Champigny-sur-Marne: Die letzte große Schlacht des deutsch-französischen Krieges 1870/1871 und ein deutsch-französischer Erinnerungsort

Dies ist der zweite Beitrag auf diesem Blog zum deutsch-französischen Krieg on 1870/1871. Im ersten Beitrag ging es um die Schlacht von Gravelotte, die erste dieses Krieges, die eine wesentliche Voraussetzung für den späteren deutschen Sieg war:

https://paris-blog.org/2021/01/01/gravelotte-bei-metz-ein-einzigartiger-erinnerungsort-des-deutsch-franzosischen-kriegs-1870-1871/

Die Schlacht von Champigny war die letzte große und vorentscheidende Schlacht dieses unseligen Krieges. Hier versuchte die französische Armee mit etwa 60.000 Mann, den Belagerungsring deutscher Truppen um das eingeschlossene Paris zu durchbrechen. Dieser Versuch misslang, was diese Schlacht zu einer entscheidenden Etappe auf dem Weg zum deutschen Sieg machte. Es folgte das Ende des Krieges und die Proklamation des Deutschen Reichs im Spiegelsaal von Versailles.

Allerdings war die Schlacht eine der seltenen Situationen, wo -nach dem Sturz Napoleons III.- die republikanische Armee sich mit Bravour schlug. Deshalb nahm Champigny in der Erinneerungskultur der 3. Republik eine besondere  Rolle ein. Das dort zur Erinnerung an die Schlacht errichtete Monument diente bis zu dem von ihnen ersehnten erneuten deutsch-französischen Krieg, also dem Ersten Weltkrieg,  als Wallfahrtsort französischer Revanchisten.

Und schließlich wurde unter dem Denkmal von Champigny ein Beinhaus (Ossarium) errichtet, in dem die sterblichen Überreste von deutschen und französischen Soldaten nebeneinander bestattet und so im Tod vereint sind. Es wird von Deutschland und Frankreich gemeinsam unterhalten.

Champigny ist damit ein Ort erbitterter deutsch-französischer Feindschaft, aber dann auch ein Ort der aus den unseligen Kriegen der Vergangenheit erwachsenen deutsch-französischen Freundschaft.

Der nachfolgende Text stützt sich wesentlich auf eine sehr beeindruckende Ausstellung über die Schlacht, die 2021 in dem bei Champigny gelegenen Bry-sur-Marne stattfand.[1]

Der Ablauf der Schlacht

Am 4. September 1870 dankte Napoleon III. nach seiner Niederlage bei Sedan ab. Die neu proklamierte Dritte Republik mit der Regierung der Nationalen Verteidigung setzte aber den  Krieg fort und beschwor den Erfolg der revolutionären Truppen gegen eine feindliche Koalition 1792. Allerdings konnte die durch die Niederlage bei Sedan geschwächte Armee der Republik den Vormarsch der deutschen Truppen nicht aufhalten. Ab dem 19. September wurde Paris belagert, in dem zwei Millionen Menschen, darunter 500 000 Soldaten, eingeschlossen waren. Es waren dies gut ausgebildete und ausgerüstete Linientruppen, also Berufssoldaten der ehemaligen kaiserlichen Armee, aber auch Mitglieder der nicht professionellen Garde Nationale.

Die Regierung, die nach Tour ausgewichen war, beauftragte den General Trochu, die Verteidigung von Paris zu organisieren. Der übertrug dem General Ducrot den Oberbefehl über die Linientruppen und beauftragte ihn, einen Plan zur Durchbrechung der Blockade der Stadt zu entwickeln („La Grande Sortie“). Die Absicht war, im Südosten von Paris den Belagerungsring zu sprengen und sich mit einer an der Loire neu aufgestellten Armee zu vereinigen.

Allerdings gelang der für den 28. November vorgesehene Übergang über die Marne nicht. Ein unerwartetes Hochwasser zerstörte die erste Pontonbrücke und Ducrot verschob den Angriffstermin auf den 30. November. Den württembergischen und sächsischen Truppen auf der anderen Seite der Marne waren die Angriffsvorbereitungen der Franzosen nicht entgangen, und sie konnten ihre Positionen auf den Marneanhöhen entsprechend verstärken.[2]

Das zweite französische Armeekorps überquert bei Joinville-le-Pont die Marne. Museum von Bry

Am 30. November überquerten 60.000 französische Soldaten mit 400 Kanonen auf mehreren Pontonbrücken die Marne und besetzten Bry-sur-Marne und Champigny-sur Marne, in denen sächsische und württembergische Vorposten stationiert waren.

Charles Brunei, À Bry-sur-Marne, le 30 novembre 1870. (Ausschnitt). Musée d’art moderne André Malraux (Le Havre)

Das Gemälde von Charles Brunei veranschaulicht die Heftigkeit der Kämpfe Haus um Haus. Es gelang den französischen Truppen aber nicht, die deutschen Truppen aus ihren Stellungen auf den strategisch wichtigen Marneanhöhen zu werfen.

Auf diese Karte sind die Positionen der französischen und deutschen Truppen am Abend des 30. November eingezeichnet.[3]  Die französischen Armee hat die Marne auf den markierten Pontonbrücken überschritten und  Brückenköpfe  in Champigny-sur Marne und Bry-sur-Marne eingerichtet. Die Württemberger und die Sachsen mit dem Schwerpunkt bei Villiers-sur-Marne konnten aber die heftigen Angriffe abwehren und ihre Stellungen halten. Die übliche deutsche Bezeichnung für die Schlacht ist deshalb auch Schlacht von Villiers oder Schlacht von Villiers-Champigny.

Da es auf beiden Seiten hohe Verluste gegeben hatte, vereinbarten Franzosen und Deutsche für den 1. Dezember eine Waffenruhe, um die Toten zu begraben und Verwundete zu bergen. Der kampffreie Tag wurde  auch genutzt, um die jeweiligen Stellungen zu befestigen und Verstärkungen heranzuführen- auf deutscher Seite waren das vor allem preußische Soldaten.  

Schlacht von Champigny (Ausschnitt). Aquarell von Karl Schott (Maler und Offizier in der württembergischen Armee). Landesmuseum Stuttgart

Am 2. Dezember begann im Morgengrauen ein deutscher Gegenangriff. Ziel war es, die Franzosen über die Marne zurückzudrängen und ihre Pontonbrücken zu zerstören. Es gab heftige Straßenkämpfe in Champigny und Bry, aber das Ziel der Angriffe wurde nicht erreicht: Der Status quo blieb erhalten.

Die beiden Abbildungen -es sind Bilder von deutscher und französischer Seite- veranschaulichen, wie erbittert diese Kämpfe waren. Auf zeitgenössischen Abbildungen ist im Schlachtgetümmel teilweise nur schwer zu erkennen, wer zu welcher Seite gehört. Klar ist nur: Die Soldaten mit den roten Hosen gehören zu den französischen Linientruppen….

François-Constant Mès, Bataille de Champigny (Ausschnitt). Musée Carnavalet (Paris)

Trotz ihres relativen Erfolgs in den Kämpfen vom 2. Dezember unternahm die französische Armee keinen weiteren Durchbruchsversuch. Die Truppe war völlig erschöpft, sie litt unter der außerordentlichen Kälte: Es waren 14 Grad unter 0, die Soldaten hatten mehrere Nächte im Freien oder in den Ruinen der eingenommene Dörfer verbracht und die Armeeführung hatte, um das Marschgepäck zu erleichtern, darauf verzichtet, die Soldaten auch mit Decken auszustatten…  General Ducrot befahl also den Rückzug, womit die Kapitulation von Paris unvermeidlich war. Am 28. Januar 1871 beendete ein Waffenstillstand den deutsch-französischen Krieg.

Die Opfer auf beiden Seiten waren erheblich. Die diesbezüglichen Angaben schwanken allerdings. Im Katalog der Ausstellung ist die Rede von ungefähr 9500 Toten, Verletzten und Vermissten bei den Franzosen und etwa 5500 bei den Deutschen.[4]

Paul-Émile Boutigny, Der Tag nach der Schlacht in Bry-sur-Marne (Musée Adrien Mentienne, Bry-sur-Marne

Seit dem Beginn der Kämpfe versorgten die Frères de la doctrine chrétienne und die Ambulances de la Presse im Kampf Verwundete und brachten besonders  schwer Verletzte in Krankenhäuser nach Paris. Nach Beendigung der Kämpfe waren die Frères de la doctrine chrétienne mehrere Tage lang damit beschäftigt, die Toten auf dem Schlachtfeld zu bergen und in großen Massengräbern (fosses communes)  zu bestatten.

Auguste Lançon, Champigny, 8. Dezember 1870. Musée de Nogent-sur-Marne

Zu erkennen ist auf beiden Bildern das Rote Kreuz, das seit der Ersten Genfer Konvention von 1864 Spitäler und Ambulanzen schützt und in diesem Krieg seine erste große Bewährungsprobe bestand.

Der Feigling und der Held

Der für die französischen Truppen insgesamt unglückliche Verlauf der Schlacht machte vor allem den für den Ausbruchsversuch verantwortlichen Kommandeur, General Ducrot, zur Zielscheibe von Kritik, wofür sich die Form der Satire besonders anbot.

