Der Garten von Vaux le Vicomte: Vorbild von Versailles und Muster europäischer Barockgärten
Außerordentlich wie das Schloss ist auch der Garten von Vaux-le-Vicomte. Und beide gehören zusammen, sind untrennbar miteinander verbunden. Das wird schon deutlich, wenn man das Schloss betritt: Drei große Fenstertüren des Grand Salon -ursprünglich waren es sogar lediglich Gitter- öffnen sich zum Garten. „die Architektur entwickelt eine Dynamik, die den Besucher direkt vom Schloss in den Garten weist.“ Das sah schon Mlle de Scudery: „Das Halbrund des Salons drängt nach draußen.“[1]

©Alejandro Fernandez
Das Panorama, das sich von dem leicht erhöhten Schloss auf den Garten bietet, ist grandios: „Fernab der bisher geltenden Regeln der Renaissance und des italienischen Manierismus wird ein Park ohne Mauerbegrenzung mit einer bis dahin unbekannten perspektivischen Wirkung in eine endlos scheinende Landschaft gestellt.“[2] Der in der Entstehungszeit von Schloss und Garten angefertigte Stich von Israël Sylvestre zeigt das sehr eindrucksvoll.[3]

Zum ersten Mal erhielt in dieser Epoche ein Gartenarchitekt hier die Möglichkeit einer umfassenden Planung und Gestaltung.“[4] Und er erhielt als Voraussetzung ein von Bäumen und menschlichen Ansiedlungen „gesäubertes“ Gelände: Für sein Schloss und den Garten ließ Fouquet 500 Hektar Wald roden und den kleinen Weiler Vaux schleifen, ein Rechteck von bis zu 350 m Breite und 1200 m Länge. Die hier angewandte Methode ist die der tabula rasa, die der neuen Geisteshaltung der zentralistischen Macht entspricht. Die in Versailles in gigantischem Ausmaß demonstrierte uneingeschränkte Macht des absoluten Herrschers über seine Untertanen und über die Natur zeichnet sich schon hier ab.[5]
Von der Schlossterrasse aus überblickt man den durch eine Hauptachse gegliederten Garten. In der Mitte das sogenannte Broderieparterre, zwei symmetrisch angelegte teppichartige Beete mit einem kunstvollen Muster beschnittener Buchsbaumhecken. Zur Entstehungszeit des Schlosses von Vaux-le-Vicomte galten sie als der vornehmste Schmuck eines Gartens.[6]

Foto: Frauke Jöckel 26.5.2012
Die Bäume dahinter, die den Garten einfassen, sind exakt in Reih und Glied aufgereiht: Auch sie sind ein Ausdruck der absoluten Herrschaft über die Natur. Die erwies sich in den letzten Jahren allerdings gewissermaßen als Spielverderber: Schädlinge und Krankheiten setzten den Buchsbaumhecken so zu, dass sie durch Bänder aus glänzendem Aluminium ersetzt wurden.[7]


Die Gartenpartien neben dem Broderieparterre sind allerdings keineswegs symmetrisch.

Die Treue zum König wollte Fouquet durch das parterre de la Couronne auf der linken Seite beweisen. Es bezieht sich auf das im linken Teil des Schlosses gelegene Appartement des Königs. [8]

In der Mitte dieses Gartenteils liegt der „Kronenbrunnen“. Hier schwebt eine goldene Krone scheinbar auf der Wasserfläche eines Teiches und spiegelt sich in der Sonne.

Die rechte Seite des Broderieparterres wird von Nutzgärten bestimmt: Einem Blumenparterre -dem einzigen im gesamten Garten- und einem Obst- und Gemüsegarten.
Fouquet war ein „ausgesprochener Liebhaber von Blumen“- er „ließ sich sogar aus Rom Hyazinthen kommen, die er besonders schätzte.“ Trotzdem spielen Blumen in dem Garten von Vaux-le-Vicomte nur eine Nebenrolle.“ Zweifellos galt die Vorliebe Le Nôtres „anderen Materialien und Elementen wie Rasen, Kies und Wasser: Auf diese Weise machte er seine Schöpfungen weitgehend unabhängig vom Einfluss der Jahreszeiten und verlieh ihnen etwas Unveränderliches.“[9]
Für die Anlage des Obst- und Gemüsegartens engagierte Fouquet Jean-Baptiste de la Quintinie, der eine vielversprechende juristische Laufbahn abgebrochen hatte, um seiner Berufung als Gestalter von Nutzgärten zu folgen. Quintinie konzipierte den potager von Vaux-le-Vicomte, der allerdings nicht mehr existiert. Und er gehörte mit Le Nôtre, Le Vau und Le Brun zu der Künstlergruppe, die nach dem Fall von Fouquet von Ludwig XIV. „übernommen“ wurde. In Versailles schuf er, vom Sonnenkönig hoch geachtet, den „potager du roi“, der den königlichen Hof mit Obst und Gemüse versorgte.

Eingang des ehemaligen Nutzgartens
Eine prägende Bedeutung hatten die Wasserspiele des Gartens. Insgesamt gab es 36, von denen allerdings nur noch 20 heute existieren: Der Reichtum an Springbrunnen war für die Zeitgenossen ein wesentliches Kriterium für die Wertschätzung eines barocken Gartens. Und Wasser war in Vaux reichlich vorhanden. Es gab beim Bauplatz Bäche und das Flüsschen Anqueil, die genügend Wasser lieferten, um die vielen Springbrunnen zu betreiben. Hier waren also nur recht begrenzte Wasserbaumaßnahmen erforderlich, im Gegensatz zu dem dafür topografisch ungeeigneten Versailles, wo selbst pharaonische Bauwerke nicht ausreichten, um Ludwigs XIV. größenwahnsinnige Vorstellungen ewig sprudelnder Fontänen zu erfüllen.

