Calder: Traumhaftes Gleichgewicht, Rêver en équilibre. Eine Ausstellung in der Fondation Louis Vuitton

Der Ruhm Calders beruht vor allem auf seinen wunderbaren von der Luft bewegten Skulpturen, den Mobiles, einer von ihm erfundenen neuen Kunstform.

.Und natürlich ziert eines dieser Mobiles das Ausstellungsplakat und ist dann in der Eingangshalle der Fondation Louis Vuitton auch im Original und in leicht beschwingter Form zu sehen. [1] Und in der Ausstellung sind dann zahlreiche andere dieser beweglichen Skulpturen zu sehen und zu bewundern.

Black Widow 1948

Dieses Mobile fertigte Calder für eine Ausstellung in Brasilien an. Trotz seiner Größe ist es von außerordentlicher Feinheit. Drei der Elemente sind durchbrochen: Öffnungen für Licht, Luft und Blicke.

Schattenspiele

Arc of petals, 1941 (Peggy Guggenheim Collection, Venedig)

Yucca, 1941

Blizzard, 1950 (Sprengel Museum, Hannover)

Dass in diesem Jahr eine Calder-Ausstellung in Paris stattfindet, hat seinen Grund in einem Jubiläum: Genau vor 100 Jahren, am 24. Juli 1926, kam Calder in Paris an. Hier erhielt er entscheidende Impulse für sein Schaffen. Paris wurde zu seiner „ville de coeur“, und Calder wurde in Paris zum „französischsten der amerikanischen Künstler“. [2] Über dreihundert Werke Calders sind in der Fondation Vuitton ausgestellt, in dem Bau Frank Gehrys, der, wie Le Monde (16.4.26) schrieb, geradezu konstruiert zu sein scheint, um Calder zu präsentieren: „Die scheinbare Leichtigkeit und die latente Instabilität seiner Werke stehen im Dialog mit der Architektur.“

Calder in Paris

Calder fügt sich in das kreative und pulsierende Umfeld der Künstler von Montparnasse ein. Die Stadt ist zu dieser Zeit das weltweite Zentrum des künstlerischen Schaffens und der Avantgarde. (6) Es sind -analog zu den Berliner „goldenen zwanziger Jahren“- die „années folles“ von Paris. In Montparnasse trifft Calder Künstler wie Foujita, Man Ray, Kiki de Montparnasse, Robert Desnos und schließt Freundschaften mit anderen wie Hans Arp, Piet Mondrian, Joan Miro, Fernand Léger…

Kiki de Montparnasse II, (Centre Pompidou)

Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse, war Sängerin, Tänzerin, „Muse“ von Man Ray. Calder fertigt 1930 ein erstes Drahtportrait von ihr an. Das zweite, in der Ausstellung präsentierte, betont die charakteristische spitze Nase Kikis. „Sie hatte eine wunderschöne Nase, die sich in den Raum zu erheben schien“, erinnert sich Calder in seiner Autobiographie.

Eine weitere zentrale Figur dieser wilden Pariser Jahre war Josephine Baker . Calder war von ihr offenbar so fasziniert, dass er gleich eine ganze Reihe von Draht-Portraits anfertigte. Josephine Baker erregte ja vor allem Aufsehen durch ihren Tanz, und dazu passen die schwebenden, sich im Luftzug bewegenden und unterschiedliche Schatten an die Wand werfenden Drahtfiguren ganz besonders gut.

Josephine Baker IV (um 1928)

Calder mit einem Portrait aus Eisendraht. Foto von Ewald Hoinkis. Berlin 1931

Wie andere Künstler dieser Zeit war Calder besonders fasziniert von der Welt des Zirkus.

Circus-Szene 1929

Daraus entsteht allmählich das Konzept seines Cirque miniature, der zu einer Attraktion der Pariser Avantgarde wird. Er besteht aus mehr als 160 Figuren und Accessoires, hergestellt aus Eisendraht, Fäden, Knöpfen und allerlei alltäglichen Fundstücken, bearbeitet „dans l’esprit d’une recyclage ingénieux et d’art modeste.“(12) Alles, was zu einem Zirkus gehört, ist hier versammelt: Akrobaten, Clown, Tänzerin, Dompteur, dressierte Tiere, Zirkusdirektor….

Two Acrobats, Catapults and Platform structure (Ausshnitt) Whitney Museums in New York.

Ein zeitgenössischer Film zeigt Calder, wie er sehr konzentriert die Figuren bewegt, begleitet von einer zum Zirkus passenden Musik, die seine Frau von einem Grammophon abspielt.

Bei den Präsentationen im privaten Rahmen lernt er Fernand Léger, Le Corbusier und Theo van Doesburg kennen, die seine Freunde werden. Auch Léger ist von dem Thema Zirkus fasziniert.

Fernand Léger, Les Perroquets (Les Acrobates), 1933

Hier versucht Léger Bewegung bildnerisch darzustellen. Dieses Ziel verbindet Léger und Calder, auch wenn sie dafür unterschiedliche künstlerische Mittel verwenden.

Calders Drahtportrait von Fernand Léger- mit Schattenwurf- 1930 (Privatsammlung)

Ein entscheidender Wendepunkt seines Schaffens, der „moment charnière“, wie es es nannte, war 1930 in Paris die Begegnung mit Piet Mondrian. Der Besuch in Mondrians Atelier habe ihn erschüttert und sein Werk in eine neue Richtung gelenkt, schreibt Calder im Rückblick. (8)

Mondrian: Composition in Colours/Composition No. I with Red and Blue 1931 (Museo National Thyssen-Bornemisza, Madrid)

Calder ist fasziniert von der abstrakten Kunst Mondrians, von der er sich zunächst in eigenen Bildern anregen lässt.

Calder: Untitled 1930

Allerdings übernimmt Calder nicht die strengen geometrischen Formen Mondrians: neu ist zwar die Abstraktion, aber das gerade für seinen Zirkus zentrale Element der Bewegung behält er bei. Und das für Calder so wichtige Arbeitsmaterial, der Draht, wird auch Gegenstand eines Bildes.

Untitled, 1930

1931 stellt Calder erste bewegliche Skulpturen her, die von Marcel Duchamp den Namen mobiles erhalten. Zunächst sind es von Motoren angetriebene Konstruktionen.

Machine motorisée (1933)

Bei dem Mobile Small Sphere and Heavy Sphere von 1932/33 ersetzt Calder die Maschine durch den Menschen. Das Mobile besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen: einer heavy sphere aus rotem Metall und einer kleinen Holzkugel, der small sphere. Wenn man die große vorsichtig anstößt, setzt sich die kleine Kugel in Bewegung und schwingt durch den Raum. Dabei stößt sie ab und zu und unvorhersehbar an sieben auf dem Boden verteilte Gegenstände des Alltags (Flasche, Konservenbüchse, Holzkiste, aber auch einen Gong), die auf dem Boden und in den möglichen Flugbahnen der kleinen Kugel stehen.

