Die verlängerte Metro-Linie 14 von Saint-Denis zum Flughafen Orly: technische, architektonische, künstlerische Superlative und städtebauliche und soziale Veränderungen

Die Verlängerung einer schon bestehenden Pariser Metro-Linie als Gegenstand eines Blog-Beitrags? Das mag auf den ersten Blick erstaunlich, wenn nicht gar befremdlich erscheinen. Bei näherem Hinsehen wird die Bedeutung dieses Ereignisses aber deutlich.

Immerhin handelt es sich um einen ersten fertig gestellten Teil des Grand Paris Express (GPE), eines gigantischen Projekts der Verkehrs-Infrastruktur:  eine groß angelegte Erweiterung des Metro-Netzes von Paris und seinem Umland: Die Länge der Metro-Linien wird verdoppelt und Paris erhält damit -nach Moskau- das zweitgrößte U-Bahn-Netz Europas.  Und dieser GPE ist ein wesentlicher Bestandteil des städtebaulichen Entwicklungsprojekts Grand Paris, das dazu beitragen soll, die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit von Paris als einer Weltmetropole zu behaupten und zu stärken; für seine Betreiber ein Projekt, „pour la grandeur de la France“, wie Le Monde schreibt.[1] Auf die nationale Dimension deutet schon hin, dass Präsident Macron, der derzeit beschäftigt genug ist, am 24. Juni 2024 höchstpersönlich die Verlängerung der Metro-Linie 14 eingeweiht hat.

Hier ein Netzplan des zukünftigen GPE. Seine Funktion ist es, das Pariser Umland, die banlieu, besser an das Zentrum der Stadt anzuschließen (Verlängerung der Metro-Linie 14), schnelle Verbindungen zu den Flughäfen Orly im Süden und Charles de Gaulle im Norden zu schaffen (Metro 14 und neue Metro 17) und die Paris umgebenden Departements, die sogenannte petite und grande couronne, miteinander zu verbinden (neue Metro-Linien 15,16 und 18).

Im April 2009 hatte der damalige Staatspräsident Sarkozy dieses gigantische Projekt lanciert. Und eigentlich war geplant, diese „Jahrhundertbaustelle“ [2] bis zu den Olympischen Spielen fertigzustellen. Das ist aber nicht gelungen. „Statt spätestens in diesem Sommer können die Metrolinien 15, 16 und 17 nun erst in den kommenden Jahren in Betrieb genommen werden. Wie so oft bei staatlichen Bauprojekten kam es zu größeren Verzögerungen, nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie.“[3]

Immerhin ist jetzt die Verlängerung der schon existierenden Metro-Linie 14 in Betrieb genommen worden, eine Metro der Superlative:

  • Es ist eine automatisierte Metro ohne Fahrer, und dies schon seit der Eröffnung des ersten Teilstücks 1998, damals eine revolutionäre Neuerung.[4]   
  • Mit 28 km Länge ist die 14 jetzt die längste Metro-Linie des Pariser U-Bahnnetzes.
  • Die Züge der 14 erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 80 km, auch die Durchschnittsgeschwindigkeit ist deutlich höher als die der anderen Metros.
  • In Spitzenzeiten kann alle 85 Sekunden ein Zug eingesetzt werden. (Davon kann man -beispielsweise- selbst im noblen Umland von Frankfurt nur träumen.)
  • Alle Bahnhöfe der M 14 sind -im Gegensatz zu den meisten alten Pariser Metro-Stationen- für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
  • Da es sich um eine direkte Verbindung zwischen dem nördlichen Umland (département Seine-Saint-Denis) und den südlich von Paris gelegenen Departements handelt, die damit an Pariser Verkehrsknotenpunkte wie Gare de Lyon, Châtelet und Saint-Lazare angeschlossen werden, wird die Linie 14 auch als „Rückgrat“ des GPE bezeichnet.[5]
  • Zum ersten Mal erhält mit Orly einer der Pariser Flugplätze eine schnelle, direkte Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs an die Pariser Innenstadt.

Plakat in einer Metro-Station. Juli 2024 Foto: Wolf Jöckel

Nachfolgend

  • sollen einige der architektonisch und künstlerisch bemerkenswerten neuen Metro-Stationen bzw. -Bahnhöfe vorgestellt werden.
  • Es soll deutlich werden, dass die neuen Bahnhöfe auch als Zentren der Stadtentwicklung dienen und das Gesicht des Pariser Umlandes nachhaltig verändern sollen
  • Abschließend soll aber auch ein Blick auf die „naufragés du Grand Paris Express“ geworfen werden, also diejenigen, die nicht von den Segnungen des GPE profitieren, sondern zu den Leidtragenden gehören. 

Die neuen Bahnhöfe der Metro-Linie 14

Durch die Verlängerung der Linie 14 entstehen insgesamt acht neue Bahnhöfe.[6] Die Bezeichnung Bahnhof (gare) steht im Gegensatz zu den bisherigen Metro- Stationen, deren unterirdisch gelegene Eingangsbereiche durch manchmal sehr schmale Zugänge (bouches) erreicht werden. Die Eingangsbereiche der neuen Stationen liegen -wie bei Bahnhöfen üblich- ebenerdig. Sie sind auch nicht, wie die Metro-Stationen, serienmäßig gebaut, sondern sie sind individuell geplant und gestaltet, und zwar nicht nur von jeweils dafür ausgewählten Architekten, sondern auch von Künstlern. Dies wird auch für die anderen Bahnhöfe des GPE gelten. Damit knüpft man in gewisser Weise an die Tradition der ersten Metro-Linien an, die von Hector Guimard im vegetalen Stil des art nouveau (Jugendstil) gestaltet wurden. Die Zusammenarbeit von Künstlern und Architekten ist ein anspruchsvolles und sicherlich auch kostspieliges Verfahren, das sich aber aus den hohen an den GPE gestellten Ansprüchen ergibt: Da geht es nicht nur um Zweckmäßigkeit, sondern um Prestige, Glanz und eben „grandeur“. Der GPE soll einmal nach den Worten eines Verantwortlichen wie ein Museum zeitgenössischer Kunst sein. „Im Laufe einer Woche wird sein Besucheraufkommen so hoch sein wie die des Louvre in einem Jahr“. Und gegen kritische Einwände, die es offensichtlich auch gab: „Wenn man Skulpturen in der Station Louvre-Rivoli präsentiert oder wenn der Künstler Jean-Michel Othoniel seinen Kiosk an der Station Palais-Royal errichtet, stellt das niemand in Frage.“ Auch die banlieue habe das Recht auf Kunst. [7]  Nach den Worten von Eva Jospin, die an der Gestaltung eines Bahnhofs der Linie 14 beteiligt war, handelt es sich hier um das „größte öffentliche Kunstprojekt in Europa„.[8]

