Die Fontänen von Versailles (2): Ausdruck absolutistischen Größenwahns

Im ersten Teil des Beitrags über die Fontänen  und Brunnen des Parks von Versailles wurde ihre Funktion als Machtdemonstration und Instrument der Einschüchterung erläutert: Sie sollten durch ihre Menge und Größe und durch ihr bildhauerisches Programm die Macht des Sonnenkönigs veranschaulichen:

https://paris-blog.org/2017/09/01/die-fontaenen-von-versailles-1-die-feier-des-sonnenkoenigs/

Die Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieses Vorhabens waren allerdings ganz erheblich, denn die Lage des Schlosses und des Parks hätten kaum ungünstiger sein können. Das Gelände war sumpfig und  es gab (und gibt) in der Region keine natürlichen Wasserläufe, die man für die Versorgung mit Wasser hätte nutzen können[1] . Die Seine lag mehrere Kilometer entfernt und dazu auch noch 142 tiefer als das Schloss.[2]  Es gab in der Nähe lediglich den kleinen étang de Clagny, der von einigen Bächlein gespeist wurde. Mit Wasser versorgt werden mussten aber  nicht nur die am Ende der Herrschaft Ludwigs XIV.  1400 Fontänen im Park, sondern auch das riesige Schloss mit seinem Hofstaat,  die weitläufigen Parkanlagen, die Stadt,  die Kasernen mit Soldaten und etwa 2000 Pferden und nicht zuletzt der  Obst- und Gemüsegarten Ludwigs XIV.[3] Allein bei dieser groben Übersicht kann man ahnen, wie  immens der  Bedarf an Wasser für Versailles war, spätestens  1682,  als der Hof offiziell dorthin verlegt wurde. Und es ging dabei ja nicht nur um die  Menge, sondern auch um die Qualität, die für den menschlichen und tierischen Gebrauch gesichert  sein musste, um Seuchen zu verhindern.

Warum also unter diesen völlig ungeeigneten Voraussetzungen gerade Versailles?  Eine Antwort darauf kann wohl die Entwicklung des Ortes geben: Das erste Schloss von Versailles wurde  vom Vater des Sonnenkönigs 1623 gebaut und 1631 erweitert. Der Sohn fand dann auch Gefallen daran, denn dort war er abseits von Paris, aber doch auch wieder nahe an der Hauptstadt, es gab in Versailles  ein ausgiebiges Jagdrevier und das Schloss bot eine Rückzugsmöglichkeit – zum Beispiel für seine Beziehung mit Mlle de Valière, für die er die Thetis-Grotte  bauen ließ. 1660 nahm dann der junge König selbst das Heft in die Hand und das hufeisenförmige Zentrum des neuen  Schlosses entstand, das bis heute den cour d’honneur umschließt.

Einen neuen, entscheidenden Impuls erhielt der Schlossbau von Versailles am 17. August 1661.  An diesem Tag war Ludwig XIV. in Vaux-le-Vicomte,  im Schloss seines Finanzministers Fouquet, zu Gast. Die Beziehung des jungen Königs zu Fouquet war damals angespannt, und da sollten der König und sein Hofstaat  ehrenvoll empfangen und ein barockes Fest mit allen Schikanen präsentiert werden. [4] Verantwortlich dafür waren der Haushofmeister François Vatel[5]  und der Maler Charles Le Brun.[6] Molière schrieb extra für dieses Fest ein Stück, das er mit seiner Truppe aufführte, es gab ein musikalisch umrahmtes Bankett,  ein grandioses Feuerwerk und natürlich auch eine Gartenbesichtigung für den als Gartenfreund bekannten König. Und immerhin hatte Le Nôtre hier seine erste im französischen Stil gehaltene Gartenanlage geplant, zu der auch grandiose Fontänen gehörten.

Der weitere Verlauf der Geschichte ist bekannt: Ludwig XIV. erblasste  gewissermaßen vor Neid. Dass sein Minister es wagte, ihn und sein Versailles in den Schatten zu stellen, konnte er nicht dulden. Fouquet wurde entmachtet und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens als Gefangener, aber Ludwig übernahm dessen hochkarätiges Personal. Also auch Le Nôtre, der ihm jetzt einen Park mit Wasserspielen bauen sollte, wie es sie noch nie und nirgends gegeben hatte. Der 17. August ist damit nicht, wie man manchmal lesen kann, „der Beginn von Versailles“[7], aber eine entscheidende Wende.

Hätte es damals einen Rechnungshof, also eine strenge  Kontrolle der königlichen Finanzen gegeben, wäre vielleicht ein geeigneterer Ort für das königliche „Versailles“ gesucht und  gefunden worden.  Denn –und das war absehbar:  die Kosten für die hydraulischen Arbeiten waren astronomisch. Von den Gesamtkosten für den Schlossbau entfielen schätzungsweise 57%  allein auf die Wasserversorgung und –nicht zu vergessen: die Wasserentsorgung- die Kosten für die wunderbaren Brunnenanlagen sind darin gar nicht einbezogen. [8] Aber Ludwig XIV. wäre nicht der Sonnenkönig gewesen, wenn ihn das beeindruckt hätte- ganz im Gegenteil.  Denn sein größtes Vergnügen war es, wie Saint-Simon kritisch bemerkte, die Natur zu beherrschen. („de forcer la nature“). Und die Souveränität des Herrschers war nach damaliger Auffassung ebenso wenig teilbar „wie der Punkt in der Geometrie“ („La souveraineté n’est non plus divisible que le point en géométrie“, wie es Cardin Le Bret formulierte)- eine Auffassung, die ja auch heute noch – in Zeiten der Globalisierung und des Vereinten Europas-  in Frankreich (und anderswo) sehr verbreitet ist.

Dass die Versailler Wasserproblematik nicht nur viel Geld, sondern auch Menschenleben kostete, kümmerte Ludwig XIV. wenig, auch wenn ihm das nicht entgehen konnte.  Man erzählte, dass eines Tages eine Frau zu ihm gekommen sei, außer sich,  weil ihr Sohn tags zuvor beim Bau des Großen Kanals,  „ce canal putassier“,  ums Leben gekommen sei. Die Antwort des Sonnenkönigs: Er ließ die Frau mit Stockschlägen traktieren.  Und Opfer gab es viele.   Madame de Sévigné schrieb 1678 in einem Brief, die Sterblichkeit der Arbeiter beim Bau des Großen Kanals sei außerordentlich hoch. Jede Nacht würden Wagen voller Leichen beladen und weggefahren.  Geschätzt wird, dass etwa 10 000 Menschen allein bei den Bauten für die Alimentierung der Fontänen ums Leben gekommen sind.[9]

Aller finanziellen  und menschlichen  Opfer zum Trotz war und blieb die Wasserversorgung von  Versailles eine Herkules-Aufgabe und ein Dauerproblem, an dem der Herrschaftswille des absoluten Königs scheiterte.  Die Natur zeigte ihm hier seine Grenzen auf. Wenn der König  durch den Park spazierte und sich an den sprudelnden Brunnen und emporsteigenden Fontänen erfreuen wollte, wurde er von Brunnenmeistern begleitet, die die Anlagen vor ihm an- und hinter ihm wieder ausstellten. Zu mehr reichte das Wasser nicht.  Und dabei war doch der Anspruch gewesen, dass die Fontänen „ni jour ni nuit“ (weder Tag noch Nacht) schweigen  sollten.[10]  Wenn wir heute dank eines elektrisch betriebenen Pumpsystems  die Grands Eaux in Versailles bewundern:  Ludwig XIV. jedenfalls hat sie so nie erleben können….   Und die  Neptun-Fontaine, die größte im Schlosspark von Versailles, die zum krönenden Abschluss der Grands Eaux  in den Himmel steigt,  kann bei weitem nicht mithalten mit der in  Kassel, dem nordhessischen Versailles. Die war nämlich aufgrund der günstigen natürlichen Voraussetzungen fast doppelt so hoch, nämlich 52 Meter – während die höchste Fontäne im Reich des Sonnenkönigs  gar nicht in Versailles war, sondern in seinem Schloss in Marly, die aber auch „nur“ 40 Meter erreichte.  Eine Demütigung, die mitzuerleben Ludwig XIV. allerdings erspart blieb…