Ursprünglich waren es die Zuschauer selbst, die die große Sphäre anstoßen und die Objekte auf dem Boden nach ihren Vorstellungen anordnen konnten – entsprechend einer Idee von Duchamp, nach der 50% der Kunst ein Werk des Zuschauers sind. In der Ausstellung sind es allerdings nicht die Zuschauer, die die große Sphäre anstoßen, sondern ein Mitarbeiter der Ausstellung, der allerdings die Anordnung der Objekte auf dem Boden nicht verändert.

Trotzdem ist das Schauspiel der durch den Raum schwebenden und ab und zu anstoßenden und Klänge erzeugenden kleinen Kugel ein faszinierendes visuelles, akustisches und emotionales Schauspiel das man dreimal täglich (12, 15 und 17 Uhr) beobachten und bewundern kann.

Schließlich aber verzichtet Calder auf menschliche oder maschinelle Einwirkung, sondern vertraut, wie er es formulierte, den „freien und natürlichen“ Kräften, dem Wind, dem Luftzug, von denen die auf einer festen Unterlage stehenden oder an den Decke aufgehängten Mobiles beweget werden.

Object with red discs, 1931

Untitled, um 1932

Cône d’ébène, 1933

Alexander Rower, Calders Enkel und Gründer der New Yorker Fondation Calder, von der der Großteil der in Paris gezeigten Werke stammen, hat den Schaffensprozess seines Großvaters beschrieben: „Wenn man ihm bei der Herstellung eines Mobiles zusah, bestand sein Vorgehen darin, verschiedene Formen auszuschneiden, sie auf einem Tisch anzuordnen und zwei Teile näher zusammen- oder weiter auseinander zu schieben, bis er genau den Moment der energetischen Resonanz im Zwischenraum gefunden hatte. Die Kunst liegt ganz und gar im Raum zwischen den Elementen, nicht in den Metallstücken. Anschließend ordnete er diese beiden Teile im Raum an und fügte dann das nächste und das übernächste hinzu.“

Rower sieht hier eine Parallele zu den Papierschnitten von Matisse: Dessen Arbeitsprozess habe ja auch aus zwei Phasen bestanden: dem Ausschneiden von Formen, einem fließenden spontanes Prozess, und dann der Anordnung dieser Formen auf einem Papierbogen oder einer Wand. Bei Matisse wie Calder gebe es da eine unglaubliche Freiheit und alles erscheine leicht und einfach, in Wirklichkeit sei das aber das Ergebnis großer, lebenslanger Erfahrung. [3]

1933 kehrt Calder unter dem Eindruck der europäischen faschistischen Bewegungen in die USA zurück. Aber er bleibt Frankreich verbunden. Er nimmt Teil an den Aktivitäten der 1940 gegründeten Gruppe France Forever, die den französischen Widerstand gegen Nazi-Deutschland unterstützt. Ihr schenkt er 1942 ein großes Mobile, gewidmet den Widerstandskämpfern von France Libre.

France Forever, 1942 (musée de l’Armée, Paris)

Im oberen Teil symbolisieren drei Metallplättchen in den französischen Nationalfarben und das strahlend sonnengelbe Lothringische Kreuz de Gaulles die Résistance. Sie triumphieren über die dunklen Mächte des Faschismus im unteren Teil des Mobile.

Calder darf also nicht auf das Spielerische reduziert werden. Er war ein durchaus politischer Künstler. Das zeigt auch seine Fontaine au mercure, der Quecksilber-Brunnen, aus dem Jahr 1937, zur Zeit des Spanischen Bürgerkriegs. Es war sein erster öffentlicher Auftrag, geschaffen für die Eingangshalle des Pavillons der spanischen Republik auf der Weltausstellung von 1937, und dort präsentiert zusammen mit Picassos Guernica. Der Brunnen ehrt die Bergleute der Quecksilber-Minen von Almaden, die bei der Belagerung der Stadt den Truppen Frankos erfolgreich Widerstand leisteten. [4]

Das Original ist in Barcelona in der Fondation Joan-Miro ausgestellt, wobei die Zuschauer durch einen Glaskasten von den giftigen Dämpfen geschützt werden. Deshalb ist in der Ausstellung nur ein Modell zu sehen.

Calder XXL

Calder stellte aber nicht nur mobiles her, sondern auch die fest auf dem Boden stehenden mit Stahl gefertigten sogenannten stabiles, wie Hans Arp sie nannte..

Stabile mit Jean Arps Femme, 1927)

Das Mobile The S-Shaped Vine von 1946 hinter dem Stabile La Grande Vitesse von 1969

Sabot, 1963

In der „cathédrale“, dem höchsten Ausstellungssaal der Fondation Louis Vuitton ist neben dem Stabile Sabot auch Southern Cross von 1963 aufgestellt: Das giraffenähnliche Southern Cross, eine Mischung von Mobile und Stabile, hat eine Höhe von 6 Metern!

1963 hatte Calder auch wieder in Frankreich Fuß gefasst nnd neben seinem Atelier in den USA ein weiteres in dem im Tal der Indre gelegenen Saché (Tourraine) aufgebaut. Calder erhielt damals auch aus Europa zahlreiche Aufträge für monumentale Skulpturen im öffentlichen Raum. [5] In der Ausstellung ist eine eindrucksvolle Bilderserie der XXL-Stabiles aus aller Welt zu sehen.

Zwei dieser Arbeiten sind auch auf dem Außengelände der Fondation Vuitton aufgebaut – eine Premiere in der Geschichte des Baus.

Five Swords von 1976 und Black Flag von 1974

Die Wiese, auf denen die beiden Stabiles stehen, ist ein Eldorado für Kaninchen.

Es gibt aber auch Pfauen, die sich gerne in ihrem Federschmuck präsentieren. passend zu Calders Pfauen-Mobile drinnen.

Insgesamt „eine Ausstellung, die zu sehen viel Freude macht, gerade in Zeiten, in denen wir das besonders brauchen.“ So das treffende Schlusswort der Zeitung Le Monde zu ihrem Ausstellungsbericht. Dem kann ich mich nur anschließen. Wir waren jedenfalls ganz beschwingt, als wir uns auf den Rückweg machten.

Aber um Calder noch ein wenig nachwirken zu lassen, mit einem kleinen Abstecher zum Geschäfts- und Hochhausviertel La Défense. (Leicht zu erreichen mit der Metro-Linie 1)

Blick aus dem vordersten Wagen der Metro 1 auf die Grande Arche

In dessen zentraler Achse, der Esplanade de la Défense, ist neben einer ganzen Reihe von Kunstwerken auch ein weiteres monumentales Stabile Calders aufgestellt.

Calders Grand Stabile Rouge oder l’Araignée Rouge auf der Esplanade de la Défense. Im Hintergrund La Grande Arche.[6] Dieses 35 Meter hohe und 75 Tonnen schwere Stabile wurde 1976 hier installiert, dem Todesjahr Calders, an das 50 Jahre später die Ausstellung in der Fondation Louis Vuitton auch erinnert.

