Hittorff contra Haussmann: Die Place de l’Etoile, ein Repräsentations- oder ein  Zirkulationsraum? 

Dies ist der dritte Beitrag von Ulrich Schläger in der Reihe über den aus Köln stammenden Pariser Stadtbaumeister Johann Jgnaz  Hittorff.

Nach dem ersten Beitrag, in dem Ulrich Schläger einen Überblick über das Leben, Wirken und die Nachwirkung von Hittorff gab….

…. folgte ein Beitrag über die von Hittorff gestaltete Place de la Concorde.

Gegenstand des nachfolgenden Beitrags ist die Place de l’Étoile (place Charles de Gaulle), dessen Randbebauung ebenfalls ein Werk Hittorffs ist. Auch zur Gestaltung der die beiden Plätze verbindenden Prachtmeile der Champs-Élysées hat Hittorff  beigetragen. Umso merkwürdiger und bedauerlicher, dass er selbst vielen Parisern ein Unbekannter ist. Und umso verdienstvoller, dass Ulrich Schäger ihn in diesen Beiträgen angemessen würdigt.

Schläger beschreibt in dem nachfolgenden Beitrag die Auseinandersetzung zwischen Hittorff und Haussmann über die Gestaltung des Platzes. Für Haussmann sollte es ein Zirkulationsraum sein, für Hittorff ein Ort der Repräsentation mit dem Arc de Triomphe als Mittelpunkt. Dass sich damals eher Haussmann durchsetzte, habe ich als Jugendlicher in den 1950-er Jahren selbst erfahren. Ich war von Freunden meiner Eltern zu einer Reise in die Normandie eingeladen worden und wir durchquerten dabei auch mit dem Auto Paris. Die Place de l’Étoile mit seinen mindestens 12 ungekennzeichneten Fahrspuren wurde für mich -trotz des damals eher bescheidenen Autoverkehrs- zu einem Albtraum: Noch Jahre später träumte ich manchmal, ich würde endlos mit dem Auto um den Triumphbogen herumkreisen, ohne im Gewühl der Autos einen rettenden Ausweg erreichen zu können.

Jetzt ist die Stadt Paris dabei, bis zum Frühjahr 2024 die Zahl der Fahrspuren deutlich zu verringern und dafür den für Fußgänger reservierten Ring um den Triumphbogen deutlich zu erweitern: Eine späte Genugtuung für Hittorff!

Die Bauarbeiten an der Place de l’Étoile. Im Hintergrund das von Hittorff entworfene Hôtel des Maréchaux. Foto Wolf Jöckel 2.2.2024

Bonne lecture!  Wolf Jöckel

Abb. 1: Place de l’Étoile. WordPress.com https://autrecarnetdejimidi.wordpress.com

Aus der Vogelperspektive betrachtet, erscheint die Place de l’Étoile, seit 1970 in Place Charles-de-Gaulle umbenannt, mit dem Arc de Triomphe im Zentrum und ihren symmetrisch ausgehenden zwölf großen Avenuen als riesiger Verteilungsraum und als Krönung der von Napoleon III. initiierten und von seinem Präfekten Georges-Eugène Haussmann exekutierten Transformation von Paris.

Dass die Place de l’Étoile durch ihre Lage und den Triumphbogen mehr ist als ein gigantischer Verkehrsknotenpunkt, soll hier am Prozess der Platzgestaltung, die in der Planung und Umsetzung alles andere als gradlinig verlief, aufgezeigt werden.

Die Konzepte von Jakob Ignaz Hittorf als verantwortlichem Architekten und von Haussmann als Organisator der Transformation konnten nicht unterschiedlicher sein. Hinzu kam das besondere Interesse Napoleons III. gerade an diesem Platz mit dem Sieges-Monument seines von ihm bewunderten Onkels Napoleon I.

Um die verwickelte Platzgenese zu verstehen, müssen wir nicht nur in der Geschichte zurückgehen, sondern auch die grundsätzlich verschiedenen Auffassungen zu der Gestaltung öffentlicher Räume bei Hittorff und Haussmann in den Blick nehmen.

Durch die Julirevolution von 1830, dem Ende der Bourbonendynastie und der Auflösung der Menus Plaisirs du Roi verliert Hittorff seine angesehene Anstellung als Architekt des Königshauses, doch bereits zwei Jahre später, 1832, wird er dank des Innenministers Adolphe Thiers architecte de la ville de Paris. Die Neugestaltung der Place de la Concorde und der Champs-Élysées, der zum großen Triumphbogen auf der Place de l’Étoile hinaufführenden großen Straßenachse, werden Hittorff anvertraut. Seine Vision einer Monumentalanlage, einer Via triumphalis, die an der Place de la Concorde beginnen und auf der hoch gelegenen Place de l’Étoile ihren architektonischen Höhepunkt finden soll, kann er aber nicht realisieren.

Die schon in der Julimonarchie begonnene Ausweitung der Stadt nach Westen einschließlich der entlang der Avenue des Champs-Élysées entstandenen beliebten Vergnügungseinrichtungen, an denen maßgeblich Hittorff beteiligt war, setzt sich in der 2. Republik und im II. Kaiserreich fort. Um diese Entwicklung voranzutreiben und ein neues urbanes und gesellschaftliches Zentrum zu schaffen, wird Hittorff unter Kaiser Napoleon III. von dessen Prefect de la Seine, Jean-Jacques Berger, mit der Gestaltung der Place d’Étoile, der Avenue de l’Impératrice – heute Avenue Foch – und des Bois de Boulogne beauftragt.

