Bilder des Monats Juli 2026: Die Flugzeugparade des 14. Juli

Wie immer findet am französischen Nationalfeiertag auf den Champs-Elysées eine große Militärparade statt. So auch in diesem Jahr. Und wie immer, wenn wir an diesem Tag in Paris sind, können wir von unserer kleinen Terrasse aus die abfliegenden Flugzeuge sehen und hören.

Einen direkten Blick auf den Himmel über den Champs-Élysées haben wir leider nicht, aber den verwehten Rauch der von der Patrouille de France in den Himmel gesprühten Tricolore können wir noch sehen. (Das „Titelbild“ des Beitrags hat freundlicherweise Herr Biermann-Zeitler zur Verfügung gestellt. Merci beaucoup!)

Die diesjährige Militärparade sollte mehr als üblich militärische Stärke demonstrieren.

Auf den Champs-Elysées und in der Luft bot die französische Armee ein breites Arsenal schweren militärischen Geräts auf.

In den letzten Jahren der Präsidentschaft Macrons hat sich ein fundamentaler strategischer Wechsel vollzogen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und dem erzwungenen Rückzug der französischen Armee aus Afrika ist jetzt die Landes- und Bündnisverteidigung in Europa in den Mittelpunkt gerückt.

Sichtbarer Ausdruck waren die Teilnahme ukrainischer Truppen und des ukrainischen Präsidenten an der diesjährigen Militärparade.

Ein Problem ist dabei allerdings die eklatante Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Zwar wurde in den letzten Jahren trotz großer Budget-Probleme auch in Frankreich das Militärbudget erhöht, aber inzwischen ist das deutsche -auch dank massiver Verschuldung- etwa doppelt so hoch, und die Diskrepanz wird sich in den nächsten Jahren wohl noch vergrößern. Und auch was die Unterstützung der Ukraine angeht, bleibt Frankreich hinter seinen Ansprüchen weit zurück: Während Deutschland nach dem Rückzug der USA mit Abstand größtes Geberland ist, liegt Frankreich, selbst was die absoluten Zahlen angeht, noch hinter Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Norwegen zurück – und dies, obwohl das Land zweitgrößter Waffenexporteur der Welt ist.

Aber Frankreich bleibt -allein schon als einzige Atommacht der EU- ein unverzichtbarer Partner.

Und Macron ist hoch anzurechnen, dass er schon früh erkannt hat, wie wichtig eine europäische Souveränität auch im Militärischen ist. Damals wurde ihm aber in Deutschland von Merkel und Co die kalte Schulter gezeigt. Umso bedauerlicher, dass jetzt das Projekt eines gemeinsamen deutsch-französischen Kampfflugzeugs – unter wechselseitigen Schuldzuweisungen- gescheitert ist.

Aber es ist zu hoffen, dass man daraus lernt. Und vor allem, dass ein selbstbewusstes und selbstständiges Europa nicht länger von den Launen und Drohungen eines amerikanischen Präsidenten abhängig ist und auch stark genug, einem russischen Expansionismus zu widerstehen. Und es wird hoffentlich auch wieder eine bessere, friedlichere Zeit nach Trump und Putin geben, wo sogar -man darf ja noch träumen- russische Soldaten gemeinsam mit französischen, ukrainischen und deutschen an einem 14. Juli auf den Champs-Élysées friedlich miteinander defilieren.

Weitere Blog-Beiträge zum 14. Juli in Paris:

Das traditionelle Feuerwerk am Eiffelturm fand in diesem Jahr schon am 13. Juli statt. So wurde die Konkurrenz mit dem WM-Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien vermieden. Wir drücken natürlich der französischen Mannschaft die Daumen. Allez les bleus….

Hinterlasse einen Kommentar