Anmerkungen:

[1] Alle Fotos dieses Beitrags, wenn nicht anders angegeben, von Frauke und Wolf Jöckel

Titelbild: Four Leaves and Three Petals, 1939 (Centre Pompidou)

Lesedauer 10 Minuten

[2] connaissance des arts, Calder, Rêver en équilibre. Fondation Louis Vuitton 2026, S. 4. Weitere Zitate mit Seitenangaben sind diesem Heft entnommen

[3] Alexander S.C. Rower im Gespräch mit Harry Bellet in Le Monde vom 16. April 2026

[4] Abbildung aus: https://calder.org/works/unusual-project/mercury-fountain-1937/ Zur politischen Dimension des Werks siehe u.a. Calder, Connaissance des arts S. 58/59 Im Wikipedia-Eintrag zu Calder https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Calder wird dieser politische Bezug nicht genannt. Dort heißt es, der Brunnen ehre die Todesopfer des Quecksilber-Abbaus.

[5] https://www.atelier-calder.com/alexander-calder

[6] Bild aus: https://de.pinterest.com/pin/9710955432338989/

Zur Fondation Louis Vuitton siehe auch den Blog-Beitrag:

Bilder des Monats Juni 2026: Durchgang frei! La Caverne du Pont-Neuf ist eröffnet

Am 23. Mai erschien in diesem Blog ein Beitrag über das Kunstprojekt Caverne du Pont-Neuf. Ihr Äußeres war damals schon sichtbar und eindrucksvoll und man war gespannt darauf, die Höhle bald auch betreten zu können und von Innen zu erleben.

Am 6. Juni sollte es soweit sein. Aber dann beschädigten starke Windböen die Außenhaut des über der Brücke errichteten „Gebirges“. Der 6. Juni wurde im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht. Erhebliche Reparaturarbeiten, deren Spuren ganz bewusst sichtbar bleiben sollten, waren erforderlich. Am 15. Juni waren sie abgeschlossen waren und der Durchgang durch die Caverne wurde freigegeben. Geöffnet bleibt sie durchgehend Tag und Nacht wie vorgesehen bis zum 28. Juni. Eine Verlängerung ist nicht möglich, vor allem wohl deshalb, weil das für das Projekt engagierte Personal danach nicht mehr verfügbar ist. Bis dahin ist die Caverne aber ein großer Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen, und er wird auch entsprechend herausgestellt und vermarktet.

Die Metro Station Pont-Neuf der Linie 7 im Zeichen der Caverne du Pont-Neuf

Die Station hat sogar den Beinamen La Caverne erhalten!

„Kunst ist eine Verwandlung und eine Gelegenheit, die Art und Weise, wie wir die Welt um uns herum betrachten, neu zu gestalten. Mit der Caverne du Pont Neuf möchte ich genau das in Paris möglich machen.“

Henri Quatre reitet über das Caverne-Gebirge. Kurz hinter der Reiterstatue ist der Eingang der Caverne. Der Weg durch die „Höhle“ ist eine „Einbahnstraße“ von Süd (Quartier Latin) nach Nord (Metro Pont-Neuf/Kaufhaus Samaritaine)

Der Gang durch die Caverne. JR hatte eine „geringe Helligkeit“ angekündigt. Wir fanden die Höhle aber reichlich erhellt.

Begleitet wird man dabei von einem „akustischen Stoff“, den Thomas Bangalter mit dem Synthesizer erzeugt und in der Höhle ausgebreitet hat. In den für den Pont-Neuf charakteristischen Ausbuchtungen ist der Ton manchmal verstärkt und erzeugt die akustische Illusion eines Echos.

Dabei bleibt man aber auf dem Boden der Tatsachen: Dem Pflaster des Pont-Neuf und den Fahrbahnmarkierungen.

Auf die auf dem Handy abzurufende „realité augmentée“, also auch die Fledermäuse und die Tänzerin, haben wir beim Durchgang durch die Höhle verzichtet. Wir haben uns lieber die Caverne genauer angesehen.

Höhlenmotive, von JR in Frankreich, Griechenland und Italien fotografiert, auf der Innenwand der Caverne

Eigentlich soll beim Durchgang durch die Caverne auch der Geruchssinn angesprochen werden. Vor allem sollte es nach feuchter Erde riechen, aber dafür waren unsere Nasen offenbar nicht fein genug…

Der Taschen-Verlag wirbt für seine JR-Publikationen

Im Kaufhaus Samaritaine gibt es eine große Abteilung mit allerlei Caverne-Souvenirs…

Für uns am eindrucksvollsten: der Blick auf den nächtlichen Pont-Neuf mit der Caverne

Fotos von Frauke und Wolf Jöckel, aufgenommen am 16. und 17. Juni 2026, mittags, abends und nachts

63 Orte: Eine Topographie deutsch-französischer Geschichte. Eine Buchrezension von Wilfried Loth

Das nachfolgend rezensierte Buch behandelt einen Themenbereich, der auch für diesen Blog eine besondere Bedeutung hat. Manche der 63 in dem Buch thematisierten Orte finden sich auch hier wieder. Das Buch ist insofern eine hervorragende Ergänzung und Bereicherung. Die Rezension erschien zuerst in der Internetzeitschrift doc.doc.eu am 6. Mai 2026. https://dokdoc.eu/2026/05/06/eine-topographie-deutsch-franzoesischer-geschichte/ Ich danke der Redaktion und Herrn Loth für die Genehmigung zum Abdruck. Bilder von Wolf Jöckel.

Die deutsch-französische Geschichte ist geprägt von Extremen – von Weltkriegen, Traumata und Feindschaft bis zu Vertrauen, Freundschaft und Frieden. Ein neues Buch macht diesen Wandel an 63 Schauplätzen von 1870 bis heute sichtbar.

Tobias Bütow, Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks, Corine Defrance, Professorin für Zeitgeschichte am CNRS (Sirice – Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne), und Ulrich Pfeil, Professor für Deutschlandstudien an der Université de Lorraine (Cegil, Metz), präsentieren gemeinsam 63 Orte der deutsch-französischen Geschichte.

Copyright: Herder-Verlag

Ihr Buch ist – anders als der Titel vermuten lässt – kein Reiseführer. Es bietet auch keine repräsentative Sammlung von „Erinnerungsorten“ im Sinne von Pierre Nora, also von Orten, die durch Geschichtspolitik und/oder aufgrund der mit ihnen verbundenen dramatischen Ereignisse zu symbolischen Elementen des kollektiven Gedächtnisses in Frankreich, Deutschland oder darüber hinaus geworden sind. Solche Orte kollektiver Erinnerung sind im Buch durchaus vertreten – etwa das „zerstörte Dorf“ Fleury-devant-Douaumont, wo die sterblichen Überreste von schätzungsweise 130.000 französischen und deutschen Soldaten an die Schlacht von Verdun erinnern, oder das „Märtyrerdorf“ Oradour-sur-Glane, in dem SS-Soldaten fast die gesamte Bevölkerung ermordeten.

Aus der Video-Präsentation eines Geschichts-Kurses der Carl-Schurz-Schule Frankfurt/Main anlässlich der Anbringung einer Erinnerungstafel an Robert Hebras, den letzten Überlebenden von Oradour,  am 24.10.2025

Nicht nur Erinnerungsorte

Aber das Buch bietet mehr und damit im Kern auch etwas anderes: eine Topographie deutsch-französischer Geschichtsorte, die politische, militärische, kulturelle, wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Entwicklungen in den Blick nimmt, an denen Franzosen und Deutsche beteiligt waren und in denen sie auf unterschiedliche Weise zusammenwirkten. Jeder der 63 von den Herausgebern ausgewählten Orte steht dabei pars pro toto für Entwicklungen, die sich an ihm in besonderer Weise kristallisiert haben, zeitlich jedoch mehr oder weniger weit darüber hinausreichen.

