Zwei besondere Jahrestage: Der 8.und 9. Mai 2020 und die Pantheon-Installation vom September 2021

Im August 2019 habe ich in diesen Blog eine Besprechung des Buches von Philippe Apeloig „Enfants de Paris 1939-1945“ (éditions Gallimard) eingestellt. In diesem Buch sind die Fotografien aller Pariser Erinnerungstafeln versammelt, die sich auf die Zeit von 1939-1945 beziehen. Ein beeindruckendes Werk, das von der  Académie française zum besten historischen Buch des Jahres 2019 gewählt wurde.

Es war geplant, am Freitag, dem 8. Mai, und am Samstag, dem 9. Mai 2020, die von Apeloig in seinem Buch versammelten Erinnerungstafeln noch einmal auf ganz spektakuläre Weise zu präsentieren: nämlich auf den Außenmauern des Pantheons. Diese Aktion musste aufgrund der Corona-Virus-Pandemie zweimal abgesagt bzw. vertagt werden; zunächst auf  den 7., 8. und 9. Mai 2021, dann – und dies dann endgültig- auf den  16., 17. und 18. September 2021: Da konnte die Aktion dann endlich stattfinden. [1]

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Der 8. und der 9. Mai 2020: Zwei außerordentliche Erinnerungstage

Die beiden ursprünglich für die Projektion gewählten Daten haben eine hohe symbolische Bedeutung: Der 8. Mai 2020 markiert den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges (jedenfalls auf dem europäischen Kriegsschauplatz), auf den sich die plaques commémoratives für die enfants de Paris ja auch beziehen. Die Erinnerung an diesen Tag  hat in Frankreich eine sehr wechselhafte Geschichte, von der hier nur die wesentlichsten Etappen skizziert werden sollen:  Zunächst wurde am 8. Mai an den Sieg erinnert: Frankreich gehörte ja offiziell zu den Siegermächten, und in unserem französischen Wandkalender für das Jahr 2020 findet sich an diesem Tag die lapidare Angabe: Victoire. Erinnert wurde an dieses Ereignis direkt am 8. Mai zunächst nur dann, wenn der Tag auf einen Sonntag fiel, ansonsten war der darauf folgende Sonntag der Gedenktag.  1953  wurde der 8. Mai –unabhängig vom Wochentag- zum Feiertag erklärt. 1975 allerdings schaffte der damalige Präsident Valéry Giscard d’Estaing diesen Gedenktag im Blick auf die deutsch- französische Verständigung und die europäische Einigung wieder ab. Seit der Präsidentschaft François Mitterands ist der 8. Mai aber wieder offizieller Feiertag zur Erinnerung an das Ende des  Weltkriegs. Und es gibt ein traditionelles Ritual: Der jeweilige Präsident legt einen Kranz an der Statue des Generals de Gaulle an der place Clemenceau nieder, danach Truppenparade auf den Champs Elysées, Nationalhymne und Kranzniederlegung am Grab des unbekannten Soldaten unter dem Arc de Triomphe und Ehrung der Veteranen.[2]

Für uns Deutsche hat dieser Tag seine eigene Bedeutung. Und die hat auf eindrucksvolle Weise der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker in seiner Rede zum 8. Mai 1985 zum Ausdruck gebracht. Ich zitiere daraus:

„Viele Völker gedenken heute des Tages, an dem der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende ging. Seinem Schicksal gemäß hat jedes Volk dabei seine eigenen Gefühle. Sieg oder Niederlage, Befreiung von Unrecht und Fremdherrschaft oder Übergang zu neuer Abhängigkeit, Teilung, neue Bündnisse, gewaltige Machtverschiebungen – der 8. Mai 1945 ist ein Datum von entscheidender historischer Bedeutung in Europa. (…)

Der 8. Mai ist für uns vor allem ein Tag der Erinnerung an das, was Menschen erleiden mussten. Er ist zugleich ein Tag des Nachdenkens über den Gang unserer Geschichte. Je ehrlicher wir ihn begehen, desto freier sind wir, uns seinen Folgen verantwortlich zu stellen.

Der 8. Mai ist für uns Deutsche kein Tag zum Feiern. Die Menschen, die ihn bewusst erlebt haben, denken an ganz persönliche und damit ganz unterschiedliche Erfahrungen zurück. Der eine kehrte heim, der andere wurde heimatlos. Dieser wurde befreit, für jenen begann die Gefangenschaft. Viele waren einfach nur dafür dankbar, dass Bombennächte und Angst vorüber und sie mit dem Leben davongekommen waren. Andere empfanden Schmerz über die vollständige Niederlage des eigenen Vaterlandes. Verbittert standen Deutsche vor zerrissenen Illusionen, dankbar andere Deutsche vor dem geschenkten neuen Anfang. (…)

Der Blick ging zurück in einen dunklen Abgrund der Vergangenheit und nach vorn in eine ungewisse dunkle Zukunft. Und dennoch wurde von Tag zu Tag klarer, was es heute für uns alle gemeinsam zu sagen gilt: Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. (…)

Wir haben wahrlich keinen Grund, uns am heutigen Tag an Siegesfesten zu beteiligen. Aber wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg.[3]

Richard von Weizsäcker hat mit dieser wegweisenden Rede die deutsche Kultur der Erinnerung wesentlich geprägt. Die Rede war, wie der damalige israelische Botschafter feststellte, „eine Sternstunde der deutschen Nachkriegsgeschichte.“ [4] Und den 8. Mai als „Tag der Befreiung“ auch für uns Deutsche zu bezeichnen, war ein wichtiger Beitrag zu einer gemeinsamen europäischen Erinnerung. Denn natürlich ist der 8. Mai in den von Nazideutschland besetzten Ländern ein Tag der Befreiung- so auch in Frankreich.  Und auch in Frankreich ist dies ein durchaus ambivalenter Gedenktag- denn immerhin fand an diesem Tag auch das grauenhafte Massaker französischer Truppen unter den ihr Selbstbestimmungsrecht, ihre Befreiung,  einfordernden Algeriern von Setif statt. Das wird in offiziellen Darstellungen aber gerne unter den Teppich gekehrt…. [5]