 Die Fahrten mit der Metro 14 und den weiteren des GPE sollen zum Erlebnis werden, es soll sichtbar und erfahrbar werden, dass man in einer Weltmetropole unterwegs ist.

Gebohrt wurden die Tunnel der neuen Strecke übrigens von Tunnelvortriebsmaschinen der Firma Heerenknecht aus dem Schwarzwald.

Eine Tunnelvortriebsmaschine auf dem Gebiet des zukünftigen Bahnhofs Villejuif — Institut Gustave-Roussy [9]

Saint Denis – Pleyel

Modell des Bahnhofs. Credit: Société du Grand Paris / Kengo Kuma Associates

Der Bahnhof Saint Denis-Pleyel ist die neue nördliche Endstation der Metro 14. Er wird einer der größten Verkehrsknotenpunkte des Pariser öffentlichen Nahverkehrs werden, wenn die Metro-Linien 15, 16 und 17 fertiggestellt sein werden.

Der neue Bahnhof, der Ihnen Grand Paris öffnet. Plakat am Bahnhofsvorplatz. Foto: Wolf Jöckel

Dann werden 250 000 Fahrgäste pro Tag an dem „künftigen Châtelet  im Norden von Paris“[10] erwartet. Der Bahnhof ist damit der größte aller neuen Bahnhöfe des GPE-Systems, aber auch der teuerste (ca 200 Millionen Euro Baukosten).

Foto: Wolf Jöckel

Als Architekt des Bahnhofs wurde der Japaner Kengo Kuma ausgewählt, der gerade anlässlich seines 70. Geburtstages vielfach gewürdigt wurde.[11] In Deutschland ist er bekannt durch das Toilettenhäuschen aus Wim Wenders Film „Perfect Days“ und durch das japanische Nationalstadion, das er für die Olympischen Spiele in Tokio entworfen hat. Das passt auch insofern, als der Bahnhof Saint Denis- Pleyel eine zentrale Bedeutung für die im Departement Seine- Saint- Denis gelegenen Wettkampfstätten und Einrichtungen für die Olympischen Spiele von Paris hat. Kuma, der vorzugsweise als Materialien Holz und Glas einsetzt, hat ästhetisch spektakuläre Bauten geplant, und so kann auch auf der Website des GPE stolz verkündet werden, bei dem Bahnhof von Saint Denis – Pleyel handele es sich um „einen der schönsten Bahnhöfe der Welt.“ Nach Auffassung der Pariser FAZ-Korrespondentin Michaela Wiegel handelt es sich immerhin um den „wohl schönsten Bahnhof der Hauptstadtregion.“ [12]

Foto: Wolf Jöckel

Hier ihre Einschätzung: „Der Bahnhof hat … viel edles Holz vorzuweisen. … Der japanische Architekt Kengo Kuma hat das Tageslicht geschickt in den tiefsten Metroschacht geholt, der im untersten der neun Stockwerke liegt. Licht und Holz, so lautet die Zauberformel dieses Bahnhofs, der noch ein Restaurant und eine Dachterrasse erhalten soll. Der kürzlich verstorbene französische Stararchitekt Roland Castro forderte, dass man der Banlieue endlich großartige Bauwerke schenken sollte. Kuma hat das vollbracht.“

Die Konzeption und der Bau des Bahnhofs stellten auch höchste technische Ansprüche. Immerhin werden sich hier einmal die drei Metro-Linien 14, 15 und 16/17 kreuzen Die Verbindung zwischen den neun Ebenen des Bahnhofs wird durch 56 Rolltreppen hergestellt und durch 14 Aufzüge, um den Bahnhof auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich zu machen – Einrichtungen, die es bei vielen der alten Pariser Metro-Stationen nicht gibt.[13]

Für das Kunstprojekt des Bahnhofs war zunächst der Sänger Stromae ausgewählt, der zusammen mit seinem Bruder und Kengo Kuma einen aufgehangenen  Baum über den Rolltreppen installieren wollte, eines der spektakulärsten künstlerischen Projekte des GPE.[14]

Es wurde dann allerdings Ende 2022 aus technischen Gründen und wegen Sicherheitsrisiken fallen gelassen. Stattdessen hat Prune Nourry „eine ‚Armee‘ von 108 Venus-Figuren entworfen, die von den ersten Frauendarstellungen im Paläolithikum inspiriert sind“.  Es gibt 8 verschiedene Formen und ein Farbspektrum von 13  verschiedenen aus den lokalen Erdschichten gewonnenen Farben von schwarz, über braun bis rot . Jede Figur ist damit einzigartig.  Sie sollen damit „die Diversität und den Reichtum der Region symbolisieren.“[15]

Foto: Wolf Jöckel

Die Venus-Figuren werden in der zentralen Eingangshalle des Bahnhofs an den Wänden befestigt werden. Da gibt es sicherlich keinerlei Gefahr, dass sie den Reisenden auf den Kopf fallen. Ob sie ihnen gefallen, ist aber eine andere Frage…

Bis es soweit ist, vermitteln schon Bilder auf dem Bahnsteig  der M 14 einen Eindruck der Geschichte und Gegenwart von Saint-Denis:

Ein Kutsche mit königlichem Sarg auf dem Weg in die Basilika, der Grabstätte der Bourbonen. Links Kinder beim Schulausflug.