Les Bassins des Tritons

Das Motiv des Wassers steigert sich vom Schloss kommend immer mehr. Beim Gang durch den Garten erwarten den Spaziergänger immer neue Überraschungen. Dazu gehörte auch die von Springbrunnen gesäumte Allee auf der Sichtachse des Gartens zwischen den Bassins des Tritons. Sie war gesäumt von mehreren Dutzend Fontänen, die heute durch Marmorvasen ersetzt sind. Madelaine de Scudery nannte die Allee eine „balustrade de cristal“.[10]

Das Ende dieser Wasserallee bildet ein großes quadratisches Wasserbecken. In ihm spiegelt sich -eine weitere Überraschung- das 500 Meter entfernt liegende Schloss in voller Größe: Der erste miroir d’eau eines französischen Gartens.
Zu den auf den Spaziergänger wartenden Überraschungen gehören auch der vom Schloss aus nicht sichtbare große Kanal, in dem das Wasser des Flüsschens Anqueil aufgestaut ist, und die große Kaskade.

Dazu Madeleine de Scudery 1661: „Hinter dem großen quadratischen Becken steigt man … hinab und jetzt sieht man etwas völlig Überraschendes. Tatsächlich kann sich die Phantasie etwas so Großes, so Schönes und so Glanzvolles nicht vorstellen; die Natur, so mächtig sie auch ist, kann etwas so Schönes nicht hervorbringen, und die Kunst, die sich so häufig rühmt, sie nachzuahmen, sie gar zur übertreffen und stets zu schmücken, könnte etwas so Wunderbares nicht erschaffen. So darf man sagen, dass das, was man an eben diesem Ort sieht, das Meisterwerk der Verbindung von Kunst und Natur ist.“[11]

Blick von der Kaskade auf den Kanal

La Fontaine rühmte in seinem Songe de Vaux die Zahl und Vielfalt der Springbrunnen. Hortésie, die Muse der Gärten, preist die „hundert verschiedenen Formen“: manchmal ruhe das Wasser, manchmal fließe und manchmal springe es empor; und immer sei es eine Freude für die Augen.[12]



In die beiden Grottenhöhlen (Plan Nr. 18) sind die Skulpturen zweier Flussgötter eingefügt. Hier in der linken Grottenhöhle der einheimische Flussgott Anqueuil ….

…. rechts der Tiber. „Mit diesem Gegensatzpaar präsentiert sich Vaux-le-Vicomte in Abgrenzung zu Italien und diesem überlegen.“
Während der Tiber in melancholischer Pose seinen Kopf auf die linke Hand gestützt hat, zeigt sich „der die Anlage durchfließende und die unzähligen Wasserspiele unversieglich speisende Anqueuil …. üppiger und zufriedener als der römische Tiber, der sein Ansehen nur aus vergangener Schönheit zu schöpfen scheint.“[13]
Die Treppenaufgänge rechts und links der Grotte werden von zwei Löwen flankiert, jeweils in Begleitung eines Eichhörnchens, dem Wappentier Fouquets.[14]

© Thierry Prat
Der jeweils äußere Löwe hält in seinen Pranken ein Füllhorn, Symbol des unter der Herrschaft des Sonnenkönigs verheißenen Wohlstandes. Und in diesem Füllhorn kann man das Eichhörnchen erkennen, das die Früchte des Wohlstandes genießt.

Bei den beiden inneren Löwenskulpturen hält der Löwe zwischen seinen Pranken vorsichtig und schützend ein Eichhörnchen. Der königliche Löwe und das Eichhörnchen sind hier harmonisch vereint: Fouquet war, als er Vaux-le-Vicomte bauen ließ, eine sehr einflussreiche, aber doch auch umstrittene Persönlichkeit. Das von einer Schlange (Colbert) verfolgte Eichhörnchen im cabinet des Jeux des Schlosses veranschaulichte das. Insofern ist die doppelte Darstellung des von dem Löwen beschützten Eichhörnchens auch eine unmissverständliche Botschaft an Ludwig XIV.

Den Abschluss der Wasserspiele bildet die in der zentralen Achse des Garten liegende, von Zeitgenossen vielbewunderte Garbe[15], die allerdings im 19. Jahrhundert nur unvollständig rekonstruiert wurde. Auf der Anhöhe dahinter steht eine bronzene Statue des Herkules Farnese. Leicht auf seine Keule gelehnt, ruht er sich von seinen Werken aus. Die kürzlich wieder frisch vergoldete Statue wurde erst 1891 aufgestellt, entspricht aber den ursprünglichen Planungen des Gartens und seiner Skulpturen.[16] „Die Herkulesstatue nimmt die Götterthematik wieder auf, die mit dem Hermengitter des Eingangs in Vaux eingeführt wurde. Sie bildet den Abschluss der Anlage und kennzeichnet damit eine weiteres Mal Vaux-le-Vicomte als einen von den Göttern bewohnten und bewachten Ort.“[17]

Überraschend ist die Perspektive vom Herkules-Hügel auf das Schloss. Es erscheint fast zum Greifen nahe, das ganze Ausmaß des Gartens bleibt im Verborgenen. Wie auch von der Schlossterrasse aus sind wesentliche Teile und Ebenen des Gartens nicht sichtbar, sondern der Besucher entdeckt sie erst nach und nach. Das Schloss dagegen präsentiert sich besonders imposant: Die Wirtschaftsgebäude scheinen auf gleicher Höhe direkt neben dem Schloss zu liegen. Der Autor des Berichts über das Fest vom 17. August 1661 hebt das besonders hervor: „Ich will diesen Ort nicht verlassen, ohne euch zu sagen, dass sich hier die schönste Perspektive der Welt dargeboten hat; das Schloss ist eines der schönen Gebäude, die man sieht, tatsächlich ist es der Blickfang zusammen mit den beiden Wirtschaftsgebäuden der Nebenhöfe, und diese wirken trotz der ziemlich weiten Entfernung so, als wären sie mit dem Schloss verbunden, um seine Ausdehnung größer erscheinen zu lassen.“[18] Dass auch die Wirtschaftsgebäude architektonisch anspruchsvoll gestaltet sind, erweist sich gerade aus dieser Perspektive als sehr einsichtig.