Zwischen Hittorff und Haussmann, dem Nachfolger von Berger, kommt es bei der Avenue de l’Impératrice und dem Bois de Boulogne zu derart heftigen Auseinandersetzungen, dass Hittorff hier von der weiteren Planung ausgeschlossen wird.  Diese komplette Ausschaltung Hittorffs gelingt Haussmann bei der Place de l’Étoile nicht, weil dieser Platz zu eng mit der Selbstdarstellung Kaiser Napoleons III. verbunden ist.

Napoleon III. will nicht nur mit dem „Eventrement“, dem „Ausmisten“ bzw. der „Ausweidung“ der unhygienischen Viertel der Stadt die Lebensbedingungen und die öffentliche Gesundheit verbessern, den Bürger Licht, Luft und sauberes Wasser bringen, die labyrinthischen, schwerkontrollierbaren, „sozialen und politischen Sprengstoff bergenden Ballungsräume“ [1] mit breiten Straßen durchbrechen und Krisenpotentiale beseitigen, er will auch ein Paris mit prachtvollen Boulevards und eindrucksvollen Bauten, ganz nach dem Vorbild Napoleons I.

Dabei soll die Place de l’Étoile nicht nur innerhalb des urbanen Gefüges eine Schlüsselstellung bei der Entstehung eines künstlerisch gestalteten Stadtbildes einnehmen, sondern auch mit dem Arc de Triomphe Zentrum des Ruhmeskultes für Napoleon I. werden.

Schon 1850 hatte er als Präsident der 2. Republik die am Bogen eingemeißelte Liste der Generalsnamen um Louis und Jérôme Bonaparte, die Namen seines Vaters und Onkels, erweitern lassen, und nicht ohne Grund hatte er seinen Staatsstreich am 2. Dezember 1851 auf den Jahrestag von Napoleons Kaiserkrönung und den Sieg von Austerlitz gelegt.

Später, im November 1863, wird er auf der Vendômesäule die Napoleon-Statue von Émile Seurre,  den »Petit Caporal«, gegen Napoleon als römischer Imperator austauschen, in Anlehnung an die Statue von Antoine-Denis Chaudet von 1810. Während Napoleon im schlichten Militärmantel, Zweispitz und der Hand in der Weste [2] – „die Versöhnung des militärischen Ruhmes mit der nachrevolutionär-konstitutionellen Freiheitsgeschichte Frankreichs in einem konsensträchtigen »monument national«“ illustrierte, sollte mit Napoleon in der Toga der „imperiale und bellizistische Impetus“ (Helke Rausch) des Napoleon- Mythos erneuert werden. „Im Namen der Nation wurde nicht die Rettung der revolutionären Freiheits-Errungenschaften, sondern die Reaktivierung der »gloire militaire« zur Quintessenz der Napoleon-Erinnerung.“ [3]

Jetzt unter Napoleon III. scheint für Hittorff die Gelegenheit gekommen, seine Vorstellung einer festlichen, künstlerisch ausgestalteten Platzanlage zu verwirklichen, die nicht nur den Intentionen des Kaisers gerecht wird, sondern auch den Untertanen und Fremden aus aller Welt den Anspruch von Paris als Welt-Hauptstadt vor Augen führt.

Doch was Hittorf hier zunächst vorfindet, ist alles andere als glanzvoll. Zwar imponiert der Arc de Triomphe durch seine Monumentalität und seinen skulpturalen Schmuck, aber er steht, wie uns zeitgenössische Darstellungen zeigen, inmitten eines unbefestigten Platzes ohne jede Randbebauung. 

Abb. 2: Jules-Frédéric Bouchet (1799-1860) L’Arc de Triomphe und die Barrière de l’Étoile, 1837

Ungeordnet und unterschiedlich in der Breite münden einzelne Straßen, unterbrochen von unregelmäßigen Baumgruppen, in den Platz ein. An der Einmündung der Avenue des Champs-Élysées in der Platz sind die beiden von Ledoux  geschaffenen Pavillons der ehemaligen Zollmauer des ancien régime noch vorhanden. Sie werden erst 1860 abgerissen.

Abb. 3: Blick auf das Innere des Hippodroms; im Hintergrund der Arc de Triomphe

An den südlichen Teil des Platzes grenzt seit 1845 eine Pferderennbahn, der Hippodrome de l’Étoile. Sie wird erst 1855 beim Durchbruch der Avenue Kléber zur Place de l’Etoile abgerissen.

Ohne eine einheitliche Bebauung, ohne irgendeinen repräsentativen Rahmen steht der große Triumphbogen auf dem leeren Platz der Anhöhe, nur umgeben von einem Kreis von mit Ketten verbundenen Prellsteinen.

Abb. 4: Arc de triomphe de l’Étoile, par Gaspard Gobaut 1852. Links im Hintergrund das Hippodrome de l’Étoile

Er ist weder wirkungsvoll eingebunden in seine unmittelbare Umgebung noch in die Achse zwischen Louvre – Tuilerien – Place de la Concorde –  Champs-Élysées.

Der Triumphbogen war 1806 von Kaiser Napoleon I. nach der Schlacht bei Austerlitz in Auftrag gegeben und seiner siegreichen Armee gewidmet. Er war wie der Arc de Triomphe du Carrousel, die Vendôme-Säule und die geraubten Kunstschätze, insbesondere aus den vatikanischen Museen, Emblem der translatio studii et imperii von Rom nach Paris, der Ablösung des römischen durch das napoleonische Imperium. Und Paris war nicht einfach das neue, sondern das wahre, das vollendete Rom.