Am 9. Mai 2020 jährt sich zum 70. Mal die  déclaration Schumann, der Schumann-Plan vom 9. Mai 1950.  Damit der Friede wirklich eine Chance habe, müsse es zu allererst ein gemeinsames Europa geben, erklärte der französische Außenminister damals. Fünf Jahre, fast auf den Tag genau, nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschland, vollziehe Frankreich den ersten entscheidenden Akt einer Konstruktion Europas und beziehe Deutschland darin ein. Konkret schlug er vor, die (west)europäische, und vor allem die deutsche und französische Kohle- und Stahlindustrie einer gemeinsamen europäischen Behörde zu unterstellen. Indem die Grundlagen jeder Rüstungsproduktion nationalem Einfluss entzogen würden, werde ein Krieg in Europa unmöglich gemacht und der säkulare deutsch-französische Gegensatz beendet. Ermöglicht würden durch die Verwirklichung des Plans aber weitere bisher unmöglich erscheinende Schritte. Aus all dem werde ein dauerhaft geeintes und starkes Europa erwachsen.[6] Und so ist es dann ja auch (trotz aller Irrungen und Wirrungen) gekommen: Dieser Vorschlag führte 1951 zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), der ersten supranationalen Organisation in Europa. Er gilt deshalb als Beginn der europäischen Integration überhaupt.

Allerdings waren für den französischen Vorschlag nicht nur so hehre Motive wie die Einigung Europas und die Sicherung des Friedens ausschlaggebend. Denn abgesehen von dem traditionellen Bestreben Frankreichs, Einfluss auf (oder am besten: Kontrolle über) das damals noch als strategisch wichtig  betrachtete Ruhrgebiet und seine Ressourcen zu gewinnen, hatte Frankreich nach dem Krieg ein wirtschaftliches Problem, das mit Hilfe der Montanunion gelöst werden sollte: In Frankreich war nämlich unter der Federführung des Planungskommissars Jean Monnet mit Steuermitteln und Geldern des Marshall-Plans die Stahlproduktion ganz erheblich und weit über den eigenen Bedarf hinaus ausgeweitet worden. Allerdings benötigte man für die Produktion erhebliche Mengen an Koks, über die Frankreich nicht verfügte, dafür aber das Ruhrgebiet. Und man benötigte ausländische Absatzmärkte, wofür sich das Westdeutschland des Wiederaufbaus und des „Wirtschaftswunders“ anbot.[7] Der „geistige Vater“ des Schumannplans war denn auch gar nicht Schumann selbst, sondern Jean Monnet, damals französischer Planungskommissar.  Er war es auch, der die französische Delegation bei den Verhandlungen zur Bildung der Montanunion  leitete. Auf der anderen Seite eröffnete der Plan der  damals noch nicht souveränen Bundesrepublik Deutschland und ihrem Kanzler Konrad Adenauer die Chance,  als gleichberechtigtes Mitglied unter den sechs Mitgliedern der Montanunion anerkannt zu werden, durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit die Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg zu fördern und durch die Integration in den Westen die Sicherheit Westdeutschlands  im Kalten Krieg zu erhöhen.

Ungeachtet der verschiedenen nationalen Interessenlagen, die hinter dem Schumann-Plan standen: Er  gilt  als „Grundstein der heutigen Europäischen Union“  und so  wird in der Europäischen Union mit Fug und Recht am 9. Mai der Europatag, la Journée de l’Europe, begangen.[8]

Die Installation vom 16.,17. und 18. September  2021

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Es gibt in Paris über 1000 Erinnerungstafeln zu der  Zeit von 1939 bis 1945: Ein in der Welt einzigartiger Fall. Philippe Apeloig hat sie fotografiert und  in seinem Buch „Enfants de Paris, 1939-1945“ versammelt.  Sie wurden am 16., 17. und 18. September  2021 jeweils zwischen 20.00 und 24.00 Uhr fortlaufend  auf die Außenwände des Pantheons projiziert. 

Peu à peu et puis                                                                                                                                          très soudainement                                                                                                                                       elles sortirent comme des fleurs                                                                                                                    au coin des rues  les plaquess                                                                                                                       qui racontaient comment ici mourut l’un et comment là  mourut un autre,                                                 un par un ils étaient morts                                                                                                                         dans ce Paris et pour ce Paris…..

Gertrude Stein 1946 

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Bei einer Beleuchtungsprobe für die Installation. Im Hintergrund die Kirche Saint-Étienne-du Mont

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Philippe Apeloig und die Bürgermeisterin des 5. Arrondissements, Florence Berthout, bei der Eröffnungsveranstaltung der Installation im Festsaal des Rathauses gegenüber dem Pantheon

  • Bei dem Pantheon-Projekt handelt es sich um eine „installation artistique“: Philippe Apeloig ist ja Designer und  ein Meister der Typographie, und die überdimensionale Projektion der Erinnerungstafeln ermöglicht es den Betrachtern, die Vielfalt und Schönheit der Tafeln wie unter einer Lupe zu erkennen und zu würdigen. Philippe Apeloig weist in seinem Projektbuch darauf hin, dass gerade für die ersten Nachkriegsjahre eine große Gestaltungsvielfalt bei den Erinnerungstafeln charakteristisch ist, während bei den neueren Tafeln eine gewisse politisch bedingte Standardisierung um sich gegriffen hat.
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  • Und natürlich ging es bei der Aktion um die Erinnerung: Diese Tafeln erzählen ja  die Geschichte der „Enfants de Paris“, der Opfer des Krieges und des Widerstands, der Kämpfer für die Befreiung und der deportierten und ermordeten Juden.
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  • Die Projektion der Plaketten sollte dazu beitragen, die Erinnerung an die vielen Opfer wachzuhalten. Aber gleichzeitig sollte sie auch das vereinte Europa feiern, das aus den Ruinen und dem Leid des Weltkrieges entstanden ist und das seinen Mitgliedern eine einzigartige Periode des Friedens eröffnet hat.[9]

Die Verbindung der beiden beziehungsreichen Daten verlieh  der Projektion der Erinnerungstafeln damit eine besondere Dimension, indem geschichtliche Erinnerung in einen aktuellen Kontext gestellt wird. Sie galt der Vergangenheit, aber sie hatte auch eine eminente Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft.

