. https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k33218888/f30.image.texteImage

 

 

Weitere geplante Beiträge:

  • Le chocolat Menier (2): Die Villen der Meniers in Paris und das Familiengrab auf dem Père Lachaise 
  • Die Petite Ceinture, die ehemalige Ringbahn um Paris (1): Kinder und Kohl statt Kohle und Kanonen 
  • Die Petite Ceinture (2): Die „Rückeroberung“
  • „Les enfants de Paris“: Pariser Erinnerungstafeln/plaques commémoratives zur Zeit 1939-1945
  • La Butte aux Cailles, ein kleinstädtisches Idyll in Paris

5 Gedanken zu “Le chocolat Menier (1) Die Schokoladenfabrik in Noisiel an der Marne: repräsentative Fabrikarchitektur und patriarchalischer Kapitalismus im 19. Jahrhundert

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  2. Pingback: Die Große Saline von Salins – les- Bains und die königliche Saline von Arc- et -Senans. (UNESCO-Weltkulturerbe im Jura) – Paris und Frankreich Blog

  3. Helga Morel

    Du laesst mich diese Fabrik noch einmal vor meinen Augen aufleben. Ich habe vor einigen Jahren diese Anlage mit viel Freude besichtigt. Sei herzlich bedankt

    Gefällt 1 Person

  4. juauth

    Ein wunderbarer Bericht über die süße Geschichte der Meniers in Noisiel. Die Photos zeigen eine ausgetüftelte und sehr ästhetische Industriekultur. Auch den Bericht über die cité ouvrière habe ich mit Spannung verfolgt! Eine schöne Entdeckung, danke dafür!!!!

    Liken

  5. Dipl.Ing. Hartung Giselher

    Großen Dank für den eigentlich unerwarteten Bericht.
    Vor 40 Jahren hatte ich als Assistent am Lehrstuhl für Baukonstruktion und Industriebaukunde, vertreten durch Professor Günter Behnisch, Seminare zu Eisenkonstruktionen des 19.Jht. gehalten. Dabei bin ich auf die Schokoladenfabrik Menier gestoßen – ein Höhepunkt jeder Vorlesung. Anlässlich der Exkursion zum Thema nach Paris haben wir auch die Fabrik Menier besucht. Sie war geschlossen – wir konnten wir nur Außenaufnahmen machen. Mit Genugtuung. habe ich die Eintragung in die Denkmalliste und die Restaurierung verfolgt. Schon die Ankündigung Ihres Berichtes hat mich ihn mit Interesse warten lassen – ich wurde nicht enttäuscht und freue mich auf die Fortsetzung.
    Bis heute sind Entdeckungen früher Eisenkonstruktionen beim Flanieren während meiner jährlichen Parisaufenthalte Rosinen, die ich gerne picke. Den Radwanderweg entlang der Marne werde ich in mein Program aufnehmen.

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