Der Bau wird 1806 nach vielfachen Planänderungen von François Chalgrin begonnen, der, wie der Kunsthistoriker und Archäologe Antoine Chrysostôme Quatremère de Quincy meinte, dazu neigte, Bauten möglichst monumental zu gestalten ganz im Sinn von Napoleon:  „Il n’y a de beau que ce qui est grand.“ („Schön ist nur, was groß ist.“). [4]

Der Bau schreitet nur langsam voran. Als 1810 Napoleon mit seiner künftigen Frau, der Erzherzogin Marie-Luise von Österreich, in Paris einzieht, verdeckt Chalgrin den halbfertigen Bogen mit einem Provisorium aus Gebälk und bemalter Leinwand. Am Ende des I. Kaiserreichs verbleibt ein unvollendetes Bauwerk von gewaltigen Ausmaßen.

Abb. 5: Einzug in Paris von Napoleon und Marie-Luise von Österreich 1810

Für die auf den Thron zurückgekehrten Bourbonen war Napoleon mehr als nur ein Emporkömmling, er war immer ihr Feind. Das bestimmte auch ihre Beziehung zum Arc de Triomphe. Selbst als unfertiger Bau war der Triumphbogen eng mit der überlebensgroßen Gestalt Napoleons verbunden, der nicht nur das Schicksal Frankreichs, sondern des ganzen Kontinents bestimmt hatte. Napoleons Exil und Tod auf Sankt Helena am 5. Mai 1821 hatte seine Heroisierung nur noch befördert.

Napoleon war es gelungen, seine Verbannung nach St. Helena virtuos zum Martyrium zu stilisieren, indem er für sich eine Leidensgeschichte erfand. Seine Begleiter, Heinrich Heine nennt sie treffend die „Evangelisten“, überlieferten diese Geschichte, allen voran das „Mémorial de Sainte-Hélène“:   nach Napoleons Lieblingsjünger ­Emmanuel de Las ­Cases das „Evangelium“.  Mit den vermeintlichen Aussagen ­Napoleons wurde das Buch zu einem internationalen Bestseller. Napoleon war der neue Prometheus, angekettet an den Felsen von Sankt Helena.

Auch Historienmaler ließen sich von diesen Vorstellungen inspirieren, so Horace Vernet, dessen Gemälde »Le Tombeau de Napoléon à Sainte-Hélène ou l’Apothéose de Napoléon« – zu Deutsch etwa »Napoleons Grab auf Sankt Helena und seine Vergöttlichung« – ein großer Erfolg war.[5]

Abb. 6: Horace Vernet:Das Grab und die Apotheose Napoleons auf Sankt Helena

Im Sinn von Vernets »Apotheose« hielt Bonaparte nun erst recht Einzug in die Geschichte und in das kollektive Gedächtnis der Nation. Klarsichtig beschreibt der Royalist ­François-René de Chateaubriand in seinen Mémoires d’outre-tombe (Erinnerungen jenseits des Grabes, Teil 3, VI) die Wirkung dieser Selbststilisierung: „Le monde appartient à Bonaparte ; ce que le ravageur n’avait pu achever de conquérir, sa renommée l’usurpe. Vivant il a manqué le monde ; mort, il le possède.“ („Die Welt gehört Bonaparte; was der Verwüster nicht mehr hatte erobern können, usurpiert sein Ruhm. Als Lebender hat er die Welt verfehlt; als Toter besitzt er sie.“).

Napoleon wurde zum Verteidiger und Helden der liberalen Ideale der Französischen Revolution und der glorreichen Zeiten der jüngsten französischen Geschichte hochstilisiert, der den Mächten der Restauration Paroli bietet. Er wurde zur Identifikationsfigur der antibourbonischen Opposition.

Den Arc de Triomphe im Sinne von Napoleon fertigzustellen und damit seinen Nachruhm zu befördern, war deshalb nicht im Interesse der Bourbonen. Es gab sogar Überlegungen, den Torso abzureißen und eine Säule mit der Statue Ludwig XVI. zu errichten, die aber fallengelassen wurden. Ludwig XVIII. ordnete zwar am 9. Oktober 1823 die Fertigstellung des Triumphbogens an, allerdings mit einer neuen Widmung. Geehrt werden sollte nicht die kaiserliche Armee, sondern die Armée des Pyrenées, die unter der Führung von Louis Antoine de Bourbon, Herzog von Angoulême und Neffe von Ludwig XVIII., den spanischen König (Ferdinand VII.) wieder auf den Thron gesetzt hatte.

Eine Festschrift mit dem Titel Entrée triomphale de S. A. R. monseigneur le duc d’Angoulême, généralissime de l’armée des Pyrénées … erscheint. Die Bauarbeiten unter Louis-Robert Goust  und Jean-Nicolas Huyot nach überarbeiteten Plänen von Chalgrin kommen aber nicht voran.

Abb. 7: Einzug des Herzogs von’Angoulême in Paris am 2. Dezember 1823

Und so wird nach dem Sieg des Herzogs von Angoulême in Spanien am 2. Dezember 1823 bei der Siegesparade auf dem Champs-Élysées der halbfertige Triumphbogen mit Attrappen-förmigen Auf- und Anbauten versehen, mit Fahnen umkränzt. Vor den Bogen werden hohe Sockel gestellt, dekoriert mit Trophäen und Rostralsäulen, bekrönt von der Göttin des Sieges, eine Komposition von Hittoffs Kollegen und Freund Jean-François-Joseph Lecointe, die beide für die königlichen Feste und Zeremonien zuständig waren. Es bleibt bei dieser flüchtigem, ephemeren Dekoration, dem aktuellen Anlass geschuldet.

Auch unter Karl X. werden Pläne für den Weiterbau des Bogens gemacht, umgesetzt wird aber nichts an der Place de l’Étoile und ihrem mächtigen Torso.