Dieser doppelte Bezug der Installation wurde auf besondere Weise herausgestellt: Am 16. und 17. September 2021  (ursprünglich geplant: am 8. Mai 2020) erstrahlte der Portikus des Pantheons in den Farben der Trikolore….

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  ….. am 18. September 2021 (ursprünglich geplant: am 9. Mai 2020) im Blau Europas. 

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Die Wände des Pantheons als Projektionsfläche

Ursprünglich war das Pantheon in Paris  eine der heiligen Genoveva (Sainte Geneviève), der Schutzheiligen von Paris,  geweihte Kirche. Entworfen von dem  Architekten Soufflot sollte sie mit dem Petersdom in Rom und Sankt Paul in London wetteifern. Der Kuppelbau und der monumentale Eingang bezogen ihr Vorbild aus dem antiken Pantheon in Rom. In der Französischen Revolution wurde der Bau umgewidmet in eine Begräbnisstätte „großer Männer ab der Zeit der französischen Freiheit“, das heißt ab 1789.  Ausnahmen für vorher gestorbene große Männer wie Voltaire und Rousseau waren allerdings auch möglich. Napoleon missbrauchte dann das Pantheon, um die Krypta hemmungslos mit den Gräbern seiner Generäle und Granden zu füllen. Danach wechselte der Bau mehrfach zwischen einer Bestimmung als Kirche und laizistischem Denkmal, bis mit dem Tod und der grandiosen „Pantheonisierung“ Victor Hugos 1885 das Pantheon endgültig der Ort der letzten Ruhe und der Verehrung der „großen Männer“ Frankreichs wurde:  inzwischen sind es insgesamt 78 Männer und 5 Frauen.[10] Die letzten ins Pantheon aufgenommen Persönlichkeiten waren 2015 während der Präsidentschaft François Hollandes zwei Männer und zwei Frauen des Widerstands: Jean Zay und Pierre Brossolette, Germaine Tillon und Geneviève de Gaulle-Anthonioz.[11] 2018 kam dann –schon zur Zeit der Präsidentschaft Macrons- Simone Veil hinzu. Und in diesem Jahr wird der Schriftsteller  Maurice Genevois, Kriegsteilnehmer des 1. Weltkrieges, als Repräsentant der damaligen Kriegsgeneration („Ceux de 1914“) folgen. Seine sterblichen Überreste wurden am 11.11.2020 , dem Gedenktag an das Ende des 1. Weltkriegs, ins Pantheon überführt.[12]

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Dieses Foto habe ich aufgenommen am 27.5. 2015 während der feierlichen Überführung der sterblichen Überreste von Jean Zay, Geneviève de Gaulle-Anthonioz, Pierre Brossolette und Germaine Tillon ins Pantheon, das gerade einer gründlichen Renovierung/Sanierung unterzogen wurde. Der Tambour, auf dem die mächtige Kuppel ruht, war damals –statt der sonst inzwischen leider üblichen Werbebanner-  mit einer die Portraits anonymer Menschen zeigenden Hülle umgeben- Teil einer den universalistisch- humanitären Geist des Pantheons popularisierenden Aktion des Foto-Künstlers JR. [13]

Die durch die zunächst für den 8. und 9. Mai 2020 geplante Aktion  hergestellte Verbindung zwischen der Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit und einer europäischen Zukunftsperspektive wird im Leben und der Persönlichkeit der schon genannten Simone Veil anschaulich. Sie ist derzeit die letzte (zusammen mit ihrem Mann)  ins Pantheon aufgenommene Persönlichkeit. (Ende 2021 wird Josephine Baker ihr nachfolgen). Als Jüdin wurde Simone Veil im Alter von 16 Jahren nach Auschwitz deportiert, überlebte aber selbst den „Todesmarsch“ nach Bergen-Belsen und gehörte zu denen, die nach der Befreiung des Lagers im Pariser Hotel Lutetia aufgenommen wurden.[14] Sie studierte, wurde Richterin, Politikerin. Als Gesundheitsministerin während der Präsidentschaft Giscard d’Estaings setzte sie nach harten Kämpfen  das Recht auf Schwangerschaftsabbruch durch: das entsprechende Gesetz, das loi Veil,  trägt ihren Namen,  Bei der ersten Europawahl 1979 war sie Spitzenkandidatin der liberalen Partei UDF, und als erste Frau wurde sie im gleichen Jahr zur Präsidentin des Europäischen Parlaments gewählt.

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Bild aus: https://france3-regions.francetvinfo.fr/grand-est/alsace/simone-veil-resistante-europeenne-entre-au-pantheon-1504209.html 

Am 27. Januar 2004, dem –wie Simone Veil hervorhob- zuerst in Deutschland offiziell begangenen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, hielt sie im Bundestag eine sehr persönliche Rede, in der sie ihre eigene Geschichte und ihr Engagement für die deutsch- französische Aussöhnung und die Einigung Europas verknüpfte. Ich zitiere daraus:

Die Ereignisse, derer wir heute gemeinsam gedenken, hat die Person des öffentlichen Lebens, die Politikerin, die ehemalige Präsidentin des Europäischen Parlaments, die Sie in mir vor sich sehen, jedoch zunächst am eigenen Leib erfahren; ich war eine namenlose abgezehrte Gestalt, als das Lager von Bergen-Belsen befreit wurde, wohin mich die Willkürherrschaft der Nazis nach Auschwitz verbannt hatte.
Die Sprache, die hier an diesem Ort gesprochen wird, diese deutsche Sprache, die ich im Laufe der Jahre von meinen Freunden und Partnern zu hören gelernt habe, war die Sprache, die wir damals hastig und in der ständigen Angst, die Befehle, die unser Überleben bedrohten, nicht schnell genug verstehen zu können, zu entschlüsseln versuchten. Es ist die gleiche Sprache, die nun ihren Geist und ihre Menschlichkeit wiedergefunden hat und die heute in diesem schönen Plenarsaal erklingt, in dem das Herz einer der lebendigsten Demokratien der Europäischen Union schlägt. (…)