 So finden sich neben den Hochburgen des offiziellen Gedenkens an das Massensterben französischer und deutscher Soldaten im Ersten Weltkrieg oder an die Mordaktionen der SS nach der Landung der Alliierten im Juni 1944 auch Orte und Ereignisse, die einem größeren Publikum nahezu unbekannt geblieben sind – etwa das Olympiastadion von Colombes, in dem 1927 ein Rugbyspiel zwischen der französischen und der deutschen Nationalmannschaft stattfand, ein erster Schritt zur Aufhebung des Boykotts, dem deutsche Sportverbände nach dem Ersten Weltkrieg unterlagen. Oder das Deutsch-französische Gymnasium in Saarbrücken, das 1961 als erste binationale Schule aus einer französischen Sekundarschule hervorgegangen war, die auch bei saarländischen Kindern und Jugendlichen beliebt war.

Neben dem Kontrast zwischen traumatischen Erfahrungen und Akten der Versöhnung sowie des gemeinsamen Handelns, der auch hier deutlich hervortritt, zeigt sich eine weitere Spannbreite: die zwischen hoher Politik und zivilgesellschaftlichem Engagement.

Statue des triumphierenden Frankreichs am Ehrenhof des Schlosses von Versailles

Für Erstere steht etwa das Schloss von Versailles als Ort der deutschen Kaiserproklamation von 1871 und der Unterzeichnung des Versailler Vertrags 1919, für Letzteres Fessenheim als symbolträchtiger Schauplatz eines transnationalen Kampfes gegen die Kernenergie.

Am Ortseingang von Souain in der schwer umkämpften Champagne

Viele der behandelten Orte liegen zudem in den Kampfzonen des Ersten Weltkriegs oder in der französischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg. Es werden aber auch erinnerungsträchtige Orte in den beiden Hauptstädten porträtiert: In Paris wird etwa das Hotel Lutetia vorgestellt, in dem sich 1935 ein Kreis von deutschen Exilanten um den Schriftsteller Heinrich Mann gebildet hatte und das dann ab 1940 als Zentrale der deutschen Abwehr diente, bevor es im Frühjahr 1945 als Auffangzentrum für Überlebende der Konzentrationslager genutzt wurde.

 Am Hotel Lutetia erinnert eine Gedenktafel an die Rolle, die das Hotel am Ende des Zweiten Weltkriegs spielte. Eine Erinnerungs-Plakette an den „Lutetia-Kreis“ des deutschen Widerstandes gibt es leider nicht.

Und in Berlin wird unter anderem an das Französische Kulturzentrum Unter den Linden erinnert. Die SED-Führung hatte seiner Eröffnung im Januar 1984 notgedrungen zugestimmt, um einen internationalen Prestigeverlust zu vermeiden. Sie tat sich aber außerordentlich schwer damit, dass die DDR-Bürger den freien Zugang zu westlicher Literatur und Kultur, der ihnen hier geboten wurde, intensiv nutzten.

Auch Oslo und Dien Bien Phu

Einen besonderen Akzent erhält die Sammlung dadurch, dass auch Schauplätze deutsch-französischer Begegnungen und Aktivitäten in Drittländern einbezogen werden. So wirkte sich die deutsch-französische Rivalität an der Grenze zwischen der deutschen Kolonie Togo und Französisch-Dahomey (dem heutigen Benin) auf die Auseinandersetzungen mit der einheimischen Bevölkerung aus; daran wird in den Nachfolgestaaten bis heute erinnert. In Oslo wurde der Friedensnobelpreis zweimal an deutsch-französische Paare vergeben: 1926 an Aristide Briand und Gustav Stresemann, 1927 an die Pazifisten Ferdinand Buisson und Ludwig Quidde. Und in Dien Bien Phu kämpften auch 1.500 bis 2.000 deutsche Angehörige der Fremdenlegion im Rahmen einer multinationalen, von französischen Offizieren geführten Truppe, die den Stützpunkt gegen den Ansturm der Viet Minh verteidigen sollte.

Die deutsche Beteiligung an den Kämpfen um Dien Bien Phu ist praktisch unbeachtet geblieben. An die vielen Gefallenen erinnert erst seit Mitte der 1990er Jahre ein schlichter Obelisk, der bemerkenswerter Weise von einem ehemaligen deutschen Legionär errichtet wurde. In dem Beitrag über das Symbol der französischen Niederlage im Indochinakrieg wird abschließend darüber berichtet. In gleicher Weise schließen auch alle anderen Beiträge mit Informationen über die Art des jeweiligen Gedenkens oder auch Nicht-Gedenkens. Erinnerungen sind nicht nur vielfältig, sie wandeln sich auch im Laufe der Zeit und sie tragen so zum Wandel des kollektiven Gedächtnisses bei. Dabei ist insbesondere auf französischer Seite ein zunehmender Wille zur Versöhnung erkennbar, der zur Stabilisierung der Demokratie in Deutschland beitragen soll und dies auch leistet.

Insgesamt werden 63 Orte in strikt chronologischer Reihenfolge vorgestellt, beginnend mit der verlustreichen Schlacht von Gravelotte am 18. August 1870, die den Weg zur deutschen Belagerung von Metz eröffnete.

Bei der Schlacht von Gravelotte am 18. August 1870 starben 42.000 Soldaten. Grabmal auf dem Soldatenfriedhof

Diese Beschränkung wirkt auf den ersten Blick etwas willkürlich. Begründet wird sie damit, dass der Élysée-Vertrag, der die Entwicklung deutsch-französischer Zusammenarbeit maßgeblich vorangetrieben hat, 1963 geschlossen wurde und somit im Jahr des Erscheinens 63 Jahre zurückliegt.

Erinnerungstafel an den Gottesdienst von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer in der Kathedrale von Reims, Besiegelung der deutsch-französischen Versöhnung und wichtige Etappe auf dem Weg zum Élysée-Vertrag

Gleichwohl musste eine Auswahl getroffen werden, wenn das Projekt aussagekräftig bleiben sollte. Mit 63 Orten lassen sich tatsächlich wesentliche Züge der gemeinsamen deutsch-französischen Geschichte sowie ihrer Erinnerungskultur gut abbilden.

Eine anregende Geschichte

So kann man den Band, an dem nicht weniger als 56 Autorinnen und Autoren mitgewirkt haben, als eine ebenso anschauliche wie anregende Einführung in die Geschichte des Deutsch-Französischen lesen. Man kann ihn aber auch zur Vorbereitung und Durchführung deutsch-französischer Exkursionen heranziehen. Jeder Artikel enthält einen QR-Code, der Zugang zur französischen Fassung des jeweiligen Textes verschafft; das wird bei dieser Art des Einsatzes hilfreich sein.