In der Juli-Monarchie, die sich nach der Revolution von 1830 unter dem „Bürgerkönig“ Louis-Philippe von Orléans etabliert, kommt es zum Strategiewechsel. Louis-Philippe ist bemüht, die bonapartistischen Sympathien im bürgerlichen Lager zur Stabilisierung der eigenen Herrschaft zu nutzen. So bringt er einige Prestigeprojekte auf den Weg, die Napoleon als Teil der französischen Geschichte ehren sollten:

  • Auf der Siegessäule der Place Vendôme wird 1833 wieder eine Statue Napoleons gestellt, jetzt aber in schlichter Uniform und nicht wie die ursprüngliche Statue als römischer Imperator, schließlich will man aus politischen Gründen nicht an die imperialen Ambitionen Napoleon Bonapartes anknüpfen.
  • 1836 wird der Arc de Triomphe auf der Place de l’Étoile von Abel Blouet fertig gestellt und am 30. Juli 1836 eingeweiht. Auch sein plastischer Schmuck stammt aus dieser Zeit. Das Bildprogramm ist keine Verherrlichung von Napoleon allein, sondern auch der siegreichen Heerführer und Truppen. Der Bogen wird deshalb als Denkmal der gesamten Nation betrachtet.
  • 1837 wird ein neues Frontispiz am Panthéon angebracht, auf dem Bonaparte einen prominenten Platz unter den großen Männern Frankreichs einnimmt.
  • 1840 schließlich erreicht die Revitalisierung des Napoleon-Kultes ihren Höhepunkt mit der Rückholung der sterblichen Reste Napoleon von Sankt Helena nach Paris und dem grotesken Schauspiel des Triumphzuges des toten Kaisers bei der Überführung in den Invalidendom am 15. Dezember 1840.

Trotz all dieser Bemühungen scheitert der Plan Louis-Philippes, sich „zum heroischen Nachfolger Napoleons zu stilisieren, indem er sich die Erinnerung an diesen aneignet“. [6]

Kehren wir nach diesem Exkurs über das  Schicksal des Arc de Triomphe zu Napoleon III. und der Gestaltung der Place de l’Étoile zurück.

Mit der Februarrevolution von 1848 gelangt Louis Napoléon Bonaparte, ein Neffe des großen Korsen, als Staatspräsident an die Macht. Nach dem Staatsstreich im Dezember 1851 und der Ausrufung des Zweiten Französischen Kaiserreiches sieht er sich als Napoleon III.  nicht nur als Nachfolger Bonapartes, sondern fast schon als seine Reinkarnation. Napoleon III. will vom Heldentum seines Onkels profitieren, deshalb kommt gerade der Place de l’Étoile und seinem Triumphbogen eine herausragende Rolle zu.

Hittorff steht vor einer dreifachen Herausforderung: Er muss einen prachtvollen Platz ganz in der Tradition Napoleon I. erschaffen, er muss sich mit den riesigen Dimensionen des Bogens selbst auseinandersetzen und er muss den Platz in die umgebenden urbanen Strukturen einbeziehen.

Als einzige Veränderung am Bogen selbst sieht er wie am Arc Triomphe du Carrousel eine Bekrönungsgruppe vor, eine Idee, die schon Jahre zuvor immer wieder diskutiert wurde.  Schon Albert Blouet, Pierre-François-Léonard Fontaine und Jean-Nicholas Huyot hatten freie Skulpturengruppen auf dem Bogen geplant.[7]

Provisorische Bekrönungen des Arc de Triomphe hatte es allerdings aus Anlass von Festen und Zeremonien schon vorher gegeben. Meist sollten sie die Nation, den Frieden, den Sieg, aber weniger konkrete Personen symbolisieren. Für die Revolutionsfeier des Jahres 1838 schuf man nach dem Entwurf von Gabriel-Bernard Seurre eine Attrappe aus Holz, Gips und Leinwand. Hittorff hat dieses Motiv für seinen Plan von 1853 übernommen:

Abb. 8: Étienne Achille Réveil Hauptfassade des Triumphbogens mit der provisorischen Bekrönung von 1838 (Ausschnitt)

Auf einem Triumphwagen mit sechs Pferden, gelenkt von Genien, steht eine Gestalt in weiter Toga mit dem Löwenfell des Herkules über der Schulter. Die rechte Hand umfasst einen Stab mit dem gallischen Hahn an der Spitze, der linke Arm hält eine Gesetzestafel, in Hittorffs Entwurf mit dem Wort „CODE“, wohl ein Bezug auf den „Code Napoléon“, das napoleonische Gesetzeswerk. Seurres Figur verkörperte den Genius des Staates. Bei Hittorff den siegreichen Genius des Kaiserreiches, wie  Uwe Westfehling meint. [8]

Abb. 9: Jean-Auguste-Dominique Ingres, Die Apotheose Napoleons. Entwurf für das Pariser Rathaus.  

Die Gespann-Gruppe war von den Personifikationen des Sieges und des Ruhmes begleitet, wie auf dem Deckengemälde von Jean-Auguste-Dominique Ingres im Salon de l’Empereur des Hôtel de Ville zu sehen war. Das Gemälde, das die Apotheose Napoleons auf einem Triumphwagen zeigt, wurde zwar 1871 beim Aufstand der Commune zerstört, ist aber in Zeichnungen und Kopien erhalten.

Eine erneute ephemere Bekrönung sehen die Pariser 1840, als die sterblichen Überreste von Napoleon I. von St. Helena nach Frankreich überführt werden:  auf dem Triumphbogen steht Napoleon im Krönungsornat.