Es ist nicht leicht, sich auf Leid und Tod, auf Trauer und Tränen zu berufen, um an der Versöhnung zu arbeiten und neue Bande zwischen verfeindeten Völkern zu knüpfen, die sich so oft bekämpft haben. Aber mit dem Zweiten Weltkrieg, mit den Verbrechen der Nationalsozialisten, mit der Shoah und ihren Millionen Toten ohne Gräber, mit dem Versuch, das jüdische Volk auszulöschen, einem Plan, dessen Vollendung nur durch das Ende des Krieges knapp verhindert werden konnte, haben wir eine Schwelle überschritten. Die lange Geschichte des Hasses und der mörderischen Bruderkriege hatte einen Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gab. Ohne die gezielte Bemühung um Aussöhnung, so hart sie für uns Überlebende, die wir zudem vielfach unsere Familien großenteils verloren hatten, auch sein mochte, würden sich die Völker Europas nicht von dieser Katastrophe erholen. Dessen war ich mir bewusst: auch wenn es den Anschein haben mochte, als vergäßen wir so unsere Toten. Aus dieser leidvollen Erfahrung rührt mein Engagement für die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland und die europäische Einigung, die beiden Ziele, die für mich in einem offenkundigen, inneren Zusammenhang stehen.

Mit dem Nationalsozialismus hatte ganz Europa am Boden gelegen. Nur gemeinsam, indem man sich gegenseitig stützte, würde man wiedererstehen können. Dabei gab man sich weder einer beschwichtigenden Naivität hin, noch sollte Deutschland von seiner Verantwortung freigesprochen werden. Es ging hier nicht um Verzeihen, sondern um eine hellsichtige und mutige Versöhnung, die ebenso utopisch wie realistisch und um so notwendiger war, als sie aus der tiefsten Verzweiflung erwachsen musste. Der Teufelskreis musste durchbrochen werden: die deutsch-französische Aussöhnung würde der Eckstein beim Aufbau eines befriedeten Europa sein.[15]

Der Geist des produktiven, zukunftsorientierten Erinnerns, der aus diesen Worten spricht, bestimmt auch die Aktion vom  16., 17. und 18. September  2021.   Philippe Apeloig, dessen Familie selbst Opfer der Shoah ist,  hat sich deshalb ganz bewusst bemüht, auch deutsch-französische Sponsoren für das Pantheon-Projekt zu gewinnen. Und er hat sie im Deutsch-Französischen Jugendwerk/dem Office franco-allemand de la jeunesse (OFAJ/DFJW), der deutschen Botschaft in Paris  und der deutschen Vertretung bei der in Paris ansässigen UNESCO (Délégation Permanente de la République fédérale d’Allemagne auprès de l’UNESCO) auch gefunden. Das gab, wie ich meine, diesem Ereignis eine ganz besondere Bedeutung.

Nähere Informationen zu der Pantheon-Installation: 

Philippe Apeloig: Ces murs qui nous font signe. Paris 2021

Philippe Apeloig, Enfants de  Paris 1939-1945. Paris: Gallimard 2018

https://www.2e-bureau.com/wp-content/uploads/2021/02/dp_CESMURS_QUINOUS_FONTSIGNE.pdf

Über „Les Enfants de Paris“  von Philippe Apeloig siehe auch die Sendung von France Inter vom 9. Mai 2021: https://www.franceinter.fr/emissions/une-journee-particuliere/une-journee-particuliere-09-mai-2021 

Xavier de Jarcy, Le Paris de 1939-45 raconté par ses plaques commémorataives. Télérama 9.1.2019

Anmerkungen: 

[1] Die beiden Bilder mit den auf die Wände des Pantheons projizierten Plaketten sind während einer „Generalprobe“ der Aktion Ende Februar 2020 aufgenommen worden. Sie wurden mir von Philippe Apeloig freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.

[2] Siehe: https://www.gouvernement.fr/que-celebre-t-on-le-8-mai

http://www.politique.net/2007050804-8-mai-histoire-d-une-commemoration-tres-politique.htm Dort wird allerdings -wie auch in anderen französischen Veröffentlichungen- der 8. Mai als Tag des armistice bezeichnet. Das ist natürlich Unsinn, denn anders als am 11. November 1918 handelte es sich da nicht um einen Waffenstillstand, sondern um eine bedingungslose Kapitulation.

s.a. Cérémonies 2020 du 8 mai à Paris  https://www.evous.fr/Ceremonies-du-8-mai-a-Paris-la-place-Clemenceau-puis-l-Arc-de-Triomphe-1182634.html

[3] https://www.tagesschau.de/inland/rede-vonweizsaecker-wortlaut-101.html

[4] https://www.bz-berlin.de/deutschland/der-8-mai-war-ein-tag-der-befreiung

[5] https://www.gouvernement.fr/que-celebre-t-on-le-8-mai In diesem offiziellen französischen Regierungstext wird der 8. Mai auch als Erinnerungstag der Libération bezeichnet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_S%C3%A9tif

https://www.gouvernement.fr/que-celebre-t-on-le-8-mai: Da ist von Setif natürlich nicht die Rede, aber das ist ja nun auch wirklich kein Grund zum Feiern…

Präsident Macron hat allerdings die „Vergangenheitsbewältigung“ der französischen Algerienpolitik zu einem wesentlichen Anliegen gemacht und auf die gleiche Stufe gestellt wie die Erinnerungspolitik von Präsident Chirac in Bezug auf die französische Beteiligung an der Ausgrenzung und Deportation von Juden während des Zweiten Weltkrieges.