Trotz alledem:  Es ist faszinierend zu erfahren, welcher Erfindungsgeist, welche   Handwerkskunst und welche gewaltigen Anstrengungen damals am Werke waren, um Versailles und die Fontänen des Parks  mit Wasser zu versorgen.  Bezüge zu Herkules und den Pharaonen findet man in entsprechenden Publikationen immer wieder, und sie  sind  wohl auch kaum übertrieben.  Die Wasserversorgung von Versailles ist das größte Projekt, das im Frankreich des ancien régime je unternommen wurde. Insgesamt wurde ein etwa 200 Kilometer langes System von Gräben, unter- und oberirdischen Aquädukten, Dükern (Siphonen) und  Rohrleitungen aus Eisen und Blei  errichtet.

Wenn man heute die Grandes Eaux bewundert, sieht man davon nichts.- so wie man auch zu Zeiten Ludwigs XIV. nichts davon gesehen hat und auch nicht sehen sollte.  Aber natürlich gibt es genaue, beeindruckende  Pläne des Leitungssystems aus Eisen und Blei wie die von 1718, die 2017 auf einer Garten-Ausstellung im Grand Palais ausgestellt wurden.

img_9229

Hier das Leitungssystem unter dem Latone-Brunnen und dem entsprechenden Parterre. Es vermittelt den Eindruck eines höchst komplizierten, ausgeklügelten Systems – ganz im Gegensatz zu der spielerischen Leichtigkeit der Fontänen, die damit alimentiert werden.

img_9228

Der nachfolgende  Ausschnitt zeigt das  Leitungssystem, das das Parterre du Nord mit der Allée d’eau und den daneben gelegenen bosquets, das Bassin de Dragon  und den Neptun-Brunnen auf der Nordseite des Schlosses mit Wasser versorgte.

img_9230

Dieses Leitungssystem ist heute immer noch in Betrieb,  und die Brunnen werden wie zu Zeiten Ludwigs XIV. per Hand in Gang gesetzt.[11]

cle_lyre

Gespeist wurde es  aus den am unteren Bildrand  teilweise zu erkennenden und noch existierenden Reservoirs in der heutigen – und danach benannten- rue des reservoirs.

dsc03352 pan versailles - kopieEe

Sie hatten ein Fassungsvermögen von 5000 m³. Um wenigstens einigermaßen den großen Wasserbedarf für die unter Ludwig XIV. immer aufwändigeren Grandes Eaux sicherzustellen, benötigte man zahlreiche weitere Reservoirs. So wurden zum Beispiel 1671 unter dem heutigen Parterre d’eau, also der obersten Gartenterrasse (oberhalb des Latone-Brunnens) große Zisternen mit einem Fassungsvermögen von 3400m³ angelegt, von denen zwei noch heute in Betrieb sind, die aber leider nicht besichtigt werden können.[12]

garnier-thomas2088m_s

Wenn man aber bedenkt, dass allein für einen weniger als dreistündigen  Betrieb der Fontänen  9500 m³ Wasser benötigt wurden, kann man erahnen, wie  groß die hydraulischen Herausforderungen waren.  Und mit der Bereitstellung von genügend großen Reservoiren war es  nicht getan. Sie mussten ja auch gefüllt werden. Das unterhalb des Schlosses vorhandene Wasser, zum Beispiel aus dem nahe gelegenen étang de Clagny, musste also hochgepumpt werden- und das in einer Zeit, in der es noch keine Dampfmaschinen gab. Also bedurfte es eines Systems von Windmühlen und mit Pferdekraft angetriebenen Pumpen, die für die Nachfüllung der Reservoirs sorgten. Das benötigte natürlich viel Zeit und konterkarierte den Traum Ludwigs XIV., die Fontänen seines Parks dauerhaft ohne jede Unterbrechung betreiben zu können.

Die größte Herausforderung bestand allerdings darin, überhaupt genügend Wasser zur Verfügung zu haben. Der Teich von Clagny, das einzige natürliche Reservoir, war zu klein und hatte zu geringen natürlichen Zulauf, so dass er den an ihn gestellten Anforderungen bei weitem nicht gewachsen. Es musste also aus der Ferne Wasser herangeschafft werden- eine dauernde und im Verweis auf Herkules treffend bezeichnete Aufgabe. Eine der ersten Maßnahmen war die Umleitung des Wassers der Bièvre, eines kleinen Nebenflüsschens der Seine. Aber auch das reichte nicht, den Wasserbedarf der vom Sonnenkönig  gewünschten immer zahlreicheren Fontänen zu befriedigen. Warum also nicht gleich das Wasser der Loire nutzen?  Es war kein Geringerer als Pierre-Paul Riquet, der Schöpfer des Canal de Midi  (damals canal royal de Languedoc), der diesen Vorschlag Ludwig XIV. unterbreitete. Und der war davon sehr angetan und auch gleich bereit, die dafür erforderliche immense Geldsumme zur Verfügung zu stellen. Ludwigs Finanzminister Colbert hatte allerdings Zweifel an der Machbarkeit und beauftragte  den Abbé Picard, Mitglied der Akademie des Science, mit einem Gutachten. Die Überprüfung ergab, dass die Loire an der geplanten Wasserentnahmestelle tiefer lag als das Schloss von Versailles…. Das Projekt wurde also aufgegeben und andere traten an seine Stelle.

Drei  davon sollen auf diesem Blog  vorgestellt werden. Sie wurden nicht nur wegen ihrer Bedeutung ausgewählt, sondern auch, weil sie noch heute sichtbare Spuren hinterlassen haben: Die Drainagen und das Teichsystem  auf der Hochebene von Saclay/Palaiseau,  die Maschine von Marly und das Projekt der Umleitung des Flusses Eure.   Dem ersten Projekt verdankt man heute ein wertvolles Biotop, das zweite ist eine technische Meisterleistung, aber auch –wie vor allem die aufgegebene Umleitung der Eure,  Zeuge absolutistischen Größenwahns.  Die drei Projekte können/sollen zu Ausflügen in die Umgebung von Paris/Versailles anregen. Und sie können den bewundernden Blick auf die Fontänen im Schlosspark von Versailles sicherlich erweitern. In diesem Beitrag werden die Rigoles de Saclay und das Aquädukt von Buc vorgestellt, die beiden anderen Projekten werden in späteren Beiträgen folgen. 

1. Die Rigoles von Saclay und das Aquädukt von Buc (1680-1686)

Die Hochebene von Saclay liegt im Süden von Versailles/im Südwesten von Paris  zwischen den Flüsschen Bièvre und Yvette. Heute ist sie vor allem bekannt durch die dort schon angesiedelten und noch geplanten  Lehr- und Forschungseinrichtungen,  das „Silicon Valley à la française“.[13]  Zu Zeiten Ludwigs XIV. war die Hochebene von Saclay Ort eines kaum weniger anspruchsvollen Projekts:  Sie sollte nämlich dazu beitragen, den immer größer werdenden Wasserbedarf der Fontänen von Versailles zu decken.  Die Probleme, die sich dabei stellten, waren allerdings erheblich. Es gab auf dem Plateau zwar einen größeren Teich, den Étang Vieux de Saclay, der aber nur von Regenwasser gespeist wurde, also keine natürlichen Zuflüsse hatte. Außerdem lag, wie der wieder herangezogene Abbé Picard feststellte, sein Grund  nur 10 Fuß (3,25 Meter)  über dem unteren Teil des Schlossparks. Die Herausforderung bestand nun darin,  das nutzbare Wasseraufkommen auf dem Plateau zu steigern und es dann allein über das (geringe) natürliche Gefälle für die Alimentierung  wenigstens der – allerdings immer zahlreicheren- Brunnen und Fontänen in den unteren Partien des Schlossparks zu nutzen. (Deshalb auch die Bezeichnung lacs inférieures für die schon bestehenden und neu geschaffenen Teiche auf der Hochebene von Saclay).   Mit der Ausführung dieses Projekts wurde der Ingenieur Thomas Gobert beauftragt, der sich schon bei der Versorgung von Versailles mit Trinkwasser verdient gemacht hatte.  Er forderte 3000 Mann und 2000 Schubkarren an, die 6 Jahre lang damit beschäftigt waren, neue Teiche anzulegen und ein System von Drainagen (rigoles), d.h. kleinen Gräben, die alles anfallende Regenwasser in den Étang  Vieux de Saclay und den neu geschaffenen Étang Neuf de Saclay als zentraler Sammelstelle leiten sollten.

dsc00516 bievre buch satory rigoles august 2017 (25)

Rigoles auf dem Plateau de Saclay

dsc00516 bievre buch satory rigoles august 2017 (38)

dsc00516 bievre buch satory rigoles august 2017 (16)

Der alte Damm zwischen dem Étang Vieux  (heute ein Vogelschutzgebiet[14]) und dem Étang Neuf de Saclay (heute Wasserreservoir für eine Forschungseinrichtung für Antriebe)

dsc00516 bievre buch satory rigoles august 2017 (12)

Ausschnitt aus einer Informationstafel am Pavillion du Roi auf dem Damm zwischen den beiden Teichen von Saclay

dsc00516 bievre buch satory rigoles august 2017 (18)

Die alte Treppe des  „Pavillon du Roi“  auf dem Damm. In seinem Keller befand sich der Schieber zur Regulierung der  Wasserhöhe in beiden Teichen.

Die schwierigste und wichtigste Aufgabe stand allerdings noch bevor: Jetzt musste das in den Teichen von Saclay angesammelte Wasser ja noch in den Schlosspark von Versailles überführt werden. Dazu bedurfte es einer Leitung von 20 Kilometern mit gleichmäßiger sanfter Neigung, die wegen mehrerer dazwischen liegender Hügel zum Teil unterirdisch – bis zu 32 Meter unter dem Erdboden- verlaufen musste.  Und vor allem: Das breite Tal der Bièvre musste überwunden werden. Hier sah Gobert zunächst einen Düker vor, also eine unter dem Flüsschen verlaufende Druckleitung.  Allerdings war die ersten Versuche damit nicht ermutigend: Das Rohrsystem war dem erheblichen Wasserdruck nicht gewachsen, so dass man den Plan aufgeben musste: Die Alternative war ein Aquädukt, dass er in einem Memorandum vom 2. November 1682 dem Sonnenkönig schmackhaft machte:

On pourrait faire un acqueduc de massonnerie, que de seroit sujet à aucun entretien, sans besoin de fer, cuivre ny plomb, plus solide et à durer autant que le monde, dont la magnificence marqueroit à la postérité, autant qu’aucun autre esdifice la grandeur du Règne du Roi.“[15]

dsc00516 bievre buch satory rigoles august 2017 (8)

Man könne, so schlug also Gobert vor, ein Aquädukt aus Stein bauen, wofür man kein Metall benötige. Dazu werde es bis ans Ende der Welt bestehen und wie kein anderes Bauwerk der Nachwelt die Größe des Königs vor Augen führen. Kein Wunder also, dass der König dem Plan zustimmte.  Sicherlich hat Gobert den Mund etwas zu voll genommen, aber eindrucksvoll ist das Bauwerk auf jeden Fall, und zwar von unten gesehen, wenn man auf einem Spaziergang entlang der Bièvre dort vorbeikommt, oder aus der Vogelperspektive.

dsc00516 bievre buch satory rigoles august 2017 (49)

Hier ein Blick auf eine der 19 Arkaden. Sie bestehen vor allem aus Bruchsteinen (pierres meulières), die Kanten aus behauenen Kalksteinen[16]

Und jetzt aus der Vogelperspektive:

(Bild aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Aqu%C3%A4dukt_von_Buc)

machines_de_marly._aqueduc_de_buc_de_nos_jours

Die Bauarbeiter dieses Aquädukts waren übrigens Soldaten aus der Normandie, die dafür abgestellt wurden. Solche gigantischen Baumaßnehmen waren ja generell nur möglich, wenn Ludwig XIV- einmal nicht Krieg führte, wenn Soldaten (und Geld)  also nicht zum Erobern und Töten eingesetzt  wurden.

1686 wurde das gesamte Leitungssystem eingeweiht – „zur Zufriedenheit der Fontänen“, wie Ludwig XIV. huldvoll  festzustellen geruhte.  Und offenbar auch zur Zufriedenheit von Wanderern, die sich an diesem für die Ewigkeit geplanten Bauwerk aufwändig „verewigten“.

dsc00516 bievre buch satory rigoles august 2017 (6)

Und immerhin:  Bis 1950 tat dieses Aquädukt seinen Dienst und danach wurde es unter Denkmalschutz gestellt- Es wird uns also wohl noch etwas erhalten bleiben.

Der Wasserbedarf der Fontänen im Park von Versailles war aber – und das war von vornherein absehbar- mit der Inbetriebnahme des Systems von Teichen und Rigoles auf dem Plateau de Saclay – und eines weiteren bis nach Rambouillet reichenden Wassergewinnungssystems (den lacs supérieurs) immer noch nicht gestillt. Die gesamte  maximale/optimale tägliche Kapazität  dieser Systeme waren12 000 m³. Das reichte aber bei weitem immer noch nicht aus, um die Wasserspiele des Sonnenkönigs wenigstens mehr als stundenweise zu betreiben.

Es mussten also weitere Wasserquellen erschlossen werden, was natürlich immer schwieriger wurde. Entweder es mussten technische Lösungen gefunden werden, die bisher nicht machbar erschienen, oder es  musste das Wasser aus  immer größeren Entfernungen herangeführt werden,  beziehungsweise – es geht ja um die Fontänen des Sonnenkönigs- beides:  Das eine ist das Heraufpumpen von Wasser aus der Seine durch die Maschine von Marly, ein parallel mit „Saclay“ betriebenes Projekt, das andere  die Umleitung des Flusses Eure über 80 Kilometer,  die zwar nie verwirklicht werden konnte, an die allerdings noch das grandiose Aquädukt von Maintenon erinnert. Darüber mehr in einem weiteren dritten Blog-Beitrag über die Fontänen von Versailles. Der Maschine von Marly wird dann der vierte Teil dieser kleinen Reihe gewidmet sein. (17)

Literatur/Benutzte Materialien

Association ADPP, À la Découverte du Plateau de Palaiseau. 2015

Alain Baraton, Le jardinier de Versailles. Paris: Grasset 2006

Eric Soullard, Les eaux de Versailles sous Louis XIV. In: Hypothèses 1998,1, S. 105-112 https://www.cairn.info/revue-hypotheses-1998-1-page-105.htm?contenu=resume

Serge Fiorese, Le système hydraulique du plateau de Saclay : un patrimoine unique à découvrir et mettre en valeurhttp://www.s-y-b.fr/index.php?option=com_content&view=article&id=29:le-systeme-hydraulique-du-plateau-de-saclay&catid=16

Léo Pajon, L’aménagement de l’eau à tout prix.  In: Versailles. Les grandes heures d’un château au cœur de l’histoire de France. GEOHISTOIRE 29, Oct/Nov 2016, S. 44f

Jean Siaud, Ils ont donné l’eau à Versailles.  Edition de l’onde 2012

Jean Siaud, Trois siècles dèau à Versailles pour le château et pour la ville. 1663-1964. Hrsg von der Société des amis de Versailles.

https://www.youtube.com/watch?v=u0VYY2iK3Lo (Video der Verwaltung der Schlösser von Versailles über die einzelnen Etappen der Konstruktionen zur –Wasserversorgung von Versailles. Anschaulich, aber ohne Ton.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserversorgung_des_Schlossparks_von_Versailles

Chronologie der hydraulischen Arbeiten: http://ressources.chateauversailles.fr/IMG/pdf/le_systeme_hydraulique_chronologie_des_travaux_d_adduction.pdf  (Aus der Website des Château de Versailles)

Anmerkungen:

[1] A la  découverte du Plateau de Palaiseau, S. 20

[2] Nach Soullard sind es sogar 160 Meter. Siehe: http://www.theses.fr/2011GRENH032

[3]Siehe den Blog-Beitrag: Der potager du roi, der Obst- und Gemüsegarten Ludwigs XIV. in Versailles. https://paris-blog.org/2016/04/12/le-potager-du-roi-in-versailles-der-obst-und-gemuesegarten-ludwigs-xiv/

[4] Dazu im Einzelnen: Die letzte Chance.  Das Fest vom 17. August 1661 https://www.degruyter.com/downloadpdf/books/9783486719390/9783486719390.173/9783486719390.173.pdf

[5] Vatel stand danach in Diensten des „Großen Condé“ im Schloss Chantilly und gilt als Erfinder der crème Chantilly. Siehe dazu den Blog-Beitrag über Chantilly: https://paris-blog.org/2016/04/09/schloss-und-park-von-chantilly-eine-alternative-zu-versailles/

[6] Zu Charles Le Brun siehe den Blog-Beitrag über die Manufacture des Gobelins, deren Chef er war: https://paris-blog.org/2018/08/01/die-manufacture-des-gobelins-politik-und-kunst/

[7] http://kunstundkosmos.de/Regionen-Staedte-Architektur/Versailles-Garten.html

[8] siehe : A la découverte du Plateau de Palaiseau, S. 24

[9] Baraton, S. 89 und 92; die Zahl von 10 000 wird von Pajon, S. 44 genannt.

[10] S. M. de duc de Noailles, Histoire de Madame de Maintenan et des principaux événements  du règne de Louis XIV tome deuxième, Paris 1848, S. 58 https://books.google.de/books?id=sK1P5hdagUsC&printsec&pg=PA58#v=onepage&q&f=false

[11] Bild aus: http://www.versaillespourtous.fr/fr/popup_clelyre.html

[12] Bild aus: http://ressources.chateauversailles.fr/documents/2/animation_jardin/eau/reservoirst.html

[13] https://www.capital.fr/votre-carriere/paris-saclay-la-silicon-valley-a-la-francaise-1315895

[14] Über die étangs und rigoles heute und ihren ökologischen Wert: https://www.youtube.com/watch?v=OHzjiUfK1BM

[15] Zit. À la découverte du Plateau de Palaiseau, S. 23

[16] Zu Gewinnung der Steine in und um Paris im Allgemeinen und dabei auch zu den meulière-Steinen im Besonderen siehe den Blog-Beitrag über die Bergwerke und Steinbrüche von Paris: https://paris-blog.org/2017/04/20/die-bergwerke-und-steinbrueche-von-paris/

(17) Allerdings wird der wohl noch etwas auf sich warten lassen: Die zunächst für 2018 geplante, dann auf Frühjahr 2019 verschobene Wiedereröffnung des Museums von Marly, das ich in den 3. Beitrag einbeziehen möchte,  ist inzwischen für den Herbst 2019 avisiert, lässt allerdings immer noch auf sich warten. (Stand April 2020).

Der nachfolgende Beitrag zur Wasserversorgung von Versailles behandelt die begonnene, aber nicht vollendete Umleitung der Eure durch den canal Louis XIV und das Aquädukt von Maintenon:   https://paris-blog.org/2020/05/19/der-canal-louis-xiv-und-das-aquaedukt-von-maintenon-die-fontaenen-von-versailles-teil-3/

Die Manufacture des Gobelins: Politik und Kunst

DSC03266 Gobelins (28)

Marschall Pétain, hoch zu Ross, die blau-weiß-roten Blätter flattern im Wind: Ausschnitt aus einem Wandteppich, der 1942/43 in der Manufacture des Gobelins in Paris hergestellt wurde.

DSC03266 Gobelins (27)

Rechts im Bild sieht man Pétain noch als General  des ersten Weltkriegs, ruhig inmitten von Stacheldrahtverhauen und explodierender Granaten, die ihm nichts anhaben können; in der Hand den strategischen Plan der Schlacht von Verdun, als deren Sieger Pétain gefeiert wurde.

DSC03266 Gobelins (29)

Links – im Gegensatz dazu- ein Bild des Friedens, unübersehbar durch die Friedenstauben bezeichnet.

DSCN4089 Gobelins (37)

Die Soldaten kommen aus dem Kampf zurück und machen sich an die Arbeit: Eine Idylle des Landlebens. „La France profonde, éternelle et glorieuse“, wie es leibt und lebt.

DSCN4089 Gobelins (29)

Und in der Mitte Pétain, der Präsident des Collabortations-Regimes von Vichy, der, so die Botschaft des Wandteppichs, durch die Zusammenarbeit mit  Nazideutschland Frankreich den Frieden gebracht hat.  Paul Charlemagne hat diesen „À la Gloire du maréchal Pétain“ betitelten Wandteppich entworfen. 1942, als die Arbeit daran begonnen wurde, war Pétain  schon 86 Jahre alt. Und er legte großen Wert darauf, auf den damals weit verbreiteten Portraits als gerechter und strenger „Vater der Nation“, aber nicht als altersschwacher Großvater zu erscheinen. Allzu realistische Portraits fielen der Zensur zum Opfer. Mit dem Portrait auf Charlemagnes Gobelin wird er sicherlich zufrieden gewesen sein.

Dieser Wandteppich war Teil der damaligen Pétain-Verherrlichung und der Propaganda der von ihm proklamierten „révolution nationale“, in der die Arbeit, und dabei vor allem die Landarbeit, eine zentrale Rolle spielte. Der Gobelin sollte den Chef des État français in eine Reihe mit den großen heroischen Gestalten der französischen Geschichte stellen, wie es in dem Begleitfilm zu der Ausstellung heißt.[1] Der Wandteppich wurde bis zur Befreiung von Paris im Musée de l’Orangerie präsentiert, danach erst jetzt wieder in der Ausstellung „Au fil du siècle, 1918-2018, Chefs-d’œuvre de la tapisserie » (April bis September 2018) in der Manufacture des Gobelins in der avenue des Gobelins.[2]

DSC00297 Manufacture des Gobelins Umgebung (12)

Gezeigt werden  in dieser Ausstellung  zwei weitere -ebenfalls bisher noch nie ausgestellte- Gobelins, die während der Zeit der occupation  im deutschen Auftrag von Werner Peiner entworfen  und von der Manufaktur hergestellt wurden.

Der Wandteppich mit dem von Stieren gezogenen Wagen und der Hakenkreuzstandarte der Fruchtbarkeitsgöttin Ceres wurde 1941-1944 angefertigt und war für das Außenministerium des Freiherrn von Ribbentrop bestimmt. Dazu gehörte auch ein weiterer Wandteppich mit dem Motiv der Quadriga-  als „männliches Gegenstück“ zu dem weiblichen Element der Fruchtbarkeit gedacht. Beide Wandteppiche wurden noch vor Kriegsende nach Deutschland gebracht, dort von den Alliierten  entdeckt, 1949 nach Frankreich zurückgebracht und in den Tiefen der Depots des Louvre und des Musée d’Art moderne versenkt…[3]

DSC03266 Gobelins (40)

DSC03266 Gobelins (38)

Die Herstellung dieser Okkupations-Teppiche erforderte übrigens mehrere Kilogramm Gold- und Silberfäden, die aus Deuschland angeliefert wurden. Man kann sich in der Tat, wie ein  jüdischer Bekannter, den wir beim Besuch der Ausstellung trafen, fragen, woher die Nazis damals das Gold und Silber für diese Wandteppiche hatten…

DSCN4089 Gobelins (44)

Ein weiterer, aber nicht vollendeter Gobelin wurde von „Reichsmarschall“ Göring für seinen Landsitz Carinhall in der Schorfheide bestellt: „Le Globe terrestre“. Materialien waren Wolle, Seide und –natürlich auch hier- Gold- und Silberfäden. Pracht und Ausmaße dieses Wandteppichs entsprachen dem Auftraggeber: Natürlich übertraf die vorgesehene Größe von 72,2 m² nicht nur deutlich die von Ribbentrop bestellten Wandteppiche, er sollte sogar noch 5m² größer werden als das größte im Louvre ausgestellte Bild, Veroneses Hochzeit zu Kana.[4]

DSCN4089 Gobelins (36)

Bemerkenswert sind auf dieser Karte auch Details wie Grenzziehungen und die Hervorhebung von (Haupt-)Städten: Einige Grenzen, z.B. die von Verbündeten Nazi-Deutschlands wie die der Slowakei, Ungarns und Rumäniens, sind mit roter Farbe hervorgehoben, andere wie die belgische, holländische oder dänische Grenze nur leicht skizziert. Und wieder andere fehlen ganz: so  die Grenze zwischen Italien und Frankreich, wo es ja italienische Gebietsansprüche und eine italienische Besatzungszone gab; die Schweiz ist überhaupt nicht berücksichtigt. Und das sogenannte „Protektorat Böhmen und Mähren“ ist (natürlich) voll in das deutsche Staatsgebiet integriert. Elsass-Lothringen allerdings nicht: Vielleicht wollte man diese Provokation den französischen Webern der Manufaktur doch nicht zumuten. Während Hauptstädte im Allgemeinen durch ein Quadrat markiert sind, gilt das für Brüssel nicht, eine niederländische und luxemburgische Hauptstadt existieren überhaupt nicht. Bei Deutschland dagegen sind gleich drei Hauptstädte eingewoben: Berlin, Wien und interessanter Weise auch Prag. Und bemerkenswert ist auch die Bezeichnung „Deutschland“ statt der damals von den Nazis verwendeten Bezeichnung „Großdeutsches Reich“, die man auf einer solchen, propagandistischen Zwecken dienenden Karte vielleicht eher erwarten würde. Aber dieser unvollendete Karten-Gobelin knüpft in seiner Gestaltung eher an traditionelle Weltkarten an. Mit den drei deutschen Hauptstädten bezieht er sich auf den historischen Reichsgedanken und mit seiner selektiven Grenzziehung soll er wohl auch offen sein für die von den Nazis erhofften Veränderungen der europäischen Landkarte im Laufe eines siegreichen Krieges.

DSC03266 Gobelins (35)

Vollendete Tatsachen schafft der Gobelin aber schon in Afrika, wo die früheren deutschen Kolonien  „heim ins Reich“ geholt sind….

Die in der Ausstellung erstmalig gezeigten Wandteppiche aus der Zeit von collaboration und occupation belegen, wie sich die Gobelin-Manufaktur damals in den Dienst politischer Propaganda gestellt hat oder dazu hat benutzen lassen. Das war allerdings kein völlig aus dem Rahmen fallendes Phänomen.

Die ersten in der Ausstellung gezeigten Gobelins aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg  transportieren ebenfalls eindeutige politische Botschaften. So der von Louis Anquetin entworfene Wandteppich zum Thema „La Victoire“ – einer von insgesamt vier schon 1917 bestellten Gobelins zu diesem Thema.

DSC03266 Gobelins (51)

In der Mitte des großen Wandteppichs –hier ein Ausschnitt- sieht man eine Bäuerin, die angesichts des blutrot-drohenden Horizonts ängstlich ihr kleines Kind an sich presst. Und Grund zur Angst gibt es in der Tat: Da sieht man die unheilverkündenden Raben…

DSCN4089 Gobelins (78)

… und vor allem einen auf einem feuerspeienden Drachen reitenden wilden Gesellen mit einem blutverschmiertem Dolch und einer Brandfackel in den Händen: An Schaftstiefeln, Pickelhaube und Bart unschwer als ein Bild des mordlustigen deutschen Kaisers zu identifizieren.

DSC03266 Gobelins (50)

Aber keine Angst: Da sind auf der anderen Seite die in Rubens’scher Manier dargestellten Schmiede des Vulkanus, die aus Pflugscharen Schwerten machen, mit denen der böse Feind besiegt wird.

DSCN4089 Gobelins (77)

Und da ist ganz oben in der Mitte der kampfbereite gallische Hahn, der Garant des Sieges.

DSCN4089 Gobelins (80)

Und als der dann tatsächlich errungen war, produzierte die Manufaktur Bezüge für Sofas und Sessel, auf denen die zum Sieg führenden Waffen abgebildet waren und der heldenhafte Einsatz der französischen Soldaten verherrlicht wurde.

DSC03266 Gobelins (54)

So gehen Tradition –die klassischen Blumenmuster-, Modernität –die modernen Waffen- und Nationalismus –die heldenhaften Soldaten und die Farben der Tricolore- eine für diese Zeit charakteristische Verbindung ein.

DSC03266 Gobelins (55)

Die 1921 von der Manufaktur in  Auftrag gegebenen Entwürfe von Adrien Karbowsky sind, wie der Begleittext kritisch vermerkt, Teil der damals gängigen „auto-célébration de la victoire française“. Es handele sich hier angesichts der vom Krieg erzeugten Traumata um „einen letzten Schwanengesang“ militärischer Themen und Motive.

Die königliche Manufaktur des Gobelins: Glorifizierung Ludwigs XIV. und Frankreichs

Dass die Manufaktur sich als Instrument politischer Propaganda betätigte, war ihr gewissermaßen in die Wiege gelegt.  Dort, wo Mitte des 15. Jahrhunderts an dem Flüsschen Bièvre der holländische Tuchfärber Jehan Gobelin sein Atelier errichtet hatte….

DSCN4089 Gobelins (6)

Inschrift auf der seitlichen Fassade der Manufaktur des Gobelins, avenue des Gobelins[5]

… wo Anfang des 17. Jahrhunderts Henri Quatre flämische Weber angesiedelt hatte, damit sie Teppiche façon de Flandres, also in „flämischer Manier“ produzierten[6], dort –in dem inzwischen Quartier des Gobelins genannten Viertel- errichtete Colbert, der Wirtschaftsminister Ludwigs XIV., die Manufacture des Meubles de la Couronne, zu denen auch die Manufacture royale des Gobelins gehörte. Die dort produzierten Teppiche trugen also den Namen der holländischen Tuchfärber, die hier früher gearbeitet, aber nie auch nur einen einzigen Teppich hergestellt hatten.

DSCN4089 Gobelins (86)

Inschrift auf der Seitenfassade der Manufaktur amCour d’Antin, über dem Eingang zum Ausstelluungsgebäude[7]

Erster Direktor der Manufaktur war der Hofmaler Ludwigs XIV., Charles Le Brun. Das zeigt die Bedeutung, die das Unternehmen für die Krone hatte. In der Manufaktur wurden neben Gobelins auch andere Ausstattungsstücke wie Möbel, Drucke und Gold- und Silberarbeiten hergestellt. Insgesamt arbeiteten damals etwa 250 Handwerker in der Manufaktur. Bei seinen Entwürfen für die Gobelins wurde Le Brun von einem ganzen Stab von Malern unterstützt, die ihm zuarbeiteten. Es gab Spezialisten für Landschaften, für Architektur, für Ornamente, für Stillleben, für die Darstellung von Personen. Le Brun selbst leitete und koordinierte die Arbeiten, behielt es aber sich vor, in allen Darstellungen, in denen der König erschien, dessen Züge selbst zu zeichnen. [8]

DSCN4089 Gobelins (17)

Statue Le Bruns im Hof der Manufaktur

Nicht zimperlich war man übrigens bei der Ausschaltung unliebsamer Konkurrenz: Es gab nämlich eine bedeutende Produktion von Teppichen in Maincy,  einem Atelier in der Nähe von Vaux-le-Vicomte, dem Schloss Fouquets, des Finanzministers des jungen Ludwigs XIV.  Als der aber seinen Reichtuum allzu protzig zur Schau und damit sogar den  Sonnenkönig in den Schatten stellte, ließ ihn Ludwig XIV. 1661 verhaften und ins Gefängnis werfen, wo er den Rest seines Lebens zubrachte. Gleichzeitig  übernahm der König aber das Künstlerdreigestirn von Vaux-le-Vicomte, nämlich Le Vau (Architekt), Le Nôtre (Gartenarchitekt) und eben auch Le Brun, den Leiter der Fouquet‘schen Teppich-Manufaktur und dessen Personal.[9]

Bei der Anwerbung  zusätzlich benötigter erstklassiger Fachkräfte sah man sogar großzügig über deren Konfession hinweg. Während Protestanten ansonsten vertrieben und verfolgt wurden, standen sie im Bereich der Manufaktur unter dem Schutz der Krone, wenn sie nur  Meister ihres Faches waren – ähnlich also, wie die unter der Protektion der Stiftsdamen des Klosters Saint-Antoine stehenden protestantischen ébénistes. [10]

DSC03266 Gobelins (7)

Um den rechten Glauben der Beschäftigten zu befördern, wurde immerhin im Bereich der Manufaktur eine Kapelle errichtet – erkennbar an Uhr und Glockentürmchen;  davor auf dem Sockel eine Statue Colberts.

Bei der Gründung der königlichen Manufaktur ging es natürlich, der damals herrschenden merkantilistischen Lehre entsprechend, um –modern ausgedrückt- Importsubstitution. Wie schon zu Zeiten Henri Quatres verbot Colbert die Einfuhr ausländischer Teppiche. Die königlichen Schlösser sollten nur mit Produkten „made in France“ ausgestattet werden. Darüber hinaus waren die in der  Manufaktur hergestellten Gobelins als königliche Präsente und für den Export bestimmt.  In allen Fällen  ging es aber auch darum, die Teppiche als Mittel der Glorifizierung des Sonnenkönigs, seiner „hauts faits es vertus“ zu verwenden. Immerhin wurde die königliche Manufaktur in dem Jahrzehnt gegründet, in dem die absolute Herrschaft Ludwigs XIV. sich konsolidierte und in dem ein festes Repertoire ihm  zugeordneter Symbole und  Bezüge wie die Sonne oder Appollo entstand.  Beispiele solcher der königlichen Propaganda dienender Gobelins sind die Serien zur „Geschichte des Königs“ und zur „Geschichte  Alexanders“, mit dem Ludwig XIV. gerne verglichen wurde. Es ging also auch hier um die Verherrlichung der Monarchie und des Sonnenkönigs. Von diesen Gobelins wurden teilweise bis zu 15 Exemplare hergestellt, um den Ruhm des Königs möglichst weit zu verbreiten. Sie wurden  verwendet, um die Besucher des Hofes zu beeindrucken oder auch als Geschenke für ausländische Botschafter. Die Qualität der Entwürfe, der Reichtum der verwendeten Materialien –auch bei ihnen schon wurde an Gold- und Silberfäden  nicht gespart- und die lange Dauer ihrer Herstellung sollten den Reichtum und die Stabilität Frankreichs zum Ausdruck bringen. Insgesamt wurden während der 30-jährigen Blütezeit der Manufaktur unter der Herrschaft Ludwigs XIV. 775 Gobelins hergestellt – eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass an einem Gobelin mehrere Weber über ein Jahr lang gearbeitet haben.

Die Bedeutung, die die Manufaktur für Ludwig XIV. hatte, wird in einem  Gobelin anschaulich, der den Besuch des Königs am 15. Oktober 1667  thematisiert. Dieser Gobelin, hier eine Entwurfszeichnung Le Bruns, gehört zu der Serie der 14 Gobelins zur „Histoire du Roi“. [11]

800px-Charles_Le_Brun_-_Louis_XIV_Visiting_the_Gobelins_Factory_-_WGA12553

Die  im Schloss von Versailles ausgestellte Gobelin-Serie zur Geschichte des Königs wurde zwischen 1729 und 1734 hergestellt,  also in der Zeit Ludwigs XV., der sich damit in die Tradition des Sonnenkönigs stellte.[12]

charles-le-brun-louis-xiv-visitant-la-manufacture-des-gobelins-tapisserie-1673

Die hier dargestellte Szene findet im Hof der Manufaktur statt. Verschiedene Handwerker führen dem König die von ihnen hergestellten Produkte vor: Möbel, Gold- und Silberarbeiten, Teppiche und natürlich Gobelins. Auf der linken Seite sieht man Ludwig XIV., hervorgehoben durch die rote Farbe und durch den freien Raum rund um seine Füße. Außerdem ist er größer als die neben ihm Stehenden, Zeichen seiner Majestät. Begleitet wird er von Colbert, dem er sich zuwendet.

Mit dem Besuch der gerade gegründeten Manufaktur bezeugt der König  seine Modernität, indem er  die Herstellung von Gobelins zu einem „Instrument der politischen Kommunikation“ macht.[13]

Die Blütezeit unter Ludwig XIV. endete allerdings schon frühzeitig: 1694, also 21 Jahre vor dem Tod des Sonnenkönigs, wurde die Manufaktur für fünf Jahre geschlossen, alle dort Beschäftigten entlassen und  ein Teil der dort hergestellten Gold- und Silberarbeiten eingeschmolzen. Grund dafür waren die Staatsfinanzen, die vor allem aufgrund der von Ludwig XIV. angezettelten Kriege, zuletzt durch den sich unerwartet lange hinziehenden Pfälzischen Erbfolgekrieg,  zerrüttet waren.[14]

Die Manufacture des Gobelins: Ihr Beitrag zur Verherrlichung Napoleons

Wie sehr die Manufaktur von den geschichtlichen Entwicklungen geprägt war, zeigte sich dann auch während der  Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons. Direktor der Manufaktur zur Zeit der Revolution war Auguste Belle. Der ließ im November 1793 auf dem Hof der Manufaktur einen Freiheitsbaum errichten, unter dem Gobelins verbrannt wurden, die aufgrund ihrer Wappen oder der königlichen Lilie als nicht mehr zeitgemäß galten. Alle Angestellten  der Manufaktur wurden aufgefordert, auf die neue Verfassung, die Convention nationale, zu schwören und an die Nachwelt nur noch Bilder der Helden und Märtyrer der Freiheit  sowie erinnerungswürdige Taten republikanischer Franzosen weiterzugeben. [15] Im Sommer 1794 besuchte eine Kommission die Manufaktur „pour entretenir la flamme républicaine“: Von 321 in den Beständen der Manufaktur vorhandenen Mustern für die Herstellung von Gobelins (cartons) wurden 120 als antirepublikanisch, fanatisch, d.h. zu offensichtlich christlich, und unmoralisch ausgesondert.[16]

Während des Konsulats und vor allem des napoleonischen Kaiserreichs erlebte die Gobelin-Manufaktur einen neuen Aufschwung. Sie arbeitete jetzt ausschließlich für die Zwecke Napoleons, der wünschte, dass die „maisons Impériales“, vor allem die Tuilerien,  mit den Werken der Manufaktur ausgestattet sein sollten. Das waren Gobelins, die die Heldentaten des Kaisers darstellten, wobei  Gemälde von David, Gros und anderen als Vorlage dienten.  Und es waren kaiserliche Portraits, die den Ruhm das Kaisers – und das Ansehen der Manufaktur- verbreiteten: Wie zu Zeiten des Sonnenkönigs erhielten die Herrscherhäuser Europas Gobelins mit dem Portrait des Kaisers, vor allem natürlich seine zahlreichen Familienmitglieder, die er auf europäischen Thronen  platziert hatte. [17] Das von Napoleon bevorzugte Portrait war nicht das Krönungsportrait seines Hofmalers Jacques-Louis David, sondern das 1805 entstandene Gemälde von François Gérard. Es zeigt Napoleon im Krönungsornat und mit goldenem Lorbeerkranz im Thronsaal der Tuilerien und entsprach in seiner Konzeption der traditionellen Darstellung französischer Könige seit Ludwig XIV. Napoleon ließ von diesem „offiziellen“ Kaiser-Portrait zahlreiche Kopien anfertigen. 1808  bestellte er bei der jetzt kaiserlichen Manufacture des Gobelins eine gewebte Version des Gemäldes, das heute im Museum of Modern Art in New York zu sehen ist.  Es war für den Erzkanzler des Reichs, Jean-Jacques Régis de Cambacérès, bestimmt: Eine besondere Auszeichnung. Eine gemalte Kopie wäre ja wesentlich billiger und schneller verfügbar gewesen, während an diesem Auftrag  elf Weber volle drei Jahre lang arbeiteten.[18]

hb_43.99 Npoleon portrait Metropolitan Museum

Auch wenn Napoleon in der Manufacture des Gobelins ein ideales Instrument für sein Prestigestreben sah, gab es doch –aufgrund der großen Abstände zwischen Konzeption und Fertigstellung eines Gobelins- eine erhebliche Diskrepanz zwischen Projekten und Resultaten. Der Wunsch Napoleons, die wichtigsten Ereingnisse seiner Herrschaft durch Gobelins zu verewigen, konnten deshalb nur bruchstückhaft umgesetzt werden.[19]

Aber es gibt doch auch eindrucksvolle Gobelins aus der Pariser Manufaktur, die der Verherrlichung des Kaisers dienten.

462297_1-tt-width-365-height-500-crop-1-bgcolor-ffffff-lazyload-0

So der nach einem Gemälde von Antoine-Jean Gros gefertigte Gobelin, auf dem der Erste Konsul Bonaparte hoch zu Ross zu sehen ist. Er  verteilt nach der Schlacht von Marengo am 14. Juni 1800 Ehrensäbel an die  Grenadiere seiner Garde. Das Werk wurde 1810 fertiggestellt und ein Jahr später Hortense, der  Stieftochter des Kaisers, Königin von Holland und Mutter des späteren Napoleons III., geschenkt.[20] En weiteres Beispiel ist der 1809 bis 1915 in der Manufaktur angefertigte Gobelin, in dessen Mittelpunkt natürlich auch Napoleon steht: Nach seiner Krönung zum Kaiser am 8. Dezember 1804 empfängt er im Louvre die Abordnungen des Militärs.[21]

119019339

 Seine Macht wird durch sein Ornat und die Herrscchergeste,  die im Spalier aufgereihten stramm stehenden Soldaten und die demütige Haltung des ottomanischen Gesandten eindrucksvoll herausgestellt. Die Umgebung mit den Raumfluchten des Louvre und der römischen Statue in Siegespose trägt natürlich auch ihren Teil zur Verherrlichung des Kaisers bei.

Es gibt also eine lange, auch vom bourbonischen System der Restauration und dem Kaiserreich Napoleons III. weitergeführte Tradition der Manufacture des Gobelins, einen Beitrag zur Glorifizierung der jeweiligen Repräsentanten des Staates zu leisten. Insofern ist es wohl auch zu erklären, dass  Communarden 1871 kurz vor ihrer Niederschlagung in der semaine sanglante[22] den Vorgängerbau des heutigen Ausstellungsgebäudes in Brand setzten. Dies hatte nicht die geringste militärische, aber eine hohe symbolische Bedeutung: Die Manufaktur als repräsentative Instanz der bekämpften alten Ordnung.

Kunstgobelins aus der Nachkriegszeit

Nach der Instrumentalisierung der Manufaktur durch Pétain und die Nazis war nach 1945 ein Neuanfang unabdingbar. Eine besondere Rolle dabei spielte André Malraux, der von 1959 bis 1969  Kulturminsiter war und dem  die Förderung zeitgenössischer Kunst ein besonderes  Anliegen war.  In seiner Ära wurden Kontakte zu bedeutenden Künstlern geknüpft, die angeregt wurden, Entwürfe für Gobelins herzustellen. In der oben genannten Ausstellung waren zahlreiche solcher Gobelins ausgestellt.

Hier einige Beispiele:

DSC03266 Fernand Léger

Fernand Léger, La Création du monde (1962)

DSC03266 Gobelins (13)

André Derain, L’Âge d’or (1965/66)

DSC03266 Gobelins (17)

Raoul Dufy, La Baie de Saint-Adresse (1966/68)

DSC03266 Miro

Joan Miró,  hirondelle d’amour (1979/1980)

DSC03266 Gobelins (23)

Victor Vasarely, Composition foncée (1977/79)

Und aus unserer Sicht besonders eindrucksvoll:

Hartung

Hans Hartung, P 1967-109   (1971/1972)

Nach 1945 wurden also in der Manufaktur künstlerisch anspruchsvolle, moderne Gobelins hergestellt. Bei unserem Rundgang –leider abolutes Fotografierverbot- konnten wir einige sehr beeindruckende, von zeitgenössischen Künstlern entworfene Teppiche sehen, die gerade im Entstehen sind. Die einmal gängigen Portraits der jeweils Regierenden haben dagegen  ausgedient. Undenkbar,  dass es etwa Gobelins mit den Portraits von de Gaulle hätte geben können – oder jetzt von Macron: Der vertrat zwar schon vor seiner Wahl zum Staatspräsidenten die Auffassung, dass die Hinrichtung Ludwigs XVI. eine „emotionale Leere“ im kollektiven Bewusstsein der Franzosen geschaffen habe, die durch eine „Resakralisierung“ der präsidialen Funktion auszufüllen sich der junge, gerne als „jupiterien“ charakterisierte Präsident  nach Kräften bemüht.[23] Entsprechende Gobelins scheiden  aber als Instrumente aus.

Immerhin hat der jeweilige Präsident das Privileg, sich aus dem großen und ständig anwachsenden Reservoir des mobilier national für den Elysée-Palast – auch gerne château genannt- das auszuwählen, was seinem Geschmack und den präsidialen Repräsentationszwecken am meisten entspricht. So sollen, wie uns bei dem Besuch der Manufaktur unsere Führerin augenzwinkernd erläuterte, ausländische Besucher vom französischen savoir-faire so beeindruckt werden, dass sie dann angeregt werden, auch einen Airbus oder eine Mirage zu  bestellen….

Praktische Hinweise:

Adresse: 42, Avenue des Gobelins im 13. Arrondissement

Öffnungszeiten der Dauerausstellung: täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr

Besuche der Ateliers: Mittwochs 15 Uhr, z.T. auch 13 Uhr. Frühzeitige Reservierung erforderlich. Es werden jeweils zwei der drei unter dem Dach des mobilier national vereinigten, in der Avenue des Gobelins installierten und auf unterschiedliche Verfahren spezialisierten Ateliers gezeigt.  (Atelier des Gobelins, de Beauvais und Savonnerie).

https://www.cultival.fr/visites/ateliers-des-gobelins-dans-les-coulisses-dun-metier-dart

 

Weitere Blog-Beiträge zu Ludwig XIV.:

Weitere Blog-Beiträge mit Bezug  zu Napoleon:

Anmerkungen

[1]  „Cette tapisserie vise à inscrire le chef de l’État français dans la lignée des grandes figures heroïque de l’histoire de France.“ Begleitfilm von Ophélie Juan zur Ausstellung und Begleittext zum Wandteppich

[2] Das repräsentative Ausstellungsgebäude an der avenue des Gobelins stammt aus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg.

[3] http://www.culture.gouv.fr/Thematiques/Metiers-d-art/Actualites/Au-fil-du-siecle-chefs-d-oeuvre-de-la-tapisserie-1918-2018

[4] Übernommen vom  Begleittext der Ausstellung

[5] „Jean et Philibert Gobelin, Tuchhändler und –färber „en écarlate“  hatten hier am Ufer der Bièvre am Ende des 16. Jahrhunderts ihr Atelier. Nach ihnen wurden  dieses Viertel von Paris und die Teppichmanufaktur benannt.“ Die Färbemethode „en écarlate“ war damals  besonders  innovativ und gefragt, weil man mit ihr vor allem  ein Spektrum leuchtender Rottöne erzeugen konnte. Siehe: Hélène Hatte und Valérie Rialland-Addach, Promenades dans le quartier des Gobelins et la Butte-aux-Cailles. Paris 2008, S. 72

[6] Zur Förderung der heimischen Produktion von Teppichen verbot er sogar die Einfuhr der bis dahin den Markt beherrschenden flämischen Teppiche.

[7] „Im September 1667 gründete Colbert in den Gebäuden der Gobelins die Möbel-Manufaktur der Krone unter der Leitung von Charles Le Brun“.

[8] https://www.universalis.fr/encyclopedie/charles-le-brun/4-le-directeur-de-la-manufacture-royale-des-gobelins/  und Henri Gleizes, Dans les Coulisses du Mobilier National. Paris 1983, S. 161

[9] Henri Gleizes, Dans les Coulisses du Mobilier National. Paris 1983, S. 154/156

[10] Siehe den Blog-Beitrag über den Faubourg Saint-Antoine, das Viertel des Holzhandwerks: https://paris-blog.org/2016/04/04/der-faubourg-saint-antoine/

[11] Bild aus: https://commons.wikimedia.org/

[12] Eine Zusammenstellung der Serie in: http://collections.chateauversailles.fr/#f8a9f9ca-48d8-4089-b22f-41bc940ec7bd und https://fr.wikipedia.org/wiki/Tenture_de_l%27Histoire_du_Roy

[13] https://www.histoire-image.org/de/etudes/manufacture-gobelins Siehe auch: Jean-Christian Petitfils, Louis XIV.  Paris, Fayard, 1999.

[14] Gleizes, a.a.O., S. 161  https://www.universalis.fr/encyclopedie/charles-le-brun/4-le-directeur-de-la-manufacture-royale-des-gobelins/ und http://www.mobiliernational.culture.gouv.fr/fr/nous-connaitre/les-manufactures/manufacture-des-gobelins

[15]  Gegenstand des Schwurs:  „de n’employer désormais leurs talents qu’à transmettre à la postériorité les images des héros et martyrs de la liberté ainsi que les actions mémorables des Français … républicains“. Gleizes, S. 163/164

[16]  Gleizes, S.  164

[17] Caroline Girard, La manufacture des Gobelins du Premier Empire à la monarchie de Juil  http://theses.enc.sorbonne.fr/2003/girard

[18] https://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/43.99/

[19] Girard a.a.O.

[20] https://www.napoleon.org/histoire-des-2-empires/objets/bonaparte-premier-consul-distribue-des-sabres-dhonneur-aux-grenadiers-de-sa-garde-apres-la-bataille-de-marengo-le-14-juin-1800/

[21] Bild aus: http://www.alaintruong.com/archives/2018/02/05/36115217.html

[22] Siehe  dazu den Beitrag über die Commune auf diesem Blog: https://wordpress.com/post/paris-blog.org/2912

[23] Interview Macrons vom 8. Juli 2015: http://www.atlantico.fr/pepites/emmanuel-macron-manque-roi-2228499.html  und Interview mit dem Verfassungsrechtler  Dominique Rousseau vom 2. Juli 2017: https://www.nouvelobs.com/politique/20170629.OBS1399/congres-de-versailles-macron-tente-de-resacraliser-la-fonction-presidentielle.html

Geplante weitere Beiträge

  • Street-Art in Paris (3):  Der Invader
  • Von Lyon nach Dornholzhausen: Die Waldenser, eine französisch-italienisch-deutsche Flüchtlingsgeschichte, Teil 1: Lyon, Luberon, Piemont
  • Von Lyon nach Dornholzhausen: Die Waldenser, eine französisch-italienisch-deutsche Flüchtlingsgeschichte, Teil 2: Die Waldenser in Hessen-Homburg
  • Street-Art in Paris (4): M Chat, Miss Tic und Fred le Chevalier
  • Das Haus der Mutualité in Paris und der Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur 1935