Letztlich wurde der Triumphbogen aber nicht bekrönt, und Hittorff konzentrierte sich darauf, für den Triumphbogen einen angemessenen Rahmen zu finden. 1853 entwirft er den Plan eines Denkmalforums. Seine aquarellierte Federzeichnung gibt in einer Gesamtansicht den Blick aus der Richtung der Champs-Élysées mit dem Arc de Triomphe im Zentrum wieder.

Abb. 10: Hittorff, Jakob Ignaz, Entwurf für ein Denkmalsforum auf der Place de l‘ Étoile, Gesamtansicht, 15.06.1853.

Für die umgebende Fläche des Bauwerks greift Hittorff auf ein früheres Standbildprogramm für die Champs-Élysées zurück, das hier seinen Abschluss finden soll.  „Die Statuen setzten sinnvoll den für die nationale Prozessionsstraße der Avenue des Champs-Élysées vorgesehenen Schmuck von Denkmälern verdienstvoller Franzosen fort.“ [9]

Nach seinem Plan von 1853 sollen sich in zwei Halbkreisen jeweils zehn Denkmäler der hervorragendsten Feldherren Napoleons auf hohen Sockeln um den Bogen gruppieren. Dabei wechselten sich Einzelstatuen mit Reiterstandbildern ab.

Abb. 11:  Ausschnitt des Plans von 1853  

Der Kreis der Denkmäler ist seinerseits von einer geschlossenen repräsentativen Gebäudefront umgeben, die im Abstand von ca. 172 m die Platzmitte einfasst. Die gleichmäßigen Fassaden zeigen ein Arkadengeschoss, zwei Stockwerke mit hohen Fenstern und ein Mansardendach. Die sternförmig auf den Platz zulaufenden Straßen sind symmetrisch angeordnet und werden an der Platzeinmündung durch Torbogen überfangen.

                  Abb. 12: Großer Torbogen für die Champs-Élysées

Die großen Torbauten, die die Einmündung der breiten Avenuen wie der Avenue des Champ-Élysées oder der Avenue du Parc de Boulogne (die spätere Avenue de l’Impératrice und heutige Avenue Foch) markieren, grenzen unmittelbar an die Gebäude. Die kleineren Torbögen, die die nicht so breiten Straßeneinmündungen überspannen, sind in die Hausfassaden eingegliedert, ohne sie zu überragen. Der Platz erhält dadurch eine geschlossene Umbauung, wie wir sie noch heute bei der Place Vendôme und der Place des Vosges sehen.

                                          Abb. 13: Kleiner  Torbogen für die Rue du Bel Air

Bei der Gestaltung der Torbögen greift Hittorff auf römische Vorbilder zurück, wahrscheinlich inspiriert durch die Porte de Saint-André und die Porte d’Arroux  in Autun  im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté, die er 1822 gesehen und gezeichnet hatte.

Abb. 14: Hittorff,  Porte de Saint-André à Autun. 1822

Mit den Torbauten nimmt Hittorff das Motiv des Triumphbogens im Zentrum des Platzes auf und im Rückgriff auf die römische Antike verschafft er dem Platz einen imperialen Charakter, der ihn über alle anderen Plätze der Stadt herausheben soll.

Zusätzlich hat Hittorff im Entwurf von 1853 noch Siegessäulen vorgesehen, die hier mit den westlichen Ecken der großen Torbauten verbunden sind und die als Bekrönung Herrscherstatuen tragen. Uwe Westfehling glaubt, dass Hittorff hier von den Säulen der Barrière du Trône inspiriert worden ist. [10] Auf den dortigen Säulen,  die zu den Zollbauten von Ledoux aus der Zeit des ancien régime stammen, stehen die Statuen Ludwig des Heiligen und Philippe Augusts.

Abb. 15: Barrière du Trône 1885

Im Triumphalforum der Place de l’Étoile „tritt [deutlich] der repräsentative und kulissenhafte Charakter dieser offiziellen Architektur hervor. Es werden Denkmalstypen addiert und gehäuft. Das Projekt zeigt nahezu alle Motive, die man der Triumphalidee im 19. Jahrhundert zuordnete, auf engstem Raum zusammengedrängt: Triumphbogen, Siegeswagen, historische Reliefs, Ehrensäulen, Reiterdenkmäler und Standbilder. Der Aufwand erinnert an die Monumentalanlagen, die im Spätbarock in Frankreich geplant wurden. … Hittorffs Plan für ein Triumphalforum in Paris, der dem Alterswerk des Architekten zuzurechnen ist, gehört zu einer ersten Phase der Wiederaufnahme barocker Formen im 19. Jahrhundert, die besonders in Frankreich zu beobachten ist.“[11]

Das Forum an der Place de l’Étolie sollte der krönende Abschluss einer riesigen, an der Place de la Concorde beginnenden Denkmalanlage sein und war als Schauplatz von Festzügen, Paraden und Zeremonien gedacht.

Derartige Zeremonien hatte Paris, wie schon erwähnt, anlässlich der Heimholung Napoleon I. am 15. Dezember 1840 erlebt, als sich der Trauerkondukt durch den Arc de Triomphe, die Champs-Élysées zur Place de la Concorde bewegte und von dort zum Dome des Invalides. Die Champs-Élysées war mit Säulen, Statuen und Kandelabern geschmückt. An der Corcorde – Brücke standen vier Siegessäulen, acht allegorische Figuren und eine Kolossalstatue von Cortot, welche die Unsterblichkeit darstellte.

Abb.16: Zug mit den sterblichen Überresten Napoleons über die Champs-Élysée zum Invalidendom

Fast 45 Jahre später, am 31. Mai 1885, nimmt wieder eine pompöse Inszinierung unter dem Triumphbogen an der Place de l’Étoile ihren Anfang: Die sterblichen Überreste von Victor Hugo werden in das Pantheon überführt.

