Am 23. Mai erschien in diesem Blog ein Beitrag über das Kunstprojekt Caverne du Pont-Neuf. Ihr Äußeres war damals schon sichtbar und eindrucksvoll und man war gespannt darauf, die Höhle bald auch betreten zu können und von Innen zu erleben.
Am 6. Juni sollte es soweit sein. Aber dann beschädigten starke Windböen die Außenhaut des über der Brücke errichteten „Gebirges“. Der 6. Juni wurde im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht. Erhebliche Reparaturarbeiten, deren Spuren ganz bewusst sichtbar bleiben sollten, waren erforderlich. Am 15. Juni waren sie abgeschlossen waren und der Durchgang durch die Caverne wurde freigegeben. Geöffnet bleibt sie durchgehend Tag und Nacht wie vorgesehen bis zum 28. Juni. Eine Verlängerung ist nicht möglich, vor allem wohl deshalb, weil das für das Projekt engagierte Personal danach nicht mehr verfügbar ist. Bis dahin ist die Caverne aber ein großer Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen, und er wird auch entsprechend herausgestellt und vermarktet.

Die Metro Station Pont-Neuf der Linie 7 im Zeichen der Caverne du Pont-Neuf

Die Station hat sogar den Beinamen La Caverne erhalten!

„Kunst ist eine Verwandlung und eine Gelegenheit, die Art und Weise, wie wir die Welt um uns herum betrachten, neu zu gestalten. Mit der Caverne du Pont Neuf möchte ich genau das in Paris möglich machen.“


Henri Quatre reitet über das Caverne-Gebirge. Kurz hinter der Reiterstatue ist der Eingang der Caverne. Der Weg durch die „Höhle“ ist eine „Einbahnstraße“ von Süd (Quartier Latin) nach Nord (Metro Pont-Neuf/Kaufhaus Samaritaine)

Der Gang durch die Caverne. JR hatte eine „geringe Helligkeit“ angekündigt. Wir fanden die Höhle aber reichlich erhellt.

Begleitet wird man dabei von einem „akustischen Stoff“, den Thomas Bangalter mit dem Synthesizer erzeugt und in der Höhle ausgebreitet hat. In den für den Pont-Neuf charakteristischen Ausbuchtungen ist der Ton manchmal verstärkt und erzeugt die akustische Illusion eines Echos.

Dabei bleibt man aber auf dem Boden der Tatsachen: Dem Pflaster des Pont-Neuf und den Fahrbahnmarkierungen.


Auf die auf dem Handy abzurufende „realité augmentée“, also auch die Fledermäuse und die Tänzerin, haben wir beim Durchgang durch die Höhle verzichtet. Wir haben uns lieber die Caverne genauer angesehen.

Höhlenmotive, von JR in Frankreich, Griechenland und Italien fotografiert, auf der Innenwand der Caverne

Eigentlich soll beim Durchgang durch die Caverne auch der Geruchssinn angesprochen werden. Vor allem sollte es nach feuchter Erde riechen, aber dafür waren unsere Nasen offenbar nicht fein genug…

Der Taschen-Verlag wirbt für seine JR-Publikationen

Im Kaufhaus Samaritaine gibt es eine große Abteilung mit allerlei Caverne-Souvenirs…

Für uns am eindrucksvollsten: der Blick auf den nächtlichen Pont-Neuf mit der Caverne



Fotos von Wolf Jöckel, aufgenommen am 16. und 17. Juni 2026, mittags, abends und nachts