Hier zeigt sich ein von Le Nôtre für Vaux-le-Vicomte konzipiertes beidseitiges Spiel mit den Perspektiven, das auch und vor allem den Blick von der Schlossterrasse auf den Garten charakterisiert.

Le Nôtre bedient sich dabei illusionistischer Effekte: der Methode der abgeschwächten Perspektive (perspective ralenti): „Le Nôtre manipuliert den Raum, indem er die Flächen und Skulpturen des Gartens unter Beachtung ihrer unterschiedlichen Entfernungen derart dimensioniert, dass sie sich vom Schloss aus in ihrer Größe nicht unterscheiden und somit der Effekt der Fluchtperspektive vermindert wird.“ Der 6 m hohe Herkules-Koloss am Ende des Gartens erscheint vom Schloss aus gesehen eher mannshoch. Und zu den illusionistischen Effekten gehört auch „der fortwährende Wechsel von Verbergen und Enthüllen, der zu einem Kennzeichen des französischen Gartens werden sollte.“[19]
Kurz hinter dem Eingang zum Tuilerien-Garten, den ebenfalls Le Nôtre geplant hat, ist auf der linken Seite seine Büste in die Mauer eingelassen. Da werden die Gärten von Versailles, Chantilly, Saint-Cloud und Meudon als seine herausragenden Kreationen genannt. Vaux-le-Vicomte fehlt, auch wenn es der erste und wegweisende Barockgarten Le Nôtres und Europas war.

Für mich ist das ein Hinweis auf das weitere Schicksal Fouquets und Vaux-le-Vicomtes. Indem dies ausgeblendet wird, fällt kein Schatten auf den „Sonnenkönig“ und sein Schloss. Es steht unangefochten am Anfang…
Das Fest vom 17. August 1661 in Vaux-le-Vicomte und der Fall Fouquets
Der 17. August 1661: Ein Höhepunkt barocker Festkultur
Fouquet ließ es an nichts fehlen, um ein außergewöhnliches Fest für den Besuch des Königs und seines Gefolges zu veranstalten und sich damit als loyaler Diener zu beweisen. Mit der Organisation wurden François Vatel und Charles Le Brun beauftragt: Der Haushofmeister Vatel für die Verköstigung der Gäste, Le Brun für die Dekorationen in Schloss und Garten. Dazu erhielt Molière den Auftrag, ein Bühnenstück für das Fest zu verfassen und aufzuführen; der italienische Maschinist Toricelli war für die Bühnendekoration zuständig und das Feuerwerk.[20] Auch für die musikalische Untermalung musste gesorgt werden. Da das Schloss noch nicht fertiggestellt war, ließ Fouquet Möbel, Tapisserien, Wäsche und silbernes Tafelgeschirr von seinen anderen Besitzungen kommen und kaufte dann noch Fehlendes hinzu. Immerhin gehörten etwa 500 Personen zum Tross des Königs und der Königinmutter, Anne d’Autriche, „die Blüte Frankreichs“, wie es in einem zeitgenössischen Bericht hieß.[21]

