Bild des Monats Juli 2025: Auf dem Dach der Opéra Bastille

Fast auf Augenhöhe mit dem Genius der Freiheit auf der Bastille-Säule: Für diese außergewöhnliche Begegnung muss man aufs Dach der Bastille-Oper steigen.

Das ist möglich im Rahmen eines Besuchs des „urban farming“-Projekts, das seit fast 10 Jahren auf den Flachdächern der Bastille-Oper betrieben wird.

Allerdings sind die Anbaumöglichkeiten eingeschränkt, weil das Dach der Oper nur sehr begrenzt tragfähig ist. Beim Bau der Oper hat man an eine spätere landwirtschaftliche Nutzung noch nicht gedacht. Es können deshalb nur flachwurzelnde Pflanzen hier wachsen. Auch die Anlage von Gewächshäusern ist nicht möglich, was die Nutzung der Anlage zusätzlich jahreszeitlich einschränkt.

Trotzdem werden etwa 100 verschiedene Sorten von Gemüse, Obst und Kräutern auf vier, teilweise allerdings weit auseinander liegenden Dächern hier angebaut, sogar Hopfen! Der Salbei -hier im Bild- freut sich im Frühjahr über eine sonnige, windgeschützte Stelle.

Ganz oben auf dem Wind und Wetter voll ausgesetzten „Aussichts-Dach“, das man nach einem langen Weg durch die „Eingeweide“ der Oper erreicht, wachsen widerstandsfähige Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Zitronenmelisse .Zum Schluss des Besuchs erhält man ein Tütchen mit Kräuter-Kostproben und  kann den grandiosen Rundumblick genießen.

Vorne links die Kuppel des Temple du Marais, im 17. Jahrhundert als Sainte-Marie de la Visitation von François Mansart gebaut;  dahinter das Dach und die Kuppel von Saint Paul, einer ebenfalls aus dem Grand Siècle stammenden ehemaligen Jesuitenkirche. Dahinter links der Turm von Saint Gervais und in der Mitte der Tour Saint-Jacques, Rest einer großen gotischen Kirche, die in der Französischen Revolution zerstört wurde. Rechts im Hintergrund die Hochhäuser des Geschäftsviertels La Défense, zwischen denen man die zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution erbaute Grande Arche erkennen kann.

Veranstaltet wird die Besichtigung durch  Explore Paris. Der Kostenbeitrag von 20 Euro kommt dem gemeinnützigen Projekt zugute. Es fügt sich ein in die ehrgeizige Politik der Stadt, die Pariser Flachdächer zunehmend zu begrünen: Ein Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel und zur Biovdiversität. Seit 2014 werden Begrünungsvorhaben von der Stadt fachlich und finanziell unterstützt und es werden konkrete Ziele für die Dachbegrünung festgelegt: 2013 gab es in Paris 44 Hektar begrünte Dächer, 2020 waren es schon 120 Hektar und bis 2026 sollen es 150 sein. Die aktuelle Hitzewelle, unter der gerade auch die Bewohner und Besucher der engbebauten französischen Hauptstadt besonders leiden, zeigt, wie wichtig solche Projekte sind- eine kleine Facette der Bemühungen der Pariser Stadtverwaltung, die Stadt an die großen Herausforderungen des Klimawandels anzupassen und sie auch in Zukunft noch lebenswert zu erhalten.