Abb. 17: Beerdigung von Victor Hugo. Der Katafalk mit dem Sarg unter dem Arc de Triomphe

Unter dem Bogen ist ein castrum doloris , ein Trauergerüst, aufgebaut, auf dem der Katafalk ruht. Wiederum ist der Bogen mit einer Gespanngruppe bekrönt, mit Trauerflor umhüllt.  Feuerschalen auf hohen Podesten bilden einen Kreis um den Bogen. Und wiederum bewegt sich der Trauerzug über die Champs-Élysées zur Place de la Concorde hinunter.   

Aber in diesen mit Geschichte und Zeremonien verbundenen Bildern denkt der neue Präfekt Haussmann nicht. Die Stadt als architektonisches Gesamtkunstwerk, die Ausgestaltung festlicher und malerischer Platzanlagen sind für Haussmann keine primären Ziele der Umwandlung von Paris, für die er seit 1853 verantwortlich ist. So scheitert Hittorffs großes Forum-Projekt  in erster Linie nicht nur an den hohen Baukosten.

Georges-Eugène Haussmann hat andere Vorstellungen von der Funktion und dem Aussehen des Platzes. Haussmann will gerade Durchbruchstraßen, Verkehrszentren, die Menschen- und Warenströme effizient verbinden, verteilen, steuern und beschleunigen.

Die monumentale Geschlossenheit von Hittorffs Konzept ist hier hinderlich. Eine Repräsentations- und Zeremonial-Architektur passt nicht in Hausmanns Konzept einer nach rationalen Prinzipien funktionierenden Stadt.  Haussmann will einen offenen Platz mit zwölf breiten Radikalstraßen und aus verkehrstechnischen Gründen eine zusätzliche Ringstraße (die heutige Rue de Tilsitt und Rue de Presbourg), und er setzt sich bei Napoleon III. durch.

Hittorff legt also 1854 einen zweitem Entwurf für die Place de l’Étoile vor, bei dem das gesamte Programm des Triumphalforums entfällt: Auf den weiten jetzt offenen Platz mit dem unbekrönten Arc de Triomphe führen sternförmig 12 symmetrisch angeordnete große Avenuen. Es bleibt aber das Problem einer angemessenen Einfassung des Platzes.

Abb. 18: Entwurf Hittorffs für die Place de l’Etoile von  1854

Durchsetzen kann sich Hittorff dabei mit dem Bau gleichmäßig gestalteter dreigeschossiger Hôtels, großbürgerlicher Wohnungen, die den Platz umgeben und deren Eingänge an der Ringstraße liegen. Diese Hôtels, die er zusammen mit Rohault de Fleury entwirft,  bilden mit ihren diskret gebogenen Fassaden, die sich „durch klare Gliederung und vornehme Zurückhaltung auszeichnen“ (Karl Hammer) und ihren Vorgärten mit einheitlichen Gittern einen weitgefassten kreisförmigen, dekorativen  Rahmen um den dominanten, massigen Triumphbogen in seinem Zentrum.

Abb. 19: Blick auf die Place l’Étoile, nach einer Zeichnung von M.Wibaille 1857

„In glücklich gewählten Proportionen treten sie gegenüber dem ins Riesenhafte gesteigerten Triumphbogen zurück. Sie sind nach dem Grundsatz vollkommener Gleichartigkeit angelegt, in Haustein ausgeführt, mit Pilastern, Balustraden, vorspringenden Gesimsen, Karniesen und anderen Ornamenten geschmückt, die einem antikisch neubelebten und modisch werdenden Neo-Louis-Seize-Stil entstammten.“ [12]

Abb. 20: Fassade eines der hôtels der Randbebauung. Zeichnung von 1870

Abb. 21: Detail der Fassade.

Über diese Randbebauung kommt es wiederum zu einer Auseinandersetzung zwischen Hittorff und Hausssman, der größere Bauten um den Platz errichten will, weil sie seiner Ansicht nach „besser im Einklang mit den kolossalen Massen des Platzes und seines Denkmals stehen“ [13]. Er kann sich aber in diesem Punkt bei Napoleon III. nicht durchsetzen. Hittorf überzeugt den Kaiser, dass höhere Einzelbauten die Wirkung des Triumphbogens beeinträchtigen würden. „L’Empereur qui avait un culte presque superstitieux pour la mémoire de son oncle Napoléon Ier et un respect poussé à l’extrême pour tout ce qui s’y rattachait, se rendit de suite à cette observation“ („Der Kaiser, der eine fast abergläubische Verehrung für das Andenken seines Onkels Napoleon I. und einen bis zum Äußersten getriebenen Respekt für alles, was damit zusammenhing, hatte, gab sich dieser Betrachtung sofort hin“) [14].

Abbildung 22: Wolf Jöckel

Vielleicht hat auch der Mäanderfries des Arc de Triomphe, den Hittorff für seine Randbebauung übernommen hat, Wirkung gezeigt…. Haussmann muss sich jedenfalls fügen und rächt sich, indem er „die in seinen Augen proportionslosen Häuserfassaden […] durch dichte Baumanpflanzungen verdeckt.“ [15]

Auch wenn Hittorff sich mit seinem Napoleon-Forum nicht durchsetzen konnte, so gelang es ihm doch, durch bewusste Gewichtung der Baumassen und durch die angemessenen Proportionen der Randbebauung die Wirkung des Triumphbogens nicht nur zu bewahren, sondern noch zu steigern, der damit zugleich Auftakt und Schlussakkord der Avenue des Champs -Élysées wurde.