Zu Recht betonen die Herausgeber, dass die Wahrung, Weitergabe und Weiterentwicklung der gemeinsamen Geschichtskultur von Franzosen und Deutschen für die Zukunft der Demokratie von wegweisender Bedeutung sind. Dazu kann dieser Band einen wesentlichen Beitrag leisten. Sehr passend endet er mit einer Präsentation der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw, die im Juni 2022 von Emmanuel Macron, Olaf Scholz und dem damaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi gemeinsam besucht wurde. Sie erinnert daran, dass im Kern der europäischen Unterstützung für die ukrainische Demokratie die deutsch-französische Zusammenarbeit im sogenannten „Normandie-Format“ stand und dass das Ausmaß dieser Unterstützung für den Ausgang des Krieges in der Ukraine von entscheidender Bedeutung sein wird.

Tobias Bütow, Corine Defrance, Ulrich Pfeil (Hg.), 63 Orte der deutsch-französischen Geschichte. Von 1870 bis heute. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2026, 330 Seiten, 23,00 €.

 Wilfried Loth, Jahrgang 1948, ist emeritierter Professor für Neue und Neueste Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. Sein Standardwerk zur Geschichte der europäischen Einigung liegt jetzt in einer aktualisierten Ausgabe vor: Europas Einigung. Eine unvollendete Geschichte. Hardcover: Campus, Frankfurt/New York 2025; Paperback: Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2026.

Der späte und doch ganz junge Matisse: Eine Ausstellung im Pariser Grand Palais

Dies ist (natürlich) kein Bild aus der aktuellen Pariser Matisse-Ausstellung im Pariser Grand Palais, sondern ein Bild aus dem Esszimmer in unserem Haus in Deutschland. Aber auch hier gibt es Matisse: Die Wand ist tapeziert mit einem Matisse-Motiv: La Perruche et la  Sirène. (Der Papagei und die Meejungfrau[1]). Es handelt sich um das aus 6 Teilstücken bestehende 165 x 365 cm große Plakat der Frankfurter Matisse-Ausstellung im Städel 2002/2003. Das Original ist noch deutlich größer: Es misst 3,37 x 7,68 Meter, ist damit einer der größten Papierschnitte von Matisse und im Amsterdamer Stedelijk Museum beheimatet.

Ich habe das Matisse-Plakat an den Anfang dieses Beitrags gestellt, weil die Papierschnitte von Matisse zu unserem täglichen Leben in Deutschland gehören: Neben der Perruche und der Sirene hängt auch noch eine Adaptation des Ikarus-Motivs von Matisse – eine Arbeit aus der Schulzeit eines Sohns.

Da liegt nahe, dass wir uns auf die Pariser Ausstellung Matisse 1941-1954 und vor allem auf die dort präsentierten Papierschnitte besonders gefreut haben. Und wir wurden auch nicht enttäuscht: Präsentiert werden Werke des alten, nach einer schweren Operation körperlich eingeschränkten Matisse, der aber in seinen letzten Jahren mit den Papierschnitten und der reinen Farbe eine neue, jugendlich-kühne künstlerische Sprache entdeckt, mit der er sein Lebenswerk grandios zusammenfasst und beendet. Zwar gehören die Perruche und die Sirene nicht zum Ausstellungsprogramm, aber genug andere großartige Werke der Spätzeit. So die beiden Ozeanien-Werke, für die Matisse zum ersten Mal die Schnitttechnik für großformatige Werke einsetzte.

Océanie,  le ciel (der Himmel) und Océanie, la mer (das Meer) 1946. Druck auf Leinwand, Centre Pompidou

„Im Sommer 1946 steckte Matisse an einer der Wände seiner Wohnung am Boulevard Montparnasse auf einem beigefarbenen Tuch verschiedenartige Formelemente fest, die er mit einer Schere aus weißem Briefpapier herausgeschnitten hatte. Die Gobelin-Manufaktur hatte ihm einen Auftrag für eine Tapisserie erteilt, und so versuchte er sich an einer bildnerischen Synthese seiner Eindrücke aus Tahiti. Das Projekt interessierte ihn damals so sehr, dass er die Staffelmalerei für eine Weile ruhen ließ. (…) Dieses erste Projekt für die Gobelin-Manufaktur konnte letztendlich jedoch aus technischen Gründen nicht umgesetzt werden, denn das Risiko, dass das Beige des Grundes seine ursprüngliche Farbe verlor, war zu groß.“ Immerhin wurde der Entwurf in Form eines in 30 Exemplaren auf Leinen gedruckten Wandbildes umgesetzt. [2]

Als Alternative schuf Matisse für seinen Auftraggeber zwei neue Vorlagen zum selben Thema, die er in zwei Blautönen, einem dunklen Blau und einem Türkis, ausführte, Farben des Himmels und des Meeres, die für eine Tapisserie besser geeignet waren.

Polynésie, le ciel,  200 x 314 cm,  1946,  Collage mit Gouache-Papier,  auf Leinwand aufgezogen. Mobilier national Paris

Die Himmel- und Meerbilder von Océanie und Polynésie beziehen sich auf die dreimonatige Reise, die Matisse 1933 nach Französisch-Polynesien unternahm. Matisse, damals u.a. auf den Spuren Gaugins, war offenbar tief beeindruckt von Flora und Fauna der Südsee-Inseln, von Korallen, Fischen, Quallen, Algen, Schwämmen, Vögeln… Aber er kehrte, wie er selbst sagte, „mit völlig leeren Händen“ von der Reise zurück. „Ich habe noch nicht einmal Fotos mitgebracht“. Alle wunderbaren Eindrücke des Himmels und des Meeres waren für ihn überwältigend und Matisse wusste viele Jahre lang nicht, was er mit seinen Südseeerfahrungen anfangen sollte.[3]  Das änderte sich erst 15 Jahre später, als sich ihm die Bilder von Tahiti aufdrängten und nicht mehr losließen.

Aus: Polynésie, la mer (1946)

Es sind seine ersten großen Formate von Papierschnitten. Mit ihnen vollendete Matisse, was er 1942 seinem Freund Aragon gegenüber schon angekündigt hatte:

„Ich habe mich lange auf meinen Beruf vorbereitet; es ist, als ob ich bis dahin nicht getan hätte als lernen, als meine Ausdrucksmittel erarbeiten (…) Es ist, als ob ich jemand wäre, der eine große Komposition in Angriff nehmen will.“[4]  Die Aufgabe von Kunst bestand für Matisse darin, alle Gefühle zu verstärken und zu verdichten, „die zur inneren Bereicherung des Betrachters beitragen könnten.“[5] Diesem Ziel kam er mit den neuen Scherenschnitten, die innerhalb eines begrenzten Raumes eine Vorstellung von Unendlichkeit vermittelten, näher denn je. Sie waren also keineswegs eine krankheitsbedingte Notlösung, sondern für Matisse die Vollendung seines Schaffens.