Ducrot hatte nämlich  am Beginn der Operation, dem 28.November 1870, einen flammenden Aufruf an die Soldaten erlassen, denen die Ehre zuteil werde, den „eisernen Ring“ um Paris zu durchbrechen. Er wünsche den Soldaten den gleichen Rachedurst und die gleiche Wut, die ihn antreibe und die sie veranlassen sollten, allen Gefahren zu trotzen. Er jedenfalls lege vor ihnen und der ganzen Nation den Eid ab, nach Paris nur tot oder siegreich (mort ou victorieux) zurückzukehren. „Ihr könnt mich fallen sehen, aber ihr werdet nicht sehen, wie ich zurückweiche.“

Aber dann kam es ganz anders: Alle Welt konnte sehen, wie General Ducrot im Widerspruch zu seinem pathetischen Eid zurückwich. Hier ist er abgebildet, wie er sich in einem Paket versteckt, um dem Tod, der ihn sucht und dem er eine lange Nase macht, zu entgehen. Bei dem 8. Büro, der Aufschrift auf dem Paket, handelt es sich um eine Instanz der Nationalversammlung, vor der sich Ducrot am 28.Februar 1871 zu seinem Verhalten während der Belagerung von Paris äußerte. Immerhin war die Armeeführung, nach fachkundiger Einschätzung, wesentlich für das Scheitern des geplanten Durchbruchs verantwortlich.[5] Insofern geht die Karikatur eher milde mit Ducrot um.

Sie nennt nicht nur seinen Namen, sondern auch seinen Spitznamen, den er seit der Schlacht von Champigny erhielt: Trompe-la-Mort, also einer, der dem Tod ein Schnippchen schlägt. Das weckt hier aber, anders als in dem so betitelten Lied von Georges Brassens, keine Gefühle der  Sympathie…

Auf dieser Karikatur werden die Worte von Ducrot aus seinem Tagesbefehl vom 28.11. „mort ou victorieux“ zitiert. Ducrot sitzt träumend über der Karte mit dem  eingeschlossenen Paris und sinnt darüber nach, wie er die Commune, die dort herrscht (ces misérables insurgés),  zur Raison bringen kann. Jetzt geht es für ihn nicht mehr um den Ausbruch aus dem belagerten Paris, sondern um den Angriff aus dem gemeinsamen Belagerungsring von Truppen der Republik (den sogenannten Versaillais) und der deutschen Armee auf das Paris der Commune. Der Lorbeer hängt welk herunter.

Der Titel der Karikatur: Ducrot, genannt Trompe la mort, und seine Verlobte. Die Verlobte ist der Tod, dem er sich versprochen hat, wovon er aber nun nichts mehr wissen will. Der Tod/die Verlobte kommentiert das entsprechend: Und dein Versprechen, du treulose Tomate!

Die Schlacht von Champigny hatte aber auch – und hat bis heute noch- seinen Helden. Und das war der aus dem  Elsass stammende Sergent Hoff.

Béatrice und Gilles Bataille-Winterhalter, Un héros de 1870: Sergent Hoff.  Straßburg 2005

Ignace Hoff gehörte während der Belagerung von Paris zu den dort eingeschlossenen Truppen. Dabei zeichnete er sich durch tollkühne nächtliche Operationen gegen deutsche Vorposten aus, bei denen er -zusammen mit seiner Truppe von Freischärlern- zahlreiche preußische und sächsische Soldaten überraschte und tötete. Durch eine seiner Aktionen sollen sogar die deutschen Soldaten von der kleinen schönen Marneinsel Île des Loups vertrieben worden sein. Für die belagerte, demoralisierte und hungernde Bevölkerung wurde Hoff zum Helden, der die Ehre des gedemütigten Landes wahrte. Die Armee ehrte ihn durch die Auszeichnung mit dem Kreuz der Ehrenlegion, die Presse sorgte dafür, dass seine Taten gebührend und noch entsprechend ausgeschmückt verbreitet wurden.[6]

Während der Schlacht von Champigny geriet Hoff in deutsche Kriegsgefangenschaft, verbarg aber aus Angst vor Repressalien seine eigentliche Identität  -die Preußen hatten 2000 Taler auf seine Ergreifung ausgelobt. Nach seiner Entlassung wurde Hoff schließlich auf Veranlassung von Mac Mahon, dem Präsidenten der Republik, zum Chefaufseher des Arc de  Triomphe ernannt, ein ehrenvolles Amt, das er bis zu seinem Tod 1902 bekleidete.[7]

Beerdigt wurde Hoff auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris. Die Statue auf seinem Grab ist das letzte Werk seines elsässischen Landsmanns Frédéric-Auguste Bartholdi, dem Schöpfer der New Yorker Freiheitsstatue. [8] Die gemeinsame elsässische Herkunft erklärt auch die Mahnung, die das Mädchen auf den Sockel des Standbilds schreibt: Frankreich, erinnere dich! Es ist die Mahnung, das 1871 an Deutschland verlorene Elsass-Lothringen nicht zu vergessen.

Insofern war Hoff auch eine Verkörperung des damals in Frankreich gepflegten Revanche-Gedankens, der gerade auch in Champigny seinen „Wallfahrtsort“ hatte.

Die Schlacht von Champigny als Gegenstand französischer und deutscher Panoramen

Panoramen erfreuten sich in Frankreich und seit Beginn des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit. Es waren monumentale Gemälde, die in extra dafür gebauten runden Ausstellungsräumen präsentiert wurden. Ein erstes Beispiel waren die Landschaftspanoramen in Montmartre, die der passage des Panoramas ihren Namen gegeben haben. Sehr geschätzt bei einer gut betuchten Kundschaft waren damals auch die Panoramatapeten wie die Chasse de Compiègne, die Gegenstand eines früheren Beitrags auf diesem Blog war.[9]

Mehrtägige Schlachten waren natürlich auch geeignete Gegenstände für das Panorama-Medium. So entstanden Anfang der 1880-er Jahre zwei Panoramen über die Schlacht bei Gravelotte/Rezonville zu Beginn des deutsch – französischen Krieges[10] und eine weitere über die Schlacht von Champigny. Um diese Panoramen zu präsentieren, wurde in der rue de Berry, einer Seitenstraße der Champs-Élysées,  ein spezieller Rundbau errichtet.

Gemalt wurden die beiden 120 Meter langen und 9 Meter hohen Panoramen von zwei damals bekannten Malern, Édouard Detaille und Alphonse de Neuville. Beide konnten sich dabei auf als Kriegsteilnehmer auf  eigene  Erfahrungen beziehen:  Detaille nahm sogar an der Schlacht von Champigny teil.[11]

Es ist bemerkenswert, wie es den beiden Malern mit ihren Panoramen gelang, ein großes Publikum anzuziehen, obwohl die beiden Schlachten ja mit Niederlagen der französischen Armee endeten und obwohl den Besuchern mit großem Realismus die Grausamkeit des Krieges keineswegs erspart wird.[12]

Infanteristen in einem Hohlweg. Fragment des Panoramas von Champigny (Musée de l’Armée)

Aber wir befinden uns in einer Zeit, in der in Frankreich der „Schmerz der Niederlage“ kultiviert wurde, in der patriotische Skulpturen wie der Löwe von Belfort oder La Défense, die dem heutigen Hochhausviertel von Paris ihren Namen gegeben hat, entstanden, und in der von Männern wie Paul Déroulède oder Maurice Barrès  der Geist der Revanche beschworen wurde. Dazu passte die „der Ehre des unglücklichen Muts“ französischer Soldaten gewidmete Militär-Malerei Alphonse de Neuvilles und Edouard Detailles.[13] Hier wurden nicht mehr triumphierende Generale, sondern „les uniformes simplifiés (…), l’officier et le soldat confondu dans l’égalité de la défaite“ gezeigt, wie es in einem zeitgenössischen Pressebericht heißt. Dem Bild der kriegsgeschundenen Nation, die nun in ihrer gleichmacherischen Zerrüttung egalitär erschien, wurde so ein würdevoll-stolzer Ausdruck verliehen.[14]

Hier das zentrale Motiv des Champigny-Panoramas. Detaille hatte die eine Hälfte gemalt, Neuville die andere: Die beiden mit den entsprechenden Namen versehenen Soldaten markieren die Mitte, in der sie sich treffen. Und sie bezeichnen auch die beiden Seiten der Schlacht: Den Tod und das siegreiche Voranstürmen.

Fragment des Panoramas von Champigny. Musée de l’Armée

Nach der Präsentation in Paris wurde das Panorama der Schlacht von Champigny von 1887 bis 1891 in Wien gezeigt, danach von Detaille selbst in 65 Teile zerschnitten und 1896 versteigert.  Das Museum von Gravelotte konnte immerhin einige Teile aus einer Sammlung des Milliardärs Forbes erwerben, die zusammen mit Teilen des Rezonville-Panoramas dort zu sehen sind.[15]

Ein Fragment – Soldaten mit Mauleseln einer Ambulanz- ist auch im Museum Carnavalet ausgestellt.[16]

Württembergische und sächsische Panoramen

Auch in Deutschland erfreuten sich Panoramen mit Motiven des deutsch-französischen Krieges und seiner siegreichen Schlachten großer Beliebtheit. Die Schlacht von Champigny war besonders in Württenberg und Sachsen populär, denn immerhin waren es ja württembergische und sächsische Truppen, die dort eingesetzt waren. Für die  Württemberger war Champigny sogar der bedeutendste militärische Einsatz im gesamten deutsch-französischen Krieg.