Arbeiter des „roten“ 93 beim Streik. Die Firma Mazeran et Sabrou war ursprünglich eine Produktionsstätte für Kessel und Dampfmaschinen, später eine Druckerei, in der u.a. die Zeitung Le Monde gedruckt wurde.

Das „neue“ Saint-Denis…

Am Rand des gepflasterten Bahnhofsvorplatzes fällt ein etwas außergewöhnlicher Baum auf, der dort frisch aufgestellt wurde.

Foto: Wolf Jöckel

Es handelt sich um eine Paulownia Tomentosa, einen Blauglockenbaum, der vor jeden neuen Bahnhof des GPE gepflanzt werden soll: Es ist ein schnell wachsender, schattenspendender Baum, der als einziger Baum unserer Breiten blaue Blüten hat. Sein ursprünglicher botanischer Name war Paulownia Imperialis, Kaiserbaum – benannt nach dem russischen Zaren Paul I. – ein nobles Gewächs also, das die Bedeutung der Natur bei der Stadtplanung symbolisieren soll.[16]

Die Bahnhöfe der südlichen Verlängerung der M 14

Im Süden des an der Station Olympiades endenden bisherigen Teilstücks der M 14 wurden (bzw. werden noch) an der Verlängerung nach Orly sieben neue Bahnhöfe gebaut.

Maison Blanche

Dies ist der erste Bahnhof der südlichen Verlängerung der M 14. Er liegt an der Avenue d’Italie und damit als einziger des neuen GPE-Netzes auf Pariser Gebiet. Das bisherige Teilstück der M 14 gehört weiter zum Netz des klassischen Betreibers der Pariser Metro RATP. Entworfen wurde der Bahnhof von dem Architekten-Büro Groupe-6.  

Einer der drei Eingänge der neuen Station.[17]  Wie bei allen neuen Bahnhöfen wurde auch hier Wert darauf gelegt, die Zugänge und die Eingangshallen möglichst offen und hell zu gestalten. Damit grenzt man sich deutlich ab von den früheren eher engen Metro-Zugängen, die in einen nur künstlich beleuchteten und meist auch engen Eingangsbereich mit Schalter, Fahrscheinautomaten und Durchgängen zu den Bahnsteigen führen. Hier gibt es Großzügigkeit, Helle und Transparenz.

Hôpital-Bicêtre

Dieser Bahnhof zeichnet sich durch zwei besondere „Hingucker“ aus:

Außen ist es die Fassadengestaltung der Künstlerin Eva Jospin, die für ihre aus Karton gefertigten Waldlandschaften und Naturbilder bekannt ist. [18] 

Es ist ein Werk von etwa 7 Metern Höhe und 106 qm2. Die zunächst aus Kartonschichten gefertigten Modelle wurden in Beton gegossen. Man kann dabei an die zahlreichen Steinbrüche im Untergrund von Paris und seinem Umland denken, aber auch an die tiefen Schächte und Tunnel, die für die „Jahrhundertbaustelle“ des GPE gegraben wurden.

Darauf ranken ebenfalls nach Kartonmodellen gefertigten Lianen oder Wurzeln aus Bronze.

Hingucker innen ist die Decke des Eingangsbereichs: Es handelt sich um eine Konstruktion aus Holz, die in dem Raum ein Spiel von Licht und Schatten erzeugt; vielleicht, wie in der Presse zu lesen war, eine Anleihe bei den Maschrabiyas, den ornamentalen Gittern der islamischen Architektur…[19]

©Gilbert Lasne / RATP[20]

Villejuif Institut Gustave Roussy

Dieser Bahnhof wurde von einem der bekanntesten Architekten Frankreichs entworfen: Dominique Perrault. Er entwarf nicht nur die Bibliothèque François Mitterrand mit ihren charakteristischen vier Ecktürmen in der Form aufgeschlagener Bücher, sondern auch den Masterplan für das olympische Dorf von Paris.[21]

© Dominique Perrault Architecture

Allerdings ist der Bahnhof noch nicht betriebsbereit. Er wird erst Ende 2024 fertig sein.[22]

L’Haÿ-les-Roses und der Bahnhof von Chevilly

Die beiden Bahnhöfe wurden gemeinsam von dem Architekten Franklin Azzi und dem Studio Nonatrak gebaut und gestaltet.

Die horizontalen Lichterbänder (Ocean) von Nonatak im Bahnhof von L’Haÿ-les-Roses.[23]

Auch im Bahnhof von Chevilly sind es horizontale Lichterbänder vom Studio Nonatak, die die Fahrgäste auf ihrem Weg zu den Bahnsteigen begleiten.[24]

La gare Thiais-Orly

„Eine Decke aus Kreuzrippengewölben begleitet Reisende auf ihrem Weg durch den Bahnhof Thiais – Orly.“ Betont die Architektur den Raum, so hat der Künstler Lyes Hammadouche in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Valode & Pistre vier Satellitenskulpturen in der Haupthalle geschaffen. Sie beschreiben eine Umdrehung pro Minute und unterstreichen damit „auf subtile Weise den Lauf der Zeit auf dem Bahnhofsgelände“.[25]

