Geschichte

Da der Autor des Blogs Historiker ist, findet sich unter dieser Rubrik eine ganze Reihe von Beiträgen – und es werden sicherlich/hoffentlich auch noch mehr werden. Viele der Blogbeiträge – z.B. über Orte und Stadtviertel von Paris- haben historische Bezüge. In diese Rubrik sind aber nur die Texte aufgenommen, in denen die Geschichte eindeutiger Schwerpunkt ist.  Der besseren Übersicht halber gibt es hier eine Liste der bisherigen Beiträge in der Reihenfolge ihrer Einstellung in den Blog und jeweils einige Stichworte dazu:

  • Der Elysée-Vertrag, Mythos und Symbol, wird 50: Ein Grund zum Feiern (13. April 2016)  Es handelt sich hier um einen in der Zeitschrift „Europäische Erziehung“ veröffentlichten Aufsatz  von 2012, der die Genese und die Bedeutung dieses Grundlagen-Vertrags der deutsch-französischen Geschichte analysiert.
  • Exil in Frankreich: Sanary , Les Milles und Marseille (18. April 2016) Dies ist ein Reisebericht über Orte des Exils in Südfrankreich: Die  Künstlerkolonie Sanary-sur-mer, die in den  1930-er Jahren zur „Hauptstadt der deutschen Literatur“ wurde, das Internierungslager von Les  Milles, wo auch deutsche Antifaschisten  interniert waren und Marseilles als  erhofftes Sprungbrett für eine Rettung in einem sicheren Aufnahmeland
  • Normandie (Teil 1): Die allgegenwärtige Vergangenheit (29. April 2016) In diesem Text wird  gezeigt, welche immense Bedeutung die Landungsstrände der Alliierten von 1944- vor allem Omaha-Beach- heute noch in der kollektiven Erinnerung, aber vor allem auch als touristische Anziehungspunkte haben.
  • Normandie (Teil 2): Schattenseiten der Vergangenheit (8. Mai 2016) Gegenstand dieses zweiten Teils des Normandie-Berichts sind Aspekte der Vergangenheit, die nicht zu dem touristisch vermarkteten d-day-Bild passen: Vor allem die zivilen französischen  Opfer der überwiegend alliierten  Bombardements, auch unter teilweiser Beteiligung französischer Bomberbesatzungen.
  • Verdun 1916-2016. Die neue  Gedenkstätte (21. Mai 2016) Die 2016 von Präsident Hollande und Bundeskanzlerin Merkel eingeweihte neue  Gedenkstätte, die hier vorgestellt wird,  steht  für   einen neuen Ansatz der Erinnerungskultur. Dazu gibt es einen Beitrag in französischer Sprache über die Rolle des Ersten  Weltkrieges im kollektiven deutschen Geschichtsbewusstsein.
  • Von Frankfurt nach Paris und zurück: Die Stolpersteine in der Westendstraße (2. Juni 2016) Die Familie Dr. Adler, die jetzt in Paris lebt, hat Wurzeln in Frankfurt und Hanau. Die Familie wurde im Mai 2016 von der Stadt Frankfurt im Rahmen  des Besuchsprogramms für ehemalige jüdische Mitbürger eingeladen. Wir haben sie begleitet und dabei wurden auch zwei Stolpersteine im Gedenken an Angehörige installiert,  die der Vernichtungspoltik des nationalsozialistischen Deutschlands zum Opfer gefallen sind.
  • Wohnen auf historischem Boden (wo einmal die Guillotine stand): La Grande und La Petite Roquette (14. Juni 2016) Die Grande und die Petite Roquette waren im 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts  große Gefängnisanlagen im 11. Arrondissement von Paris. Die Vollstreckung der Todesstrafe, die hier vollzogen wurde, hatte teilweise Volksfestcharakter und war ein touristischer Anziehungspunkt. Die Gefängnisse ermöglichen  in ganz besonderer Weise  einen  Einblick in die Entwicklung des Strafvollzugs und in die französische Geschichte von der Commune, über die 3. Republik bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs.