Foquet empfängt am 17. August 1661 Ludwig XIV. und sein Gefolge in seinem Schloss[22]
Nachdem sich die von Fontainebleau gekommenen Gäste von der Fahrt in der sommerlichen Hitze erholt hatten, folgten eine Schlossbesichtigung und ein Rundgang bzw. eine Rundfahrt durch den Garten.
Danach begab man sich wieder ins Schloss, wo im zentralen Salon, „groß wie eine Kathedrale“,[23] ein Festmahl die Gäste erwartete: Ein sogenanntes ambigu, bei dem alle Speisen gleichzeitig aufgetragen werden.
Dazu Félibien über seinen Festbericht: „Ich fand einen sehr guten Platz, an dem man uns Fasane, Ortolane[24], Wachteln, Rebhühner, Bisque[25], Ragouts und andere gute Stücke und reichlich Wein aller Art servierte. Die Tische wurden mehr als fünf oder sechs Mal neu gedeckt, und es gab niemanden, der nicht vollauf zufrieden war.“ Ein Violinkonzert diente als musikalische Untermalung.
Nun ging es wieder in den Garten. Dort präsentierte Molière auf einer eigens dafür hergerichteten Bühne Les Fâcheux, die er extra für diesen Anlass geschrieben und in drei Tagen einstudiert hatte. Zu Beginn betrat Molière die Bühne, beklagte die kurze Zeit der Vorbereitung und den Mangel an Schauspielern. Nur der König könne mit seinen Zauberkräften hier Abhilfe schaffen. So verwandelten sich auf einen Wink Ludwigs die Statuen und Bäume der Bühnendekoration nach und nach in lebendige Wesen, und das Spiel konnte beginnen. Es ist die erste Ballettkomödie der Theatergeschichte und der Anfang einer langen Zusammenarbeit Molières mit dem Ballettmeister Pierre Beauchamp.
Nach dem Theater ein weiterer spektakulärer Höhepunkt: Ein grandioses Feuerwerk, bei dem nach zeitgenössischen Berichten mehr als 400 Lilienblüten und 16 große Figuren in den Himmel gezaubert wurden. Heute wird dergleichen am 14. Juli in Paris mit hunderten von Drohnen gemacht, aber offenbar war das schon damals möglich… Und dann erschien, begleitet von Trompetenfanfaren und Trommelwirbeln, auf dem großen Kanal auch noch „die kunstvoll gestaltete Attrappe eines Wals, der ebenso unzählige Rauchraketen und Feuerwerkskörper entsprangen“, sodass der Eindruck entstand, man befinde sich mitten in einer großen Seeschlacht.
Nachdem die letzten Raketen verglüht waren, machte sich die Festgesellschaft auf den Weg zurück zum Schloss, wurde dabei aber von einem weiteren Feuerwerk begleitet: „Aus dem Kuppelturm des Schlosses schossen Schwärmer und Schlangen in den Himmel und bildeten einen Bogengang, unter dem die Gäste hindurchschritten.“[26] In dem von Kerzen beleuchteten Schloss gab es dann nochmal einen Imbiss, zu dem „die schönsten und seltensten Früchte“ (Félibien) gereicht wurden. Weit nach Mitternacht verließen dann die Gäste unter Trommelwirbeln das Schloss und fuhren zurück nach Fontainebleau.
Das Fest vom 17. August 1661 war nicht das erste in Vaux-le-Vicomte, und bei königlichen Besuchen anderer Schlösser und hoher Herren gab es auch schon Feste mit ähnlichen Darbietungen wie denen des großen Festes von Vaux. Noch niemals aber waren diese Festelemente in dieser umfassenden Form und in dieser Perfektion präsentiert worden. Alles wetteiferte darin, wie La Fontaine schrieb, den König zu erfreuen. Noch tagelang danach war das Fest Gesprächsthema des Hofes und La Fontaine und Félibien veröffentlichten ausführliche Beschreibungen, die „die Magie des Festes“ weiter verbreiteten.[27]
Die Verhaftung und der politische Prozess gegen Fouquet
Fouquet konnte sich also Hoffnungen machen, mit diesem Fest seine Stellung beim König gefestigt zu haben. Allerdings war dem nicht so, ganz und gar nicht. Schon vor dem Fest war sein Sturz beschlossene Sache. Fouquet hatte also „keine Chance mehr“.[28] Ursprünglich war sogar geplant, die Verhaftung noch in der Nacht des Festes vorzunehmen. Die wurde allerdings dann auf den 5. September verschoben, als der nichtsahnende Fouquet an einer Versammlung in Nantes teilnahm. Da wurde er auf Befehl des Königs von d’Artagnan und seinen Musketieren verhaftet[29], zunächst in das Schloss von Angers und schließlich nach Vincennes gebracht, wo er im Donjon des Schlosses nicht der erste und letzte prominente Gefangene war und blieb…
In der Literatur werden mehrere Gründe für die Verhaftung Fouquets genannt:
- Der Einfluss Colberts, der alles daran setzte, seinen Konkurrenten beim jungen König verdächtig zu machen.[30] Colbert hat den Fall seines Rivalen betrieben und die Verhaftung Fouquet bis ins letzte Detail organisiert.[31] „Colbert tat alles dazu, Fouquet zu diffamieren, um die enormen Geldzuflüsse vergessen zu machen, die er zu Zeiten Mazarins erhalten hatte. Colbert baute sein Ansehen als ehrenwerter Mann, als effizienter Reformator, als hingebungsvoller Minister im Dienste des Staatswohls auf dem Ruin des Ansehens seines Gegners auf.“ [32] Und Colbert war es dann ja auch, der ganz unmittelbar das politische Tribunal gegen Fouquet steuerte.
- Das Fest vom 16. August 1661 hat sicherlich keine ausschlaggebende Rolle gespielt. Aber sicherlich hat Ludwig XIV. den Glanz von Vaux-le-Vicomte nicht ertragen und gewissermaßen von Fouquet in den Schatten gestellt zu werden. Immer wieder wird angesprochen, wie der König voller Neid und Zorn das Fest verließ. Auf dem Rückweg nach Fontainebleau soll der seiner Mutter gesagt haben, man müsse diesen Leuten -d.h. Fouquet- an die Gurgel gehen „War es zu Zeiten Mazarins und seiner Regierung durchaus vertretbar gewesen, dem jungen und unerfahrenen König gegenüber die eigenen Führungsqualitäten zu rühmen“ – wie dies mit dem Schlossbau von Vaux-le-Vicomte geschah- „so bedeutete dies nach der Regierungsübernahme eines sich für mündig erklärenden Monarchen einen Affront. Die Wende von 1661 machte die baulichen Investitionen des Finanzministers zu einer Waffe, die sich gegen ihn zu richten drohte.“ (Howald, S. 173)Ludwig, der gerade auf dem Weg zur absoluten Herrschaft war, setzte alles daran, die Erinnerung an Vaux und Fouquet auszulösen. Das Schloss wurde seiner Kunstschätze beraubt, selbst die Orangenbäume aus dem Garten wurden ausgegraben und nach Versailles gebracht, wo Schloss und Garten Vaux übertrumpfen sollten. Dazu übernahm Ludwig das Personal Fouquets: Le Vau, Le Nôtre, Le Brun, La Quintinie, die Vaux geschaffen hatten. Dazu Molière, die nun alle bereitwillig in den Dienst des Sonnenkönigs traten und seinen Ruhm mehrten. Und Ludwig veranstaltete in Versailles grandiose Feste, die die „demütigende Erinnerung an das Fest von Vau“ auslöschen sollten. So die Plaisirs de l’Île enchantée, die eine ganze Woche lang vom 6. bis 13. Mai 1664 in den Gärten von Versailles stattfanden.[33]
- Fouquet eignete sich hervorragend als Sündenbock, und einen Sündenbock konnten Ludwig und Colbert gut gebrauchen. Frankreich war durch lange Kriege belastet, die Staatskassen leer, die Steuerlast hoch. Wie gut, dass man da in Fouquet einen Schuldigen ausmachen konnte. So war es möglich, den bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert in Frankreich lebendigen Mythos eines guten Königs aufrecht zu erhalten und für alle Übel schlechte Ratgeber verantwortlich zu machen.[34] Da lag es nahe, den Reichtum Fouquets als hemmungslose Bereicherung auf Kosten des Staates anzuprangern und ihn für die finanzielle Misere verantwortlich zu machen. Voltaire hatte dazu schon bemerkt, dass man Fouquet wesentlich weniger Vorwürfe machen konnte als dem sich hemmungslos bereichernden Kardinal Mazarin.[35] Dabei war Fouquet derjenige, „der die bereits zu seinem Amtsantritt schlechte Finanzlage der Krone über das Ende des Spanischen Krieges hinweg und trotz der unaufhörlichen pekuniären Forderungen Mazarins gerettet hatte.“ Und dabei hatte Fouquet auch sein eigenes Vermögen eingesetzt und dabei auch das Schloss von Vaux gegenüber den Gläubigern als Beleg für seine Zahlungskraft verwendet.[36]
- Der wohl wichtigste Grund für die Verhaftung Fouquets war aber wohl, dass dieser dem Wunsch Ludwigs im Wege stand, die Alleinherrschaft zu übernehmen. Die Zeugen des Coups vom 5. September 1661 verstanden, dass jetzt das persönliche Regiment Ludwigs XIV. begann.[37] 10 Tage nach der Verhaftung Fouquets schaffte Ludwig das Amt des Finanzministers ab und schuf einen Conseil royal des finances. Und das Amt eines Premierministers, das zu erhalten sich Fouquet nach dem Tod Mazarins Hoffnungen gemacht hatte, wurde selbstverständlich ebenfalls abgeschafft.