Er bestand deshalb auch darauf, dass das Diptychon Ozeanien und Polynesien, wie überhaupt seine auf der Basis der Scherenschnitt-Technik entstandenen Werke insgesamt, gemeinsam mit seinen anderen, klassischeren Arbeiten ausgestellt wurden. [6] 

Sicherlich wären die großen Südseepanoramen von Matisse auch schon früher in Frankreich willkommen gewesen. 1930, als er seine Reise nach Tahiti unternahm, wurde ja die 100-jährige Eroberung Algeriens gefeiert und die große  Kolonialausstellung von 1931 wurde vorbereitet. Aber die paradiesischen Eindrücke von Tahiti, fernab der kolonialen „multikulturellen und sozialen Wirklichkeit der Insel“, passten auch nach 1945 in die Zeit des „nationalen Wiederaufbaus nach dem Ende des Krieges“. Und sie boten mit ihrem auf die Darstellung von Menschen verzichtenden Repertoire [7] keine Angriffspunkte wie die kolonialen, rassistischen Darstellungen des Palais de la Porte d’orée der Kolonialausstellungen oder die erotischen Darstellungen der Südsee-Mädchen Gaugins.

Diese Collage aus Gouachepapier ist ein Entwurf, den Matisse für ein Sammlerehepaar aus Los Angeles herstellte, die für ihre Villa eine Wanddekoration aus Keramik von Matisse bestellten. Dieser Entwurf wurde dann 1955 entsprechend verwirklicht. Das Motiv  bezieht sich auf einen Satz des Philosophen Henri Bergson, der das Leben mit einer Garbe verglichen hatte, was Matisse zu seiner Darstellung anregte[8]: Ein bunter Strauß von Algen, vielfältig, in verschiedene Richtungen strebend, aber zusammen ein harmonisches Ganzes bildend.

La Gerbe (Detail): Hier ist gut erkennbar, dass die ausgeschnittene Form aus Gouache-Papier auf einen großen Papierbogen aufgeklebt ist.  Der wird zuletzt auf einer Leinwandgrundlage befestigt wird. So ist auch ein Transport in die USA und jetzt wieder von Los Angeles nach Paris möglich.

Les Acanthes, 1953, 311 x 350 cm, Fondation Beyeler, Riehen/Basel

Die Motive der Natur, die Matisse in seinen Papierschnitten aufgreift, sind eine „hommage à la vie“. Das gilt auch für die Akanthusblätter. 1953 als dieses Werk entstand, erzählte er, er habe Besucher, die ihn in Vence, wo er damals lebte, gefragt, ob sie die Akanthusbüsche am Wegrand gesehen hätten. Alle hätten zwar problemlos die Akanthusblätter auf korinthischen Kapitellen erkannt,  aber gerade das hätte sie daran gehindert, die Blätter in der Natur zu erkennen. Es sei aber ein erster Schritt zur Schaffung von Kunstwerken, die Dinge in ihrer natürlichen Form zu sehen, was dauernde Anstrengungen erfordere.[9]

Die Jahre, in denen Matisse diese „Hommage an das Leben“ schuf, waren für ihn ein Geschenk. Anfang 1941 hatten ihm die Ärzte bloß noch 8 Monate gegeben. „Eine Zwöffingerdarmoperation in Lyon und zwei nachfolgende Lungenembolien überlebte der krebskranke Künstler nur knapp“ – laut eigener Aussage „um die Haaresbreite einer Katze“.[10] Im Mai 1941 konnte er körperlich geschwächt, aber geistig gestärkt in seine Wahlheimat Nizza  zurückkehren und sein Lebenswerk mit den wunderbaren bunten und prallen Papierschnitten bereichern und abrunden.

Sehr eindrucksvoll wird in einer Rotonde der Ausstellungsräume das Künstlerbuch JAZZ präsentiert.

Gezeigt werden alle Bilder, und zwar jeweils der originale Entwurf als auch die entsprechende Buchseite, und dazu die handgeschriebenen Texte von Matisse. Dazu kommt gedämpfte Swing-Musik aus den Lautsprechern. Ich empfand gerade hier die Szenographie der Ausstellung durchaus nicht -wie Zitzmann in der FAZ- als „etwas seelenlos“…

Dies ist der „originale“ Ikarus (Juni 1943, unterschrieben und datiert Juli 1946)

„Ikarus mit dem leidenschaftlichen Herzen stürzt vom Sternenhimmel herab.“[11] Dies sind die Worte, die Matisse dieser Darstellung vom Fall des Icarus beigibt. Dieses Bild steht im Mittelpunkt des Künstlerbuches JAZZ, in dem Matisse zum ersten Mal systematisch die Technik des ausgeschnittenen Gouache-Papiers verwendet. Das Buch, veröffentlicht 1947 von den éditions Tériade, aber entstanden 1943, war für Matisse ein Labor dieser neuen Technik. Und Matisse hat wiederholt die Technik des Papierschnitts mit dem Gefühl eines Flugs verglichen.[12]

Das Thema des Höhenflugs und Absturzes des Ikarus wurde auch bezogen auf Matisse‘ privates Umfeld in der Zeit der deutschen Besatzung. Seine frühere Frau Amélie, von der er sich 1940 getrennt hatte, und seine Tochter Marguerite, die sich der französischen Widerstandsbewegung angeschlossen hatten, wurden im Frühjahr 1944 von der Gestapo verhaftet. Amélie war ein halbes Jahr im Gefängnis von Fresnes inhaftiert,  Marguerite wurde gefoltert, konnte aber im Herbst 1944 auf dem Transport in das KZ Ravensbrück fliehen.[13] Matisse litt sehr unter ihrem Schicksal und versuchte, mit intensiver Arbeit Ruhe zu finden.[14]

Der Wolf (Januar/März 1944)

L’avaleur de sabres  (Der Schwertschlucker). Seite aus JAZZ (Sammlung Philadelphia Museum of Art)

Dazu ein Text, in dem sich Matisse zur Aufgabe des Künstlers äußert: „Der Künstler muss seine ganze Energie, seine Aufrichtigkeit und größte Bescheidenheit aufbringen, um während seiner Arbeit alte Klischees zu vermeiden“[15] –  eine Aufforderung, der er selbst sein ganzes Leben lang gefolgt ist.

Sehr eindrucksvoll ist ein Film, der den alten, zunehmend hinfälligen Matisse bei seiner Arbeit mit Papierschnitten zeigt. Hier schneidet er mit einer großen Schere Formen aus Papierblättern aus, die Assistentinnen vorher mit Gouache bemalt hatten.

Seine Assistentin, Lydia Delectorskaya, befestigt mit Nadeln die ausgeschnittenen Formen an der Wand. Matisse zeigt den vorgesehenen Ort mit dem Stock genau an. Und der kann dann auch problemlos wieder verändert werden, bevor der Meister zufrieden mit seinem Werk ist und die Formen fixiert werden. Delectorskaya lernte Matisse 1932 in Nizza kennen. Sie wurde sein bevorzugtes Modell, dirigierte aber gleichzeitig auch sein Atelier. Bis zu 1954, dem Tod Matisse, war sie ihm unentbehrlich und freundschaftlich verbunden. Sie hatte wesentlichen Anteil an der Entstehung der Werke, die Matisse zwischen 1941 und 1954 schuf.

