Bilder des Monats April 2026: 400 Jahre Jardin des Plantes

Vor 400 Jahren, also 1626, wurde auf Befehl Ludwigs XIII. der Pariser Jardin des Plantes geschaffen, ein heute 500 Meter langer Garten im Südosten der Stadt (5. Arrondissement), zwischen der Seine und der Grande Galérie de l’évolution (Naturkundemuseum) gelegen. 1626 gab es schon gut 20 botanische Gärten in Europa, es war also höchste Zeit für die französische Krone, diesen Rückstand aufzuholen: botanische Gärten waren – auch Ausdruck von Macht, so wie ja auch die Tierschauen: Da war es Ludwig XIV., der mit seiner Ménagerie im Schlossgarten von Versailles sich auch als Herr der Tiere inszenierte.

Die Gärtner des Jardin des Plantes feiern das Jubiläum des Jardin des Plantes mit einer besonders reichen und wissenschaftlich fundierten Schau von Blumen. Sie beziehen sich dabei auf den Bestand historischer Pergamente des Muséum national d’histoire naturelle, auf denen höchst exakt, aber auch ästhetisch anspruchsvoll Blumen abgebildet waren. Entsprechende Informationstafeln sind im Jardin des Plantes aufgestellt.

Dazu gehört auch die „riesige rote Papageien-Tulpe“, mit der mehrere Beete des Gartens bepflanzt sind. Sie wurde von dem aus Nürnberg stammenden Arzt und Naturforscher Christoph Jacob Trew (1695-1769) in den Jardin des Plantes eingeführt: Auf einer Studienreise durch Europa hatte Trew auch für 13 Monate in Paris Station gemacht… Und natürlich war für den königlichen botanischen Garten eine so ausgefallene Tulpe besonders willkommen.  

Tulpen waren im 17. Jahrhundert ja besonders beliebt und auch Gegenstand irrwitziger finanzieller Spekulationen, wie die holländische Tulpen-Krise von 1637 eindrucksvoll zeigt. Eine einzige Tulpenzwiebel konnte so teuer sei wie ein ganzes Haus an einer Amsterdamer Gracht, bevor dann der große Absturz kam…

Die Vielfalt der Tulpen zeigt sich auch in zeitgenössischen Zeichnungen, wie dieser von Nicolas Robert (1614-1685) und entsprechend in der Jubiläums-Bepflanzung des Jardin des Plantes.

Insgesamt wurden von den Gärtnern des Jardin des Plantes 23 000 Tulpenzwiebeln von 120 verschiedenen Sorten gepflanzt!

Neben den Tulpen sind es die Anemonen, die die Rabatte des Jardin des Plantes in der Frühjahrsschau bestimmen.

Auch das beruht auf historischen Vorbildern.

Nicolas Robert, verschiedene Anemonen. 17. Jahrhundert. Aus der Sammlung von Pergamenten des Pariser Naturkundemuseums.

Für den Sommer wird es dann eine große neue Bepflanzung geben, auf die man sich schon freuen kann: Eine würdige Feier des Jubiläumsjahres!

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