  • Der Cimetière de Picpus, ein deutsch-französischer Erinnerungsort (1. Juli 2016) Der Friedhof von Picpus hat eine außerordentliche Entstehungsgeschichte: Er geht zurück auf eine deutsche Prinzessin des Hauses Hohenzollern, deren Bruder und Geliebter (Alexandre de Beauharnais) am gleichen Tag der Guillontine Robbespierres zum Opfer fielen. Es ist heute ein privater Friedhof, der für Familien reserviert ist, die durch den jacobinischen  Terror Angehörige verloren  hatten, die hier in Massengräbern verscharrt waren. André Chenier ist hier begraben, die Nonnen von Compiègne, Lafayette… Ein Erinnerungsort, der auch auf Schriftsteller (z.B. Rilke) einen großen Reiz ausgeübt hat.
  • Der Bürgerkrieg in Frankreich: Ein Rundgang über den Friedhof Père-Lachaise in Paris auf den Spuren der Commune.(13. August 2016)  Der Friedhof Père-Lacha1)ise ist ein außerordentlicher Erinnerungsort, was die Pariser Commune von 1871 angeht. Hier fanden die letzten Kämpfe zwischen den Föderierten, also den Truppen der Commune,  und den Versaillais, also den Truppen der Regierung statt. An der mur des fédérés wurden die letzten Kämpfer der Commune erschossen und zahlreiche tote Kommunarden  bestattet: diese Mauer ist seit 1880 zu einem laizistischen „Wallfahrtsort“ geworden. Und es gibt auf dem Friedhof eine Reihe von z.T.  auch künstlerisch sehr bemerkenswerten Gräbern von prominenten Kommunarden oder Persönlichkeiten, die der Commune nahestanden.
  • Die Corrèze (1): Besatzung und Widerstand/0ccupation et résistance (9. September 2016)  In diesem Beitrag geht es zunächst um die Präsenz der Erinnerung an die deutsche Besatzung und die Résistance, die in diesem Gebiet eine ganz besondere Rolle gespielt hat. Und besonders  brutal war auch die Repression, wie das Beispiel des von der SS-Division „Das  Reich“ begangenen Massakers von Tulle vom Juni 1944 zeigt.  Exemplarisch werden dann zwei Aktionen  der Widerstandsbewegung beschrieben. Und schließlich und vor allem geht es um das abenteuerliche Schicksal von Marcel Fieyre, einem Résistant der ersten  Stunde,  dem mit der Hilfe eines mutigen  deutschen Ehepaares die Flucht aus einem Gefangenenlager in Schleswig Holstein  gelingt und der zu einem führenden Mitglied der Résistance  in der Corrèze wird.
  • Der 11. November, ein französischer Feiertag im Wandel (Oktober 2016)   In diesem Beitrag wird die Entwicklung dieses Feiertags von seiner Einführung bis heute beschrieben: Wie sich allmählich das Zeremoniell unter dem Arc de Triomphe in Paris herausgebildet hat, welche besonderen Feiern des 11. November es im Laufe der Geschichte gab und wie der Feiertag sich in den letzten Jahren formal und inhaltlich verändert hat: Ein Spiegel der französischen Geschichte seit dem 1. Weltkrieg
  • Der Arc de Triomphe: Die Verherrlichung Napoleons (1. November 2016): Der Arc de Triomphe de l’Etoile in Paris hat eine wechselvolle Geschichte. Seine Entstehung geht auf  Naploeon I. zurück, vollendet wurde er aber erst unter der Herrschaft Louis Philippes. Die Entstehungsgeschichte wird hier erläutert und ebenso wesentliche Aspekte seiner Funktion und seiner plastischen Ausgestaltung: Dabei geht es auch um Napoleon und seine Wirkungsgeschichte: Inwiefern Napoleon tatsächlich als „Sohn der Revolution“ anzusehen ist, wie es auf dem  Arc de Triomphe proklamiert wird und welche Funktion seine Verherrlichung durch den „Bürgerkönig“ Louis Philippe hatte.
  • Das Napoleon-Museum auf der Ile d’Aix (15. November 2016) Hier handelt es sich -nach dem Beitrag über den Arc de Triomphe- über die zweite Folge einer kleinen Serie über Napoleon. Auf der Ile d’Aix, an  der Atlantikküste neben der Ile d’Oléron gelegen, verbrachte Napoleon seine letzten  Tage auf französischem Boden, bevor er nach Sankt Helena ins Exil gebracht wurde. Das  zunächst private Napoleon-Museum gehört inzwischen zum staatlichen Museums-Verbund und ist ein anschauliches Beispiel für die ungebrochene  Verehrung des Kaisers.
  • Das Denkmal für das russische Expeditionskorps im Ersten Weltkrieg, die russische Kapelle in der Champagne und Zadkines Kriegszeichnungen (1. Dezember 2016) 2011 wurde von den damaligen französischen und russischen Ministerpräsidenten Fillon und Putin in Paris ein Denkmal für das russische Expeditionskorps eingeweiht. Die russischen Soldaten kämpften in der Champagne und der Balkanfront an der Seite der französischen Truppen. .Daran erinnert auch die zu den „monuments  historiques“  gehörende, 1927 im traditionellen Stil errichtete russische Kapelle auf dem russischen Soldatenfriedhof Saint-Hilaire-le-Grand, auf dem 915 gefallene russische Soldaten bestattet sind. Ein sehr realistisches, wenig heroisches Bild des Krieges präsentieren die Kriegszeichnungen Ossip Zadkines, die 2016/2017 im Musée Zadkine in Paris ausgestellt waren. Zadkine war Bahrenträger bei den „Ambulances Russes“ und lernte die Schrecken des Krieges aus eigner Anschauung und- als Opfer eines Gasangriffs-  am eigenen Leibe kennen.
  • Stolpersteine in Frankfurt, eine Buchempfehlung  (18. Dezember 2016)                  Diese Buchbesprechung knüpft an den Bericht „Von Frankfurt nach Paris und zurück“  vom Juni des Jahres an. Damals ging es unter anderem um die Verlegung von zwei Stolpersteinen in Frankfurt. Jetzt ist ein sehr lesenswertes Buch erschienen, in dem 10 Stolperstein-Rundgänge durch verschiedene Stadtviertel Frankfurts vorgeschlagen werden. So wird ein sehr anschaulicher Zugang zu einem düsteren Abschnitt der deutschen Geschichte ermöglicht, der umso wichtiger ist, als es immer weniger Zeitzeugen gibt.
  • Die weinende Freiheitsstatue von New York und ihre kleineren Schwestern von Paris (1.2.2017) In diesem Beitrag  geht um die Freiheitsstatue in New York und die Rolle, die sie derzeit in der Auseinandersetzung um die Politik Trumps spielt  (Karikaturen, Satire etc). Dass sich dieser Beitrag in einem Blog über Frankreich und Paris befindet, erklärt sich daraus, dass die Heimat der Freiheitsstatue Frankreich/Paris ist und dass – aus nachvollziehbaren Gründen und in satirischer Form- jetzt auch ihre Repatriierung thematisiert wird.  In dem nachfolgenden zweiten Teil geht es um die Entstehung der New Yorker Freiheitsstatue in Paris und um ihre  kleineren Schwestern.
  • Die  Freiheitsstatue von New York und ihre  Schwestern in Paris (Teil 2): Die Väter von Miss Liberty (Februar 2017)  In diesem zweiten Teil wird erläutert, wieso ausgerechnet Paris Geburtsort von Miss Liberty ist und wer ihre Väter waren – zu denen übrigens auch niemand Geringeres als Gustave Eiffel gehört. In einem dritten und letzten Teil werden schließlich ihre kleineren Pariser Schwestern vorgestellt.  Man muss also gar nicht nach New York fahren, um eine „echte“ Freiheitsstatue zu sehen…
  • Die Freiheitsstatue von New York und ihre Schwestern (Teil 3): Die fünf Freiheitsstatuen von Paris (März 2017) In diesem letzten  Teil der kleinen Serie über die Freiheitsstatuen werden die fünf kleineren Pariser Schwestern  von Miss Liberty vorgestellt: die beiden im Musée des Arts et Métiers, die Statue im Jardin du Luxembourg und ihr Pendant im Musée d’Orsay und die Statue auf der Schwaneninsel in der Seine. Jede dieser Statuen hat ihre spezifische Geschichte und einen eigenen Charme und lohnt einen Besuch!
  • Napoleon in den Invalides: Es lebe der Kaiser/vive l’empéreur (3) (März 2017) Die Verherrlichung Napoleons war schon zweimal Gegenstand von Beiträgen dieses Blogs: In den  Beiträgen  über den Arc de triomphe und das Napoleon-Museum auf der Ile d’Aix. Diesmal geht es um die Rolle Napoleon in den Invalides: Um die Genese dieser Grablegung und die Gestaltung seiner Grabstätte im Dôme des Invalides und zusätzlich auch um die Art und Weise der Würdigung Napoleons im Armeemuseum in den Invalides. Gerade für deutsche Besucher, für die die Ambivalenz dieses Herrschers auf der Hand liegt, ist seine Würdigung in den Invalides besonders interessant und nachdenkenswert.
  • Das Palais de la Porte Dorée und die Kolonialausstellung von 1931 (Mai 2017)  In diesem ersten Teil des Beitrags über die Pariser Kolonialausstellung geht es vor allem um das zentrale Ausstellungsgebäude, das Palais de la porte dorée, ein architektonisch bemerkenswertes Art déco-Gebäude. Seine mit Reliefs geschmückte Fassade und die Ausgestaltung seiner repräsentativen Innenräume waren Ausdruck einer damals verbreiteten Ideologie, die die zivilisatorische Mission des französischen Kolonialismus überhöhte und gleichzeitig mit der Herausstellung des exotischen Flairs und des ökonomischen Nutzens Werbung  für die kolonialen Ambitionen des Landes betrieb. Außerdem werden weitere Spuren der Kolonialausstellung vorgestellt: Die große Pagode am Lac Daumesnil und die Malerien im Rathaus des 12. Arrondissements.
  • Die Kolonialausstellung von 1931 (Teil 2): Der „menschliche Zoo“ im Jardin d’acclimatation und der Tausch von „teutonischen Krokodilen“ und „Men-schenfressern“ zwischen Paris und Frankfurt (Juni 2017)  Im  diesem zweiten Teil des Beitrags  über die Pariser Kolonialausstellung geht es in ganz besonderer  Weise um exotischen Flair und ökonomischen Nutzen: Nämlich um die auf das Interesse an Exotismus,  die Sensationslust und das Portemonnaie von Zuschauern zielende  Präsentation von Kanak, Eingeborenen der Kolonie Neukaledonien, in einem „menschlichen Zoo“. Eine Gruppe dieser angeblichen „Menschenfresser“ wurde dann auf eine Deutschland-Tournee geschickt, und zwar im Austausch mit Krokodilen aus dem Frankfurter Zoo. Der war eingesprungen,  als kurz vor dem Beginn der Pariser Kolonialausstellung die Krokodile dort verendet waren. Die Kanak wurden u.a. im Tierpark Hagenbeck in Hamburg und auf dem  Oktoberfest in München ausgestellt.
  • Die Erinnerung an Sklavenhandel und Sklaverei: Der schwierige Umgang mit einem düsteren Kapitel der französischen Vergangenheit (November 2017)  Anlass dieses Beitrags war die amerikanische Diskussion über den Umgang mit Denkmälern, die in einem positiven Zusammenhang mit der Sklaverei stehen. Diese Diskussion hat sich auch in Frankreich ihren Niederschlag gefunden.  In dem Beitrag wird also, vor allem am Beispiel von Paris, untersucht, wie in Frankreich mit der eigenen Rolle beim Sklavenhandel und der Sklaverei umgegangen wird.  Die von Napoleon beschlossene Wiedereinführung der Sklaverei in den karibischen Kolonien im Jahr 1802 und der Widerstand dagegen spielen dabei eine besondere  Rolle.