Matisse war nach seiner schweren Operation 1941 stark behindert, seine Werke schuf er im Bett liegend oder im Rollstuhl sitzend. Aber, wie die Kuratorin der Ausstellung feststellt, „je älter er wird, desto mehr erscheint sein Werk jung, frei und kühn.“[16]  Matisse ging sogar so weit, seine schwere Operation als Glücksfall zu bezeichnen. Sie habe ihn verjüngt und gelassener gemacht. Er habe sich schon so auf sein Lebensende vorbereitet, dass es ihm scheine, sich in einem zweiten Leben zu befinden.[17]

 Matisse gelang es, wie er selbst es ausdrückte, „mit einer Schere zu zeichnen“.

„Es handelt sich für mich um eine Vereinfachung. Anstatt den Umriss zu zeichnen und die Farbe darauf aufzubringen – wobei das eine das andere verändert – zeichne ich direkt in der Farbe (…) Diese Vereinfachung garantiert eine Präzision bei der Zusammenführung der beiden Mittel, die nur noch eins sind.“ [18]

Drei bis vier weitere Lebensjahre wünschte sich Matisse nach seiner Operation, um sein Werk zu vollenden.[19] Daraus wurden dann aber 14 Jahre. Und in denen entstanden mehr als 230 Arbeiten mit ausgeschnittenen Gouachepapieren. „Das ist viel für einen Achtzigjährigen“, bemerkt die Kuratorin der Ausstellung dazu,[20] zumal wenn man bedenkt, dass dazu ja auch viele außergewöhnlich große Scherenschnittfiguren (papiers découpés) gehören. 79 von ihnen werden in der Ausstellung präsentiert.

Frau mit Amphore. 1953, 168,5 x 48 cm,  Musée Matisse, Nizza

L’Escargot (die Schnecke) 1953. Tat Gallery London.

Matisse hat diesen Scherenschnitt mit buntem Gouache-Papier auch „Composition chromatique“ genannt- eine Bezeichnung übrigens, die an den Fauvismus, zu dessen Hauptvertretern Matisse zählt,  anknüpft.  Die Schnecke war für Matisse ein abstraktes Bild „sur racine de réalité“: Ausgehend vom Aufbau eines Schneckenhauses entfernte er sich hier von der realen Grundlage, ohne sich aber voll und ganz  für die Abstraktion zu entscheiden. Dies gilt auch für die kreolische Tänzerin (Danseuse créole. Juni 1950) aus dem Matisse-Museum in Nizza.

Natürlich hängt das Bild im Grand Palais genau aufrecht an der Wand, wie es sich eben gehört. Aber unsere Enkelin Lyana hat das Bild schräg aufgenommen, und ich finde, dass das sehr gut zu diesem Motiv passt. Matisse wäre mit einer solchen Aufhängung sicherlich einverstanden gewesen…

Es ist ratsam, für die Ausstellung einen weniger frequentierten Randtermin zu wählen und Wochenenden zu vermeiden. Besonders der Raum mit den vier Nus bleus, seinen Meisterwerken aus dem Jahr 1952, die zum ersten Mal überhaupt hier zusammen zu sehen sind[21], ist ein besonderer Anziehungspunkt.

Matisse hat sie -wie auch schon die Bilder für JAZZ- ohne jede vorausgehende Zeichnung aus dem blauen Gouache-Papier geschnitten  –  sogar einmal in gerade 10 Minuten. Aber wenn auch sein Körper alt und krank war: Die große Schere in seiner Hand beherrschte er noch mit großer Virtuosität: Seine Hand konnte noch fliegen, wie er selbst sagte.[22]

Auf der Eingangsseite des Raums links und rechts Scherenschnitte einer Nu bleu aux bas verts (1952) und einer Akrobatin- ein Thema, das Matisse sehr beschäftigte, verstand er sich doch selbst als Akrobat der Kunst.

Auch für die Ausgestaltung der Kapelle von Vence, la chapelle du Rosaire (1948-1951),  verwendete Matisse die Technik der Papierschnitte. Das klar gegliederte, einfach strukturierte Gebäude selbst wurde entsprechend den Wünschen Matisse‘ entworfen von einem Schüler Auguste Perrets und diesem selbst, einem der großen französischen Architekten des 20. Jahrhunderts. Man hat diese Kapelle als „Krönung der künstlerischen Laufbahn“ von Matisse bezeichnet, der selbst dieses Gesamtkunstwerk als sein „chef-d’œuvre absolu“ betrachtete.[23]

Vitrail bleu pâle (Glasfenster blassblau) November 1948/Januar 1949. Entwurf eines Fensters für die Kapelle von Vence. Ausgeschnittene Gouache-Papiere auf Leinwand. Die Maße entsprechen schon denen der Kapellenfenster. Das Farbspektrum ist aber noch sehr groß und es fehlen die für die Umsetzung erforderlichen Blei- oder Eisenstäbe zur Einfassung.

Entwurf eines Ausschnitts des Glasfensters Baum des Lebens (L’Arbre de vie) 1949

Auch dieses Fenster, das in der Apsis neben dem Altar eine zentrale Rolle für die Gestaltung der Kapelle spielt, zeigt das von Matisse seit 1947 in seinen Scherenschnitten verwendete Algenmotiv. Das Farbspektrum ist reduziert auf „drei sehr entschiedene Farben“, wie Matisse selbst sagte, „ein Ultramarin, ein Flaschengrün und ein Zitronengelb. … Es sind dies ganz gewöhnliche Farben, was ihre Qualität anbelangt; ihre künstlerische Wirkung liegt allein in ihren quantitativen Verhältnissen, die sie überhöhen und vergeistigen.“[24]

Picasso, der Matisse sein Leben lang eng verbunden war,  hat sich übrigens spöttisch über die Kapelle seines Freundes geäußert. Als er 1951 die Fotos der fertigen Kapelle sah, soll er gesagt haben: „Matisse hat eine Kapelle gemacht? Er hat eine Badeanstalt gemacht.“[25] Damit bezog er sich wohl vor allem auf den mit weißen Fliesen bedeckten Boden der Kapelle. Matisse hat diesen Spruch gekannt, er konnte aber die gegenseitige Wertschätzung nicht beschädigen.

Matisse war jedenfalls -mit Recht- davon überzeugt, mit der Kapelle einen Raum der Ruhe und der Meditation für alle Menschen geschaffen zu haben.

In diesem Blog-Beitrag ging und geht es vor allem um die Gouache-Scherenschnitte, die Matisse in den letzten Jahren seines Lebens anfertigte. Malen und Zeichnen waren für ihn nach seiner Operation äußerst beschwerlich „Zwischen 1941 und 1954 schuf er fünfundsiebzig Gemälde,“ wie die Kuratorin der Ausstellung erklärt[26], wozu dann auch noch eine Vielzahl von Zeichnungen kommen. Dazu zum Schluss des Beitrags wenigstens noch einige wenige Beispiele:

Portraits spielen im Werk von Matisse eine große Rolle. Für ihn standen sie am Anfang der Kunst. Sein Ziel war es, mit wenigen Strichen und großer Prägnanz die Persönlichkeit seines Modells und die  Beziehung zwischen Künstler und Modell zu erfassen. Hier ein Portrait seiner Enkelin Jackie aus dem Jahr 1947 (Privatsammlung). Die senkrechten Streifen stammen natürlich nicht von Matisse, sondern sind Spiegelungen…

In den letzten Jahren seines Lebens illustrierte Matisse auch Künstlerbücher von Werken Montherlants, Ronsards und Baudelaires.