Mit Fouquet sollte nach dem Willen Ludwigs XIV. ein im wahrsten Sinne des Wortes kurzer Prozess gemacht werden. Es war ein von oben gesteuerter politischer Prozess, der geradezu zu einem zeitlosen „Archetyp eines politischen Prozesses“ wurde.[38]
Eigentlich hätte dieser Prozess vor dem Parlament von Paris stattfinden müssen. Stattdessen wurde aber ein Sondertribunal gebildet mit von Colbert und dem König handverlesenen Mitgliedern[39], deren Auftrag es war, Fouquet zum Tode zu verurteilen. Fouquet wurde in Isolationshaft gehalten; auf Befehl Colberts wurden wichtige Dokumente gefälscht, entlastende Dokumente vernichtet. Zeugen, die zugunsten Fouquets hätten aussagen können, wurden nicht gehört. Um Fouquet keine öffentlichkeitswirksamen Auftritte zu ermöglichen, fanden die Verhandlungen in rein schriftlicher Form statt, „comme à un muet“ in der damaligen Terminologie, also wie mit einem Stummen. Prozessberichte, die die skandalöse Bereicherung Fouquets belegen sollten, wurden gezielt an die Öffentlichkeit gebracht. Aber Fouquet setzte sich zur Wehr. Er war ja auch ein brillanter Jurist und kämpfte wie ein Löwe: Einzelne Punkte der Anklage zerpflückte er detailliert. Seiner Frau, die immer zu ihm hielt, gelang es, heimlich Verteidigungsschriften ihres Mannes drucken zu lassen und zu verbreiten. Und dann gab es auch noch Freunde, die zu ihm hielten und sich für ihn einsetzten: Zuallererst La Fontaine, der in seiner Elégie aux Nymphes de Vaux vom Mai 1662 das Unglück Fouquets beklagte und, wie dann auch noch in seiner Ode au Roi, versuchte, den König umzustimmen und ihm nahelegte, Milde gegenüber Fouquet walten zu lassen. Und dann kursierte auch unter der Hand La Fontaines zu seinen Lebzeiten nie veröffentlichte Fabel vom Eichhörnchen (Fouquet) und dem bösen Fuchs, eine unverkennbare Kritik an Fouquets Intimfeind Colbert.[40]
Auch Madame de Sévigné, die mit Fouquet Briefe ausgetauscht und der Fouquet den Hof gemacht hatte, hielt zu ihm. Es traf sich gut, dass ihr Vetter Olivier Lefèvre d’Ormesson von Ludwig XIV. zum Richter und Berichterstatter des Prozesses ernannt wurde. Diese Beziehung nutzte sie und machte sich bei ihm gewissermaßen zur Fürsprecherin der Freunde Fouquets. Sie war auch insofern betroffen, als bei den Durchsuchungen der Güter Fouquets eine Kassette mit intimen Briefen von Damen („poulets“!) gefunden wurde, die der notorische Verführer dort gesammelt hatte. Darunter waren auch Briefe von Madame de Sévigné, die nun die Rache Ludwigs XIV. fürchtete. Der ließ sich sogar diese Briefe vorlegen, überzeugte sich aber davon, dass Madame de Sévigné allen Verführungskünsten Fouquets widerstanden hatte. Vielleicht war er auch von der schriftstellerischen Qualität der Briefe beeindruckt, sodass er Madame Sévigné und ihrer Tochter sogar den königlichen Hof öffnete. Ihre Tochter Françoise durfte sogar mehrfach in Ballettaufführungen mit ihm tanzen, und beide Damen gehörten im Mai 1664 zu en Gästen des prächtigen Festes, mit dem der Park von Versailles eingeweiht wurde. [41]
Allmählich kam es denn auch zu einer Veränderung interessierter und meinungsbildender Schichten der französischen Bevölkerung. Hatte man zunächst noch mit Bewunderung den „coup de majesté“ des jungen Monarchen begrüßt, so wurde Fouquet im Laufe des Prozesses immer mehr als Opfer gesehen. Und die Verhandlungen zogen sich immer mehr hin. Ganze drei Jahre dauerte der Prozess, vom 14. November 1661 bis zum 20. Dezember 1664.
Am Ende widersetzten sich die Richter mit 13 zu 9 Stimmen den Wünschen ihres Königs und Colberts, die Todesstrafe zu verhängen. Fouquet wurde „lediglich“ dazu verurteilt, Frankreich zu verlassen. Madame de Sévigné jubelte. Sie sei „außer sich vor Freude“: Insgesamt seien 13 Richter dem Votum ihres Vetters gefolgt und hätten gegen die von Ludwig XIV. gewünschte Todesstrafe gestimmt. „Unser armer Freund ist gerettet“, schrieb sie in einem Brief. [42] Aber weder Colbert noch Ludwig mochten sich einen Fouquet in Amsterdam oder London vorstellen. Fouquet hätte dort über beträchtliche Handlungs- und Einflussmöglichkeiten verfügen können. In einem einzigartigen Akt absoluter Herrschaft kassierte Ludwig das Urteil und verhängte eine lebenslange Haft. Am 16. Juli 1665 wurde Fouquet von d’Artagnan und seinen Musketieren in die Alpen-Festung Pignerol gebracht. Dort blieb er bis zu seinem Tod am 23. März 1680.

Die Festung Pignerol, in der Fouquet die letzten 26 Jahre seines Lebens verbrachte [43]
Das versiegelte und seiner Kunstschätze beraubte Schloss wird 1673 der Witwe Fouquets zurückgegeben, die es aber verkauft. Das Schloss übersteht die Revolution unbeschadet, verfällt aber nach 1847 in einen 30-jährigen Dornröschenschlaf, weil die Besitzer nicht mehr in der Lage sind, die notwendigen Erhaltungsmaßnamen zu finanzieren. 1875 wird der Besitz in drei Teile aufgeteilt: Schloss, Garten und Nebengebäude, die versteigert werden sollen. Um eine Aufspaltung zu verhindern, wendet sich der Präfekt des Departements an seinen Freund Alfred Sommier, einen reichen Industriellen und Kunstliebhaber, der den gesamten heruntergekommenen Besitz kauft und Schloss und Park mit erheblichen Geldmitteln restauriert.

Portrait von Alfred Sommier in dem nach ihm benannten Hotel – seinem ehemaligen Stadtpalais in der rue de l’Arcade in Paris
Seit 1877 ist das Schloss nun im Besitz der Familie – es ist das größte monument historique Frankreichs, das sich im Privatbesitz befindet. Von Mäzenen unterstützt wird an der Anlage kontinuierlich weitergearbeitet, um ihr möglichst viel von dem alten Glanz wiederzugeben. Dabei ist auch an die Inbetriebnahme weiterer Fontänen gedacht, die es einmal gab… Und die soirées aux chandelles sollen ein wenig den Glanz des großen Festes vom 17. August 1661 erleben lassen.
Praktische Hinweise
Von Paris aus erreicht man das Schloss mit dem Transilien Linie R nach Melun. (Erste Station des Zuges Richtung Montereau ab Gare de Lyon, 25 Minuten. Als Fahrkarte dient der Pass Navigo.
Ab Bahnhof Melun gibt es einen vorab zu buchenden Shuttle-Bus (Navette).
Alternative: Taxi oder Uber, was -wenn überhaupt- kaum teurer ist, bei mehr als 2 Personen sogar günstiger und schneller.
Schloss und Park sind vom 15. März bis 3. November täglich von 10-17.30 h geöffnet.
Die Springbrunnen sind nur noch während der soirées chandelles in Betrieb. Bei dieser Gelegenheit auch Feuerwerk. https://www.tourisme-seine-et-marne.fr/visiter-decouvrir/798844-soirees-chandelles-vaux-vicomte/

Plan des Gartens von Vaux-le-Vicomte. Aus Brix, Der barocke Garten.
Literatur
Alain Baraton, Le Jardinier de Versailles. Grasset 2006, S. 153ff
Vaux-le-Vicomte. Château & jardin. Herausgegeben von der Association Les Amis de Vaux-le-Vicomte 2022
Yves-Marie Bercé (membre de l’Académie des inscriptions et belles lettres), Nicolas Fouquet, le « coup de majesté » de Louis XIV et la fête de Vaux-le-Vicomte du 17 août 1661. In: Canal Académies, Les Podcasts de l’Institut de France. 14. August 2011 https://www.canalacademies.com/emissions/un-jour-dans-lhistoire/nicolas-fouquet-le-coup-de-majeste-de-louis-xiv-et-la-fete-de-vaux-le-vicomte-du-17-aout-1661
Michael Brix: Der barocke Garten. Magie und Ursprung – André Le Nôtre in Vaux-le-Vicomte. Stuttgart 2004
André Félibien, Relation des magnificences faites par M. Fouquet à Vaux-le-Vicomte lorsque le Roy y alla, le 17 aoust 1661, et de la somptuosité de ce lieu. Le Fablier. Revue des Amis de Jean de La Fontaine Année 1999, pp. 31-34
Jean de La Fontaine, « Lettre à Maucroix »Relation d’une Fête donnée à Vaux. In: Oeuvres diverses, Paris, Didot, 1729, t. III, p. 296-304. https://moliere21.cnrs.fr/la-fontaine-lettre-a-maucroix/
Bénédictine Garnier und Francoise de La Moureyre, La folle course de Charles Le Brun dans le Grand Salon de Vaux-le-Vicomte. In: Bulletin du Centre de Recherche du Château de Versailles 14/2017 https://journals.openedition.org/crcv/14530?lang=en
Chantal Grell, En guise d’introduction: Nicolas Fouquet au tribunal de l’histoire. In: Les Années Fouquet: Politique, Société, Vie Artistique et Culturelle dans les années 1650. Münster: LIT 2001
Christine Howald, Der Fall Nicolas Fouquet: Mäzenatentum als Mittel politischer Selbstdarstellung 1653–1661. München 2011.
Stéphane Maltère, Madame de Sévigné. Éditions Gallimard 2013
Alain Mérot, Temple des Muses, Palais du Soleil: les plafonds peints par Charles Le Brun au château de Vaux-le-Vicomte. In: Les Années Fouquet. LIT 2000
Marion Müller, Représentation politique et ambition artistique. Le décor de Charles Le Brun pour la chambre des Muses au château de Vaux-le-Vicomte. Bulletin du Centre de Recherche du Château de Versailles 14/2017 https://doi.org/10.4000/crcv.14617
Marion Müller, Das Schloss als Zeichen des Aufstiegs Die Ausstattung von Vaux-le-Vicomte im Kontext repräsentativer Strategien des neuen Adels im französischen 17. Jahrhundert. Universität Heidelberg 2022 https://heiup.uni-heidelberg.de/catalog/book/819
Hanno Dampf, Die Entwicklung der Gartenanlagen von der Renaissance zum Barock. Eine Gegenüberstellung der Villa Lante und Vaux-Le-Vicomte.
Schweizer, Stefan: André le Nôtre und die Erfindung der französischen Gartenkunst, Berlin: Wagenbach 2013
Anmerkungen
[1] Zitat von Mlle de Scudéry und vorausgehendes Zitat aus Howald, S. 129. Siehe dazu auch Brix, Der barocke Garten, S. 52: „Wenn schließlich noch die Eingangstüren an der Hofseite geöffnet waren, konnte man durch das ganze Gebäude hindurch bis zum Ende des Gartens schauen.“
Nachfolgendes Foto: https://media.vaux-le-vicomte.com/wp-content/uploads/2019/12/10124149/Vaux-le-Vicomte_C_Alejandro_Fernandez_Fotografo_2016_3-1024×683.jpg
[2] Thomas Ster, Andeutungen zur Geschichte der europäischen Gartenkunst. In: Carinthiall 192, Klagenfurt 2002, S. 261-286
[3] Israël Silvestre, Château de Vaux-le-Vicomte, vue et perspective générale des jardins Photo (C) RMN-Grand Palais (musée du Louvre) / Michel Urtado. S.a. https://www.meisterdrucke.lu/fine-art-prints/Isra%C3%ABl-Silvestre-the-Younger/62558/Vue-en-perspective-du-jardin-de-Vaux-le-Vicomte.html
Silvestre hat eine ganze Serie von Stichen über den Garten von Vaux-le-Vicomte angefertigt. Siehe auch: https://vaux-le-vicomte.com/decouvrir/les-jeux-deau/
[4] Howald, S. 125
[5] Den Begriff der tabula rasa verwendet, auf den Garten von Vaux-le-Vicomte bezogen, Thierry Mariage. Zit. bei Brix, S. 161. Entsprechend. Thomas Ster, Andeutungen zur Geschichte der europäischen Gartenkunst. In: Carinthiall 192, Klagenfurt 2002, S. 261-286
[6] Die Broderien wurden in den 1920-er Jahren rekonstruiert, allerdings nicht in der ursprünglichen Feinheit. Siehe Brix, Der barocke Garten, S. 70f
[7] https://media.vaux-le-vicomte.com/wp-content/uploads/2019/07/01152225/DP-Une-%C5%93uvre-dart-dans-les-jardins-de-Vaux-le-Vicomte.pdf
[8] Nachfolgendes Bild aus: https://vaux-le-vicomte.com/decouvrir/les-jeux-deau/
[9] Brix, Der barocke Garten, S.72
[10] « Le Nôtre a fait en sorte que le promeneur ne puisse jamais anticiper ce qui l’attend » – Patrick Borgeot, chef jardinier de Vaux-le-Vicomte
[11] Zitiert bei Brix, der barocke Garten, S. 60
[12] C’est à Vaux-le-Vicomte que naquit sous la plume de La Fontaine (qui y séjourna quatre ans) Hortésie, la muse des jardins, dans Le Songe de Vaux. Nul mieux qu’elle n’a décrit les effets produits par les eaux de l’Anqueil : « Je donne au liquide cristal Plus de cent formes différentes, Et le mets tantôt en canal, Tantôt en beautés jaillissantes ; On le voit souvent par degrés Tomber à flots précipités ; Sur des glacis je fais qu’il roule, Et qu’il bouillonne en d’autres lieux ; Parfois il dort, parfois il coule, Et toujours il charme les yeux. » https://www.connaissancedesarts.com/monuments-patrimoine/jardins/les-jardins-de-vaux-le-vicomte-le-chef-doeuvre-de-le-notre-11136228/
[13] Howald S. 133
[14] Nachfolgenes Bild aus: https://journals.openedition.org/crcv/14530?lang=en
[15] In seinem Brief an M. Maucroix über das Fest vom 17. August 1661 hebt La Fontaine drei Fontänen besonders hervor: Den Kronenbrunnen, die Kaskade und die Garbe. Lettre à Maucroix – Molière 21
[16] https://actu.fr/ile-de-france/maincy_77269/patrimoine-pourquoi-y-a-t-il-une-statue-d-hercule-au-chateau-de-vaux-le-vicomte_45532811.html und https://www.leparisien.fr/seine-et-marne-77/maincy-77950/maincy-l-hercule-de-vaux-le-vicomte-brille-a-nouveau-de-mille-feux-25-05-2017-6983391.php
[17] Howald, S. 135/136
[18] Zit. bei Brix, Der barocke Garten, S. 138. Brix hält es offenbar für nicht erwiesen, dass Félibien der Autor des Berichts über das Fest vom 17. August 1661 ist.
[19] Howald, S. 131
[20] Howald verwendet den Namen Torelli (S.178), Bercé den Namen Toricelli
[21] „la fleur de toute la France“. Muze historique vom 20. August 1661. Zit. von Howald S. 180
[22] Nicolas Fouquet reçoit Louis XIV lors de la somptueuse fête du 17 août 1661 dans son château de Vaux-le-Vicomte. Rue des Archives/©Rue des Archives/RDA Aus: https://www.lefigaro.fr/histoire/2018/02/06/26001-20180206ARTFIG00286-cinq-choses-a-savoir-sur-nicolas-fouquet-nomme-grand-argentier-il-y-a-365-ans.php
[23] https://www.canalacademies.com/emissions/un-jour-dans-lhistoire/nicolas-fouquet-le-coup-de-majeste-de-louis-xiv-et-la-fete-de-vaux-le-vicomte-du-17-aout-1661
[24] „Der Ortolan, ein etwa sperlinggroßer Singvogel, wird gefangen und im Dunkeln oder nach Entfernen seiner Augen etwa 14 Tage lang gemästet. Die Dunkelheit verwirrt den Tag- und Nachtrhythmus des Vogels, sodass er ständig frisst. Er erreicht dann etwa das Dreifache seines ursprünglichen Gewichts. Er wird in Armagnac ertränkt und in einem speziellen kleinen Topf in Fett gegart.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Fettammer
[25] Bisque ist eine pürierte Suppe, die aus Hummern oder anderen Krustentieren gekocht wird.
[26] Beide Zitate: Howald, S. 183/184
[27] https://francearchives.gouv.fr/fr/pages_histoire/39048
[28] Howald, S. 173. Siehe auch https://www.lefigaro.fr/histoire/2018/02/06/26001-20180206ARTFIG00286-cinq-choses-a-savoir-sur-nicolas-fouquet-nomme-grand-argentier-il-y-a-365-ans.php : „La légende veut que ce soit à la suite de cette fête que le roi, jaloux, décide de la chute du surintendant des finances. Mais c’est faux: l’arrestation de cet encombrant et puissant personnage a été décidée par le roi dès le mois de mai. Jean-Baptiste Colbert qui souhaite la perte de Fouquet, a réussi à convaincre le roi des malversations du surintendant.“
Diese Legende wird auch heute noch verbreitet, sei es aus blanker Unkenntnis, sei es, dass die „schöne“ Legende wider besseres Wissen den historischen Fakten vorgezogen wird. Siehe Gerlinde Kraus, Bedeutende Französinnen. Mühlheim am Main 2006, S. 111: Fouquet „hatte den unverzeihlichen Fehler begangen, dem König in seinem Schloss Vaux einen allzu prunkvollen Empfang zu geben. Daraufhin ließ der König ihn fallen.“
[29] L’arrestation de Nicolas Fouquet le 5 septembre 1661 à Nantes par d’Artagnan, sur ordre du roi Louis XIV. Rue des Archives/Rue des Archives/Tallandier
[30] „Colbert, autre ministre célèbre de Louis XIV, concentra tous ses efforts pour que le surintendant des finances devienne suspect aux yeux du roi.“ https://www.justice.gouv.fr/actualites/actualite/proces-nicolas-fouquet
[31]Mémoire de Colbert, Arrestation de Fouquet: Mesures préparatoires https://www.persee.fr/doc/corr_0000-0002_1863_cor_2_1_914_t1_0189_0000_2
[32] Chantal Grell, Nicolas Fouquet au tribunal de l’histoire S. 1
[33] https://123dok.net/article/fete-aout-dossier-pedagogique-chateau-vaux-vicomte-maincy.yd7544gg#google_vignette
[34] Jean Meyer (a.a.O.) spricht von einem „mythe quasi constitutionelle de la fidélité du peuple français à leur roi“ (S. 31)
[35] https://leslumeresdeversailles.blogspot.com/2024/01/portrait-de-nicolas-fouquet-par-charles.html
[36] Howald, S. 173
[37] https://www.canalacademies.com/emissions/un-jour-dans-lhistoire/nicolas-fouquet-le-coup-de-majeste-de-louis-xiv-et-la-fete-de-vaux-le-vicomte-du-17-aout-1661
[38] https://www.canalacademies.com/emissions/un-jour-dans-lhistoire/nicolas-fouquet-le-coup-de-majeste-de-louis-xiv-et-la-fete-de-vaux-le-vicomte-du-17-aout-1661
[39] https://www.justice.gouv.fr/actualites/actualite/proces-nicolas-fouquet
[40] Boris Donne, La Fontaine et l’invention des Fables. https://www.persee.fr/doc/lefab_0996-6560_2008_num_19_1_1160
[41] Claude Lefebvre, Portrait von Madame de Sévigné. https://de-academic.com/dic.nsf/dewiki/899704 und: Stéphane Maltère, Madame de Sévigné. Éditions Gallimard 2013, Kapitel: Le songe de Vaux, S. 117
[42] Zum Prozess siehe: https://www.canalacademies.com/emissions/un-jour-dans-lhistoire/nicolas-fouquet-le-coup-de-majeste-de-louis-xiv-et-la-fete-de-vaux-le-vicomte-du-17-aout-1661 und https://www.lefigaro.fr/histoire/2018/02/06/26001-20180206ARTFIG00286-cinq-choses-a-savoir-sur-nicolas-fouquet-nomme-grand-argentier-il-y-a-365-ans.php
Zitat von Mme de Sévigné: Stéphane Maltère a.a.O., S. 144
[43] Abbildung aus: http://reinedumidi.com/rdm/fouquet.htm