Abb. 23:  Modell der Place de l’Étoile nach seiner derzeitigen Umgestaltung

Hittorff hat das geschichtliche Potential des Platzes und die Wirkungskraft des Triumphbogens besser verstanden als Haussmann, der die Platzgestaltung in seinen Memoiren als eine der größten Leistungen seiner Amtszeit für sich reklamierte. Für Haussmann war der Triumphbogen nicht mehr als eine Aussichtsplattform, von der aus wie auf einem Plan die von ihm beanspruchte Neustruktuierung der Stadt gesehen werden konnte:   „Cette belle ordonnance, que je suis très fier d’avoir su trouver, et que je considère comme une des œuvres les mieux réussies de mon administration, apparaît dans son ensemble, comme sur un plan, du haut de l’Arc de Triomphe, où montent beaucoup plus d’étrangers que de Parisiens.“ („Diese schöne Anordnung, auf die ich sehr stolz bin und die ich als eines der erfolgreichsten Werke meiner Verwaltung betrachte, wird in ihrer Gesamtheit, wie auf einem Plan, sichtbar von der Spitze des Triumphbogens, auf den viel mehr Ausländer als Pariser hinaufsteigen.“) [16]

Die Symbolkraft des Triumphbogens, die sich schon, wie wir gesehen haben, bei den verschiedenen Festakten gezeigt hatte und bei historischen Ereignissen offenkundig wurde, zeigte sich in hohem Maße, als das Monument der napoleonischen Siege mit der Einweihung des Grabmals für den unbekannten Soldaten aus dem I. Weltkrieg am 11. November 1920 zur säkularen Weihestätte der ganzen Nation mutierte.

Auf seinem Grab brennt seit dem 11. November 1923 die ewige Flamme, täglich in einer Zeremonie („Ravivage de la Flamme“ = „Wiederbelebung der Flamme“) symbolisch neu entfacht.

Abb. 24: Präsident Macron entzündet die ewige Flamme am Grab des unbekannten Soldaten unter dem Arc de Triomphe

Literatur:

Abbildungsverzeichnis:

Abb.1:   Place de l’Étoile. (WordPress.com https://autrecarnetdejimidi.wordpress.com )

Abb. 2: Jules-Frédéric Bouchet (1799-1860) L’Arc de Triomphe et la Barrière de l’Étoile, 1837 (https://lilasbleu.livejournal.com  …) und  facebook: John d’Orbigny Immobilier, 4 octobre 2016)

Abb. 3: Vue intérieure de l’Hippodrome, on distingue le haut de l’Arc de Triomphe (Wikipedia) siehe auch: https://www.cirk75gmkg.com/2018/03/l-hippodrome-de-l-etoile-ou-de-la-republique-1845-1856.html

Abb. 4: Arc de triomphe de l’Étoile, par Gaspard Gobaut 1852. Links im Hintergrund das Hippodrome de l’Étoile. (Bildquelle: Gallica/BnF)

Abb. 5: Pierre-François-Léonard Fontaine – Entrée dans Paris de l’Empereur et l’Impératrice, 1810, dessin, Bildquelle: https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl020231070

Abb. 6: Horace Vernet: »Le Tombeau de Napoléon à Sainte-Hélène ou l’Apothéose de Napoléon« https://wallacelive.wallacecollection.org/eMP/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&module=collection&objectId=65509&viewType=detailView

Abb. 7: Entrée à Paris de S.A.R. Mgr le duc d’Angoulême, le 2 décembre 1823 (© Reproduction Patrick Cadet / Centre des monuments nationaux. Histoire de l’Arc de triomphe. https://www.paris-arc-de-triomphe.fr

Abb. 8: Étienne Achille Réveil:  Façade principale de l’Arc de triomphe de l’Etoile avec le projet de couronnement exécuté aux fêtes de Juillet 1838(Ausschnitt); Bildquelle: BnF/Gallica

Abb. 9: Jean-Auguste-Dominique Ingres – Esquisse pour l’Hôtel de Ville de Paris , Apothéose de Napoléon Ier   https://www.parismuseescollections.paris.fr/fr/petit-palais/oeuvres/esquisse-pour-l-hotel-de-ville-de-paris-apotheose-de-napoleon-ier#infos-principales

Abb. 10: Hittorff, Jakob Ignaz, Entwurf für ein Denkmalsforum auf der Place de l‘ Étoile, Gesamtansicht, 15.06.1853. Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, Inv.-Nr. Pl. E. 2. Rheinisches Bildarchiv Köln, Walz, Sabrina, Reproduktions-Nr: rba_c020402

Abb. 11: Kat.-Nr. 277 (Ausschnitt) Hittorff, Jakob Ignaz, Entwurf für ein Denkmalsforum auf der Place de l‘ Étoile, Gesamtansicht, 15.06.1853. Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, Inv.-Nr. Pl. E. 2. Rheinisches Bildarchiv Köln, Walz, Sabrina, Reproduktions-Nr: rba_c020402 (Ausschnitt)

Abb. 12:   Großer Torbogen für die Champs-Élysées; Köln, Wallraf-Richartz-Museum

Abb. 13:   Kleiner  Torbogen für die Rue du Bel Air; Köln, Wallraf-Richartz-Museum

Abb. 14: Porte de Saint-André à Autun – La face opposée (Cologne, bibliothèque universitaire). par Hittorff 1822

Abb. 15: Paris, ancienne barrière du Trône, ZVAB

Abb. 16:  Funérailles de l’Émpereur Napoléon – Passage du Char funèbre aux Champs-Élyséss le 15 Decembre 1840 (Musée Carnavalet, Histoire de Paris)

Abb. 17:    Funérailles de Victor Hugo, le catafalque sous l’Arc de triomphe, par Georges François Guiaud (Musée Carnavalet)