Aéroport d’Orly

Am südlichen Endpunkt der verlängerten M 14, am Bahnhof Flughafen Orly hat der portugiesische Künstler Alexandre Farto, genannt VHILs, ein monumentales Werk geschaffen. Der Künstlername deutet darauf hin, dass Farto seine Ursprünge in der Street-Art hat. So hat er auch zu der Open-Air-Galerie großer Formate im 13. Arrondissement von Paris beigetragen. Und in der aktuellen Street-Art- Ausstellung „We are here“ im Petit Palais ist ebenfalls ein Werk von ihm zu sehen. Diesmal hat er aber nicht, wie in vielen seiner Werke, ein Gesicht in den Verputz einer Wand eingeritzt, sondern er hat aus 11 132 typisch portugiesischen Kacheln (azulejos) ein 7 Meter hohes und 35 Meter breites Wandbild geschaffen: Strates urbaines.  Gesichter und Bauwerke von Paris sind hier dargestellt und miteinander verbunden: Schichten einer Stadt.[26]  Es ist ein sehr französisches und ein sehr portugiesisches Werk – naheliegend also, dass es der portugiesische Ministerpräsident anlässlich seines Staatsbesuchs in Frankreich zusammen mit Präsident Macron besichtigt hat.[27]

Detail des Wandbildes: ein Auge

Die Bahnhöfe als Zentren neuer Quartiere: städtebauliche und soziale Veränderungen

Die Bahnhöfe des GPE sind nicht nur geplant als architektonisch und künstlerisch ausgezeichnete Bauten des RATP, des Pariser ÖPNV, sondern sie sind auch konzipiert als Leuchtturmprojekte, die auf ihre Umgebung ausstrahlen sollen. Planung und Bau neuer Bahnhöfe gehen vielfach einher mit städtebaulichen Entwicklungsprojekten ihrer Umgebung, ja ganzer Stadtviertel der jeweiligen Orte. So soll beispielsweise in Kremlin-Bicêtre rund um den Bahnhof das neue hochwertige Ökoquartier Entrée de Ville Sud-Ouest entstehen.[28]

Neben dem neuen Bahnhof Georges Roussy entsteht gerade der Campus Grand Parc, ein in Bezug auf Energieverbrauch und nachhaltiges Bauen vorbildliches neues Stadtviertel. Dazu gehören Geschäfte, Restaurants, Büros, Coworking-Bereiche, die erforderliche Infrastruktur und 3300 Wohnungen,  davon 36% Sozialwohnungen.[29]

Und am Bahnhof von Thiais-Orly wird ein „Tempel des e-sports“ entstehen[30], ein Bau der neuen Zeit also: Der e-Sport hat immerhin gerade olympische Weihen erhalten. Er soll entsprechend einer Entscheidung des IOC ab 2025 für 12 Jahre regelmäßig entsprechende Spiele im Zeichen der olympischen Ringe erhalten –  in Saudi-Arabien.[31] Pecunia non olet, Geld stinkt nicht, sagten schon die alten  Römer…

Die städtebaulichen Entwicklungsprojekte rund um die neuen Bahnhöfe des GPE dienen oft auch ganz explizit dazu, die Bevölkerungsstruktur in manchen Vorstädten zu verändern. Die Gemeinde L’Haÿ-les-Roses mit ihrem neuen M 14- Bahnhof ist dafür ein Beispiel, das Anne Clerval und Laura Wojcik in ihrem Buch über „die Schiffbrüchigen des Grand Paris Express“ anführen. Die Gemeinde wird seit 2015 von einem den rechten Republikanern angehörenden Bürgermeister regiert.  Der sieht den Anschluss an den GPE als Chance, die Sozialstruktur der Gemeinde zu verändern und so ihre Attraktion zu erhöhen. Dass in einem Problemviertel 200 Sozialwohnungen beseitigt wurden, dient für ihn diesem Zweck: „Das Projekt des Bahnhofs erforderte diese Zerstörung nicht, aber es hat es uns ermöglicht, ehrgeiziger zu sein und mit einer echten Umstrukturierung der Viertel attraktiver zu werden.“ Um problematische Stadtviertel lebenswerter zu machen, sei eine soziale Durchmischung („mixité sociale“) erforderlich.[32]

Die größten städtebaulichen Veränderungen im Bereich der neuen M 14- Bahnhöfe gibt es in Saint-Denis. Dort ist es allerdings nicht der neue große Bahnhof Saint-Denis-Pleyel, der den Anstoß zu Veränderungen gibt, sondern es waren die Olympischen Spiele. Denn wichtige Zentren wie das als Olympiastadion dienende  Stade de France, das neue olympische Schwimmstadion und das Olympische Dorf liegen in dem an Paris angrenzenden Departement Seine-Saint- Denis, dem Departement 93: Es ist das ärmste der kontinentalen/metropolitanen Departements Frankreichs, das immer wieder durch Gewaltausbrüche, Drogenhandel, Kriminalität, Ohnmacht staatlicher Autorität und infrastrukturelle Verwahrlosung von sich reden macht: Inbegriff des banlieue-Schreckbildes. Das Zentrum der Olympischen  Spiele gerade  dort zu positionieren, soll den „berüchtigsten Vorort Frankreichs“ nachhaltig verändern. Dies bezieht sich vor allem auf das olympische „Dorf“ -eher eine Aneinanderreihung von  mehrstöckigen Wohnblöcken am Ufer der Seine. [33]

Photo courtesy of Elise Robaglia/Potion Médiathique/Dominique Perrault Architecte/ADAGP

Nach den Spielen wird daraus ein neues Quartier mit 2800 Wohnungen, davon 20-25% Sozialwohnungen, werden. „Wir haben das Ganze vom Ende her gedacht und aus einer Industriebrache einen neuen Wohnbezirk mit Grünflächen am Ufer der Seine gemacht“, sagt Dominique Perrault, der den Masterplan des Viertels konzipiert hat. [34] Auch von den neu errichteten und renovierten Sportstätten soll das 93, im Bereich der sportlichen Infrastruktur auf dem  drittletzten Platz aller französischen Departements, profitieren. [35]

Was hier stattfindet, ist wohl ein Musterbeispiel für die sogenannte Gentrifzierung: Ein Stadtteil wird durch Umbau, Neubau und verbesserte Infrastruktur aufgewertet und er zieht damit einkommensstärkere  Bevölkerungsschichten an. Der sozialistische Präsident des Departements, Stéphane Troussel, und der für Stadtentwicklung zuständige sozialistische Stadtrat (adjoint au maire) von Saint-Denis streben eine stärkere „mixité sociale“ an. Troussel „hofft auf soziale Durchmischung durch die neuen Eigentümer.“ Das sei angesichts von 52% Sozialwohnungen in der Stadt auch sinnvoll und gerechtfertigt. [36]

Gerade auch in unmittelbarer Nähe des neuen Bahnhofs Saint-Denis-Pleyel sind die Veränderungen nur allzu deutlich: Der alte Tour Pleyel, früher ein Bürohochhaus, beherbergt sein Juni 2024 ein Luxushotel mit Bar und Schwimmbad auf dem Dach. Der Besitzer des kleinen Tabac-Ladens gegenüber plant entsprechend: „Ich freue mich schon auf etwas Neues, auf neue Kundschaft, eine hochwertige Dekoration, nicht mehr die altmodischen Tische. Und das Glas (Wein) wird dann 10 Euro kosten und nicht mehr 5.“ Die Stadtverwaltung spricht in perfekter Marketing-Manier von einem „hub de hospitalité“ und einem „entertainment district“ in Bahnhofs-Nähe. [36a]

Diese „städtbauliche Revolution“ im Gefolge der Olympischen Spiele und des neuen Bahnhofs wird oft mit Superlativen beschrieben und bewertet: Es gehe um eine nachhaltigere und lebenswertere Stadt, die den Bedürfnissen der Bewohner der Île de France entspreche.[37] Dass es dabei aber auch Verlierer geben wird, ist wohl kaum zu bestreiten. Anne Clervel und Laura Wojcik bezeichnen sie als die Schiffbrüchigen, die „naufragés du Grand Paris Express“.[38] Schon als 2020 Saint Ouen an die Metro 14 angeschlossen wurde, haben sich dort die Mietpreise drastisch erhöht: Eine entsprechend massive Gentrifikation sei die Folge gewesen, wie Marc Perelman, Architekt und emeritierter Professor an der Universität Paris-Nanterre, feststellt. In Saint Denis spiele sich ein ähnlicher Prozess ab. Die 75 % der nur über den „freien“ Markt zugänglichen Wohnungen des olympischen Dorfs seien für die einheimische Bevölkerung kaum noch zugänglich. Hier entstehe ein „ghetto des riches“.[39] Nachdenklich macht in diesem Zusammenhang jedenfalls das Verhältnis von Zahl der Wohnungen zur vorgesehenen Anzahl der darin wohnenden Menschen, nämlich 2800 zu 6000. Für kinderreiche, einkommensschwache Familien des Departements ist da offensichtlich kein Platz vorgesehen. 

 Ganz anders und voller Enthusiasmus äußert sich Dominique Perrault, der Meisterplaner des olympischen Dorfs:

Paris ist gerade dabei, mit fast zwölf Millionen Einwohnern zur größten Stadt Europas zu werden, zu einer europäischen Metropole. Ich glaube, der Snobismus ist nicht mehr zeitgemäß. Am nördlichen Rand von Paris, und nicht nur da, entstehen zurzeit ganze Viertel neu. Unternehmen verlegen ihren Sitz dorthin, Universitäten ziehen in die Vorstädte. In fünf bis zehn Jahren wird es dort ganz anders aussehen als heute. Schon heute sind die Realitäten dort sehr unterschiedliche, nicht alle Vororte sind arm.“

Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und damit auch des GPE, hat für ihn in diesem Prozess eine wesentliche Bedeutung:

„In den kommenden zehn Jahren wird es allein 160 neue Bahnhöfe in den Vororten um Paris geben, darunter 70 neue Metro-Bahnhöfe, die die Bewohner dort schneller mit dem Zentrum verbinden, aber auch mit anderen Vororten rund um Paris. Man wird die Stadt nicht wie heute immer durchqueren müssen, um von A nach B zu kommen, sie wird weniger Bedeutung haben als zuvor. Ein funktionierendes Transportwesen ist ein zentraler Faktor für die Entwicklung urbaner Zentren.( …)

Diese Transformation wird sich nicht in wenigen Monaten vollziehen, sie wird Jahre brauchen. Aber sie wird Realität werden. Dass in den Vororten viele Menschen so jung sind, ist auch eine enorme Chance. Im Département Seine Saint-Denis gibt es die meisten Unternehmensgründungen in der gesamten Île-de-France. Viele ehrgeizige Bürgermeister in den Vororten wollen eine andere Zukunft für ihre Bewohner. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die Vokabel »banlieue« in wenigen Jahren nicht mehr existieren wird.“[40]

Auch als städtebaulicher Laie ist es aber doch wohl legitim, da seine Zweifel anzumelden. Wird es -selbst in einigen Jahren- die Bannmeilen, die Anne Weber in ihren Streifzügen durch das Departement 93 so eindringlich beschreibt[41], wirklich nicht mehr geben? Nicht mehr die Cités mit ihren heruntergekommenen Wohntürmen, nicht mehr die Abfallberge, nicht mehr die Roma-Siedlung mit ihren Wellblech- und Plastikplanen-Baracken, nicht mehr die Zeltlager der Migranten, nicht mehr die „chouffeurs“, die Späher, die an den Straßenecken für die Drogenhändler Schmiere stehen… ??? Und werden die Obdachlosen nicht wieder zurückkommen, die man jetzt aus Paris entfernt hat, um keinen Schatten auf die glanzvollen Olympischen Spiele zu werfen? Und wenn Perrault auf den hohen Anteil junger Menschen im Departement hinweist: In der Tat ist das 93 das „jüngste Departement“ Frankreichs. Aber abgesehen davon, dass für Kinder und Jugendliche in „seinem“ olympischen Dorf kaum Platz vorgesehen ist:  Die Schulen des Departements sind in einem beklagenswerten Zustand, die im Allgemeinen dorthin zwangsversetzten Lehrkräfte versuchen meist so schnell wie möglich wieder wegzukommen, die Unterrichtsbedingungen sind so miserabel, dass es immer wieder zu Streiks von Lehrkräften kommt.[42] Aber immerhin können sie und ihre Schüler/innen  jetzt in 40 Minuten mit der Metro 14 den Flughaften Orly erreichen…

Zu Beginn ihres Buches über die Naufragés du Grand Paris Express zitieren die Autorinnen den Mieter einer Sozialwohnung in L’Haÿ-les-Roses aus dem Jahr 2018: Er wohnte damals in der Nähe des geplanten Bahnhofs und wartete auf seine Umsiedlung:

„Sie fragen mich, was ich von Grand Paris denke? Das ist gut! Für die anderen! Das ist, wie wenn Sie mich nach dem guten Wetter in Nizza fragten. Ich antworte Ihnen: Ich bin zufrieden… für die Einwohner von Nizza. Grand Paris ist gut für die anderen, für uns ist es eine Form des Ausschlusses, uns wegzujagen…“[43] Was hier angesprochen wird, ist das, was Soziologen die soziale Zentrifuge nennen („centrifugeuse sociale“).[44] Die Verbesserung der Infrastruktur, des Transports und der Einrichtungen führt zu einer Erhöhung von Wohnungspreisen und Mieten: Alteingesessene Gruppen der Bevölkerung werden da nicht mehr mithalten können und an die weitere Peripherie gedrängt werden. Die soziale Zentrifuge gibt es in Paris seit der Zeit des Barons Haussmann, und derzeit hat sie mit dem Bau des GPE, mit der Metro 14 und den schicken „ecoquartiers“ rund um die neuen Bahnhöfe offensichtlich ihre Geschwindigkeit erhöht… Da mögen entsprechend der Vision Perraults manche alte banlieues verschwinden, aber es werden, so vermute ich, andere bleiben und weiter draußen neue entstehen… Vielleicht wird dann einmal die Metro 14 noch weiter nach Norden verlängert werden (müssen) …


[1] Sur le site de la préfecture de région Ile-de-France, le Grand Paris est présenté comme une « opportunité majeure pour le développement régional et la croissance nationale, facteur d’expansion de ses entreprises et gage de prospérité pour ses habitants » qui doit « renforcer l’attractivité et la compétitivité d’une métropole de stature mondiale ». Oliver Razemon in Le Monde 1.10.2020 https://www.lemonde.fr/blog/transports/2020/10/01/le-grand-paris-pour-la-grandeur-de-la-france/

Alle Fotos des Beitrags, wenn nicht anders angegeben, von Wolf Jöckel

Das „Titelbild“ ist ein Ausschnitt aus dem Plakat für eine Ausstellung über die Geschichte der Pariser Metro und die Zukunft des Grand Paris Express, die von November 2023 bis Juni 2024 in der Pariser Cité de l’Architecture et du Patrimoine stattfand.

[2] „chantier du siècle“  https://www.socialmag.news/25/07/2022/limpact-social-majeur-des-chantiers-du-grand-paris-express/

[3] Niklas Záboji, Olympische Hoffnungen. Die Olympischen Spiele sollen die klimafreundliche und soziale Transformation von Paris beschleunigen. Der Erfolg ist ungewiss: Viele wurde nicht rechtzeitig fertig, anderes ist ein Tropfen auf den heißen Stein. In: FAZ 27. Juli 2027 – mit einem eindrucksvollen Foto des neuen Metro-Bahnhofs Thiais-Orly.

[4]  Die erste Metro ohne Fahrer war allerdings nicht die Pariser M 14, auch wenn das teilweise behauptet wird. So beispielsweise noch kürzlich im Le Parisien:  „le premier métro automatique mondial sans machiniste dans le wagon de tête“ ! https://www.leparisien.fr/info-paris-ile-de-france-oise/transports/la-ligne-14-du-metro-tout-juste-prolongee-mais-deja-jugee-revolutionnaire-lors-de-son-inauguration-en-1998-24-06-2024- 4 Die erste automatisierte Metro-Linie weltweit war die 1983 in Lille: https://www.francebleu.fr/infos/transports/lille-il-y-a-40-ans-la-mise-en-service-du-premier-metro-autonome-au-monde-5701520

[5] https://www.bfmtv.com/paris/prolongement-de-la-ligne-14-les-chiffres-de-la-colonne-vertebrale-du-metro-parisien_AV-202406240965.html

[6] https://www.grandparisexpress.fr/actualites/14-images-nouvelles-gares-ligne-14

[7] Xavier de Jarcy  Futures gares du métro : “Le Grand Paris Express sera comme un musée”. Télérama, 3.1.2024  Futures gares du métro : “Le Grand Paris Express sera comme un musée” (telerama.fr)

[8] Zitiert in: https://www.sortiraparis.com/de/nachricht/in-paris/articles/315299-verlangerung-der-linie-14-wir-waren-bei-der-enthullung-des-bahnhofs-hopital-bicetre-dabei-unsere-fotos

Entsprechend  auch Pierre-Emmanuel Bécherand, der für die Kunstinstallationen des GPE Verantwortliche: Es handele sich um „ le plus grand parcours d’oeuvres d’art public contemporain“. https://www.lesechos.fr/pme-regions/ile-de-france/jr-stromae-vihls-ces-artistes-qui-embelliront-les-gares-du-grand-paris-express-1161822

[9] https://prolongementligne14-orly.fr/le-creusement-du-tunnel  Siehe auch: https://meinfrankreich.com/grand-paris-express-die-supermetro-fuer-paris/

[10] Ligne 14 : on a visité la gare de Saint-Denis-Pleyel, le « futur Châtelet » au nord de Paris – Le Parisien

[11] Siehe FAZ vom 8. August 2024: Vom Holzbau ohne Ökokitsch. Der Tsunami hat ihn bekehrt: Der japanische Architekt Kengo Kuma wird 70 Jahre alt.

[12] „Une signature internationale pour l’une des plus belles gares au monde“ https://www.grandparisexpress.fr/actualites/attendant-24-juin-24-infos-sur-gare-saint-denis-pleyel

Michaela Wiegel, Plötzlich lächelt Paris. Frankreich erlebt sein Sommermärchen. Olympia verwandelt die Hauptstadt zum Besseren – wohl auch über die Dauer der Spiele hinaus. FAZ 10. August 2024

Website Kengo Kuma: https://kkaa.co.jp/en/

[13] Nachfolgendes Bild aus: https://www.leaceramiche.de/projekte/gare-saint-denis-grand-paris-express

[14] Dazu und nachfolgendes Bild aus: https://www.leparisien.fr/info-paris-ile-de-france-oise/transports/gare-de-saint-denis-pleyel-pourquoi-loeuvre-dart-de-stromae-na-pas-pu-voir-le-jour-24-06-2024-N6VFXFHLANF57K3TMBOV7AFR5E.php

[15] Aus einer Informationstafel der oben genannten Metro-Ausstellung. Dort ist auch das nachfolgende Bild entstanden. Siehe auch: https://www.artdugrandparis.fr/gare-de-saint-denis-pleyel-prune-nourry-kengo-kuma

[16] https://www.grandparisexpress.fr/actualites/attendant-24-juin-24-infos-sur-gare-saint-denis-pleyel

[17]  Bild aus: https://prolongementligne14-orly.fr/gares/gare-maison-blanche  © Groupe-6 

[18] Zu Eva Jospin siehe den Blog-Beiträg über ihre Ausstellung in der Orangerie von Versailles:

Siehe auch: https://www.arte.tv/de/videos/050046-011-A/eva-jospin/

[19] La station Kremlin-Bicêtre Hôpital sera surplombée d’un moucharabieh, qui fera des jeux de lumière dans la salle d’accueil des voyageurs. https://www.20minutes.fr/paris/3304627-20220609-ratp-voici-quoi-va-ressembler-gare-kremlin-bicetre-ligne-14

[20] https://actu.fr/ile-de-france/le-kremlin-bicetre_94043/ratp-prolongement-de-la-ligne-14-du-metro-la-nouvelle-station-du-kremlin-bicetre-se-devoile_61232463.html

[21] Nachfolgendes Bild aus: https://prolongementligne14-orly.fr/gares/gare-villejuif-gustave-roussy

[22] Nachfolgendes Bild aus: https://www.grandparisexpress.fr/actualites/villejuif-gustave-roussy-plongee-au-coeur-dune-gare-emblematique

[23] Bild aus: https://www.grandparisexpress.fr/actualites/14-images-nouvelles-gares-ligne-14

[24] Bild aus: https://www.francetvinfo.fr/culture/arts-expos/architecture/stromae-jr-buren-pistoletto-decouvrez-les-projets-artistiques-et-architecturaux-des-gares-du-futur-grand-paris-express_3850201.html

[25] Zitate und voriges Bild aus: Gare de Thiais-Orly – Lyes Hammadouche & Denis Valode | L’Art du Grand Paris

Nachfolgendes Bild aus: https://www.artdugrandparis.fr/gare-de-thiais-orly-lyes-hammadouche-denis-valode#slideshow-popin

[26] Bild aus: Gare Aéroport d’Orly – Vhils & François Tamisier et Bernard Baret | L’Art du Grand Paris

Siehe auch: https://www.grandparisexpress.fr/actualites/14-images-nouvelles-gares-ligne-14

[27] https://www.euractiv.de/section/europa-kompakt/news/portugiesischer-premierminister-will-beziehungen-zu-frankreich-staerken/ 

Nachfolgendes Bild ist ein Ausschnitt aus: https://www.facebook.com/photo/?fbid=1010807600411026&set=pcb.1010807653744354

[28] Siehe den Plan local d’urbanisme der Stadt Axe 1, 1:  Promouvoir autour de la gare Kremlin-Bicêtre Hôpital un urbanisme qualitatif et innovant en entrée de ville bhttps://www.kremlinbicetre.fr/app/uploads/2021/11/2_KB_PLU_PADD_approuve.pdf

[29] Bild und Informationen aus: https://www.grandparisexpress.fr/actualites/villejuif-gustave-roussy-plongee-au-coeur-dune-gare-emblematique

[30]  Le temple de l’e-sport élira domicile à Thiais | Citoyens.com

[31] https://www.zdf.de/nachrichten/sport/olympia-2024-e-sport-spiele-2025-saudi-arabien-ioc-100.html  (23.7.2024)

[32] Anne Clerval und Laura Wojcik, Les naufragés du Grand Paris Express. Éditions La Découverte. Paris 2024, S. 164/165. Dies ist nur ein Beispiel von mehreren, die die beiden Autorinnen im Kapitel über „une politique de peuplement“ aufführen. 

[33] Nachfolgendes Bild aus: https://www.dezeen.com/2024/07/30/paris-olympic-village-dominique-perrault-interview-olympic-impact/

[34] https://olympics.com/fr/paris-2024/les-jeux/village   

https://www.welt.de/kultur/plus252666578/Olympia-Architekt-Perrault-Der-Begriff-Banlieue-wird-bald-nicht-mehr-existieren.html

https://www.spiegel.de/ausland/architekt-dominique-perrault-ueber-paris-die-banlieue-wird-es-bald-nicht-mehr-geben-a-54a64b86-a42b-42b0-9c2b-54f01cde667d

https://www.welt.de/politik/ausland/article250133938/Paris-2024-Der-beruechtigtste-Vorort-Frankreichs-ist-das-Herz-der-Olympischen-Spiele.html

Nachfolgendes Bild aus: https://fr.wikipedia.org/wiki/Village_olympique_de_Saint-Denis#/media/Fichier:Village_olympique_de_Saint-Denis_-22-08-2023_(04).jpg

[35] https://wwwD.leparisien.fr/jo-paris-2024/heritage-olympique/cest-en-seine-saint-denis-quon-jugera-lheritage-des-jeux-03-04-2024-LZKHFO5RPVFCFC7AWMOQCK4MLA.php

[36] https://site.ldh-france.org/troyes-et-aube/une-centrifugeuse-sociale-en-seine-saint-denis-les-jeux-olympiques-accelerent-la-gentrification/  und FAZ vom 10. August 2024. Das angestrebte Mischungsverhältnis der „mixité sociale“ ist allerdings sicherlich je nach politischem Standort und Interessenlage unterschiedlich. Im noblen Neuilly-sur-Seine mit seinen 5% Sozialwohnungen  hat man sicherlich ein anderes Verständnis der mixité sociale als in Seine-Saint-Denis…

[36a] Siehe: Émelie Cazi und Véronique Chocron, Autour du village olympique, une révolution urbaine accélerée. Reportage. In: Le Monde 12. September 2024, S. 14/15

[37] Siehe die hymnische Darstellung in: https://www.socialmag.news/25/07/2022/limpact-social-majeur-des-chantiers-du-grand-paris-express/

[38] Anne Clervel/Laura Wojcik, Les naufragés du Grand Paris Express. Éditions La Découverte Paris 2024

[39]  Si à terme, 25 % devraient être des logements sociaux, la majorité sera sur le marché privé. « Ces logements ne seront pas accessibles à la population locale, regrette Marc Perelman, architecte et professeur émérite à l’université Paris-Nanterre pour qui ce quartier deviendra un « ghetto de riches ». https://www.nouvelobs.com/sport/20240715.OBS91144/une-centrifugeuse-sociale-en-seine-saint-denis-les-jeux-olympiques-accelerent-la-gentrification.html

[40] Interview von Britta Sandberg mit Dominique Perrault, Eine Weltstadt im Aufbruch. In: Der Spiegel vom 11.10.2023 

[41] Anne Weber, Bannmeilen. Ein Roman in Streifzügen. Berlin: Mathes & Seitz 2024

[42] https://www.huffingtonpost.fr/life/article/en-seine-saint-denis-ces-enseignants-temoignent-de-la-vetuste-des-etablissements-scolaires_230703.html (4.3.2024)

https://www.lemonde.fr/les-decodeurs/article/2024/04/22/les-problemes-de-l-enseignement-en-seine-saint-denis-en-chiffres_6229161_4355770.html  (22.4.2024)

https://www.publicsenat.fr/actualites/education/derriere-la-greve-des-profs-en-seine-saint-denis-un-ras-le-bol-general-contre-un-sentiment-de-relegation (22.4.2024)

[43] Les naufragés du Grand Paris Express, S. 7

[44] „Sur le plan social, le GPE sera tout sauf bénéfique : il fera tourner à plein régime la « centrifugeuse sociale » en même temps qu’il aggravera l’étalement urbain.“  Leserzuschrifthttps://www.socialmag.news/25/07/2022/limpact-social-majeur-des-chantiers-du-grand-paris-express/  Siehe zur Kritik im EinzelnenLes écueils du Grand Paris Express – Métropolitiques (metropolitiques.eu)

2 Gedanken zu “Die verlängerte Metro-Linie 14 von Saint-Denis zum Flughafen Orly: technische, architektonische, künstlerische Superlative und städtebauliche und soziale Veränderungen

  1. Avatar von Unbekannt Anonymous

    Lieber Herr Jöckel,

    Ihre Darstellung der Metro-Erweiterung auch als Teil städtischer Planung ist interessant und hochaktuell.

    Kleinmütigkeit kann man den Franzosen/Parisern nicht absprechen. Was die Verkehrsinfrastruktur anbetrifft, was die künstlerische Gestaltung angeht: hier wird im Großen gedacht. Da kann man als Deutscher schon mit etwas Neid, aber auch mit Hochachtung auf diese Nation schauen. Was die Kollateraleffekte hingegen betrifft, sehe ich unangebrachten Euphemismus. Mit Recht verweisen Sie auf die gesellschaftlichen Folgen. Ich weiß nicht, in wie weit die betroffene Bevölkerung überhaupt in die Planungen einbezogen wurden. Das wäre aber unerlässlich, wollte man unsoziale Auswirkungen (Vertreibung durch zu hohe Mieten und Lebenshaltungskosten) vermeiden.

    Ulrich Schläger

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    1. Merci! Was das Denken im Großen angeht: Frankreich versteht sich eben nach wie vor -trotz aller Probleme- als „Grande Nation“. Darauf wird man täglich allein schon beim Wetterbericht in den Fernsehnachricihten hingewiesen: Nach dem Wetter in der „Metropole“ -von der Nordsee über den Atlantik bis zum Mittelmeer und zu den Alpen- geht es zu den überseeischen Departements in der Karibik, dann zum Indischen Ozean und schließlich zum Pazifischen Ozean, wo ja in Tahiti die Surfwettbewerbe der Olympischen Spiele stattfanden (jetzt allerdings in Neukaledonien bürgerkriegsähniche Zustände herrschen.) All das ist Frankreich, und das ist schon sehr eindrucksvoll….
      Wolf Jöckel

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