Dies erklärt, warum es in Stuttgart 1890 sogar zwei Champigny-Panoramen gab: Die  Württemberger bei Champigny-Villiers hatte den ersten  Tag der Schlacht, den 30. November 1870, zum Gegenstand, das zweite Panorama Sturm auf Champigny konzentrierte sich auf den Sturm württembergischer Truppen auf das Dorf Champigny und die dortigen Straßenkämpfe  am 2. Dezember.

Auch auf vielfältige andere Weise wurde die Erinnerung an  die Schlacht wachgehalten. Im Park der Stuttgarter Villa Berg wurde zum Beispiel ein Kriegerdenkmal aus Granit-Blöcken errichtet mit einer Inschrift, einem krönenden Bronzeadler und einer Wappentafel über der Inschrift. Adler und Wappentafel wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.[17]

Und Champigny-Straßen gibt es auch heute noch in Stuttgart und Reutlingen.[18]

Der Mut der sächsischen Soldaten in der Schlacht von Champigny wurde ebenfalls in einem Panorama gefeiert. Das von Eugen Bracht und Georg Koch gemalte Panorama Die Sachsen vor Paris wurde zunächst 1887 in Leipzig und 1890 in Dresden präsentiert.

Bis zum Ersten Weltkrieg waren es dann noch weitere deutsche Städte, die diese Panoramen zeigten. Allerdings ist von ihnen -anders als von den Panoramen Detailles und de Neuvilles-  nichts mehr erhalten.[19]

Das Denkmal und das Beinhaus (ossuaire) von Champigny: Ein Ort der Erinnerung, der Revanche und des Friedens

Seit 1871 wurden in Bry-sur- Marne und in Champigny-sur-Marne jeweils am 2. Dezember Veranstaltungen zum Gedenken an die Schlacht organisiert. Am 2. Dezember 1873 wurde ein auf einem breiten Sockel postierter Obelisk errichtet, der fünf Jahre später durch eine Krypta ergänzt wurde, in der die sterblichen Überreste von 1400 in der Schlacht getöteten französischen und deutschen Soldaten ruhen, die zunächst provisorisch in Massengräbern bestattet worden waren.[20]

Einweihung des Erinnerungsdenkmals an die Kämpfe von Champigny vom 30 November und 2. Dezember 1870.[21] 10 000 Menschen waren damals dabei, bei der Einweihung des Beinhauses 20 000.

                                             Einweihung des Beinhauses am 2. Dezember 1878

Das Denkmal von Champigny wurde nun zum Mittelpunkt einer offiziellen und auch sehr lebendigen populären Erinnerungskultur an den Krieg 1870/1871. Dies fand auch seinen Ausdruck in der Umänderung des Ortsnamens: Champigny-sur-Marne wurde nämlich umbenannt in Champigny-la-Bataillle.  Auch wenn die Schlacht mit einem Rückzug der französischen Truppen endete, galt sie doch als eine der wenigen Erfolge in diesem Krieg. Vor allem aber wurde die Schlacht als moralischer Sieg der Verteidiger von Paris gesehen, die durch ihren Opfertod der Idee der Vaterlandsliebe wieder zu ihrem Recht verholfen hätten.

„Damit war bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit ein Topos entstanden, der bis zum Ersten Weltkrieg den öffentlichen Diskurs über den Krieg von 1870/71 in allen politischen Lagern gleichermaßen prägen sollte: Durch die extreme Akzentuierung der moralischen Qualität, die man im Akt der Verteidigung begründet sah, konnte der Krieg als ein Ereignis dargestellt werden, mit dem eine positive Identifizierung möglich war. Die Niederlage wurde auf eine „höhere“ Ebene transzendiert, auf der die Ereignisse von 1870/71 als ein moralischer Sieg darstellbar waren, den es für alle Ewigkeit festzuhalten galt.“[22]

Deutlich ist diese Botschaft in dem „Bericht der Schlacht von Champigny“, einer Broschüre,  die seit 1873 an dem Denkmal verkauft wurde: [23]

In den Tagen dieser Schlacht sei mit großer Bravour gekämpft worden und viel Blut geflossen, auch wenn die grauenhaften Opfer nicht den gewünschten Erfolg mit sich gebracht hätten. Immerhin seien die Soldaten in dem Glauben gefallen, für einen siegreichen Kampf ihr Leben gegeben zu haben. Wie auch immer: Soldaten und Offiziere hätten „le salutaire exemple de leur patriotisme“ gegeben und ihres heldenhaften Muts. Sie verdienten -wie die Sieger- die Dankbarkeit ihrer Mitbürger, den Respekt ihrer Feinde und die Wertschätzung der unparteiischen Geschichte.

Das Beinhaus von Champigny ist -wie auch Gravelotte und das Ehrental in Saarbrücken[24]– einer der wenigen Orte, wo miteinander die sterblichen Überreste französischer und deutscher Soldaten bestattet sind. Und wie auch in Gravelotte von deutscher Seite werden hier von französischer Seite die Gefallenen beider Seiten gleichberechtigt geehrt.

Insofern ist Champigny ein Ort der Erinnerung, aber auch ein Symbol des Friedens.[25] Seit 1882 wurde allerdings Champigny auch zum Schauplatz nationalistischer Kundgebungen der antiparlamentarischen und antisemitischen „Ligue des Patriotes“ und zu einem „Symbol der Revanche“ für die Niederlage im deutsch-französischen Krieg.  Am 3. Dezember 1908 beschwor deren Vorsitzender Paul Déroulède den „unvermeidlichen Krieg“, der viel schneller kommen werde als das „die Herren Pazifisten“ glauben machten.[26]  

Mit dem Beginn des Weltkrieges und dem Tod Déroulèdes 1914 erhielten die revanchistischen Strömungen neuen Auftrieb, und es war Maurice Barrès, der die Tradition der chauvinistischen Kundgebungen in Champigny fortsetzte.[27] Jetzt ging es nicht mehr nur um die Rückgewinnung von Elsass-Lothringen, sondern um die linksrheinischen Gebiete Deutschlands….   Am 1. Dezember 1918 stattete dann der französische Präsident Raymond Poincaré, dem Denkmal von Champigny einen Besuch ab, um nach dem gewonnenen Krieg zu demonstrieren, dass nun die Niederlage von 1871 gerächt sei.[28]

Allerdings hatten die revanchistischen Strömungen, so lautstark sie auch sein mochten, in der Zeit zwischen Jahrhundertwende und Kriegsausbruch keinen bestimmenden Einfluss mehr auf die französische Politik und Gesellschaft. So konnte auch 1910 in Champigny ein Denkmal für die 1870 dort gefallenen  württembergischen Soldaten eingeweiht werden, das von württembergischen Veteranen gestiftet worden war.[29]

Württemberg seinen tapferen Söhnen/Le Wurtemberg à ses braves fils

Für die Württemberger war Champigny nach zeitgenössischem Urteil immerhin das, was Sedan für die preußische Armee war.  Es gab zwar damals in Frankreich einige kritische Stimmen wegen des Eisernen Kreuzes, das den Obelisken krönte, aber das hinderte nicht, dass das Denkmal in einer gemeinsamen feierlichen Zeremonie von Deutschen und Franzosen der Stadt übergeben wurde. Es unterstrich damit, wie es auf der homepage von Champigny heißt, den Wunsch nach Befriedung zwischen den ehemaligen Gegnern.[30]

Das Denkmal heute[31]

Ein Monument der Versöhnung ist vor allem das Beinhaus (ossuaire) von Champigny.   

Dies nicht nur, weil dort Deutsche und Franzosen Seite an Seite bestattet sind und damit in ihrem Tod ein Symbol des Friedens sind, sondern weil Frankreich und Deutschland gemeinsam Verantwortung für seine Unterhaltung übernommen haben.[32]

Und die ist dringend von Nöten. Denn das Gewölbe ist höchst baufällig, ja sogar einsturzgefährdet. Schon 1939 hätte es renoviert werden sollen, was kriegsbedingt aber unterblieb. 2016 wurde es in Anwesenheit des damaligen deutschen Botschafters Meyer-Landruth nach jahrelangen Renovierungsarbeiten wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sehr nachhaltig waren die aber offenbar nicht, denn inzwischen ist die Krypta schon wieder gesperrt….[33] Es ist zu hoffen, dass diesem traurigen Zustand bald ein Ende gemacht wird und es nicht erneut -wie 2010 Le Monde- Anlass gibt,  von dem „ossuaire oublié de Champigny“ zu sprechen….


Anmerkungen:

[1] Ausstellung in Bry-sur-Marne: La Bataille de Champigny, 30 novembre et 2 décembre  1870.  Vincent Roblin, Katalog zur Ausstellung, Bry-sur-Marne 2021. Siehe auch: http://memoiredhistoire.canalblog.com/archives/2021/06/04/39000833.html

[2] Oft wird in französischen Darstellungen von preußischen Truppen  gesprochen, die auf deutscher Seite an der Schlacht von Champigny beteiligt waren. Siehe z.B. Le Monde  vom 17. Dezember 2010:   La ville a célébré, le 4 décembre, la plus grande bataille du siège de Paris qui, il y a 140 ans, opposa pendant trois jours 60 000 Français à 70 000 soldats prussiens. (L’ossuaire oublié de Champigny-sur-Marne (lemonde.fr)   Dabei wurde der Belageerungsring an dieser Stelle von sächsischen und württembergischen Truppen gebildet. Nach dem französischen Angriff vom 30. November wurden dann  allerdings preußische Verstärkungen herangeführt.

[3] Karte aus der Ausstellung in Bry. Siehe auch die Karte bei: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Villiers

[4] Ausstellungskatalog, S. 24. Eine vom Office National des Anciens Combattants et Victimes de Guerre herausgegebene Broschüre über La Bataille de Champigny spricht von etwa 6000 Verlusten bei der fanzösischen Armee, darunter 400 Offizieren. Die Opfer bei den Preußen, den Sachsen und Württembergern seien noch höher gewesen. Bei Wikipedia folgende Angabe:  „Die Franzosen verloren an Toten und Verwundeten über 9.500 Mann, die Deutschen über 3.500 Soldaten und Offiziere.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Villiers

[5] „Le commandement français est essentiellement responsable de l’échec de cette percée. Kes effectifs engagés ont été notamment insuffisants quand beaucoup de troupes, à l’arrière, sonst restées inemployées.“ (Broschüre  La Bataille de Champigny a.a.O., S.5). Außerdem waren die für Entlastungsangriffe vorgesehenen Truppen nicht über die Verschiebung des Angriffstermins informiert worden, so dass sie sinnlos eingesetzt wurden und hohe Verluste erlitten.

[6] Nachfolgendes Titelbild der Zeitschrift L’Eclipse vom 19. Januar 1873

[7] Zu Hoff siehe: https://fr.wikipedia.org/wiki/Ignace_Hoffhttps://amismuseearmee.fr/en-marge-de/1215-2021-le-sergent-ignace-hoff  und  Lucien Louis-Lande, Le sergent Hoff: Épisode du siège de Paris. 2018  

[8] Siehe den Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2017/02/23/die-freiheitsstatue-von-new-york-und-ihre-schwestern-in-paris-teil-2-die-vaeter-von-miss-liberty/

[9] https://paris-blog.org/2021/10/21/die-einzigartige-historische-jagdtapete-la-chasse-de-compiegne-in-paris-und-im-wurttembergischen-datzingen/

[10] Siehe: https://paris-blog.org/2021/01/01/gravelotte-bei-metz-ein-einzigartiger-erinnerungsort-des-deutsch-franzosischen-kriegs-1870-1871/

[11] Marina Taravella, Le panorama animé: La bataille de Champigny. 25.1.2021. https://www.champigny94.fr/article/le-panorama-anime-la-bataille-de-champigny

[12] Nachfolgendes Bild aus: Fichier:Fantassins dans un chemin creux, fragment du panorama de La Bataille de Champigny.jpg — Wikipédia (wikipedia.org) Siehe auch:

https://basedescollections.musee-armee.fr/ark:/66008/01143.locale=fr

[13] [29] https://www.lemonde.fr/centenaire-14-18-decryptages/article/2014/04/08/1914-la-revanche-de-1870-pas-si-simple_4397706_4366930.html

[14] Siehe: Helke Rausch, Kultfigur und Nation. Öffentliche Denkmäler in Paris, Berlin und London 1848-1914. Pariser Historische Studien, Band 70, herausgegeben vom Deutschen Historischen Institut Paris. München: R.Oldenbourg Verlag 2006, S. 448

[15] Einen Überblick über das gesamte Panorama bietet: Version animé https://www.youtube.com/watch?v=k4GGopuUyKk

[16] Bild aus: https://www.parismuseescollections.paris.fr/fr/musee-carnavalet/oeuvres/scene-militaire-mobiles-conduisant-des-mulets-d-ambulances-fragment-du#infos-secondaires-detail

[17] https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/DOKUMENT/lmz_bilddatenbank_02/LMZ992506/Stuttgart+Champigny-Denkmal+im+Park+der+Villa+Berg+um+1930  Bild aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Villa_Berg,_Champigny-Denkmal.jpg

[18] Zur Geschichte einer ehemaligen Champigny-Straße in Stuttgart siehe: https://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=509

[19] Siehe Ausstellungskatalog Bry-sur-Marne, S. 40/41

[20] L’ossuaire, où reposent 1 000 Français et 400 Prussiens, (Le Monde vom 17.12.2010)  http://www.lemonde.fr/societe/article/2010/12/17/l-ossuaire-oublie-de-champigny-sur-marne_1454796_3224.html#EgBgxrjtWrTUzYCA.99 Natürlich sind es vor allem Württemberger und Sachsen, die dort bestattet sind, und nicht Preußen. Aber das entspricht einer gängigen französischen Darstellungsweise, nach der es sich 1870/1871 um einen französisch-preußischen Krieg handelte. Siehe zum Beispiel: https://www.herodote.net/Introduction_la_guerre_en_bref-synthese-543.php : Artikel mit der Überschrift: La guerre franco-prussienne (1870-1871);  https://www.histoire-pour-tous.fr/guerres/5601-la-guerre-franco-prussienne-de-1870.html und http://archives.paris.fr/r/280/guerre-franco-prussienne-de-1870-1871-150-ans-/

[21] https://www.champigny94.fr/article/lossuaire-franco-allemand

[22] Andreas Metzing, Kriegsgedenken in Frankreich (1871 – 1914). Studien zur kollektiven Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 187071871.  Diss. Uni Freiburg 1995 https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:418/datastreams/FILE1/content

[23] Bild und Zitat aus: Récit Champigny (laguerrede1870enimages.fr)

[24] Zu Gravelotte siehe: https://paris-blog.org/2021/01/01/gravelotte-bei-metz-ein-einzigartiger-erinnerungsort-des-deutsch-franzosischen-kriegs-1870-1871/  Zum Ehrental im Deutsch-Französischen Garten von Saarbrücken -am Fuß der zu Beginn des deusch-französischen Krieges erbittert umkämpften  Spicherer Höhen siehe den Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2021/07/09/auf-der-a-4-autoroute-de-lest-von-saarbrucken-nach-paris-eine-fahrt-durch-die-deutsch-franzosische-geschichte-teil-1-von-saarbrucken-uber-verdun-bis-zur-voie-sacree/  In Bry-sur-Marne gibt es  in der Rue du 2 décembre noch ein weiteres Denkmal und Mausoleum mit den sterblichen Überresten  von etwa 500 französischen und deutschen Soldaten.

[25] https://www.champigny94.fr/article/lossuaire-franco-allemand

[26] http://www.lemonde.fr/societe/article/2010/12/17/l-ossuaire-oublie-de-champigny-sur-marne_1454796_3224.html#EgBgxrjtWrTUzYCA.99

[27] Nachfolgendes Bild aus: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5e/Discours_de_Barr%C3%A8s_%C3%A0_Champigny.jpg

[28] http://www.lemonde.fr/societe/article/2010/12/17/l-ossuaire-oublie-de-champigny-sur-marne_1454796_3224.html#EgBgxrjtWrTUzYCA.99

[29] https://monumentsmorts.univ-lille.fr/monument/78969/champigny-sur-marne-rueroute/ Siehe auch: https://oldthing.de/AK-Ansichtskarte-Champigny-sur-Marne-Monument-eleve-a-la-memoire-des-Soldats-Wurtembergeois-morts-a-la-Bataille-du-Nov-et-Dec-1870-0038464722

[30] https://www.champigny94.fr/article/monument-des-wurtembergeois-la-presse-en-parle

[31] Bild aus: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Monument_des_Wurtembourgeois_(Champigny-sur-Marne)#/media/File:Monument_Wurtembourgeois_Champigny_Marne_5.jpg

[32] Vorhergehendes Bild aus: https://www.leparisien.fr/val-de-marne-94/l-ossuaire-de-la-bataille-de-1870-ferme-au-public-a-champigny-19-02-2020-8263128.php

Nachfolgendes Bild aus: https://www.leparisien.fr/val-de-marne-94/champigny-sur-marne-94500/champigny-l-ossuaire-renove-devoile-ses-sepultures-de-soldats-30-03-2016-5673295.php  Dort wird auch die damalige deutsche Botschafterin zitiert, die 2013, bei Beginn der Renovierungsarbeiten Champigny als Symbol des Friedens bezeichnete.

[33] https://www.champigny94.fr/article/lossuaire-franco-allemand

Le musée Carnavalet, das Museum der Pariser Stadtgeschichte, ist wieder eröffnet. Ein erster Rundgang

Photo: Juni 2021

Wie das Plakat verheißt, ist „La vie Parisienne“ mit dem Ende des Corona- Lockdowns zurückgekehrt und damit auch „sein Museum“, das nach gut vierjähriger Renovierungszeit wieder geöffnete Musée Carnavalet.

In dieser Zeit ist viel geschehen:

  • Das Museum ist jetzt viel besucherfreundlicher geworden. Es umfasst ja zwei ehemalige Stadtpalais, das hôtel Carnavalet aus dem 16. (mit späteren Erweiterungen) und das hôtel du Peletier de Saint-Fargeau aus dem 17. Jahrhundert. Die Verbindung zwischen beiden Gebäuden wurde nun verbessert, der Ausstellungsparcours wurde einfacher und übersichtlicher, wozu elegante neue Treppen wesentlich beitragen.
  • Die Ausstellungsräume wurden im wahrsten Sinne entstaubt, zum Teil -prosaisch ausgedrückt- auch etwas entrümpelt- und das war auch wirklich nötig: Die erste Frage eines Pariser Freundes, dem wir von unserem Museumsbesuch erzählten: Ist das Carnavalet immer noch so vollgeräumt? Vielleicht hätte man da noch mehr tun können und müssen (zum Beispiel in der Abteilung über die Französische Revolution), aber den Konservatoren wird es ja so ähnlich gehen wie einem Bücherfreund, der sich -auch wenn die Regale überquellen- nur schwer von Stücken trennen kann, zu denen er doch alle eine persönliche Beziehung hat.
  • Das Museum hat den Anspruch, sich für breite Besucherschichten zu öffnen, speziell auch für Kinder: Etwa 10% der Ausstellungsobjekte sind besonders für sie positioniert und aufbereitet.

Insgesamt sind es 3700 Ausstellungsstücke, mit denen die Geschichte der Stadt illustriert wird. Der Überblick reicht von der Vorgeschichte …..

Reste einer über 4500 Jahre alten neolithischen Piroge aus Bercy (heute 12. Arrondissement)

bis zur Gegenwart…

Überdimensionaler Bleistift, der 2015 auf einer Solidaritätsdemonstration für die von islamistischen Terroristen ermordeten Journalisten der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ mitgeführt wurde.

Dies ist nur eine kleine Auswahl aus den Beständen des Museums, die aber nach der Vorstellung von Valérie Guillaume, der Leiterin des Museums, geeignet sein soll, bei einem ersten Besuch bewältigt zu werden. Ein Museum, so meint sie, müsse an einem Tag entdeckt werden können.[1]  Mit diesem Anspruch ist ein Besucher, der zum ersten Mal dieses Museum besucht, sicherlich überfordert. Realistischer ist es, einen ersten groben Überblick zu gewinnen. Dann kann man sich je nach Zeit und Interesse später die eine oder andere Abteilung oder besonders interessierende Ausstellungstücke noch einmal genauer ansehen.

Hier einige erste Eindrücke. Ich habe für diesen Beitrag Ausstellungsstücke ausgewählt, die ich besonders interessant, wichtig, kurios oder schön finde. Es sind auch viele Stücke dabei, die auf Themen verweisen, die schon Gegenstand dieses Blogs waren. Entsprechende Hinweise/Links finden sich in den jeweiligen Anmerkungen. Insgesamt soll damit ein Überblick über das große und vielfältigeAngebot des Museums entstehen und das Interesse geweckt werden, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.

Blick aus dem Eingangsbereich in den Ehrenhof (cour d’honneur) des Museums mit der Statue Ludwigs XIV. Sie ist ein Werk von Antoine Coysevox und wurde 1689 für das Rathaus von Paris geschaffen und steht seit 1890 im Ehrenhof des Museums.

Der Rundgang beginnt mit dem sehr einladenden Saal der Firmen- und Werbeschilder (salle des enseignes).

Dort sind zahlreiche alte und besonders kunstvolle Schilder von Restaurants, Geschäften und Werkstätten ausgestellt. Zum Beispiel das Schild mit der schlafenden Katze und der Maus…

Es gehörte zu einer Weinhandlung in der rue Mouffetard

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist dsc00272ccarnavalet-11-kopie.jpg.

Ausgestellt ist auch das heftig umstrittene Bild „Au nègre joyeux“. Seit Ende des 19. Jahrhunderts machte es Reklame für eine Café an der place de Contrescarpe.[2]

2017 wurde es auf Beschluss des Pariser Stadtrats entfernt und hängt nun in einer abseitigen Ecke des Museums. Beigefügt ist eine Informationstafel mit dem Text eines nicht näher bestimmten „comité scientifique“. Danach ist das Bild Ausdruck „rassistischer Stereotype“, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts üblich gewesen seien: Deshalb seine Verbannung aus dem öffentlichen Raum. Es gibt allerdings auch ganz andere, gegenteilige Deutungen des Bildes.  Immerhin zeigt es einen „homme de couleur“ nicht als Diener, sondern als Kunden, der gerade von einer Angestellten des Cafés bedient wird. Aber die Bemühungen der betroffenen Hausgemeinschaft, von Bürgerinitiativen und der mairie des 5. Arrondissements, das Bild mit einer Erläuterung des historischen Kontextes an seinem angestammten Platz zu lassen, waren vergebens.[3] In einem späteren Blog-Beitrag vielleicht mehr zu diesem grotesken Schauspiel politischer correctness.

Bei einem ersten Besuch des Museums wird man dann weitergehen zu den  Galeries d’introduction mit ihren einführenden Informationen und Ausstellungsobjekten zur Geschichte der Stadt Paris und den hôtels Carnavalet und Le Peletier de Saint-Fargeau, die heute als Museum dienen.

Dort gibt es beispielsweise einen großen Plan der Stadt Paris aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts oder diese Eichenholztür des Pariser Rathauses: Die alte wurde 1652 während der Fronde, der Revolte gegen die königliche Herrschaft des jungen Ludwig XIV., zerstört und durch die neue Tür mit den Medusen-Häuptern ersetzt. Sie überlebte den von der Pariser Commune gelegten Brand des Rathauses am 24. Mai 1871.

Überlebt hat den Brand des Rathauses auch die Reiterstatue Statue Heinrichs IV. im cour Henri Quatre, in den man von hier aus einen Blick werfen kann. Es gibt dort auch einige ruhige Sitzplätze.

Die Statue schmückte ursprünglich den Tympanon des Haupteingangs des Pariser Rathauses. Dort ersetzte sie eine 1606 aufgestellte und 1792 zerstörte Vorgängerstatue. Am Hals des Pferdes ist noch die Einschussstelle einer Kugel aus dem semaine sanglante 1871 zu sehen

Man kann dann  die Ausstellungsräume im 1. und 2. Stock besuchen, in denen die Geschichte der Stadt vom 16. bis zum 20. Jahrhundert präsentiert wird. Wir folgen hier aber dem am historischen Ablauf orientierten Rundgang, der mit Objekten zur vorgeschichtlichen, römischen und mittelalterlichen Entwicklung der Stadt beginnt. Sie sind im Keller des hôtel Carnavalet ausgestellt, den man über einen originalen Zugang erreicht.

Hier ein Kapitellfragment aus dem römischen  Lutetia

Modell der dichten mittelalterlichen Bebauung der Île de la Cité rund um Notre-Dame:

Kopf und Hand Abélards aus dem Grabmal von Abélard und Héloise auf dem Friedhof Père Lachaise (1814-1818). Das Gegenstück von Héloise gibt es natürlich auch. Als der Père Lachaise zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingerichtet wurde, überführte man die sterblichen Überreste des mythischen mittelalterlichen Liebespaares dorthin. Wie auch die damals eingerichteten Gräber von Molière und La Fontaine sollten sie dazu dienen, den neuen Friedhof für die Pariser Bourgeoisie attraktiv zu machen. Bei der Gestaltung der Köpfe soll sich der Bildhauer Pierre-Nicolas Beauvallet an den exhumierten Schädeln von Abélard und Héloise orientiert haben.

Der Rundgang geht weiter im ersten Stockwerk des hôtel Carnavalet. Dort wird natürlich  Madame de Sévigné, die berühmte Briefschreiberin, gebührend gewürdigt. Immerhin war sie fast 20 Jahre lang Hausherrin im hôtel Carnavalet.

Hier ihr Portrait (Claude Levèbvre, ca 1665) über dem aus China stammenden Schreibtisch, an dem sie viele ihrer Briefe an die Tochter in der Provence schrieb. Auch die Adresse des Museums erinnert an Madame de Sévigné: 23, rue  de  Sévigné.  Ihr Geburtshaus befindet sich ganz in der Nähe, an der place des Vosges.

Ein altes Straßenschild: Dort wurde 1610 Heinrich IV. von einem religiösen Fanatiker ermordet. An Ort und Stelle ist -an den Arkaden zur Fontaine des Innocents – eine Erinnerungsplakette angebracht. Und in den Boden ist eine Platte eingelassen mit dem Wappen des Königs, das Frankreich und Navarra (sein Herkunftsland mit seinen Geburtsort Pau) verbindet.

Detail eines Paravant aus dem Faubourg Saint-Antoine. Es handelt sich um eine mit einem Imitationslack der Familie Martin (vernis Martin) hergestellte Lackarbeit mit chinesischen Motiven. Diese Lackarbeiten erfreuten sich im 18. Jahrhundert großer Beliebtheit. Der Faubourg Saint-Antoine war bis Mitte des 20. Jahrhunderts das Zentrum der französischen Möbelproduktion. Im Ancien Régime wurden dort von den Kunsttischlern des Viertels, den ébénistes, die exquisiten Möbel des französischen Adels hergestellt. [3a]

Eine besondere Attraktion des Museums sind die sogenannten „period rooms“. Ein Beispiel ist dieser Salon de musique mit Holzvertäfelungen aus einem hôtel particulier, einem Stadtpalais, das im 19. Jahrhundert zerstört wurde.

Im Museum hat auch der prächtige Salon de compagnie des hôtel d’Uzès aus der rue de Montmartre seinen Platz gefunden. Gestaltet wurde er von Claude-Nicolas Ledoux. Es gibt im Museum mehrere Räume, die Ledoux gewidmet sind. Immerhin hat er die neoklassizistische Architektur vor der Französischen Revolution entscheidend mitgeprägt und seine utopischen architektonischen Entwürfe haben großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Architektur gehabt. Ausgestellt sind auch die von ihm entworfene Ausstattung des berühmten Café militaire und Modelle der ebenfalls von ihm entworfenen „Barrieren“ der berüchtigten Zollmauer um Paris. Vier dieser klassizistischen Torhäuser und Zollstationen sind heute noch erhalten.[4]

Ein Schwerpunkt des Museums ist die Abteilung zur Französischen Revolution im zweiten Stock des hôtel du Peletier de Saint-Fargeau.

Dabei werden natürlich auch Rousseau und Voltaire als geistige Väter der Revolution gebührend gewürdigt.

Hier ein Bild des Sarkophags von Jean-Jacques Rousseau, der nach seiner Überführung aus dem Grabmal von Ermanonville am 11. Oktober 1794 vor dem Pantheon aufgebahrt wurde, bevor die sterblichen Überreste – zusammen mit denen Voltaires- im Gewölbe des Pantheons ihre letzte Ruhestätte erhielten. [5]

© Paris Musées / Musée Carnavalet – Histoire de Paris

Ein berühmtes Ausstellungsstück des Museums ist das Gemälde von Jacques-Louis David, das den Ballhausschwur vom 20. Juni 1789 zeigt – hier ein Ausschnitt. Der Ballhausschwur war sozusagen der Gründungsakt der Französischen Revolution: Die im Ballhaus (jeu de paume) von Versailles versammelten Vertreter des Dritten Standes schworen, nicht eher auseinander zu gehen, bevor nicht eine Verfassung verabschiedet worden sei.

Im Zentrum des Bildes steht Bailly, der Bürgermeister von Paris, der gerade den Eid vorspricht. Deutlich hat David die Begeisterung der Abgeordneten in Szene gesetzt, die -mit einer Ausnahme- den Beschluss mit ihrem Eid besiegeln: Er zeigt die große Menge, aber auch einzelne, detailgenau portraitierte Abgeordnete: Das Volk, dessen Souveränität hier beschworen  wird, ist nicht eine anonyme  Masse, sondern es konstituiert sich aus einer Vielzahl von Individuen. Durch die geöffneten Fenster des Ballhauses scheint das Licht (der Aufklärung), und der leichte Vorhang wird von dem frischen Wind bewegt, der durch den Saal und symbolisch auch durch ganz Frankreich weht.[6]

Hier ein Modell der Bastille, hergestellt aus einem Steinquader der abgerissenen Bastille. Schon am 15. Juli 1789, einen Tag nach der Erstürmung der Bastille, erhielt der Unternehmer Pierre-François Palloy den Auftrag, die Bastille abzutragen, womit etwa 800 Arbeiter beschäftigt waren. Während der größte Teil der Steine für Pariser Bauten wiederverwendet wurde, nutzte Palloy einen Teil davon gewinnbringend für die Herstellung von Souvenirs[7] – so wie das später dann ja auch mit Bruchstücken der Berliner Mauer geschah…. Jedes der neuen Départements erhielt ein solches Bastille-Modell.

Nicht fehlen darf in dem Museum natürlich die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte vom 26. August 1789 (hier ein Ausschnitt). Frankreich versteht sich ja gerne als das „Vaterland der Menschenrechte“. Aber von Anbeginn an gab es immer eine gewisse Diskrepanz zwischen dem hehren Anspruch und einer mehr oder weniger dahinter zurückbleibenden Realität.[8] Nur ein Beispiel: So forderte am 14. September 1791 Olympe de Gouges in ihrer Deklaration  „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ die Gleichstellung von Mann und Frau.  Zwei Wochen davor war die Verfassung der konstitutionellen Monarchie mit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte als Präambel proklamiert worden, die -wie auch der spätere Code Napoléon- den Frauen die rechtliche Gleichstellung mit dem Mann verweigerte. Am 3. November 1793 wurde die mutige Vordenkerin der Rechte der Frau von den jakobinischen Machthabern guillotiniert – sie habe vergessen, was sich für ihr Geschlecht ziemt, hieß es.[9] Und auch heute noch gibt es genug Bereiche und Fälle, wo die Beachtung der Menschen- und Bürgerrechte zu wünschen übrig lässt. So wurde Frankreich seit 2012 acht mal vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen eines inhumanen bzw. unwürdigen Umgangs mit Asylsuchenden verurteilt.[10] Aber leider fehlt es da in dem Museum an einer beigefügten historischen Einbettung und Problematisierung.

Diese Schreibgarnitur aus der Revolutionszeit trägt die Parole „Frei Leben oder Sterben“ (Vivre Libre ou Mourir), die auch Untertitel des Vieux Cordelier, einer von Camille Desmoulins herausgegebenen Zeitschrift war. Sie bezieht sich auf Artikel 11 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte: Die freie Mitteilung der Gedanken und Meinungen ist eines der kostbarsten Menschenrechte. Jeder Bürger kann also frei schreiben, reden und drucken unter Vorbehalt der Verantwortlichkeit für den Missbrauch dieser Freiheit in den durch das Gesetz bestimmten Fällen.

Diese Figur eines Soldaten aus Holz und Metall entstand zwischen 1789 und 1800 und stand vor einem Rekrutierungsbüro für die 1789 in Paris geschaffene und von La Fayette befehligte Nationalgarde.  Es handelte sich um eine Miliz von Freiwilligen, die dazu dienen sollte, im Frieden Ruhe und Ordnung vor Ort zu sichern und im Krieg die reguläre Armee zu unterstützen.

Das sind die Möbel der königlichen Familie während der Gefangenschaft im Tour du Temple an der Rue du Temple im Marais. Das war der -heute nicht mehr existierende-  Rest einer befestigten Anlage  der Tempelritter, die zu Beginn der Französischen Revolution von der Stadt Paris in ein Hochsicherheitsgefängnis umgewandelt worden war.   Am 10. August 1792 stürmten Revolutionäre das Tuilerien-Schloss, in dem die königliche Familie nach der gescheiterten Flucht arrestiert war. Die Zeit bis zur Hinrichtung Ludwigs XVI./Louis Capets  am 21. Januar 1793 verbrachte die Familie im Temple-Gefängnis.

Den Abschied des zum Tode verurteilten Ludwigs XVI. von seiner Familie am 20. Januar 1793 hielt der Maler Jean-Jacques Hauer in diesem im Museum ausgestellten Ölgemälde fest. Es ist auch wegen des Malers bemerkenswert. Der wurde nämlich als Johann Jacob Hauer im rheinhessischen Gau-Algesheim geboren. 1769 ließ sich Hauer in Paris nieder, wo er an der Kunstakademie Schüler von Jacques-Louis David wurde.

Im Sommer 1789 diente Jean Jacques Hauer, wie er sich inzwischen nannte,  als Kommandant im 2. Bataillon der Garde Nationale. 1792 wurde er als Kapitän der Nationalgarde Kommandant des Bataillons der Section des Cordeliers. Der nach dem Cordeliers-Kloster in der Rue de l’École-de-Médecine benannte Club des Cordeliers  zählte mit Georges Danton und Jean Paul Marat zu den radikalen Clubs unter den Revolutionären. Hauer überstand aber als Maler der Revolution und dann der Restauration die Umbrüche seiner Zeit unbeschadet.[11]

Ohrringe „à la guillotine“ mit phrygischer Mütze oben, an denen die Köpfe von Ludwig XVI. und Marie – Antoinette mit umgedrehter Königskrone baumeln (um 1880): Ein delikater Schmuck. Offensichtlich handelt es sich ein „republikanisches“  Ohrgehänge, mit dem die Guillotinierung  von Ludwig XVI. begrüßt wurde.

Natürlich wird auch das Zeitalters Napoleons ausführlich in dem Museum berücksichtigt – um so mehr,  als die Stadt ja wesentlich von seinen Bauten wie dem Arc de Triomphe, der Madeleine, der Rue de Rivoli etc geprägt wurde.

„Le cortège du Sacre de Napoléon I le 2 décembre 1804″ (Der Krönungszug am 2.Dezember 1804 auf dem Pont Neuf auf dem Weg nach Notre-Dame).  Gemälde von Jacques Bertaux (1745-1818). Ausschnitt

Das Bild zeigt die Kutsche mit Napoleon und Josephine bei der Überquerung des Pont Neuf auf dem Weg zur Kathedrale von Notre-Dame de Paris, wo die Krönung zum Kaiser und zur Kaiserin stattfand. Der mit der Initiale N versehene Wagen wurde speziell für diese Zeremonie gebaut. Insgesamt bestand der von Kavallerie gesäumte und begleitete Zug der Hochzeitsgäste aus über 40 luxuriösen Wagen. Die Balkone und Zimmer vor allem in der Nähe von Notre-Dame wurden an Zuschauer vermietet, die nichts von dem grandiosen Schauspiel verpassen wollten.[12]   

Dieses Ölgemälde von Robert Lefèvre zeigt Napoleon in der Uniform eines Obersten der Garde. Das Bild wurde 1809 von der Stadt Paris für den kaiserlichen Salon des Rathauses bestellt. Bemerkenswert ist übrigens, dass die Hand Napoleons auf eine Landkarte deutet, die Europa und Nordafrika abbildet. Immerhin hatte  Napoleon in diesem Jahr nach dem entscheidenden Sieg bei Wagram dem Kaiserreich Österreich den Frieden von Schönbrunn diktiert und damit den 5. Koalitionskrieg beendet. Napoleon wird damit als siegreicher Stratege und Feldherr gefeiert.

Mit einem großen Sprung geht es jetzt weiter zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 und der Pariser Commune.

Dies ist ein Ausschnitt aus einem Ölgemälde von Jules Didier und Jacques Gulaud. Es zeigt den Abschied des jungen Kriegsministers Léon Gambetta, der am 7. Oktober 1870  von Montmartre aus mit dem Ballon L’Armand-Barbès das von deutschen Truppen eingeschlossene Paris verlässt, um von Tours und dann von Bordeaux aus den Widerstand zu organisieren. Rechts oben im Bildausschnitt sieht man  übrigens einen Käfig mit Brieftauben, die einen wesentlichen Beitrag zur Nachrichtenübermittlung mit der belagerten Stadt leisteten.  Im November marschierte dann die Loire-Armee Richtung Paris und am 30. November versuchten 70 000 Soldaten aus Paris den Belagerungsring an der Marne zu durchbrechen und sich mit der Loire-Armee zu vereinigen. Dieser Versuch scheiterte allerdings in der Schlacht von Champigny.[13]

Dies sind die Trümmer der Säule auf der place Vendôme. Errichtet wurde sie von Napoleon zur Feier seiner Siege und der „Grande Armée“. Am 16. Mai 1871 wurde die Säule mit der Napoleon-Statue an ihrer Spitze als ein Monument des Militarismus niedergerissen. Der Maler Gustave Courbet wurde dafür verantwortlich gemacht und nach der Niederschlagung der Commune dazu verurteilt, die Kosten für die Wiederaufrichtung zu zahlen. Da er dazu nicht in der Lage war, musste er Frankreich verlassen und den Rest seines Lebens im Schweizer Exil verbringen.[14]

Dieses Gemälde von Victor Darbaud zeigt die von dem Elsässer Bartholdi entworfene Freiheitsstatue, die in den Werkstätten Gaget-Gauthier in der rue de Chazelles in Paris hergestellt wurde. Zunächst wurden Einzelteile angefertigt, die dann neben der Werkstatt vorläufig zusammengefügt wurden. Die über die Dächer der Stadt hinauswachsende Statue wurde zu einem bevorzugten Ausflugsziel der Pariser. „C’est une des curiosités les plus intéressantes de Paris“, schrieb ein Journalist im Juli 1883. Auch Victor Hugo ließ es sich nicht nehmen, der Freiheitsstatue einen Besuch abzustatten und die Treppen in ihrem Inneren hochzusteigen. Er nahm sogar ein kleines Stück der Statue mit  „en souvenir de sa glorieuse visite“, hinterließ dafür aber die starken Worte:   „Das ist der Freiheitsengel, das ist der Aufklärungsriese“. Die fertige Statue wurde dann aber wieder zerlegt, in zweihundert Kisten verpackt und über den Atlantik verschifft.[15] 

Auch zu diesem Bild gibt eine spezielle Informationstafel für Kinder. Das bietet sich wohl auch deshalb an, weil es immerhin in Paris drei -natürlich kleinere- Versionen der Freiheitsstatue gibt…So kann an Vorkenntnisse der Kinder angeknüpft oder ihr Interesse geweckt werden.[16]

Für die glanzvolle Zeit der „belle époque“ steht das Bild von Louis Beroud, von dem hier ein Ausschnitt zu sehen ist.

Gezeigt wird der zentrale Kuppelbau der für die Weltausstellung von 1889 errichteten „galerie des Machines“, die auf dem Champ de Mars zwischen der Ecole militaire und dem  Eiffelturm errichtet wurde, der ebenfalls seine Entstehung der Weltausstellung verdankt.  Der Kuppelbau war kein Ort der Präsentation von Maschinen, sondern zentraler Begegnungsort der ganzen Weltausstellung.  Bewusst wird hier die Diversität des Publikums in Szene gesetzt: Die eleganten Damen und Herren der Bourgeoisie, der Offizier, die in landestypischer Tracht präsentierten Besucher aus den Provinzen und den Kolonien.  Die Konstruktion aus Metall und Glas und die reichlichen Vergoldungen sollen die Modernität und Prosperität Frankreichs vor Augen führen.[17]

 Le Chat Noir (Der schwarze Kater) war von 1881 bis 1897 ein berühmtes Pariser Kabarett in Montmartre.  Es war Ende des 19. Jahrhunderts ein Treffpunkt vieler Chanson- Sänger, Künstler, Schriftsteller und Schauspieler und wurde zu einem Inbegriff der Parise Bohème. Im Musée Carnavalet ist natürlich das berühmte Plakat des Kabaretts von Théophile Alexandre Steinlein zu sehen, ausgestellt ist aber auch das Werbeschild aus Blech, das sich am Eingang befand.

Dies ist eine Spardose der Firma Chocolat Menier, die um 1900 eine der bedeutendsten Schokoladenfabriken der Welt war. Der Sitz der Firma war in Noisiel an der Marne, heute residiert dort Nestle/France – ein außerordentliches, das Loire-Schloss Chenonceau aufgreifende Monument der Industriearchitektur. Der Erfolg der Menier-Schokoladen beruhte ganz wesentlich auch auf der damaligen revolutionären Werbestrategie, zu der auch diese Spardosen gehörten.[18]

Es muss schon eine besondere Bewandtnis mit einem unscheinbaren rohen Stück Kork haben, wenn es im Carnavalet-Museum ausgestellt ist. So ist es auch: Denn es handelt es sich um einen Teil der  „phonetischen Isolation“, die die Wände des Zimmers von Marcel Proust  im ersten Stock des Hauses 102, boulevard Haussmann bedeckte. Dort wohnte der Autor von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von 1907 bis 1919.

Proust hatte etwas ungewöhnliche Arbeitsgewohnheiten: Er stand gegen 13 oder 14 Uhr auf und legte sich bei Morgengrauen schlafen. Die Korkplatten sollten den hochgradig lärmempfindlichen Proust von den  Geräuschen der Straße und der Nachbarn abschotten. Im Carnevalet-Museum ist aber von Proust nicht nur dieses Stück Kork zu sehen, sondern es gibt auch das Bett und weitere seiner Einrichtungsgegenstände.[19]

Hier ein Plakat aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Die Bevölkerung wird aufgefordert, den Wein für die Soldaten, die „poilus“, zu reservieren.

Das hat schon etwas sympathisch Folkloristisches. Wenn man aber am Pariser Père Lachaise an der langen Mauer mit den nicht enden wollenden Namen der im Krieg Gefallenen vorbeigeht oder auf der Autoroute de l’Est an den vielen Schildern mit Hinweisen auf blutige Schlachten dieses Krieges vorbeifährt,  dann wird direkt erfahrbar, wie schrecklich dieser in Frankreich „La Grande Guerre“ genannte Krieg war und wie tief er noch immer noch in das kollektive Gedächtnis  der Nation eingebrannt ist.[20]

Die „Goldenen Zwanziger“ von Paris werden glanzvoll repräsentiert durch den Ballsaal des hôtel Wendel. Es handelt sich hier nicht um ein Hotel im deutschen Sinne, sondern um das Stadtpalais einer reichen Industriellenfamilie, das am Quai de New York in Paris lag. Die Wandmalereien des katalanischen Künstlers José Maria Sert bedeckten die Decke und Wände des großen Saales, mit Ausnahme der drei Fenster, die sich zur Seine hin öffneten.

Hier ein kleiner Ausschnitt mit der Geburt der Venus aus einer Muschel. Insgesamt ein grandioses Ensemble, das sich seit 1989 im musée Carnalvalet befindet.

Zu der Zeit der Okkupation gibt es einige zeitgenössische Zeitungsausschnitte der offiziellen Vichy-Presse. Sie wurden regelmäßig dem Museum übergeben, um auch dort Propaganda für das Regime und Pétain zu machen. Hier ein Foto von dem Besuch Pétains in Paris am 26. April 1944. Anlass waren die alliierten Bombardements vom 21. April, die -in Vorbereitung der Landung in der Normandie- der Verkehrsinfrastruktur galten, aber auch zahlreiche zivile Opfer forderten. Pétain wurde zunächst in allen Ehren von dem Pariser Kardinal Suhart empfangen und nahm an einer Messe zur Erinnerung an die Opfer teil. Danach hielt er vom Balkon des Pariser Rathauses eine Ansprache an die große dort versammelte Menge.[21]

Natürlich ist hier auch die Vichy-Propaganda am Werk, aber nach dem Urteil seriöser Historiker hatte Pétain, der Sieger von Verdun, sich bis zuletzt eine erhebliche Popularität bewahrt, die sich gerade bei diesem Besuch von Paris noch einmal zeigte.[22]  Es ist immerhin bemerkenswert, dass das Museum diese gerne übergangene und eher peinliche Episode nicht ausspart, widerspricht sie doch dem weitverbreiteten Mythos vom im Kampf gegen den Besatzer geeinten Frankreich. Jedenfalls ist es bemerkenswert, dass eine große Menschenmenge noch am 26. April 1944 Pétain zujubelte. Genau vier Monate später, am 26. August 1944, jubelte eine große Menschenmenge dann de Gaulle zu, anlässlich der Befreiung von Paris.[23]

Teller zur Erinnerung an die Befreiung von Paris
Schuh in den Farben der alliierten Flaggen. Gestiftet der Stadt Paris von der Schuhmacherei Manoukian „in Erinnerung an die Befreiung von Paris 19-26 August 1944. Vive la France et ses Alliés“

Dieses Gemälde Robert Humblots von 1956 zeigt die Sängerin und Schauspielerin Juliette Gréco anlässlich einer Gala der Union des artistes im selben Jahr. Sie ist eine Ikone des französischen Existentialismus der Nachkriegszeit. 1947 eröffnete sie Le Tabou, einen Keller im Quartier Latin, in dem Cocteau, Gaston Gallimard, François Mauriac, Jean Genet, Simone Signoret, Marlene Dietrich,  Orson Welles, Truman Capote und viele andere verkehrten. Die Texte ihrer ersten Lieder stammten von Jean-Paul Sartre, Jacques Prévert und Raymond Queneau, die Musik von Joseph Kosma, der besonders als Komponist von Filmmusiken erfolgreich war. Gréco erreichte zwar nie die Popularität von Edith Piaf, aber sie verkörpert wie kaum jemand sonst das intellektuelle Frankreich der Nachkriegszeit.

                                     Cartier-Bresson: Brasserie Lipp, Saint-Germain-des-Prés, 1969

Wie wunderbar hat der Fotograf Henri Cartier-Bresson mit diesem Foto den Generationenbruch von 1968/69 im Bild festgehalten! Cartier-Bresson war auch die Eröffnungsausstellung des renovierten  Museums gewidmet: Henri Cartier-Bresson- Revoir Paris (bis 31. Oktober 2021).

Plakate der Revolte von 1968 aus dem Atelier populaire in der von Studenten besetzten Pariser Kunsthochschule[24]

Zwischendurch und/oder zum Abschluss bietet sich eine Ruhepause in den Höfen des hôtel Carnavalet an. Dort wurde ein weitläufiges Café (Les jardins d’Olympe) eingerichtet.

Bild von Veronique Delacroix aus: http://blogpdj.info/2021/10/01/la-reouverture-de-carnavalet/

Bei entsprechender Witterung ist das ein wunderbarer Ort der Ruhe im quirligen Marais.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist dsc00762-carnavaoet-17-1.jpg.

Es herrscht Selbstbedienung. Sein Essen erhält man in kleinen Blechgefäßen, die mich ein wenig an die Quäkertöpfe der Nachkriegszeit erinnern. Aber zwischen dem, was darin damals und jetzt hier geschmacklich und ästhetisch enthalten war/ist, liegen Welten….  


Anmerkungen

[1] https://twitter.com/ltdla/status/1353676110618308618 In der anlässlich der Neueröffnung herausgegebenen Sonderbeilage von Le Point (Carnavalet. Renaissance d’un musée) ist von 3800 Ausstellungsstücken und 625000 Objekten im Depot die Rede.

[2] Nachfolgendes Bild aus: https://www.leparisien.fr/paris-75/paris-bras-de-fer-autour-de-la-plaque-au-negre-joyeux-31-05-2019-8083749.php

[3] Siehe u.a.: Didier Rykner, Enseigne « Au Nègre Joyeux » : la Mairie de Paris réarrange l’histoire à sa façon.In: La tribune de l’art vom 7.1.2020. Allgemein zu diesem Thema:  Ortwin Ziemer und Séverine Maillot,  Postkolonialer Bildersturm https://dokdoc.eu/politik/5869/postkolonialer-bildersturm/

[3a] Siehe dazu den Blog-Beitrag „Der Faubourg Saint-Antoine, das Viertel des Holzhandwerks“ https://paris-blog.org/2016/04/04/der-faubourg-saint-antoine/

[4] Zu Ledoux siehe auch: https://paris-blog.org/2020/06/01/ledoux-lavoisier-und-die-mauer-der-generalpaechter/ und  https://paris-blog.org/2020/06/15/die-mauer-der-generalpaechter-2-die-vier-erhaltenen-barrieren-von-ledoux/ und https://paris-blog.org/2019/07/14/die-grosse-saline-von-salins-les-bains-und-die-koenigliche-saline-von-arc-et-senans-unesco-weltkulturerbe-im-jura/

[5] Zu Rousseau siehe auch: https://paris-blog.org/2020/09/10/die-rousseau-sammlung-des-museums-jacquemard-andre-im-ehemaligen-koniglichen-kloster-chaalis/v und https://paris-blog.org/2020/09/01/der-park-jean-jacques-rousseau-in-ermenonville-der-erste-landschaftspark-auf-dem-europaeischen-kontinent-und-die-erste-begraebnisstaette-rousseaus/  Dazu auch den geplanten Bericht über den Kult der großen Männer im Pantheon.

[6] https://histoire-image.org/fr/etudes/serment-jeu-paume-20-juin-1789

[7] Siehe:  https://www.paris.fr/pages/5-oeuvres-incontournables-a-decouvrir-au-musee-carnavalet-17279

[8] Siehe z.B.  https://www.lemonde.fr/idees/article/2020/12/03/la-france-peu-coherente-patrie-des-droits-de-l-homme_6062003_3232.html

[9] https://www.deutschlandfunk.de/vor-225-jahren-olympe-de-gouges-tritt-fuer-die-rechte-der.871.de.html?dram:article_id=365657

[10] Siehe zum Beispiel: https://www.lemonde.fr/societe/article/2021/07/22/la-france-condamnee-par-la-cedh-pour-la-retention-d-une-malienne-et-de-son-bebe_6089236_3224.html und https://www.lacimade.org/la-france-condamnee-par-la-cour-europeenne-des-droits-de-lhomme/ und https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-07/menschenrechte-migranten-frankreich-urteil-europaeischer-gerichtshof-fuer-menschenrechte

[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Jakob_Hauer

[12] https://www.napoleon.org/jeunes-historiens/napodoc/43085/

Nachfolgendes Napoleon-Portrait aus: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carnavalet_-_Napol%C3%A9on,_by_Lefevre_01.jpg

[13] Siehe dazu den Blog-Beitrag https://paris-blog.org/2021/07/21/auf-der-a-4-autoroute-de-lest-von-saarbrucken-nach-paris-eine-fahrt-durch-die-deutsch-franzosische-geschichte-teil-2-von-der-voie-sacree-uber-reims-bis-meaux-paris/  Ein spezieller Blog-Beitrag über die Schlacht von Champigny und ihre Rezeption in Frankreich und Deutschland ist geplant.

[14] Mehr zum  Sturz der Vendôme-Säule und der Rolle Courbets auf diesem Blog: https://paris-blog.org/2021/06/14/150-jahre-abriss-der-vendome-saule-durch-die-commune-teil-2-der-fall-der-saule-und-der-fall-courbets/

[15] https://paris-blog.org/2017/02/23/die-freiheitsstatue-von-new-york-und-ihre-schwestern-in-paris-teil-2-die-vaeter-von-miss-liberty/

[16] https://paris-blog.org/2017/03/01/die-freiheitsstatue-von-new-york-und-ihre-schwestern-teil-3-die-freiheitsstatuen-von-paris/

[17] Nicolas Courtin, Le dôme central à l’exposition universelle de 1889. In: L’histoire par l’image, September 2004.   https://histoire-image.org/de/etudes/dome-central-exposition-universelle-1889

[18] Zur Schokoladenfabrik Menier siehe auch: https://paris-blog.org/2019/05/23/le-chocolat-menier-1-die-schokoladenfabrik-in-noisiel-an-der-marne-repraesentative-fabrikarchitektur-und-patriarchalischer-kapitalismus-im-19-jahrhundert/ und https://paris-blog.org/2019/06/01/le-chocolat-menier-2-die-villen-der-familie-im-8-arrondissement-von-paris-und-das-grabmal-auf-dem-pere-lachaise/

[19] Siehe: https://www.liberation.fr/culture/2010/07/30/dans-le-bordel-de-marcel_669289/

[20] Siehe dazu: https://paris-blog.org/2018/11/11/paris-11-november-2018-paris-begeht-den-100-jahrestag-des-waffenstillstands-november-2018/ und https://paris-blog.org/2021/07/09/auf-der-a-4-autoroute-de-lest-von-saarbrucken-nach-paris-eine-fahrt-durch-die-deutsch-franzosische-geschichte-teil-1-von-saarbrucken-uber-verdun-bis-zur-voie-sacree/ und https://paris-blog.org/2021/07/21/auf-der-a-4-autoroute-de-lest-von-saarbrucken-nach-paris-eine-fahrt-durch-die-deutsch-franzosische-geschichte-teil-2-von-der-voie-sacree-uber-reims-bis-meaux-paris/

[21] https://www.youtube.com/watch?v=508EWoNE4fM

[22] Siehe z.B. Jean-Jacques Becker, Pétain. In:  Dictionnaire historique de la vie politique française au XXe siècle.  Paris, PUF, 1995, Seite 787.

[23] Siehe dazu den Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2019/05/02/napoleon-de-gaulle-und-victor-hugo-notre-dame-die-geschichte-und-das-herz-frankreichs/

[24] Siehe dazu auch: https://paris-blog.org/2018/05/01/50-jahre-mai-1968-plakate-der-revolte-eine-ausstellung-im-musee-des-beaux-arts-in-paris/

Es gibt auch eine französische Übersetzung des Beitrags:

Weitere geplante Beiträge

Champigny-sur-Marne: Die letzte große Schlacht des deutsch-französischen Kriegs 1870/1871 und ein deutsch-französischer Erinnerungsort

Das Reiterstandbild Heinrichs IV. auf dem Pont Neuf

Das Pantheon der großen (und der weniger großen) Männer und der wenigen großen Frauen, Teil 2: Der Kult der großen Männer