Abb. 18:  Entwurf: Jakob Ignaz Hittorff – Place de l’Etoile, Plan actuel. 1854 Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Graphische Sammlung, Inv.-Nr. E.11. Rheinisches Bildarchiv Köln, Reproduktions-Nr: rba_c011158

Abb. 19:  Vue de la Place l’Étoile, projetée d’après un dessin de M.Wibaille, architecte, 1857 (Le Monde illustré, Vol. 1 (Apr.-Dec. 1857)

Abb. 20:  Abbildung aus: Maisons les plus remarquables de Paris construites pendant les trois dernnières années par Messieurs … Architectes…, Paris, 1870

Abb. 21: Fassadendetail. Foto: Wolf Jöckel

Abb. 22: Mäanderfries der Randbebauung Hittorffs. Foto: Wolf Jöckel

Abb. 23: Foto aus: https://www.science-et-vie.com/article-magazine/paris-la-place-de-letoile-va-se-mettre-au-vert Paris: la place de l’étoile va se mettre au vert. 23.3.2021

Abb. 24: https://www.lalsace.fr/actualite/2019/05/08/macron-ravive-la-flamme-a-l-arc-de-triomphe-la-ceremonie-du-8-mai-en-images


Anmerkungen:

[1] Helke Rausch. Kultfigur und Nation: Öffentliche Denkmäler in Paris, Berlin und London 1848-1914, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2014

[2] „Die Hand im Rock/in der Weste“ galt in der Antike als Zeichen sittlicher Tugend. Bei Napoleon wurde die Geste zu einem politischen Symbol des kontrollierten, besonnenen Herrschers stilisiert.

[3] Helke Rausch, ebd.

[4] zitiert nach: Bruno Klein: Napoleons Triumphbogen in Paris und der Wandel der offiziellen Kunstanschauungen im Premier Empire, Zeitschrift für Kunstgeschichte, 59. Bd., H. 2 (1996), pp. 244-269

[5] siehe: https://www.napoleon.org/histoire-des-2-empires/tableaux/allegorie-de-lexil-et-de-la-mort-de-napoleon-a-sainte-helene-ou-le-tombeau-de-napoleon/

[6] Benjamin Marquart: Napoleon I.: Revolutionär, Kaiser, Medienstar; in:  Spektrum Spezial Archäologie – Geschichte – Kultur4/2019 Helden

[7] Abbildungen dazu in: Manuscrit et description graphique de l’Arc de Triomphe de l’Etoile, par Jules-Denis Thierry, 1er inspecteur du monument, 1836

[8] Uwe Westfehling: J. I. Hittorffs Pläne für ein Denkmalforum in Paris. Wallraf-Richartz-Jahrbuch, Vol. 36 (1974), pp. 273-294 (22 pages); https://www.jstor.org/stable/24657147

[9] Karl Hammer: Jakob Ignaz Hittorff – Ein Pariser Baumeister 1792-1867. Pariser Historische Studien; hrsg. Deutsches Historische Institut in Paris, Band 6, 1968, Anton Hirsemann, Stuttgart.

[10]Uwe Westfehling, ebd.

[11]  Uwe Westfehling, ebd.

[12] Karl Hammer, ebd.

[13] Karl Hammer: Jakob Ignaz Hittorff – Ein Pariser Baumeister 1792-1867. Pariser Historische Studien; hrsg. Deutsches Historische Institut in Paris, Band 6, 1968, Anton Hirsemann, Stuttgart.

[14]  zitiert nach Karl Hammer, ebd. und eigene Übersetzung

[15]   Karl Hammer, ebd.

[16] Mémoires du baron Haussmann III; Grand Travaux de Paris; Le Plan de Paris, Chapitre III, p. 76. Paris, Victor-Havard, Éditeur, 1890; 2. Édition 1893.Book digitized by Google from the library of the New York Public Library and uploaded to the Internet Archive by user tpb.

Weitere Blog-Beiträge zur Place de l’Étoile/Arc de Triomphe

Weitere Blog-Beiträge zu Hittorffs Bauten in Paris

4 Gedanken zu “Hittorff contra Haussmann: Die Place de l’Etoile, ein Repräsentations- oder ein  Zirkulationsraum? 

  1. Die Place de l’Étoile mit seinen mindestens 12 ungekennzeichneten Fahrspuren wurde für mich -trotz des damals eher bescheidenen Autoverkehrs- zu einem Albtraum: Noch Jahre später träumte ich manchmal, ich würde endlos mit dem Auto um den Triumphbogen herumkreisen, ohne im Gewühl der Autos einen rettenden Ausweg erreichen zu können.

    Ich empfand das als noch junger reiselustiger Erwachsener Anfang der 1980er Jahre ähnlich.Allerdings faszinerte mich das Erlebte.Ich empfand es als Metapher fürs Menschsein allgemein: nur die Durchsetzungsstarken erreichten die gewünschte Ausfahrt. Traian Grigorian

    Like

    1. ja, insofern passte der Platz wohl auch gut zu Baron Haussmann… Wenn ich übrigens später selbst einmal da herumfuhr, habe ich mich immer auf der außersten Spur gehalten, auch wenn es länger dauerte, weil die von außen Kommenden in Frankreich Vorfahrt haben… So bin ich aber dem „Kampf ums Dasein“ aus dem Weg gegangen. W.J.

      Like

    2. Avatar von Unbekannt Anonymous

      Ulrich Schläger

      Bei der Place de l’Étoile empfehle ich den „italienischen Stil“, der eine gewisse Robustheit, schnelles Reaktionsvermögen, ausgiebiger Gebrauch der Hupe und Training durch mehrfache Italienreisen (speziell Rom) voraussetzt.

      Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar