Im ersten Teil des Beitrags zu Madame de Sévigné wurden Orte in Paris dargestellt, die in ihrem Leben bedeutsam waren:
- Die Place Royale/Place des Vosges, wo sie geboren wurde
- Die ehemalige Klosterkirche der Filles de la Visitation Sainte-Marie, ein von ihrer Großmutter gegründeter Frauenordens.
- Die Kirche Saint-Gervais, wo sie heiratete
- Das hôtel Carnavalet, in dem sie viele Jahre wohnte; heute das Stadtmuseum von Paris, in dem derzeit anlässlich ihres 400. Geburtstages die Ausstellung Mme de Sévigné. Lettres parisiennes gezeigt wird.
In diesem zweiten Teil des Beitrags werden nun Orte außerhalb von Paris vorgestellt, die im Leben der Madame de Sévigné eine besondere Rolle spielten.[1] Sie liegen alle in Frankreich, denn Mme de Sévigné war zwar viel unterwegs, blieb aber immer nur innerhalb der Grenzen ihres Landes.
- Der nach Paris wichtigste Ort, an dem sie sich viel aufhielt, war das Schloss Rochers der Sévignés bei Vitré in der Bretagne, wo sie viele ihrer Briefe schrieb. Darin bezieht sie sich auch auf den Aufstand der bonnets rouges in der Bretagne, der in einem Exkurs angesprochen wird. Mme de Sévigné verurteilte ihn entschieden und folgte damit bedingungslos der Politik Ludwigs XIV., auch wenn sie sich der leidvollen Konsequenzen dieser Politik bewusst war.
- Weitere „Mme de Sévigné-Orte“ waren die Bäder Vichy und Bourbon l’Archambault, die sie wegen ihrer gesundheitlichen Beschwerden aufsuchte.
- Und schließlich in Burgund das Schloss ihres Vetters Bussy-Rabutin, mit dem sie einen intensiven Briefwechsel unterhielt und in dem die Erinnerung an Mme de Sévigné gepflegt wird.
In einem dritten und abschließenden Beitrag der kleinen Mme de Sévigné-Reihe steht dann das provencalische Grignan im Mittelpunkt: In dem Schloss, auch „das provencalische Versailles genannt, residierte ihre mit dem Gouverneur der Provence verheiratete Tochter Françoise-Marguerite de Grignan. Die Mehrheit der gut 1120 erhaltenen Briefe von Mme de Sévigné, etwa 750, waren an ihre Tochter gerichtet. Mme de Sévigé besuchte auch mehrmals ihre Tochter und starb in Grignan. Abgeschlossen wird dieser dritte Beitrag mit einem Exkurs über die Zustimmung von Mme de Sévigné zu der Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes und ihre Unterstützung einer Verfolgung und „Vernichtung“ der Hugenotten, für die in der Provence ihr Schwiegersohn verantwortlich war.
Les Rochers, das Schloss der Sévignés in der Bretagne

Das Schloss Les Rochers bei Vitré, an der Grenze zwischen der Normandie und der Bretagne, war das Familienschloss der Sévignés und nach ihrer Heirat ihr wichtigster und meist besuchter Ort. Viele ihrer Briefe hat sie dort geschrieben. Nachdem ihr Mann Henri dank der Mitgift seiner Frau das Amt des Gouverneurs der Bretagne gekauft hatte, zog das Paar 1644 von Paris in die Bretagne. Dort kam 1648 ihr Sohn Charles zur Welt. Nach der Geburt des Stammhalters erklärte Mme de Sévigné ihre ehelichen Pflichten für erfüllt und überließ ihren Mann seinen Geliebten. In Rochers erfuhrt sie vom Tod ihres Manns bei einem Duell wegen Liebeshändeln. Sie war damals 25 Jahre alt. Sie kehrte dann zwar nach Paris zurück, verbrachte fortan aber vor allem ihre Sommerferien auf Schloss Rochers. Insgesamt war sie 16 mal in Rochers, besonders oft und lange nach 1671, als ihre Tochter in die Provence übersiedelte. Ihr letzter Aufenthalt in Les Rochers dauerte 16 Monate, vom 25. Mai 1689 bis zum 3. Oktober 1690, als sie -ihre letzte Reise- zu ihrer Tochter nach Grignan aufbrach.

Was ihr den Aufenthalt dort besonders angenehm machte, war der große Park, den sie anlegen ließ und für ausgedehnte Spaziergänge nutzte.[2]

Mit Hilfe ihres Gärtners, Mr Pilois, nutzte sie jeden Aufenthalt für die Unterhaltung und Erweiterung des Parks, der von 15 auf 24 Hektar anwuchs. Allerdings war er nicht nach der gängigen strengen französischen Mode gestaltet. Es war eher ein naturbelassener Wald, geprägt durch eine gewisse Wildheit („sauvagerie“) und durchzogen von Alleen, denen sie Namen gab und mit Sinnsprüchen versah.

Aus einem Brief an ihre Tochter vom 9. Dezember 1671:
„Meine kleinen Bäume sind überwältigend schön. Pilois lässt sie mit Geschick und Einsicht bis zum Himmel wachsen. Im Ernst, es gibt nichts Herrlicheres als diese Alleen, die Sie aufwachsen sahen. Sie erinnern sich, wie ich einen Sinnspruch anbringen ließ, der zu Ihnen passte? Hier ein neuer, an einem andern Stamm, für meinen Sohn, als er von Candia zurückkehrte: ‚vago di fama‘. Ist das nicht hübsch. Und so schön kurz. Gestern ließ ich noch einen schreiben, zu Ehren der Trägen: ´bella cosa far niente.‘“ [3]
Man könne die Alleen von Rochers gar nicht genug loben. „Sie würden sich sogar in Versailles sehen lassen – das sagt schon alles.“[4]

Als sie zu ihrem letzten Besuch nach Rochers kommt, bezeichnet sie die von ihr gepflanzten Bäume als ihre inzwischen noch schon groß gewordenen Enkelkinder…[5]
Als sie Pfingsten 1689 zu ihrem letzten und längsten Besuch nach Les Rochers kam, war dort auch von ihrem Sohn Charles ein französischer Garten angelegt worden.[6]

Der Entwurf stammt von niemand Geringerem als dem großen Le Nôtre, dem „Erfinder“ des französischen Gartens – noblesse oblige… Daneben lag der Obst- und Gemüsegarten (potager), der aber nicht mehr unterhalten wird.

Charles hatte sich nach seiner Heirat in Les Rochers niedergelassen.

École française, Charles de Sévigné (Château d’Époisses)
Mme de Sévigné bedauerter sehr, dass er die von ihr finanziell unterstützte militärische Karriere und damit die Aussichten auf Ansehen und Ruhm aufgegeben hatte, sich nach Rochers zurückzog und mit der Verwaltung seiner Güter begnügte.[7] Aber das Zusammenleben von Mutter, Sohn und Schwiegertochter auf Rochers verlief harmonisch. Man respektierte sich und das jeweilige Ruhebedürfnis, wofür das weiträumige Schloss ja auch beste Voraussetzungen bot. Charles las ihr öfters vor oder ließ sich von ihr Briefe diktieren, wenn die Mutter Probleme mit dem Schreiben hatte.

Der Treppenturm des weitgehend aus Bruchsteinen gebauten Schlosses. Les Rochers: ein passender Name
Die Briefe der Marquise geben einen guten Einblick in das Leben, das sie auf dem Schloss führte: Aufstehen um 8 Uhr, Messe in der Kapelle um 9 Uhr. In dem Schloss hatte es zwar schon eine gotische Kapelle gegeben, Mme de Sévigné ließ aber 1671-75 eine „moderne“ nach Pariser Vorbild für sich und ihren Onkel, den ‚guten Abbé de Coulanges‘, errichten.
Mme de Sévigné verehrte ihn sehr: Als er starb, schrieb sie ihrem Vetter: „Er hat mir alles Gute erwiesen, hat mir sein ganzes Vermögen zugewendet, hat das Vermögen meiner Kinder erhalten und vermehrt. Er hat mich aus dem Abgrund gezogen, in dem ich mich bei dem Tod M. de Sévignés sah. Er hat Prozesse gewonnen, hat alle meine Güter in guten Stand gesetzt und unsre Schulden bezahlt. Er hat das Gut, auf dem mein Sohn lebt (also Les Rochers) zu dem schönsten und angenehmsten gemacht, das man sich denken kann.“ [8]

Es folgte je nach Wetter ein erster Spaziergang mit anschließendem Mittagessen, manchmal mit Nachbarn, mit denen man Neuigkeiten aus der Bretagne oder Paris austauschte. Nachmittags: Stickarbeiten, erneuter Spaziergang, Unterhaltungen mit Gästen, Korrespondenz. Abendessen war 20 Uhr, danach wieder Lesekreis bis 22 Uhr. Bis Mitternacht las oder schrieb die Marquise dann in ihrem Zimmer.[9]

Jean Nocret, Marie de Rabutin-Chantal, marquise de Sévigné (1626-1696). Um 1645-1650 (Château de Rochers-Sévigné)
Aber auch in der Bretagne führte Mme de Sévigné ein reges und standesgemäßes gesellschaftliches Leben. Beispielsweise berichtet sie am 12. August 1671 ihrer Tochter:
„Kaum hatte ich letzten Sonntag meine Briefe gesiegelt, als ich vier sechsspännige Wagen in meinen Hof einfahren sah, mit fünfzig Garden zu Pferd, mehreren Handpferden und einigen berittenen Pagen. Es waren M. de Chaulnes, M de Rohan, M. de Lavardin, de Coëtlogon und de Locmaria, die Barone de Guais, die Bischöfe von Rennes und Saint-Malo, M. d’Argouges und acht oder zehn andre, die ich nicht kenne. (…) Ich empfange die ganze Sippschaft, man fragt und antwortet alles Mögliche. Dann machten wir einen Spaziergang, der ihnen sehr gefiel, und endlich erschien am Ende der Mailbahn ein gutes und feines Gabelfrühstück mit Burgunderwein, den sie tranken, als wäre es Mineralwasser aus Forges. Man war der Meinung, ich hätte das alles hervorgezaubert.“[10]
Am nächsten Tag geht es dann gleich weiter: „M. de Chaulnes (der Gouverneur der Bretagne, mit dem Mme de Sévigné befreundet war. Die Familien de Chaulnes und Rabutin-Chantal waren ja Nachbarn an der place royal gewesen. W.J.) bat mich dringend nach Vitré zu kommen. So kam ich denn Montag abends hierher. Mme. de Chaulnes veranstaltete mir zu Ehren ein Souper, eine Aufführung des »Tartüffe«, die nicht allzuübel war, und einen Ball, bei dem mir die Passe-pieds und das Menuett fast Tränen entlockten.“ [11] Aber dann ist sie auch wieder froh, in ihr „armes Les Rochers“, in ihre „arme Einsamkeit“, zurückzukommen, in den Alleen spazieren zu gehen und Briefe zu schreiben. 294 ihrer Briefe stammen aus Les Rochers, davon 262 an ihre Tochter in Grignan.

Dies machte sie in ihrem „kleinen Schreibzimmer“ im Nordturm des Schlosses[12]. In Les Rochers kann man „normalerweise“ neben diesem Zimmer auch das im Erdgeschoss gelegener Cabinet Vert besichtigen, das „mit Gegenständen aus dem persönlichen Besitz der Marquise ausgestattet“ ist. [13]
Bei unserem Besuch (zu Corona-Zeiten) war das leider nicht möglich. Als wir etwas enttäuscht im Schlosshof einen Kaffee tranken -das Café gehört zu dem benachbarten Golfplatz- sah ich allerdings einen Herrn mit Begleitung aus dem Schloss kommen und zu den wartenden Limousinen gehen. Ganz offensichtlich handelte es sich um den Herrn des Hauses. Ich sprach ihn freundlich an (stellte mich kurz vor, extra aus Deutschland gekommen, Veröffentlichung zu Mme Sévigné geplant…) und fragte ihn, ob es möglich sei, mir einen kurzen Besuch des Zimmers von Mme de Sévigné zu ermöglichen. Der „hohe“ Herr würdigte mich aber -im wahrsten Sinne des Wortes- keines Blickes und Wortes, sondern verwies mich mit einer Handbewegung an einen noch an der Schlosstür stehenden Herrn, vielleicht der Hausmeister (oder sollte man hier besser sagen: maior domus…?). Der hörte sich mein Anliegen an, auf das er mit einem knappen „Non, c’est pas possible“ antwortete. Das war’s. Punkt! Feudalistische Umgangsformen im 21. Jahrhundert….
Exkurs: Mme de Sévigné zum Aufstand der bonnets rouges in der Bretagne
Die drei Blog-Beiträge zu Mme de Sévigné thematisieren Orte, Stationen ihres Lebens. Geht es um Rochers, wird man dabei aber auch mit dem bretonischen Aufstand und dabei immer wieder mit Mme de Sévigné konfrontiert, die als wesentliche Zeitzeugin dient. Deshalb in aller gebotenen Zurückhaltung dieser Exkurs.
1675 brach in der Bretagne ein Aufstand aus, der unter den Bezeichnungen La Révolte des Bonnets rouges und Révolte du Papier timbré in die Geschichte einging. Wie sehr dieser Aufstand im regionalen Bewusstsein lebendig ist, zeigt sich daran, dass 2013 der bretonische Widerstand vor allem gegen die Einführung einer Öko-Steuer für Lastwagen sich „Mouvement des Bonnet rouges“ nannte und so auf 1675 bezog.
Der Aufstand des Jahres 1675 wurde durch die steigenden Geldforderungen des Staates hervorgerufen. Ludwig XIV. führte Krieg gegen Holland, aber die Staatskassen waren leer. Um dem abzuhelfen, erhöhte Finanzminister Colbert u.a. verschiedene Steuern und führte neue ein, so eine Steuer auf das in der Bretagne verbreitete Zinngeschirr, auf Tabak und auf Stempelpapier (papier timbré), das heißt auf alle notarielle Akte. Diese Maßnahmen wurden ohne Zustimmung, geschweige denn Rücksprache mit den bretonischen Ständen verordnet- ein Bruch der relativen Autonomie, die die Bretagne bis dahin besaß.
Dies führte zu einem Sturm des Unwillens in der Provinz, der sich zunächst vor allem gegen den Gouverneur der Provinz, den duc de Chaulnes, richtet. Zunächst konzentrierte sich der Widerstand auf die Städte, breitete sich dann aber auch auf die ländlichen Gebiete aus: Bauern überfielen die Steuerämter, verbrannten Akten und forderten in einem code paysan die Freiheit der Provinz und die Abschaffung der grundherrlichen Rechte.
Dieser Widerstand gegen die Autorität des Königs und die soziale Ordnung des Feudalsystems wurde mit großer Brutalität niedergeschlagen. Das als zu nachgiebig angesehene Parlament der bretonischen Stände wurde von Rennes nach Vannes verlegt, der duc de Chaulnes forderte militärische Verstärkung an. König Ludwig schickte einige Regimenter der Rheinarmee, 6000 Mann, in die Bretagne, wo sie blutige Vergeltung übten. Schnellverfahren mit Verurteilungen zu Galeerenstrafen und Massenhinrichtungen waren an der Tagesordnung, Aufständische wurden zur Abschreckung entlang der Landstraßen an Bäumen erhängt. Auch Kirchen, die zum Widerstand aufgerufen hatten, wurden bestraft und ihre Glockentürme abgerissen (heute sind sie Zeichen bretonischen Stolzes). So wurde schließlich der Aufstand unterdrückt und die Bretagne dem königlichen Absolutismus und Zentralismus unterworfen. [14]

Jean-Bernard Chalette, Allégorie de la révolte du papier timbré. 1667. Musée des Beaux-Arts (Rennes)
In diesem kurz nach dem Aufstand im Auftrag eines höheren und adligen bretonischen Geistlichen entstandenen Gemälde wird die Steuerpolitik Ludwigs XIV. und das brutale Vorgehen des duc de Chaulnes ganz offen und deutlich angeprangert.[15]
Dieser ist möglicherweise in Gestalt des Teufels dargestellt, der den von zwei wilden Tigern gezogenen Wagen lenkt, oder in Gestalt des monströsen Wesens, das links oben vor der brennenden Stadt zu sehen ist: Der Gouverneur wurde auch gerne „das fette Schwein“ genannt… Auf dem von dem Wagen gezogenen Thron sitzt eine dunkle Gestalt mit Herrschergebärde. Zu seinen Füßen liegen Goldsäcke und Truhen voller Juwelen und Edelsteine- offensichtlich Ludwig XIV., der nur an Reichtum interessiert ist und dazu im wahrsten Sinn des Wortes über Leichen geht. Er hat, so die Botschaft des Gemäldes, einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Im Vordergrund rechts sitzen hinter einem Vorhang die Allegorien der Gerechtigkeit und des Friedens – zwei junge Frauen in antiker Kleidung, umgeben von ihren jeweiligen symbolischen Attributen (die Waage bei der einen, der Lorbeerkranz bei der anderen). Sie plaudern miteinander und interessieren sich nicht für die Gewaltszenen, die sich vor ihnen abspielen.
Die Inschrift in der Kartusche unterstreicht noch einmal die Botschaft des Bildes: „Die Reichen und die Armen werden ungerechtfertigt bedrückt.“
In Beiträgen über den Aufstand der bonnets rouges werden oft und gerne Passagen aus Briefen der Mme de Sévigné zitiert, bezieht sie sich doch darin wiederholt auf die aktuellen Ereignisse in ihrer Umgebung. Vieles, was wir über den Aufstand wissen, haben wir ihr zu verdanken. Und die Informationen darüber hatte sie aus erster Hand. Das waren die Adligen, mit denen sie verkehrte, allen voran wohl die Frau des Gouverneurs, Mme de Chaulnes. Natürlich hätte es auch noch -sozusagen- eine zweite erste Hand geben können, nämlich die der Aufständischen, aber über die hatte sie ihre Informationen nur aus zweiter höchst parteiischer Hand.
Einen direkten Kontakt zum Volk hatte sie nur über ihre Bediensteten, die ihr treu ergeben waren.Am 27. Oktober 1675 schrieb sie ihrer Tochter, sie sei „immer sehr wohl“, all ihre Leute seien „bewundernswert folgsam“ und sorgten für sie. „Sie kommen abends mit allen erdenklichen Waffen zu mir, und wenn nur ein Eichhörnchen vorüber raschelt, wollen sie schon den Degen ziehen.“[16] Unter dem Aufstand hatte Mme de Sévigné also nicht direkt zu leiden. [17]
Trotzdem ist ihre Position zu dem Aufstand und seinen Ursachen eindeutig und völlig anders als die, die in dem Gemälde Chalettes zum Ausdruck kommt. Sie verurteilt nicht die Fiskalpolitik des Sonnenkönigs, aber den Aufstand, und steht auf der Seite des duc de Chaulnes, des Gouverneurs der Bretagne, der für die Durchsetzung der königlichen Direktiven und dann auch für die brutale Niederschlagung des Aufstandes verantwortlich ist. Mme de Sévigné ist mit Chaulnes befreundet, und besonders eng befreundet ist sie mit der Frau des Gouverneurs, mit der sie später sogar zur Kur fährt.
Hier einige Briefauszüge:
Am 3. Juli berichtet sie ihrer Tochter „man sage“, dass es 500 oder 600 Bonnets bleus gäbe, die gehängt werden müssten. „Man“: Das sind sicherlich ihre hochadligen Freundinnen und Freunde, die etwas von dem Aufstand gehört haben. Sehr genau ist das nicht: Die Vom-Hörensagen-Bonnets sind blau und nicht rot; aber dass da massenhafte Hinrichtungen erforderlich seien, scheint auch ihre Meinung zu sein.
Im Brief vom 24. Juli kann sie ihrer Tochter schon – im wahrsten Sinne des Wortes- Näheres berichten: „Wir wollen uns nicht in den Aufruhr stürzen, der unsre Provinz beunruhigt. . Er nimmt täglich zu. Die Teufel kamen sengend und brennend bis nach Fougères, das ist doch ein bisschen zu nahe bei les Rochers… . Man hat von neuem ein Bureau in Rennes geplündert. Mme. de Chaulnes ist halb tot über die Drohungen, denen sie täglich ausgesetzt ist. Indessen ist es nur zu wahr, dass man Truppen schicken muss, und man tut recht daran, denn bei dem Stand der Dinge sind halbe Maßregeln nicht am Platz.“[18]
Und die Truppen rücken ja auch schon ein: „Der Duc de Chaulnes zog in Rennes ein, gefolgt von zwei Kompanien Musketieren, sechs Kompanien französischer Gardisten und Schweizergardisten, sechshundert Dragonern, mehreren Infanterie-Regimentern, tausend Bogenschützen …, zu Fuß und zu Pferd. Sie rücken zu viert vor, mit an beiden Enden brennender Lunte, die Kugel im Mund, die Muskete hochgereckt, den Degen aus der Scheide.“ (Brief vom 23. Juli)
Das ist fast beschrieben wie eine Theaterszene, jedenfalls ein beeindruckendes Aufgebot. Und während auf dem Gemälde Chalettes der duc de Chaulnes und Ludwig XIV. mit dem Teufel im Bunde sind, sind für Mme de Sévigné die Widerstand leistenden Bretonen die Teufel. Sie verkörpern also das Böse, indem sie die gottgegebene Ordnung des absolutistischen Staates angreifen. Und dass der befreundete Gouverneur der Bretagne und seine Frau Zielscheiben des Volkszorns werden, empört sie besonders und muss ihrer Meinung nach entschieden bekämpft und bestraft werden.
„M. de Chaulnes ist in Rennes mit Fourbin und Vins und viertausend Mann; man glaubt, daß es eine große Hängerei geben wird. M. de Chaulnes wurde wie der König empfangen, aber da nur die Furcht sie eine andre Sprache gelehrt hat, wird M. de Chaulnes nicht alle Beleidigungen vergessen, die man ihm gesagt hat, und unter denen der Ruf »Dickes Schwein« eine der zartesten und gewöhnlichsten war. Die Steine, die man ihm in sein Haus und seinen Garten warf, und die Drohungen, deren Ausführung, wie es scheint, Gott allein verhinderte, erwähne ich gar nicht. Das alles wird man strafen.“[19]
Diese Strafe lässt nicht auf sich warten: Der Gouverneur „wütet gegen alle mutmaßlichen Rebellen. Er lässt sie an den die Straßen säumenden Bäumen aufhängen, ohne jeden Prozess. Er lässt auch die Glockentürme der Kirchen abreißen, die zum Aufstand aufgerufen haben.“[20]
In ihrem Brief an die Tochter vom 24. September 1675 bezeichnet sie die Aufständischen dann allerdings nicht mehr als Teufel, sondern als unsere armen Bretonen:
„Unsre armen Bretonen scharen sich, wie man uns sagt, auf den Feldern zusammen, vierzig oder fünfzig. Sobald sie der Soldaten ansichtig werden, werfen sie sich auf die Knie und sagen »mea culpa«, das ist das einzige französische Wort, das sie wissen; (…) Man hängt die armen Bretonen unermüdlich auf, sie fordern Tabak und etwas zu trinken.“[21] Der „Haß gegen die Regierung in der ganzen Provinz (sei) unglaublich.“[22]
„Haß gegen die Regierung in der ganzen Provinz unglaublich.“[22]
„Der Ruin von Rennes zieht den der ganzen Provinz nach sich. (…) Ich fürchte die Truppen nicht im mindesten, aber ich nehme teil an der Trauer und der Verzweiflung der ganzen Provinz.“[23] Mme de Sévigné sieht sogar das Ende der Bretagne gekommen. „Sie können davon ausgehen, dass es keine Bretagne mehr gibt“, schreibt sie ihrer Tochter, was natürlich übertrieben ist. Und natürlich schreibt sie das dem Aufstand der bonnets rouges zu und nicht dem willkürlichen Vorgehen des Sonnenkönigs, der die verbriefte Autonomie der Bretagne und ihr „goldenes Zeitalter“ beendete.[24]
Die Bevölkerung leidet nicht nur wegen (willkürlicher) Strafaktionen durch die Truppen des Gouverneurs, sondern weil die Soldaten von den davon betroffenen Städten beherbergt und verköstigt werden müssen. Mme de Sévigné ist froh, dass die benachbarte Stadt Vitré, in der sie auch ein großes Haus (den sogenannten Sévigné-Turm in der heutigen rue de Sévigné) besitzt, davon nicht betroffen ist. Zu verdanken habe man das Emilie von Hessen-Kassel, der Tochter des Landgrafen Wilhelm V. von Hessen-Kassel, die durch ihre Heirat Fürstin von Tarent geworden war. Nach dem Tod ihres Mannes verbrachte sie den Winter am Hof von Versailles – sie war die Tante Liselottes von der Pfalz, der Frau des Bruders Ludwigs XIV.- die Sommer auf ihrem Schloss in Vitré. So wurde sie zu einer engen Freundin Mme de Sévignés.[25] Die schrieb es der Fürstin zu, dass auf Grund ihrer engen Beziehungen zum Hof von Versailles die königlichen Truppen Vitré verschonten.[26]
Allerdings kamen dann doch noch Truppen nach Vitré. Aus einem Brief vom 8. Dezember 1675 an die Tochter: „Kaum war mein Brief fort, so kamen achthundert Mann Kavallerie nach Vitré, mit denen die Prinzessin sehr wenig zufrieden ist. Sie sind freilich nur auf dem Durchmarsch, aber sie benehmen sich, als ob sie in einem eroberten Land wären“.
Umso härter traf es allerdings Rennes:
„Mit einem Wort, die Provinz hat unrecht, aber sie ist so hart bestraft, daß sie sich nie erholen wird. Es sind fünftausend Mann in Rennes, von denen mehr als die Hälfte den Winter über dort bleibt. (…) Man hat aufs Geratewohl fünfundzwanzig oder dreißig Menschen herausgegriffen, die man hängen will.“ (Brief vom 27. Oktober)[27]
Und am 30. Oktober: „Willst Du Nachrichten von Rennes? Es sind noch immer fünftausend Mann dort, denn es sind noch Soldaten von Nantes gekommen. Man hat der Bürgerschaft eine Taxe von hunderttausend Taler auferlegt, und wenn man sie nicht in vierundzwanzig Stunden aufbringt, wird sie verdoppelt, und die Soldaten sollen sie eintreiben. Man hat die Bewohner einer großen Straße verjagt, und bei Lebensstrafe verboten, sie aufzunehmen. So sah man die Unglücklichen, Greise, Wöchnerinnen und Kinder, weinend vor den Toren umherirren, ohne Obdach und Nahrung. Vorgestern hat man einen Gefangenen gerädert, der den Tanz mit dem Stempelpapier angefangen hatte. Nach seinem Tod wurde er gevierteilt und die Stücke an den vier Enden der Stadt ausgestellt“.[28]
Aber dann fügt sie doch noch hinzu, dass sie -bei allem Bedauern über die „armen Bretonen“ die Strafen richtig findet:
„Sechzig Bürger sind gefangen genommen worden; morgen beginnt man mit der Bestrafung. Diese Provinz ist ein gutes Exempel für die anderen, vor allem, was das Respektieren der Statthalter und der Regierenden betrifft, dass man diese nämlich nicht beleidigen und keine Steine in ihren Garten werfen darf.“
Mme de Sévigné schwankt also ganz offensichtlich zwischen ihrer Empathie für das Volk und der Loyalität zum König, die am Ende dann aber doch überwiegt. Mme de Sévigné ist eben ein Kind ihrer Zeit und ihres Standes. Das wird gerade in ihrem Blick auf den Aufstand der bonnets rouges deutlich.
Am13. November 1675 schreibt sie Ihrer Tochter: „Was Du von M. de Chaulnes sagst, ist köstlich.“ Und direkt danach dieser Satz: „Gestern hat man in Rennes einen Menschen lebendig gerädert, der die Absicht eingestanden hat, ihn umzubringen.“[29] Übertreibe ich, wenn ich das gruselig finde?

Sébastien Leclerc Le Galérien (1664) Aus der Ausstellung im musée Carnavalet
Gängig war allerdings die Galeerenstrafe. Im April 1671, also noch vor der Aufstand in der Bretagne, begegnete Mme de Sévigné in Vincennes einmal einem Zug von 400-500 aneinander geketteten Galeerensträflingen auf dem Weg zum Mittelmeer. „Die Briefschreiberin stellt sich damals, nicht ohne Ironie, vor, sich unter die Verurteilten zu mischen, um ihre Tochter in der Provence zu treffen: „Wie angenehm überrascht wären Sie doch in Marseilles, mich in so guter Gesellschaft zu finden.“ (Aus dem Begleittext zur Ausstellung). Manchmal habe ich den Eindruck, dass Mme de Sévigné um jeden Preis geistreich sein will….
Aus einem Brief vom 24. November 1675 an die Tochter: „Du scherzest über unser Elend. Man rädert uns aber nicht mehr so sehr, nur einmal alle acht Tage, um die Justiz in der Übung zu erhalten. Es ist wahr, die Hängerei kommt mir jetzt wie eine wahre Erfrischung vor. Ich habe eine ganz andere Idee von der Gerechtigkeit, seit ich in dem Land hier bin. Eure Galeerensträflinge erscheinen mir wie eine Gesellschaft anständiger Leute, die sich von der Welt zurückgezogen haben, um ein ruhiges Leben zu führen. Wir haben Euch deren zu Hunderten geschickt, aber unglücklicher als sie sind jene, die hier geblieben sind. “[30] In Les Rochers führte Mme de Sévigné „ein ruhiges Leben.“ Aber die Galeerensträflinge…?!
In der kleinen Ausstellung in Les Rochers (die im Gegensatz zum Schloss bei unserem Besuch immerhin zugänglich war), wird dieser Briefabschnitt zitiert, was ich bemerkenswert finde. Dazu als Erläuterung: „Ein zynischer, harter Kommentar, in einer Zeit, als die herrschende Klasse (la classe dominante) den Protest nicht akzeptierte“. (Den Satz hat wohl kaum der Schlossherr geschrieben, dem zu begegnen ich das zweifelhafte Vergnügen hatte). Es sei damals eine sehr schwere Zeit gewesen, aber nichtsdestotrotz seien die gute Laune, die Geselligkeit und das Talent der Mme de Sévigné untrennbarer Bestandteil der glücklichsten Zeiten der Provinz….
Für mich erscheint da allerdings die als sensible Repräsentantin des „préfeminisme“ gerühmte Mme de Sévigné in keinem so glänzenden Licht. Oder, an Voltaire anknüpfend: Liegt hier über der für die Salondamen dieser Zeit charakteristischen „Morgenröte des Geistes“ nicht doch ein dunkler Schatten? [30a]
Bussy- Rabutin, das Schloss ihres Vetters
Roger de Rabutin, Graf von Bussy -bekannt unter dem Namen Bussy-Rabutin, war der Vetter der Mme de Sévigné. Nach ihrer geliebten Tochter war er der Mensch, mit dem sie über 40 Jahre lang die meisten Briefe wechselte.[31] Und sie hat ihn auch öfters in seinem Schloss in Burgund besucht.

Es gibt wohl zwei Gründe für diesen intensiven Briefwechsel:
-Rabutin war wie Mme de Sévigné ein höchst geistreicher Mensch und ambitionierter Schriftsteller. Immerhin wurde er 1665 in die illustre Académie française gewählt.
– Er war -wie Mme de Sévigné- ein „echter Rabutin“, also stolz auf seine familiären Wurzeln und seinen adligen Rang: Seine letztes schriftstellerisches Werk war eine Histoire généalogique de la maison de Rabutin.
Mme de Sévigné bezeichnet das Verhältnis zwischen ihr und ihrem Vetter als Rabutinage: den beiderseitigen Stolz auf ihre Herkunft, vor allem eine geistige und schriftstellerische Nähe, eine Lust am geschliffenen geistreichen Austausch und ein alle existierenden Gräben überbrückendes gegenseitiges Verständnis.
Und Gräben. bzw Krisen gab es zwischen den beiden durchaus:
Bussy-Rabutin hätte nämlich gerne die junge, hübsche und recht wohlhabende Marquise geheiratet. Aber sie ging auf seine Avancen nicht ein: eine große Enttäuschung für ihn. Bussy-Rabutin rächte sich, indem er in seiner Histoire amoureuse des Gaules (1665) das nicht ganz schmeichelhafte Charakterbild seiner Kusine zeichnete, der er u.a. zahlreiche Liebschaften andichtete.[32] Und sie gewährte ihm auch nicht auf Anraten des ihre Finanzen verwaltenden Abbé de Coulanges einen erbetenen Kredit. Darüber zerbrach die enge Beziehung aber nicht. Am 5. November 1687 schrieb Bussy-Rabutin an seine Kusine:
„Ich habe Sie immer sehr lieb gehabt, meine teure Kusine, und selbst unsre kleinen Zerwürfnisse waren ein Zeichen, daß Sie mir nicht gleichgültig waren. Aber ich habe Sie doch nie so geschätzt und geliebt als jetzt. Ich sehe es daran, daß ich mehr als je fürchte, Sie zu verlieren. Was täte ich auf der Welt ohne Sie, meine arme, gute Kusine? Mit wem könnte ich lachen? Mit wem könnte ich geistreich sein? Von wessen Liebe könnte ich so überzeugt sein? Mit wem könnte ich so offen über alles reden?[33]
Und gerade Bussy-Rabutin hatte Bedarf genug, offen zu reden. Denn seine militärische Karriere war gescheitert: Marschall Turenne bezeichnete ihn zwar als „den besten seiner Offiziere, aber nur wegen seiner Lieder“. Und in seinen satirischen Versen verschonte er auch nicht die Versailler Hofgesellschaft, ja noch nicht einmal den Sonnenkönig: In einem Gedicht verspottete er die Liebschaft König Ludwigs XIV. mit Madame La Vallière! Der verzieh ihm allerdings nicht, schickte ihn zunächst für ein Jahr zur Festungshaft in die Bastille und verbannte ihn dann in dessen heimatliche Bourgogne. Dort widmete sich Bussy der Literatur und dem Ausbau seines Schlosses – und einem intensiven Briefwechsel mit mehr als 150 Personen, darunter seiner Kusine, deren literarisches Talent er erkannte: Er fertigte Kopien seiner und ihrer Briefe an und forderte seine und ihre Kinder auf, sie aufzuheben und nach ihrem Tod zu veröffentlichen.

Eingang zu Garten und Schloss

Reich verzierte Fassade im Schlosshof

Schlosskapelle
Besonderen Wert legte Bussy-Rabutin auch auf die Innenausstattung des Schlosses.

Bemalte Kassettendecke mit dem Familienwappen im Schloss von Bussy-Rabutin.[34]
Bemerkenswert sind auch die Bildergalerien, mit denen Bussy-Rabutin das Schloss ausstattete. Da gab es eine Galerie mit Portraits aller französischer Könige von Hugues Capet bis Ludwig XIV. Bussy war zwar vom Hof verbannt, aber auf diese Weise doch mit seinem König verbunden. Und auch wenn seine militärische Karriere wenig ruhmreich zu Ende gegangen war, ließ er sich doch für die Nachwelt in der Rüstung eines königlichen Generalleutnants portraitieren: Denn gar zu gerne wäre er -wie Turenne- Marschall Frankreichs geworden.

Claude Lefebvre zugeschrieben: Roger de Bussy-Rabutin en armure de lieutenant général du roi. Um 1673. (Château de Bussy-Rabutin)

Und im l‚Antichambre des Hommes de Guerre befindet sich – rechts unten- auch ein Portrait des Hausherrn. [35]
Bussy versuchte mit allen Mitteln, auch im Exil nicht in Vergessenheit zu geraten und mit dem Schloss und seiner Einrichtung den von ihm beanspruchten Rang zu dokumentieren. Man hat das Schloss auch das „Schloss der 1000 Portraits“ genannt.[36] Für den Schlossherrn war dabei die Quantität wichtiger als die Qualität. Keiner der unbekannten Maler hatte einen der portraitierten Menschen je gesehen, sondern es sind Kopien von Drucken, von Kopien. Das führt, wie auf diesem Foto zu sehen, zu einer gewissen Gleichförmigkeit. Nur Bussy selbst stand für sein Portrait als Modell zur Verfügung.
Dann gibt es auch eine Galerie mit Abbildungen königlicher Schlösser, darunter natürlich das Schloss von Versailles, von dem er verbannt war.

Erst nach 16 Jahren erlaubte ihm Ludwig XIV. die Rückkehr, aber da war Bussy-Rabutin schon alt, er konnte am Hof nicht mehr den von ihm beanspruchten Platz finden und kehrte lieber wieder in sein heimatliches Schloss zurück.
Und dann gibt es sprechende Bilder, die einen Einblick in Bussys Gefühlsleben gewähren wie bei dem Bild mit der Sonnenuhr.

Da steht zwar die Sonne -Symbol des Sonnenkönigs- am Himmel, aber auf der Sonnenuhr ist es nur ein Stern: Ausdruck der Distanz Bussys zu Ludwig XIV., der ihn zur Festungshaft und zum Exil verurteilt hatte.

Dieses Bild illustriert aus der Sicht Bussys sein Verhältnis zur Marquise de Sévigné. Er selbst wird symbolisiert durch einen Stapel Kalk, sie durch die Kanne Wasser, die eigentlich eine kalte Dusche ist, weil sie auf die Heiratswünsche ihres Vetters nicht eingegangen ist. Der Kalk wird aber durch das Wasser nicht gelöscht, ganz im Gegenteil.
Bilder von Mme de Sévigné gehören natürlich auch zur Einrichtung des Schlosses.

Portrait der späteren Marquise de Sévigné im Alter von 18 Jahren. Vermutlich hat die junge Marie es ihrem Vetter geschenkt.[37]

Und dann ist im Schloss auch noch ein Doppelportrait von Madame de Sévigné (rechts) und ihrer Tochter, Madame de Grignan, ausgestellt.[38]
Zu einem standesgemäßen Schloss dieser Zeit gehörte natürlich auch ein Garten. Und wenn der den feudalen Ansprüchen Bussy-Rabutins entsprechen sollte, musste er natürlich von dem Gartenarchitekten des Sonnenkönigs, Le Nôtre, entworfen sein.


Blick vom Schloss auf den Garten und das darunter liegende Dorf

Zu einem von standesgemäßen Garten dieser Zeit gehörten auch die Wasserspiele, für die Le Nôtre das natürliche Gefälle des Geländes ausnutzte. Natürlich sind sie hier viel bescheidener als im Versailles des Sonnenkönigs, dem Vaux-le-Vicomte Fouquets oder dem Sceaux Colberts. Aber den Dreiklang von Architektur, Innenausstattung und Garten gibt es auch hier, und so konnte der Schlossherr seinen Anspruch demonstrieren, zu den ganz Großen Frankreichs zu gehören.
Kuraufenthalte in Vichy und Bourbon l‘Archambault
Der Name Vichys ist natürlich vor allem mit dem unseligen Vichy-Regime Pétains und der Collaboration mit Hitler-Deutschland verbunden. Aber Vichy ist auch ein wunderbares Kurbad und eines der europäischen Bäder mit Weltkulturerbe-Status. Wegen seiner heilsamen Quellen hatte Vichy schon zur Zeit Mme de Sévignés einen hervorragenden Ruf. Zweimal reiste sie denn auch zu Kuraufenthalten in das burgundische Bad.[39] Daran wird in der Stadt gerne erinnert: Da gibt es einen nach ihr benannten Platz…

… eine Büste…

…. mit Informationstafel: Eine Station auf einem ausgeschilderten Rundgang durch die Kurstadt…

Der Grund für die Kuraufenthalte in Vichy wird aus einem Brief an ihre Tochter deutlich, den Mme de Sévigné am 3. Februar 1676 ihrem Sohn diktierte:
„Erraten Sie, was das ist, meine liebe Tochter: es ist am schnellsten da und geht am langsamsten fort… Es ist ein Rheumatismus. Seit 23 Tagen bin ich daran erkrankt… bin ich überall geschwollen, an den Füßen, den Beinen, den Schenkeln, den Armen, den Händen. Diese Schwellungen …erregen meine Ungeduld…. Ehe ich schließe, will ich meine geschwollene Hand fragen, ob sie geruht, Ihnen zwei Worte zu schreiben. Ich stelle fest, dass sie nicht geruht.“[40]
Die geschwollene Hand: Das war eine Folge des schweren Rheumatismus, an dem Mme Sévigné litt. Und natürlich litt sie besonders darunter, ihrer geliebten Tochter keine Briefe schreiben zu können. Da suchte sie Rat und Hilfe bei den Pariser Ärzten – und sicherlich den besten. Aber sie wurde enttäuscht. Sie habe da „die größten Ignoranten“ getroffen. Jeder rate etwas anderes. Personen, die sich ihnen auslieferten, würden hoffentlich trotz ihrer Behandlung gesund werden. Die Alternative waren für Mme de Sévigné Kuren, und zwar vor allem in Vichy. 1676 reist sie zum ersten Mal dorthin. Unterwegs besucht sie Mme Fouquet, die Familie des inhaftierten ehemaligen „Finanzministers“ Ludwigs XIV., den sie nicht- wie viele andere- fallen lässt, nachdem er von Ludwig XIV. zu lebenslanger Festungshaft verurteilt worden war. Von Vichy ist sie entzückt. Sie gehe „in den schönsten Stellen der Welt“ spazieren, schreibt sie am 19. Mai 1676. Einen Tag später beginnt sie mit der Kur und trinkt das berühmte Vichy-Wasser. Das allerdings entzückt sie ganz und gar nicht: Es sei kochend heiß und habe einen unangenehmen Geschmack von Salpeter.
Ihrer Tochter berichtet sie vom Tagesablauf der Kur: Vormittags gehe man spazieren, dann in die Messe und dann sei man bis Mittag mit der Einnahme des Wassers beschäftigt. Dann folge das Mittagessen und anschließend sei Zeit für gegenseitige Besuche der (adligen) Kurgäste. Ab 5 Uhr gehe man wieder in der wunderbaren Landschaft spazieren, um 7 nehme man ein leichtes Abendessen ein und um 10 Uhr gehe man schlafen.[41]
Für die gegenseitigen Besuche benötigte man natürlich auch eine standesgemäße Unterkunft. Und die hatte Madame de Sévigné in Vichy durchaus zur Verfügung.

Der Pavillon Sévigné

Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné, wohnte in diesem Haus in den Jahren 1676 und 1677
Und dann gibt es auch noch die Bäder, die sie als „une assez bonne répétition du purgatoire“ bezeichnet. „Man ist vollkommen nackt in einem kleinen Gelass unter der Erde, wo es einen Schlauch mit diesem heißen Wasser gibt, den eine Frau dahin hält, wo Sie ihn haben wollen. Dieser Zustand, in dem man kaum ein Feigenblatt behält, sich zu bedecken ist eine wahrhaft erniedrigende Angelegenheit. (…) Stellen Sie sich einen Wasserstrahl vor gegen eine beliebige Stelle Ihres armen Körpers, so kochend heiß, wie Sie es sich nur denken können. Zuerst wird alles überall in Aufruhr gebracht, um sämtliche Lebensgeister zu wecken, und dann konzentriert man sich auf die erkrankten Gelenke. Wenn dann aber der Nacken getroffen wird, ist es plötzlich wie ein Feuer, eine Überraschung, die man nicht versteht. Genau das aber ist der Kern des Ganzen. Man muss das alles aushalten, und man hält es auch aus, und man wird auch gar nicht verbrannt, und hinterher legt man sich in ein heißes Bett, wo man ausgiebig schwitzt, und das ist dann der Heilungsprozess.“[42]
Dieser fast vierwöchige Aufenthalt in Vichy verbessert tatsächlich ihren Gesundheitszustand deutlich. Es sei, als habe sie „einen neuen Pakt mit dem Leben und der Gesundheit“ geschlossen. Der Allier, die tausend kleinen Wäldchen, die Bäche und Wiesen, die Schafe und Ziegen, die auf den Feldern tanzenden Bäuerinnen: Allein schon dieses Land werde sie heilen.[43]
Ein Jahr später fährt sie noch einmal zur Kur nach Vichy. Diesmal macht sie auf dem Weg unter anderem Station im Schloss ihres Vetters Bussy-Rabutin. In Vichy wohnt sie wieder in dem gleichen noblen Haus wie das Jahr zuvor.

Rückseite des Pavillon Sévigné mit Garten
Für ihre Hände erwartet sie keine Wunder, sondern gibt ihnen Zeit für die Heilung. Und sie ist zuversichtlich genug, von Vichy aus mit Hilfe eines Freundes für mehrere Jahre das hôtel Carnavalet in Paris für sich und ihre Familie anzumieten.[44]

Die Ruine der Burg von Bourbon l‘Archambault[45]
Und dann gab es noch einen weiteren Kuraufenthalt in Bourbon l’Archambault, einem seit der Antike für die wohltuende und heilende Wirkung seines Wassers bekannten geschichtsträchtigen Kurort, der Wiege des Bourbonen-Dynastie.[46]
Ihre Freundin, Frau von Chaulnes, Frau des Gouverneurs der Bretagne, wollte dort eine Kur machen, und Mme de Sévigné schloss sich ihr an, zumal das Wasser von Bourbon gerade bei rheumatischen Beschwerden als besonders hilfreich galt. Am 13. November 1688 berichtet sie ihrem Vetter:
Als ich am 15. oder 16. September sah, daß ich (nach dem Tod ihres Onkels. W.J.) nur zu frei sei, entschloß ich mich nach Vichy zu gehen, um wenigstens meine Einbildung zu kurieren, da ich eine Art Krampf in der linken Hand hatte, der mich einen Schlagfluß befürchten ließ. Der Plan, dorthin zu reisen, machte der Herzogin de Chaulnes ebenfalls Lust. Ich schloss mich ihr an, und da ich über Bourbon zurückkommen wollte, verließ ich sie nicht. Sie wollte nur Bourbon, so ließ ich Vichywasser kommen, das, in den Bourboner Brunnen gewärmt, ganz vortrefflich ist. Ich trank zuerst davon, und dann von dem Wasser in Bourbon; die Mischung ist sehr gut. Die beiden Rivalen haben sich ausgesöhnt, sie sind ein Herz und eine Seele. Vichy ruht sich am Busen von Bourbon aus und wärmt sich an seinem Herd, das heißt in dem Brausen seiner Quellen. Es ist mir sehr gut bekommen, und als ich die Dusche vorschlug, fand man mich so gesund, dass man sie mir verweigerte, und sich über meine Angst lustig machte. Man erklärte sie für Einbildung und schickte mich als gesund nach Hause. Man hat es mich so fest versichert, dass ich es glaube und mich heute als gesund betrachte.[47]
Anmerkungen
[1] Lesezeit 39 Minuten. Alle Fotos des Beitrags, wenn nicht anders angegeben, von Wolf Jöckel
[2] Bild: ©Mairie de Vitré aus: https://actu.fr/bretagne/vitre_35360/vitre-apres-les-intemperies-le-parc-du-chateau-des-rochers-sevigne-est-ferme-au-public_60304846.html
[3] „die schöne Einsamkeit hier“ Brief aus Rochers an Frau von Grignan vom 9. Dezember 1671. Briefe a.a.O., S. 66
[4] « L’on ne peut assez louer toutes les allées des Rochers. Elles auraient leur mérite à Versailles ; c’est tout vous dire . » https://fr.wikisource.org/wiki/Page:S%C3%A9vign%C3%A9_-_Lettres,_%C3%A9d._Monmerqu%C3%A9,_1862,_tome_7.djvu/460
Nachfolgendes Bild aus: https://www.bretagne-vitre.com/les-pepites/le-chateau-de-mme-de-sevigne/
[5] https://www.parcsetjardins.fr/jardins/596-jardin-francais-et-parc-du-chateau-des-rochers-sevigne
[6] Bild aus: https://www.chateau-fort-manoir-chateau.eu/photos/chateau-des-rochers-sevigne_g.JPG
[7] Aus dem Begleittext der Ausstellung zu dem Portrait von Charles de Sévigné: „le jeune homme … se retranche, au grand regret de sa mère, dans une vie simple consacrée à administrer ses terres.“
[8] Brief 135 an den Vetter Bussy-Rabutin Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné (Kapitel 15)
[9] Siehe Brief von Mme Sévigné an ihre Tochter vom 18. September 1689
[10] Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Brief 27 an Mme de Gignan vom 12. August 1671. Das Mailspiel war ein beliebtes Spiel mit Holzkugeln, die man mit Hämmern oder einer Art Löffel auf ebener Bahn trieb.
[11] Wie Anmerkung 7 Tränen, weil sie da an ihre Tochter dachte, die auch eine hervorragende Tänzerin war.
[12] Brief an Frau von Grignan vom 31. Mail 1671
[13] Michelin Bretagne Der grüne Reiseführer. München 2009, S. 395
[14] Zusammengestellt aus: https://fr.wikipedia.org/wiki/R%C3%A9volte_du_Papier_timbr%C3%A9; https://histoire-image.org/etudes/revolte-papier-timbre und Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Fußnote zum Brief von Mme de Sévigné an Mme. de Grignan vom 24. Juli 1675, Kapitel 5
[15] Pascal Dupuy, La révolte du papier timbré. https://histoire-image.org/etudes/revolte-papier-timbre Juin 2013
[16] Brief an Mme. de Grignan ausLes Rochers vom 27. Oktober 1675 Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Kapitel 7, Brief 59
[17] Pascal Dupuy, La révolte du papier timbré. https://histoire-image.org/etudes/revolte-papier-timbre Juin 2013
[18] An Mme. de Grignan, Paris, 24. Juli 1675 Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Kapitel 5, Brief 38
[19] An Mme. de Grignan Les Rochers, 16. Oktober 1675 Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Kapitel 7, Brief 56
[20] Fabienne Manière, 18 avril 1675 La révolte des Bonnets rouges https://www.herodote.net/18_avril_1675-evenement-16750418.php
[21] Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Kapitel 7
[22] Brief vom 23. Juli 1675 Zum Hass auf den Gouverneur siehe auch ihren Brief an die Tochter vom 6. November 1675: „Wenn Ihr den Schrecken und den Abscheu sähet, den man hier vor dem Gouverneur hat, und wie man ihn haßt, würdet Ihr die Annehmlichkeit empfinden, überall verehrt zu werden. Welcher Schimpf! welche Beleidigungen! welche Drohungen! welche Vorwürfe! samt den hübschen Steinen, die um sie herumfliegen!“ Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Kapitel 8, Brief 62
[23] Brief 57 aus Rochers vom 20. Oktober 1675
https://www.projekt-gutenberg.org/sevigne/sevigbrf/chap006.html
[24] Enfin, vous pouvez compter qu’il n’y a plus de Bretagne. Zitiert in: https://www.geo.fr/histoire/bretagne-quand-les-bonnets-rouges-defiaient-louis-xiv-198503 30. Oktober 1675.
[25] Von der Prinzessin von Tarent wird später noch die Rede sein, wenn es um die Haltung Mme de Sévignés zu den Hugenottenverfolgungen geht.
[26] Siehe Brief 60 aus Rochers vom 30. Oktober 1675: „Ich habe Dir erzählt, wie Mme. de Tarente uns alle gerettet hat. Sie war gestern bei entzückendem Wetter hier im Wald; es war dabei weder vom Zimmer, noch von Bewirtung die Rede, sie kam durch das Parktor und fuhr auch so wieder weg.“
https://www.projekt-gutenberg.org/sevigne/sevigbrf/chap007.html Brief 60
[27] An Mme. de Grignan Les Rochers, 27. Oktober 1675 Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Kapitel 7, Brief 59
[28] An Mme. de Grignan Les Rochers, 30. Oktober 1675 Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Kapitel 8, Brief 60
[29] An Mme. de Grignan Les Rochers, 13. November 1675 Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Kapitel 8, Brief 63
[30] An Mme. de Grignan Les Rochers, 24. November 1675 Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné Kapitel 8, Brief 66
[30a] Melanie Spehl: Auf den Spuren des préfeminisme der Madame de Sévigné. https://www.ilw.uni-stuttgart.de/abteilungen/romanische-literaturen/forschung/projekte-in-der-lehre/exposition-litteraire/Spehl/
Siehe die Zuschrift von Ulrich Schläger zum ersten Beitrag der Reihe zu Mme de Sévigné.
[31] Nachfolgendes Bild aus: https://www.chateau-bussy-rabutin.fr/decouvrir/roger-de-rabutin-le-flamboyant
Bis zum 11. Oktober 2026 gibt es noch im Schloss Bussy-Rabutin die Ausstellung: „Ma belle cousine. De la demoiselle de Bourgogne à la marquise de Sévigné.
[32] Hier der betreffende Ausschnitt: „Elle aime généralement tous les hommes ; quelque âge, quelque naissance et quelque mérite qu’ils aient, et de quelque profession qu’ils aient ; tout lui est bon, depuis le manteau royal jusqu’à la soutane, depuis le sceptre jusqu’à l’écritoire. Entre les hommes, elle aime mieux un amant qu’un ami ; et, parmi les amants, les gais que les tristes ; les mélancoliques flattent sa vanité ; les éveillés, son inclination ; elle se divertit avec ceux-ci, et se flatte de l’opinion qu’elle a bien du mérite d’avoir pu causer de la langueur à ceux-là.
Elle est d’un tempérament froid, au moins si on en croit feu son mari : aussi lui avait-il l’obligation de sa vertu, comme il disait ; toute sa chaleur est à l’esprit.“ Aus:
[33] Bussy-Rabutin an Mme. de Sévigné 5. November 1687 Projekt Gutenberg Brief 138
Zur Beziehung der beiden siehe auch:https://www.lemonde.fr/series-d-ete/article/2023/07/19/madame-de-sevigne-et-roger-de-bussy-rabutin-a-qui-parlerais-je-a-c-ur-ouvert-de-toutes-choses_6182659_3451060.html
[34] © David Bordes / Centre des monuments nationaux https://www.monuments-nationaux.fr/magazine/dossiers-thematiques/grands-personnages/l-illustre-cousine-de-bussy-rabutin-la-marquise-de-sevigne
[35] © David Bordes / Centre des monuments nationaux
[36] https://www.chateau-bussy-rabutin.fr/decouvrir/un-chateau-aux-mille-portraits
[37] Dies jedenfalls die Auskunft unserer Schlossführerin. © Benjamin Gavaudo / Centre des monuments nationaux https://www.monuments-nationaux.fr/magazine/dossiers-thematiques/grands-personnages/l-illustre-cousine-de-bussy-rabutin-la-marquise-de-sevigne
[38] ©Base Regards / Centre des monuments nationaux https://www.monuments-nationaux.fr/magazine/dossiers-thematiques/grands-personnages/l-illustre-cousine-de-bussy-rabutin-la-marquise-de-sevigne
[39] Zu den Kuraufenthalten der Mme de Sévigné siehe im Einzelnen: Madame de Sévigné en Bourbonnais : ses séjours à Vichy et à Bourbon-l’Archambault / par Genès Pradel | Gallica (1914)
[40] Zit. Kraus, Berühmte Französinnen, S. 127
[41] Siehe Maltère, S.
[42] Brief an die Tochter vom 28. Mai 1667. Schürmann, Mme de Sévigné, S. 26
[43] Breife vom 28. Mai und 1. Juni 1667. Zit bei Maltère, S. 234
[44] Maltère, S. 245/247
[45] Bild aus: https://en.wikipedia.org/wiki/Bourbon-l%27Archambault#/media/File:BOURBON-L’ARCHAMBAULT_-_CH%C3%82TEAU_-2.JPG
[46] Hilke Maunder, Bourbon l’Archambault; Wiege der Bourbonen. https://meinfrankreich.com/bourbon-larchambault/
Genès Pradel, Madame de Sévigné en Bourbonnais : ses séjours à Vichy et à Bourbon-l’Archambault. Conférence faite aux « Amis de Montluçon », le 2 mai 1914. Madame de Sévigné en Bourbonnais : ses séjours à Vichy et à Bourbon-l’Archambault / par Genès Pradel | Gallica
[47] An den Grafen Bussy-Rabutin Paris, 13. November 1687Marquise de Sévigné: Ausgewählte Briefe – Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de SévignéKapitel 15, 139
Literatur
Madame de Sévigné, Briefe. Herausgegeben und übersetzt von Theodora von der Mühl. Insel TB 1979
Marquise de Sévigné, Ausgewählte Briefe. Übersetzt von Ferdinand Lotheißen. München: Albert Langen 1925 https://www.projekt-gutenberg.org/sevigne/sevigbrf/chap001.html
Madame de Sévigné, Briefe an die Tochter. Ausgewählt und aus dem Französischen übersetzt von Susanne Schürmann. Mülheim 2020
Les Classiques de Lire, Themenheft Madame de Sévigné. 2/3/4 2026
Paul Deschanel, membre de l’Académie Française, Rede zur Einweihung der Statue von Madame de Sévigné. Vitré, 8. Oktober 1911 https://www.academie-francaise.fr/inauguration-de-la-statue-de-mme-de-sevigne-vitre
Duchêne, Roger (Hrsg), Autour de Mme de Sévigné, deux colloques pour un tricentenaire. Biblio 17 Hrsg vom Romanischen Seminar der Uni Tübingen 1997
Rob Kieffer, Göttliche Trüffel, hinterhältige Teufel. Die Drôme provencale war für Madame de Sévigné, die plauderfreudige, scharfsinnige Briefeschreiberin und Chronistin des königlichen Hoflebens, Zufluchtsort und Inspirationsquelle. In diesem Jahr feiert man dort ihren 400. Geburtstag. In: FAZ 23.5.2026
Gerlinde Kraus, Madame de Sévigné. In: Bedeutende Französinnen. Mühlheim/Main 2006
Jean-Jacques Lévêque, Madame de Sévigné ou la saveur des mots 1626-1696. Paris ACR Editions 1996
Claude Lefebvre, Portrait von Madame de Sévigné. https://de-academic.com/dic.nsf/dewiki/899704
Stéphane Maltère, Madame de Sévigné. Paris: Gallimard 2013
Genès Pradel, Madame de Sévigné en Bourbonnais : ses séjours à Vichy et à Bourbon-l’Archambault. Conférence faite aux « Amis de Montluçon », le 2 mai 1914. Madame de Sévigné en Bourbonnais : ses séjours à Vichy et à Bourbon-l’Archambault / par Genès Pradel | Gallica
















































































































