Entwurf für eine Illustration von: H. de Montherlant, Pasiphaé. Chant de  Minos. Gravures originales par Henri Matisse.

Und dann sind mehre Gemälde ausgestellt, denn auch die haben in dieser letzten und höchst produktiven Phase von Matisse‘ Schaffen eine zentrale Rolle gespielt. So die „rumänische Bluse“ aus dem Jahr 1940, dem Jahr der französischen Niederlage und der Etablierung des Vichy-Regimes.  

Dazu aus dem Begleittext der Ausstellung:

„Matisse‘  Haltung während des Krieges – seine Weigerung, Stellung zu beziehen oder durch seine Malerei Zeugnis von den Übeln der Welt abzulegen – brachte ihm den Vorwurf ein, ein hedonistischer Bourgeois zu sein, der sich aus der Geschichte zurückzieht. Seine Entscheidung, weiterzuarbeiten und Frankreich trotz Einladungen zu einer Lehrtätigkeit in den Vereinigten Staaten nicht zu verlassen, machte ihn jedoch nach und nach zu einem Symbol der Freiheit. Die (…) Lebendigkeit der Farben in „La Blouse roumaine“, die der französischen Flagge entlehnt sind (…), spiegeln eine Form von Optimismus, wenn nicht gar Patriotismus wider, eine Art und Weise, den tragischen Umständen der Zeit zu widerstehen.“

Und es gibt auch eine reiche Auswahl der Interieurs de Vence aus den Jahren 1946-1948, in denen Matisse noch einmal auf einige Leitmotive seines Schaffens zurückkam, zum Beispiel das Motiv des Fensters, für Matisse ein Symbol der Malerei schlechthin.

Diese Gemälde bedeuteten dann zwar auch den Abschied Matisse‘ von der Malerei, nicht aber von der Kunst: Die Papierschnitte seiner letzten Jahren werden zu einem einem grandiosen Höhe- und Schlusspunkt seines Werks. Sie sind im Grand Palais noch bis zum 26.Juli zu sehen. [27]

https://www.grandpalais.fr/fr/programme/matisse-1941-1954


Anmerkungen

[1] So die Übersetzung in:  Oliver Berggruen und Max Hollein (Hrsg), Henri Matisse. Mit der Schere zeichnen. Meisterwerke der letzten Jahre. Prestel-Verlag 2002, S. 140. Gebräuchlich diese Übersetzung: Das Papageienweibchen und die Sirene. Z.B. https://www.germanposters.de/matisse-henri-das-papageienweibchen-und-die-sirene-1952.html

Alle Fotos des Beitrags, soweit nicht anders angegeben, Lyana und Wolf Jöckel

Das „Titelbild“ des Beitrags zeigt ein Matisse- Werbeplakat in der Metro-Station Voltaire. Aufgenommen am 23.5.2026

Leszeit: 17 Minuten

[2] Xavier-Gilles Néret, Ozeanien und die Gouacheschnitte. In: Gilles Néret und Xavier-Gilles Néret, Matisse. Scherenschnitte. Köln: Taschen-Verlag 2022, S.237/243

[3] Zit. Éditions Beaux Arts, Matisse 1941-1945 Paris 2026, S. 34 und Oliver Berggruen in: Oliver Berggruen und  Max Hollein (Hrsg), Henri Matisse. Mit der Schere zeichnen. Meisterwerke der letzten Jahre. Prestel-Verlag 2002, S. 106

[4] Zit bei Xavier-Gilles Néret, aaO, S. 237

[5] Françoise Gilot, Matisse und Picasso. München 1990, S. 45

[6] Xavier-Gilles Néret aaO, S. 259

[7] Stéphane Guégan, Tahiti, souce inépuisable d’images. In: Beaux Arts, Matisse 1941-1954, S. 44 und 46. Guégan spricht von einem „répertoire déshumanisé“.

[8] In der Begleittafel zu dem Bild wird dieser Bezug hergestellt und die entsprechende Passage aus Bergons L’Évolution céatirice (1907) zitiert: „La vie est tendence, et l’essence d’une tendence est de se développer en forme de gerbe, créant, par le seul fait de sa croissance, des directions divergentes entre lesquelles se partagera son élan.“ Matisse hatte sich 1944 mit den  Schriften Bergsons beschäftigt.

[9] Éditions Beaux Arts, Matisse 1941-1945 Paris 2026, S. 34

[10] Marc Zitzmann, Um die Haaresbreite einer Katze. Malereien  mit der Schere: Das Grand Palais zeigt Matisse‘ Spätwerk von 1941 bis 1954, das immer noch begeistert. In: FAZ vom 22.4.2026

[11] „Icare au cœur passionné retombe du ciel étoilé.“

[12] Beaux Arts, Matisse, S. 38

[13] https://www.leslieparke.com/blog/marguerite-matisse

[14] Emmanuelle Lequeux in Beaux Arts, S. 14

[15] l’artiste doit apporter toute son énergie, sa sincérité et la modestie la plus grande pour écarter pendant son travail les vieux clichés

[16] Éditions Beaux Arts, Matisse 1941-1945 Paris 2026, S. 7

[17] „Je bénis ma terrible opération qui m’a tout rajeuni et rendu philosophe (…) j’avais tellement préparé ma sortie de la vie qu’il me semble être dans une seconde vie.“ Zit. Éditions Beaux Arts, Matisse, S. 37

[18] https://blog.artsper.com/de/ein-naeherer-einblick-de/papierschnitt-matisse/

[19] Exposition événement au Grand Palais : les dernières années de Matisse, quel feu d’artifice ! In: Le Parisien vom 21. März 2026

[20] https://de.euronews.com/kultur/2026/03/23/matisse-paris-ausstellung

[21] Nu Bleu I: Fondation Beyerler; Nue Bleu II und III: Centre Pompidou; Nu Bleu IV: musée d‘Orsay

[22]„La main vole, c’est son mot.“ Le Parisien, Exposition événement au Grand Palais : les dernières années de Matisse, quel feu d’artifice ! 21. März 2026

[23] Itzhak Goldberg: Couronnement d’un parcours artistique. In Baux Arts, Matisse S. 60 und Hanne Finsen, die Matisse kurz vor der Einweihung der Kapelle von Vence traf. Beaux Arts, S. 59

Zu der Kapelle gibt es auch einen Film auf Arte: https://www.arte.tv/de/videos/122738-000-A/die-rosenkranzkapelle-das-letzte-meisterwerk-von-matisse/ ..

[24] Zit. in: Ingrid Pfeiffer, Die Fenster der Rosenkranzkapelle von Vence. In: Henri Matisse. Mit der Schere zeichnen, S. 130

[25] Siehe: Françoise Gilot/Carlton Lake, Leben mit Picasso. Diogenes 1987

[26] https://de.euronews.com/kultur/2026/03/23/matisse-paris-ausstellung

[27] Emmanuelle Lequeux, 1946-1948. L’adieu aux pinceaux. Éditions Beaux Arts, S. 49f

Zu Monet siehe auch diese Blog-Beiträge: