Vorwort
Das Cabaret Au Lapin agile ist ein mythischer Ort in Montmartre. Picasso trank, Brassens sang und Apollinaire dichtete dort.

Maurice Utrillo, Lapin Agile, 1914 (wikiart)

Der Lapin Agile heute (Bild aus sortiraparis)
Dass der Lapin Agile als mythischer Ort gilt, beruht auch auf der wunderbaren Geschichte, die Ulrich Schläger nachfolgend erzählt. Vielen Dank dafür!
Dies ist wahrscheinlich -aus gesundheitlichen Gründen- der letzte Beitrag von Ulrich Schläger auf diesem Blog. Ulrich Schläger, ein Liebhaber der Stadt Paris und außerordentlicher Kenner der Architektur und ihrer Geschichte, hat in den letzten Jahren eine Reihe von ganz wunderbaren und sehr fundierten Beiträgen für diesen Blog verfasst. So die Reihe zu den Bauten des wie Schläger aus Köln stammenden und viel zu wenig gewürdigten Pariser Stadtbaumeisters Jakob Ignaz Hittorff, die Beiträge zur früheren Pariser Getreidebörse, heute Ausstellungsort der Sammlung Pinault, oder dem Théâtre des Champs-Élysées, einem avantgardistischen Gesamtkunstwerk. Zu manchen dieser Beiträge habe ich aktuelle Fotos beigesteuert: Eine sehr schöne, intensive Zusammenarbeit. Auch dafür ganz herzlichen Dank! Eine Zusammenstellung der Blog-Beiträge von Ulrich Schläger befindet sich am Ende dieses Beitrags. Wolf Jöckel
Der Tatort ließ nichts Gutes erahnen: Montmartre, 22 rue des Saules. Hier, unweit der ehemaligen Zollmauern von Paris und einer Gegend, wo Vergnügen und Verbrechen sich mischen, liegt ein Lokal, das sich einst als Hommage an die zwielichtige Nachbarschaft zunächst Au rendez-vous des voleurs (Treffpunkt der Diebe) und dann Cabaret des Assassins (Kabarett der Mörder) nannte. An den Wänden hingen Bilder von François Ravaillac, dem Mörder Heinrichs IV. und von Jean-Baptiste Troppmann, der wegen achtfachen Mordes auf der Guillotine endete.

Montmartre, Le Lapin A. Gill vers 1872, Cabaret des Assassins (alte Postkarte)
Das Lokal, das abwechselnd Guinguette (Taverne) und Kabarett war, hieß seit 1872 Le Lapin à Gill, dannLe Lapin agile, das flinke Kaninchen, nach seinem Wirtshausschild: ein Alkohol-umnebelten Kaninchen entspringt dem Kochtopf. Gemalt hat es André Gill, Stammgast des Lokals.
Hier trafen sich der Chansonnier Aristide Bruant, die Maler Henri Toulouse-Lautrec und Auguste Renoir, die Schriftsteller Georges Courteline und Verlaine. Zu ihnen gesellte sich 1903 Frédéric Gérard, genannt Père Frédé, der eine ganze Menagerie mit sich brachte: den Esel Lolo, die Hündin Friska, einen Affen, einen Raben und weiße Mäuse. Als Freund von Malern und Dichtern belebt er die Abende im Lapin Agile mit Liedern aus dem Milieu und Romanzen, die er auf der Gitarre begleitet. Die Mischung der Gäste: Künstler und Schriftsteller, Ganoven und Anarchisten, war nicht untypisch für die Butte de Montmartre, den Hügel von Montmartre.

Die Bohème im Lapin Agile, dem agilen Hasen. Rechts mit der Gitarre Père Frédé. Im Bildhintergrund die Jesusskulptur von Wasley und Picassos „Au lapin agile“
Man begegnete Pablo Picasso, Maurice Utrillo, André Derain, Georges Braque, Amadeo Modigliani, Guillaume Apollinaire, Max Jacob, André Salmon, Pierre Mac Orlan, Francis Carco, Roland Dorgelès, Gaston Couté, Blaise Cendrars, Léon-Paul Fargue, Paul Fort, um nur einige zu nennen. Charles Dullin deklamiert Stücke von Baudelaire, Apollinaire las dort – dem Ort ganz angemessen – Gedichte aus der Sammlung „Alcools“.
1905 stellte Pablo Picasso hier seinen „Au Lapin Agile“ aus: Er selbst als Harlekin mit einem Glas am Tresen und Frédé mit der Gitarre im Hintergrund. Das Gemälde blieb bis 1911 an der Wand des Lapin Agile hängen und wurde dann an einen deutschen Sammler verkauft – in Deutschland gab es – im Gegensatz zu Frankreich- schon damals ein großes Interesse an Picassos Bildern. Seit 1989 gehört „Au Lapin Agile“ zur Sammlung des Metropolitan Museum in New York. Im Lapin Agile hängt immerhin noch eine Kopie.

Pablo Picasso, Im Lapin Agile (Arlequin au verre)
Die Dekoration des Le Lapin agile wurde durch Werke bereichert, die mittellose Künstler gegen eine Mahlzeit eintauschten oder als Zeichen des Dankes hinterließen.
Die Attentäter
In diesem zugegebenermaßen zwielichtigen Milieu verkehrte auch ein gewisser Roland Dorgelès, französischer Journalist, Abenteurer und Schriftsteller. Sein eigentlicher Name war Roland Lécavelé, Dorgelès lediglich sein Pseudonym. Er wird der Initiator, der spiritus rector, des Anschlags werden, über den hier zu berichten ist.
Dorgelès handelt nicht allein, seine Komplizen sind der Kunstkritiker Jean Aubry, die Sängerin Coccinelle*, der Karikaurist Charles Genty, der Maler Pierre Girieud, der Illustrator André Warnod und Georges Auric, ein späterer Komponist. *„Coccinelle“ war der Künstlername von Suzanne Turtach, der zukünftigen Frau des schwedischen Konsuls Raoul Nordling.

Roland Dorgelès (2. von rechts) mit: André Warnod, Jean Aubry, Charles Genty, Pierre Girieud und Coccinelle (ohne Masken)
Das waren alles ehrenwerte Leute, die sich sogar zu Tatort-Fotos versammeln und – um die ganze Aktion auf die Spitze zu treiben – als Zeugen des Anschlags den Gerichtsvollzieher Maître Brionne hinzuziehen. Er wird später beeiden, dass Lolo der eigentliche Täter war.
Lolo, der Esel von Père Frédé, wird der berühmteste Esel der Kunstgeschichte werden, aber das ahnt er wohl nicht an seinem Schicksalstag, dem 8. März 1910.

An diesem Tag leiht sich Roland Dorgelès, Lolo von Père Frédé aus. Ein Pinsel wird an den Schwanz des Esels gebunden, Farbtöpfe und eine Leinwand stehen bereit. Jedes Mal, wenn der Esel eine Möhre bekommt, wedelte er hektisch mit dem Schwanz und trägt so die Farbe auf die Leinwand auf. Aber ganz so willig ist Lolo anfangs nicht, auch nicht, als man Lolo mit Drogen in Form von Tabakblättern zu stimulieren versucht. Man kennt das ja von Eseln. Einige nennen das „störrisch“, in Wahrheit denken Esel erst einmal nach. Als Künstler bedarf er schließlich einer genialen Inspiration. Père Frédé greift zu seiner Gitarre. Er singt das berühmte Chanson „Le Temps des cerises“, „Die Zeit der Kirschen“, ein Liebeslied, das eng mit dem Aufstand der Pariser Commune von 1871 verbunden. Lolo, vielleicht ein kryptischer Communarde oder Anarchist, vollendet, animiert von diesem elegischen Lied, sein Werk, dessen Authentizität durch Maître Brionne bezeugt wird.

Hier das Tatortfoto mit den maskierten Tätern
Einige Tage später…
Dorgelès und der Zeichner André Warnod reichen unter dem Pseudonym Joachim-Raphaël Boronali für den Salon des Indépendants ein Gemälde ein, betitelt Et le soleil s’endormit sur l’Adriatique (Und die Sonne schlief an der Adria ein), begleitet von einem eigens gedruckten Manifest des Exzessivismus. Der Salon des Indépendants ist eine Ausstellung, die seit 1884 jedes Jahr in Paris stattfindet. Es gibt keine Jury und keine Auszeichnungen. Organisiert wird sie von der Vereinigung unabhängiger Künstler. Fernand Léger erklärt, was der Salon des Indépendants für ihn bedeutet: „Sie ist vor allem eine Malermesse für Maler, […] eine Messe für künstlerische Demonstrationen, […] ihre ewige Erneuerung […] ist ihre Daseinsberechtigung. Hier muss Raum für Forschende und ihre Anliegen sein. […] Der freie Salon ist ein Salon für Laien, […] der Salon der Erfinder. […] Der Bourgeois, der über dieses Herzklopfen lacht, wird nie ahnen, dass sich da draußen ein komplettes Drama mit all seinen Freuden und seinen Geschichten abspielt. Wenn sie sich dessen bewusst wären, weil sie im Grunde gute Menschen sind, würden sie dort mit Respekt eintreten, wie in eine Kirche.“ Der Salon war repräsentativ für die großen Strömungen der Zeit: Pointillismus, Symbolismus, Fauvismus und Kubismus. Es zog viele Künstler aus Europa an.
Das Corpus delicti
Das für den Salon des Indépendants eingereichte Öl-Gemälde auf Leinwand ist 54 Zentimeter hoch und 81 Zentimeter breit. Das Werk ist in der oberen Hälfte in leuchtenden Orange-, Gelb- und Rottönen gemalt, in der unteren Hälfte in einem Blau, das an das Meer erinnert. Es war von einem goldenen Rahmen eingefasst, der es hervorhebt.

Et le soleil s’endormit sur l’Adriatique
Signiert war das Gemälde mit J.R. Boronali. Von dem „in Genua geborenen Maler“ Joachim-Raphaël Boronali hatte noch niemand gehört. Sein „Manifest des Exzessimus“, ist – wie sinnig – am 1. April 1910 in der satirischen und frechen Zeitschrift Fantasio zu lesen. Es soll aus der Feder Boronalis stammen:
„Holla, große exzessive Maler, meine Brüder, holla, erhabene und erneuernde Pinsel, lasst uns die Paletten der Vorfahren zerbrechen und die großen Grundsätze der Malerei von morgen feststellen! Seine Formel ist der Exzessivismus. Exzess in allem ist ein Fehler, hat ein Esel gesagt. Ganz im Gegenteil, wir verkünden, dass Exzess in allem eine Stärke ist, die einzige Stärke… Zerstören wir die absurden Museen. Lasst uns die berüchtigten Routinen mit Füßen treten. Es lebe das Scharlachrot, das Purpur, die funkelnden Edelsteine, all diese Töne, die wirbeln und sich überlagern, eine wahre Widerspiegelung des erhabenen Sonnenprismas: Es lebe der Exzess! All unser Blut in Strömen, um die kranken Morgenröten neu zu färben. Lassen Sie uns die Kunst in der Umarmung unserer dampfenden Arme aufheizen!“
Der Titel des Bildes ist eine Anspielung auf Monets berühmte Impression, soleil levant zu verstehen: „Repräsentierte dieser Sonnenaufgang rückblickend den Beginn der modernen Malerei, so wurde sie im Bild des Sonnenuntergangs symbolisch zu Grabe getragen.“[1]

Claude Monet, Soleil levant
Besonders raffiniert und infam ist der fiktive Künstlername „Joachim-Raphaël Boronali“. Der zweite Vornamen Raphaël verbindet sich gedanklich mit dem Meister der Renaissance, der Nachname Boronali hingegen ist das Anagramm von Aliboron, dem Namen des Esels in Tierfabeln von Jean de La Fontaines und versteckter Hinweis auf den tatsächlichen Urheber des Gemäldes. Aliboron ist auch der Name des Esels im Gleichnis des Philosophen Jean Buridan. Der Esel, zwischen zwei Heuhaufen gestellt und sich nicht entscheiden kann, von welchem er zuerst fressen soll, geht schließlich zugrunde, was uns, nebenbei gesagt, zeigt, dass zu viel Nachdenken tödlich enden kann.
Was steckte hinter diesem Anschlag?
Die „Eselei“ war mehr als nur ein Scherz. Dorgelès, der den Kühnheiten der damaligen Malerei nicht viel abgewinnen konnte, der weder den „Fauvismus“ noch den „Futurismus“ schätze, hatte die Absicht, „die Einfaltspinsel, die Unfähigen und die Eitlen zu zeigen, die einen großen Teil der Welt durcheinanderbringen und dass im Salon des Independants die Arbeit eines Esels, der mit großen Schwanzschlägen zu Werke geht, unter ihren Werken nicht fehl am Platz ist.“ [2]
Seine Attacke galt insbesondere auch den Kunstkritikern und dem Kunstmarkt, verärgert darüber, dass nach seiner Meinung mittelmäßige Künstler berühmt waren, talentierte Künstler vernachlässigt wurden. Er wollte zeigen, dass jeder, der im Salon des Indépendants ausstellt, „sich einen Namen machen kann und dabei von dummen Kritikern oder ignoranten Händlern unterstützt wird.“ [3] Scherze und Provokationen waren in der Welt der Ausstellungen nichts Neues. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Paris die Gruppe der Arts Incohérents, gegründet von dem Schriftsteller und Publizisten Jules Lévy, zu deren Umfeld Alphonse Allais gehörte, einer der einfallsreichsten Vertreter dieser anarchokritischen Strömung, die viele Ideen und Pratiken der späteren Avantgarde, der Anti-Kunst wie dem Dadaismus, vorwegnahm.

Er war der Erste, der im Salon der Incohérents monochrome Gemälde ausstellte, darunter Récolte de la tomate par des cardinaux (Tomatenernte durch wütende Kardinäle am Roten Meer), oder Partituren, die – im Stil von John Cage – nur aus Pausen bestanden. „In den Ausstellungen der Gruppe, die nach der Niederlage von 1870 einen makabren Humor pflegten, ging es darum, die Malerei der offiziellen Salons zu verspotten.“ [4]
Dorgelès‘ Provokation irritierte die Kunstkritik in weit größerer Weise. Die Bewertungen konnten nicht unterschiedlicher sein. Die Öffentlichkeit war gespalten: die einen empörte die Tat und schimpften auf die Provokateure, die anderen ergötzten sich an dieser De-Mystifikation. Das Bild, Journalisten tauften das Gemälde in Sonnenuntergang über der Adria um, wurde innerhalb von wenigen Tagen zum Star des Salon des Indépendants. Nicht nur das intellektuelle Tout-Paris sprach darüber, sondern es löste leidenschaftliche Debatten über die Kunst und den Kunstmarkt in ganz Europa aus. Dorgelès, der apokryphe Autor des Manifests des Exzessivismus, beobachtete all dies mit unverhohlenem Entzücken. Auch die Fernwirkung seiner Aktion bis nach Russland wird ihn gefreut haben.
Zwei Jahre später, 1912, nahmen nämlich Michail Fjodorowitsch Larionow und Natalija Sergejewna Gontscharowa Bezug auf die Pariser Ausstellung. Sie nannten ihre erste Ausstellung in Moskau La queue de l’âne – Eselsschwanz. Der Titel stammte von Larionow, der die französische Avantgarde damit lächerlich machen wollte. Seiner Meinung nach könne man in Paris die Malerei nicht mehr von Machwerken unterscheiden, die selbst ein Esel ausführen könne. Eselsschwanz (russisch Osliny chwost) ist auch der Name der in Moskau gegründeten Gruppe russischer Avantgardemaler, zu denen neben Larionow und Gontscharowa auch Kasimir Malewitsch, Marc Chagall und Wladimir Tatlin gehörten. Ziel der Gruppe war die Befreiung der russischen Kunst von ausländischer Beeinflussung. Malewitsch distanzierte sich nach kurzer Zeit von Larionow und malte im Stil des Kubofuturismus, während Larionow sich dem Rayonismus zuwandte.
Die Karikaturisten bemächtigen sich des Spektakels, so Lucien Métivet in der französischen Satire-Zeitschrift Le Rire …

Le Rire, vom 16.04. 1910, von Lucien Métivet, Karikatur aus: Le Rire – Journal humoristique, 16.04.1910. gallica bnf. (Ausschnitt)
… oder Ernst Stern in der Zeitschrift Lustige Blätter : „Der impressionistische Esel – Pariser Malschüler haben sich das Vergnügen gemacht, ein impressionistisches Bild auf animalische Weise herzustellen – Auf der Ausstellung fand die Blüte dieser neuen Ani-Malkunst den ungeteilten Beifall eines kongenialen Publikums“.
Der impressionistische Esel. Zeichnung von Ernst Stern. Karikatur aus: Lustige Blätter, Nr. 22, 1910
Sie spiegeln ein Klima wider, »in dem avantgardistische und antimodernistische Kräfte offen gegeneinander agierten. Aber sie befruchteten auch ein sich langsam vergiftendes Klima, in dem die moderne Kunst wenig später zum Gegner einer „gesunden Volkskultur“ erklärt werden konnte, wie Werner Spies festhält:„Damals wurden die Weichen gestellt für eine Auseinandersetzung, in der die Kämpfer für das Neue und die Kritiker, die von entarteter Kunst zu sprechen beginnen, aufeinanderprallen.“. Das belegt auch die Wirkungsgeschichte der Karikatur, die in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und weit bis in die Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts Konjunktur hat.« (Karin Wendt)
Die Ausweitung dessen, was unter dem Begriff „Kunst“ firmierte, entfachte erneut die Diskussion, die schon von „Boronali“ belebt worden war.
Das Bild wurde vom Maler und Bildhauer André Maillos für 20 Louis d’or gekauft, was damals 400 Gold-Francs entsprach, heute umgerechnet 3500-4000 €. Diese Summe spendete Dorgelès dem Orphelinat des Arts, dem Waisenhaus der Kinder von Künstlern, Literaten und Journalisten.
1953 kaufte der Kunstsammler Paul Bédu das Werk. Als er 1990 starb, wurde seine gesamte Sammlung der Stadt Milly-la-Forêt (Essonne) vermacht. Unter den 200 ausgestellten Werken befindet sich der berühmte Sonnenuntergang über der Adria neben Werken von Marie Laurencin und Jean Cocteau sowie Lithografien und Serigrafien von Niki de Saint Phalle. 2016 wurde das Bild im Rahmen der Ausstellung Carambolages im Grand Palais in Paris gezeigt.
Und der Esel Lolo, alias Boronali…?

Lolo mit Père Frédé
Laut dem Hausierer und Schriftsteller Robert Bruce wurde nach dem Tod von Père Frédé sein Esel Lolo in der Normandie in eine Pension gegeben. Dort wurde er ertrunken in einem Teich aufgefunden. Die Menschen damals gingen davon aus, dass das Tier Selbstmord begangen hatte.
Vielleicht war er verzweifelt, dass er als Künstler nicht die gebührende Anerkennung gefunden hat, denn schließlich ist nicht nur „jeder Mensch ein Künstler“, wie schon sein Kollege Joseph Beuys gesagt, sondern auch jeder Esel.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Ulrich Schläger, Mai 2023/aktualisiert 2026
Anmerkungen:
[1] Anna Großkopf: Die Arbeit des Künstlers in der Karikatur: Eine Diskursgeschichte künstlerischer Techniken in der Moderne; transcript Verlag, 2015
[2] Fergus: Boronali oder der Triumph der Eselei in der Malerei, Agora Vox, vendredi 25 octobre 2019, https://www.agoravox.fr › article)
[3] Fergus, ebd.
[4] Le tableau du « peintre » Boronali : une réaction à double tranchant face aux avant-gardes – LES CENT ANS DE L’ÂNE ARTISTE par Werner Spies. Artnet.mhttps://www.artnet.fr/magazine/portraits/spies/boronali.asp)
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