[6]„Pour que la Paix puisse vraiment courir sa chance il faut d’abord, qu’il y ait une Europe. Cinq ans, presque jour pour jour, après la capitulation sans conditions de l’Allemagne, la France accomplit le premier acte décisif de la construction européenne et y associe l’Allemagne. Les conditions européennes doivent s’en trouver entièrement transformées. Cette transformation rendra possible d’autres actions communes impossibles jusqu’à ce jour. L’Europe naîtra de tout cela, une Europe solidement unie et fortement charpentée. Une Europe où le niveau de vie s’élèvera grâce au groupement des productions et à l’extension des marchés qui provoqueront l’abaissement des prix. Une Europe où la Ruhr, la Sarre et les bassins français travailleront de concert et feront profiter de leur travail pacifique, suivi par des observateurs des Nations-Unies, tous les Européens.“  Zitiert in:   Gérard Bossuat, L’EUROPE DES FRANÇAIS, 1943-1959.  Éditions de la Sorbonne, 1997  https://books.openedition.org/psorbonne/722  Die deutsche Version der Rede findet sich unter: https://www.europa.clio-online.de/quelle/id/q63-28465

Zum Schumann-Plan: Wilkens, Andreas (dir.), Le Plan Schuman dans l’histoire. Intérêts nationaux et projet européen, Coll. Organisation internationale et relations internationales, Bruxelles, Bruylant, 2004, 467 p.  Eine Zusammenfassung bei:  Dumoulin, A. (2005). Compte rendu de Wilkens, Andreas (dir.), Le Plan Schuman dans l’histoire. In: Études internationales, 36 (2), 276–278. https://doi.org/10.7202/011432ar

[7] Siehe dazu und zum Folgenden: Gérard Bossuat, L’EUROPE DES FRANÇAIS, 1943-1959.  Éditions de la Sorbonne, 1997  https://books.openedition.org/psorbonne/722  s.a. als zeitgenössische Stimme: Der Schumannplan: Die neue Ruhrbehörde. Der Spiegel vom 12.12.1951. https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-20833254.html

[8] https://europa.eu/european-union/about-eu/symbols/europe-day_de

[9] Ich beziehe mich hier auf das Pressedossier des Studio Apeloig zu dem „Diaporama sur les mur extérieurs du Pantheon, les 8 et 9 mai 2020“.

[10]https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_personnes_transf%C3%A9r%C3%A9es_au_Panth%C3%A9on_de_Paris

[11] Siehe dazu: https://paris-blog.org/2018/04/01/das-pantheon-der-grossen-und-der-weniger-grossen-maenner-und-der-wenigen-grossen-frauen-1-das-pantheon-der-frauen/

[12] https://www.huffingtonpost.fr/2018/11/06/maurice-genevoix-au-pantheon-un-hommage-a-ceux-de-14_a_23581263/

Zur Aufnahme von Maurice Genevoix ins Pantheon siehe den Beitrag auf diesem Blog: https://paris-blog.org/2020/11/02/die-aufnahme-des-schriftstellers-maurice-genevoix-und-der-franzosischen-teilnehmer-des-1-weltkriegs-ceux-de-14-ins-pantheon/   

Zur Bedeutung des 11.11. in Frankreich siehe den Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2016/10/01/der-11-november-ein-franzoesischer-feiertag-im-wandel/

[13] http://www.au-pantheon.fr/fr/ und  http://www.jr-art.net/fr/projects/inside-out-au-pantheon

[14] Siehe dazu den Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2019/03/01/das-hotel-lutetia-2-geschichten-und-geschichte/

[15] https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/gastredner/veil/rede_veil-245118

 

Alle Blog-Beiträge mit Bezug zum Pantheon:

Das Pantheon der großen (und der weniger großen) Männer und der wenigen großen Frauen (Teil 1): Das Pantheon der Frauen.  https://paris-blog.org/2018/04/01/das-pantheon-der-grossen-und-der-weniger-grossen-maenner-und-der-wenigen-grossen-frauen-1-das-pantheon-der-frauen/

Das Pantheon der großen (und der weniger großen) Männer und der wenigen großen Frauen (Teil 2): Der Kult der grands hommes  https://paris-blog.org/2023/07/02/das-pantheon-der-grosen-und-weniger-grosen-manner-und-der-wenigen-grosen-frauen-2-der-kult-der-grands-hommes/

Die Aufnahme des Schriftstellers Maurice Genevois und der (französischen) Teilnehmer des 1. Weltkriegs (Ceux de 14) ins Pantheon  https://paris-blog.org/2020/11/02/die-aufnahme-des-schriftstellers-maurice-genevoix-und-der-franzosischen-teilnehmer-des-1-weltkriegs-ceux-de-14-ins-pantheon/

Sie passte in kein Schema: Die republikanische Heiligsprechung Josephine Bakers. https://paris-blog.org/2021/12/26/sie-passte-in-kein-schema-die-republikanische-heiligsprechung-josephine-bakers/

Zwei besondere Jahrestage: Der 8. und der 9. Mai 2020 und die Pantheon-Installation vom September 2021  https://paris-blog.org/2020/05/01/zwei-besondere-jahrestage-der-8-und-9-mai-2020-und-das-pantheon-projekt-vom-18-und-19-september/

(Fast) Alle Blog-Beiträge im Überblick: März 2016 bis ….

312. Bilder de Monats September 2026: Eine koloniale Art-Deco-Fassade im 8. Arrondissement Eingestellt am 14.9.2026 https://paris-blog.org/2026/09/14/bilder-des-monats-september-2026-eine-koloniale-art-deco-fassade-im-8-arrondissement/

311. Mme de Sévigné, Stationen ihres Lebens 3: Grignan/Provence. Mit einem Exkurs über ihre Haltung zu den Hugenottenverfolgungen. Eingestellt am 5.9.2026 https://paris-blog.org/2026/09/05/mme-de-sevigne-stationen-ihres-lebens-3-grignan-provence-mit-einem-exkurs-uber-ihre-haltung-zu-den-hugenottenverfolgungen/

310. Die Metro-Stationen La Fayette und Cadet: Die verblasste Feier französisch-amerikanischer Freundschaft. Mit einem Erfahrungsbericht zur KI-Verwendung Eingestellt am 29.8.2026 https://paris-blog.org/2026/08/29/die-metrostationen-la-fayette-und-cadet-die-verblasste-feier-franzosisch-amerikanischer-freundschaft-mit-einem-erfahrungsbericht-zur-ki-verwendung/

309. Mme de Sévigné:  Stationen ihres Lebens (2): Bretagne, Burgund Eigestellt am 22.8. 2026 https://paris-blog.org/2026/08/22/mme-de-sevigne-stationen-ihres-lebens-2-bretagne-burgund/

308. Die D-Day-Landungsstrände in der Normandie: Seit Juli 2026 Weltkulturerbe Eingestellt am https://paris-blog.org/2026/08/15/die-d-day-landungsstrande-in-der-normandie-seit-juli-2026-weltkulturerbe/

307. Bild des Tages: éclipse solaire – „Unsere“ Sonnenfinsternis, Paris 12.8. Eingestlle am 12.8.2026 https://paris-blog.org/2026/08/12/bild-des-tages-eclipse-solaire-unsere-sonnenfinsternis-paris-12-8/

306. 400 Jahre Mme de Sévigné: Stationen ihres Lebens (Teil 1: Paris) Eingestellt am 7.8.2026 https://paris-blog.org/2026/08/07/400-jahre-mme-de-sevigne-stationen-ihres-lebens-teil-1-paris/

305. Bilder des Monats August 2026: Das Gemälde zum Ausbruch des 1. Weltkriegs im Pariser Gare de l’Est Eingestellt am 1.8.2026 https://paris-blog.org/2026/08/01/bilder-des-monats-august-2026-das-gemalde-zum-ausbruch-des-1-weltkriegs-im-pariser-gare-de-lest/

304. Andrea Reidt, Paula in Paris. Paula Modersohn-Becker in der Welthauptstadt der Kunst Eingestellt am 24. Juli 2026 https://paris-blog.org/2026/07/24/andrea-reidt-paula-in-paris-paula-modersohn-becker-in-der-welthauptstadt-der-kunst/

303. Le Souffle, die monumentale und filigrane Fächerkoralle von Saint-Eustache Eingestellt am 18.7.2026 https://paris-blog.org/2026/07/18/le-souffle-die-monumentale-und-filigrane-facherkoralle-von-saint-eustache/

302. Bilder des Monats Juli 2026: Die Flugzeugparade des 14. Juli Eingestellt am 14.7.2026 https://paris-blog.org/2026/07/14/bilder-des-monats-juli-2026-die-flugzeugparade-des-14-juli/

301. Paris im Hitzestress: Ab ins Wasser! Eingestellt am 12.7.2026 https://paris-blog.org/2026/07/12/paris-im-hitzestress-ab-ins-wasser/

300. Wenn einer eine Reise tut (2): Bahnabenteuer zwischen Paris und Frankfurt und zurück… Eingestellt am 2.7.2026 https://paris-blog.org/2026/07/02/wenn-einer-eine-reise-tut-2-bahnabenteuer-von-paris-nach-frankfurt-und-zuruck/

299. Calder: traumhaftes Gleichgewicht- rêver en équilibre. Eine Ausstellung in der Fondation Louis-Vuitton. Eingestellt am 26.6.2026 https://paris-blog.org/2026/06/26/calder-traumhaftes-gleichgewicht-rever-en-equilibre-eine-ausstellung-in-der-fondation-louis-vuitton/

298. Bilder des Monats Juni 2026: Durchgang frei! La Caverne du Pont-Neuf ist eröffnet. Eingestellt am 20.6. 2026 https://paris-blog.org/2026/06/20/bilder-des-monats-juni-2026-die-caverne-du-pont-neuf-ist-eroffnet/

297. 63 Orte. Eine Topografie deutsch-französischer Geschichte. Eine Buchrezension von Wilfried Loth. Eingestellt am 10.6.2026 https://paris-blog.org/2026/06/10/63-orte-eine-topographie-deutsch-franzosischer-geschichte-eine-buchrezension-von-wilfried-loth/

296. Der späte und doch ganz junge Matisse: Eine Ausstellung im Pariser Grand Palais. Eingestellt am 4.6.2026 https://paris-blog.org/2026/06/04/der-spate-und-doch-ganz-junge-matisse-eine-ausstellung-im-pariser-grand-palais/

295. Bilder des Monats Mai 2026: Der preisgekrönte neue Bahnhof von Villejuif-Gustave Roussel. Eingestellt am 30.5.2026 https://paris-blog.org/2026/05/30/bilder-des-monats-mai-2026-der-preisgekronte-neue-bahnhof-von-villlejuif-gustave-roussy-auf-der-metro-linie-14/

294. Bald ist es soweit: La Caverne du Pont Neuf   Eingestellt am 23.5.2026 https://paris-blog.org/2026/05/23/bald-ist-es-so-weit-la-caverne-du-pont-neuf/ aaa

293. 10 Jahre Paris- und Frankreich-Blog! Eingestellt am 15.5. 2026 https://paris-blog.org/2026/05/15/10-jahre-paris-und-frankreich-blog/

292.“Unser Étretat“, eine etwas nostalgische Bilderserie. Eingestellt am 9.5.2026 https://paris-blog.org/2026/05/09/unser-etretat-eine-etwas-nostalgische-bilderserie/ aaa

291. Faszination Étretat: Eine Ausstellung im Städel-Museum in Frankfurt Eingestellt am 6.5.2026 https://paris-blog.org/2026/05/06/faszination-etretat-eine-ausstellung-im-stadel-museum-in-frankfurt/ aaa

290. Bilder des Monats April 2026: 400 Jahre Jardin des Plantes Eingestellt am 22.4.2026 https://paris-blog.org/2026/04/22/bilder-des-monats-april-2026-400-jahre-jardin-des-plantes/

289. Halle au Blé- Bourse de Commerce- Pinault Collection: Verwandlung und Kontinuität (Teil 2) von Ulrich Schläger  Eingestellt am 11.4.2026 https://paris-blog.org/2026/04/11/halle-au-ble-bourse-de-commerce-pinault-collection-verwandlung-und-kontinuitat-teil-2-von-ulrich-schlager/

288.  Halle au Blé- Bourse de Commerce- Pinault Collection: Verwandlung und Kontinuität (Teil 1) von Ulrich Schläger  Eingestellt am 6.4.2026 https://paris-blog.org/2026/04/06/halle-au-ble-bourse-de-commerce-pinault-collection-verwandlung-und-kontinuitat-teil-1-von-ulrich-schlager/

287.  Jacques Louis David, ein politischer Maler par excellence. Von Sonia Branca-Rosoff und Wolf Jöckel Eingestellt am 28.3.2026 https://paris-blog.org/2026/03/28/jacques-louis-david-ein-politischer-maler-par-excellence-von-sonia-branca-rosoff-und-wolf-jockel/

286. Bild des Monats März 2026: Das gespaltene Paris, West versus Ost Eingestellt am 20.3.2026 https://paris-blog.org/2026/03/20/bild-des-monats-marz-2026-das-gespaltene-paris-west-versus-ost/

285. Zu viel Glanz: Das Schloss Vaux-le-Vicomte des Nicolas Fouquet und die Rache des Sonnenkönigs. Eingestellt am 8.3.2026   https://paris-blog.org/2026/03/08/zuviel-glanz-das-schloss-vaux-le-vicomte-des-nicolas-fouquet-und-die-rache-des-sonnenkonigs-teil-2/

284.  Zu viel Glanz: Das Schloss Vaux-le-Vicomte des Nicolas Fouquet und die Rache des Sonnenkönigs.  Eingestellt am 28.2.2026   https://paris-blog.org/2026/02/28/zuviel-glanz-das-schloss-vaux-le-vicomte-des-nicolas-fouquet-und-die-rache-des-sonnenkonigs-teil-1/

283. Bild des Monats Februar 2026: Das Grab von Antoine-Augustin Parmentier auf dem Pèere Lachaise. Eingestellt am 21.2.2026  https://paris-blog.org/2026/02/21/bild-des-monats-februar-2026-das-grab-von-antoine-augustin-parmentier-auf-dem-pere-lachaise/

282. „Der größte Teppich der Welt“. Die Prunkteppiche Ludwigs XIV. für die  Grande Galerie du Louvre. Eingestellt am 14.2.2026  https://paris-blog.org/2026/02/14/der-groste-teppich-der-welt-die-prunkteppiche-ludwigs-xiv-fur-die-grande-galerie-des-louvre/

281. Grotesco: Eva Jospins Traumwelten im Grand Palais. Eingestellt am 7. 2. 2026   https://paris-blog.org/2026/02/07/eva-jospin-grottesco-eine-ausstellung-im-grand-palais/

280. Umstrittene Fenster: Die Entwürfe der neuen Notre-Dame-Fenster, ausgestellt im Grand Palais. Eingestellt am 27. Januar 2026 https://paris-blog.org/2026/01/27/umstrittene-fenster-die-entwurfe-der-neuen-notre-dame-fenster-ausgestellt-im-grand-palais/

279. Rue de la Femme sans Teste oder die Angst der Männer vor starken Frauen. Von Ulrich Schläger. Eingestellt am 23. Januar 2026   https://paris-blog.org/2026/01/23/rue-de-la-femme-sans-teste-oder-die-angst-der-manner-vor-starken-frauen-von-ulrich-schlager/

278. Die Gerhard Richter-Ausstellung in Paris, eine Schau der Superlative. Eingestellt am 10. Januar 2026  https://paris-blog.org/2026/01/10/die-gerhard-richter-ausstellung-in-paris-eine-schau-der-superlative/

277.  Bild des Monats Januar 2026: Galettes des Rois. Eingestellt am 6. Januar 2026  https://paris-blog.org/2026/01/06/bild-des-monats-januar-2026-galettes-des-rois/ aaa

276. Gruß zum neuen Jahr 2026. Eingestellt am 1.1.2026  https://paris-blog.org/2026/01/01/grus-zum-neuen-jahr-2026/

275. Der „Aufenthaltszug“: abenteuerliche Erfahrungen mit der Bahn zwischen Paris und Frankfurt. Eingestellt am 26.12.2025  https://paris-blog.org/2025/12/26/der-aufenthaltszug-abenteuerliche-erfahrungen-mit-der-bahn-zwischen-paris-und-frankfurt/

274. Napoleon und David, Trump und Infantino. Eingestellt am 13.12.2025  https://paris-blog.org/2025/12/13/napoleon-und-david-trump-und-infantino/

273. Bild des Monats Dezember 2025: Der Super-Vollmond über den Dächern von Paris. Eingestellt am 8. Dezember 2925  https://paris-blog.org/2025/12/08/bild-des-monats-dezember-2025-vollmond/

272. Paris in der Vorweihnachtszeit: Illuminationen und Dekorationen. Eingestellt am 7. Dezember 2025 https://paris-blog.org/2025/12/07/paris-in-der-vorweihnachtszeit-illuminationen-und-dekorationen/

271. Jean Nouvels neue Fondation Cartier – ein weiteres grandioses Zentrum zeitgenössischer Kunst in Paris. Eingestellt 1. Dezember 2025   https://paris-blog.org/2025/12/01/jean-nouvels-neue-fondation-cartier-ein-weiteres-grandioses-zentrum-zeitgenossischer-kunst-in-paris/

270. Georges de La Tour. La Tour, ein Licht in unserer Dunkelheit. Ein Gastbeitrag von Sonia Branca-Rosoff. Eingestellt am 20. November 2025   https://paris-blog.org/2025/11/20/georges-de-la-tour-la-tour-ein-licht-in-unserer-dunkelheit-ein-gastbeitrag-von-sonia-branca-rosoff/

269. Das Pariser Terrorismus-Museum (MMT) stellt sich vor: Eine Fotoausstellung am Gitter des Pariser Rathauses. Eingestellt am 12. November 2025  https://paris-blog.org/2025/11/12/das-pariser-terrorismus-museum-mmt-stellt-sich-vor-eine-fotoausstellung-am-gitter-des-pariser-rathauses/

268. 10 Jahre danach: Der Garten der Erinnerung an die Opfer der terroristischen Attentate vom 13. November 2015 vor der Kirche Saint-Gervais. Eingestellt am 8. November 2025   https://paris-blog.org/2025/11/08/10-jahre-danach-der-garten-der-erinnerung-an-die-opfer-der-terroristischen-attentate-vom-13-november-2015-vor-der-kirche-saint-gervais/

267. Bild des Monats November 2025: Chrysanthemen-Grabschmuck an Allerheiligen, Eingestellt am 1. November 2025  https://paris-blog.org/2025/11/01/bild-des-monats-november-2025-chrysanthemen-grabschmuck-an-allerheiligen/

266. Drancy,  das „Vorzimmer des Todes“: Durchgangslager auf dem Weg nach Auschwitz. Eingestellt am 25.10.2025   https://paris-blog.org/2025/10/25/drancy-das-vorzimmer-des-todes-durchgangslager-auf-dem-weg-nach-auschwitz/

265. 424 Stufen: Die Türme von Notre-Dame laden wieder zum Aufstieg ein. Eingestellt am 18.10. 2025  https://paris-blog.org/2025/10/18/424-stufen-die-turme-von-notre-dame-laden-wieder-zum-aufstieg-ein/

264. Die neuen städtischen Wälder (fôrets urbaines) von Paris. Eingestellt am 12. Oktober 2025  https://paris-blog.org/2025/10/12/die-neuen-stadtischen-walder-forets-urbaines-von-paris/

263. Bild des Monats Oktober 2025: Pariser Honig/miel de Paris. Eingestellt am 3.10.2025  https://paris-blog.org/2025/10/03/bild-des-monats-oktober-2025-pariser-honig-miel-de-paris/

262. Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely im Grand Palais (Juni 2025 bis Januar 2026). Eingestellt am 27.9.2025  https://paris-blog.org/2025/09/27/niki-de-saint-phalle-und-jean-tinguely-im-grand-palais-juni-2025-bis-januar-2026/

261. Bild des Monats September 2025: Bloquons tout! Eingestellt am 12.9.2025   https://paris-blog.org/2025/09/12/bild-des-monats-september-2025-bloquons-tout/

260. Der Skulpturenpark von Chaumont-sur-Loire. Eingestellt am 6. September 2025   https://paris-blog.org/2025/09/06/der-skulpturenpark-von-chaumont-sur-loire/

259.  Das Théâtre des Champs-Élysées oder die Hervorbringung einer Inkunabel der ‚Nationalen Moderne‘. Von Ulrich Schläger. Eingestellt am 30. August 2025   https://paris-blog.org/2025/08/30/das-theatre-des-champs-elysees-oder-die-hervorbringung-einer-inkunabel-der-nationalen-moderne/

258. Meditation unter der Kuppel: Die wunderbare aquatische und musikalische Installation in der Rotunde der Bourse de Commerce (Juni bis September 2025). Eingestellt am 13. August 2025  https://paris-blog.org/2025/08/13/meditation-unter-der-kuppel-die-wunderbare-aquatische-und-musikalische-installation-in-der-rotunde-der-bourse-de-commerce-juni-bis-september-2025/

257. Bild des Monats August 2025: Die olympische Flamme zurück in den Tuilerien. Eingestellt am 8. August 2025  https://paris-blog.org/2025/08/08/bild-des-monats-august-2025-die-olympische-flamme-zuruck-in-den-tuilerien/

256. Traumgärten mit Palmen auf dem Cap d’Antibes. Ein Gastbeitrag von Daniela David. Eingestellt am 1. August 2025   https://paris-blog.org/2025/08/08/bild-des-monats-august-2025-die-olympische-flamme-zuruck-in-den-tuilerien/

255. Endlich ist es so weit: Baden in der Seine …und der Marne …. (Juli 2025). Eingestellt am 26. Juli 2025   https://paris-blog.org/2025/07/26/endlich-ist-es-so-weit-baden-in-der-seine-und-der-marne/

254. VERTIGO: Die Jahresausstellung 2025 in der Villa Carmignac auf Porquerolles https://paris-blog.org/2025/07/18/vertigo-die-jahresausstellung-2025-in-der-villa-carmignac-auf-porquerolles/

253. Die Statuen der Nationalheldin und Nationalheiligen Jeanne d’Arc in Paris. Eingestellt am 11. Juli 2025  https://paris-blog.org/2025/07/11/die-statuen-der-nationalheldin-und-nationalheiligen-jeanne-darc-in-paris/

252. Bild des Monats Juli 2025: Auf dem Dach der Opéra Bastille. Eingestellt am 1. Juni 2025  https://paris-blog.org/2025/07/01/bild-des-monats-auf-dem-dach-der-opera-bastille/

251. Abschied vom Centre Pompidou. Die letzte Ausstellung: Fotos von Wolfgang Tillmans in der leergeräumten Bibliothek. Eingestellt am 26. Juni 2025   https://paris-blog.org/2025/06/26/abschied-vom-centre-pompidou-die-letzte-ausstellung-fotos-von-wofgang-tillmans-in-der-leergeraumten-bibliothek/

250. Das königliche Kloster Brou in Bourg-en-Bresse: Die europäische Geschichte einer außerordentlichen Frau um Macht,  Liebe und Tod. Eingestellt am 18.6. 2025  https://paris-blog.org/2025/06/18/das-konigliche-kloster-brou-in-bourg-en-bresse-die-europaische-geschichte-einer-auserordentlichen-frau-um-macht-liebe-und-tod/

249. Bild des Monats: Juni 2025 (Cormoran an der Seine). Eingestellt am 8. Juni 2025   https://paris-blog.org/2025/06/08/bild-des-monats-juni-2025-cormoran-an-der-seine/

248. Le Palais idéal du Facteur Cheval: Das phantastische und grandiose Lebenswerk eines Briefträgers. Eingestellt am 1.6.2025   https://paris-blog.org/2025/06/01/le-palais-ideal-du-facteur-cheval-das-phantastische-und-grandiose-lebenswerk-eines-brieftragers/

247. Mondlicht in alter Stadt: Ein Paris-Rundgang auf den Spuren von Ernest Hemingway und Hadley Richardson. Ein Beitrag von Andrea Reidt. Fotos von Wolf Jöckel. Eingestellt am 26.5.2025   https://paris-blog.org/2025/05/26/mondlicht-in-alter-stadt-hadley-richardson-und-ernest-hemingway-ein-beitrag-von-andrea-reidt-fotos-von-wolf-jockel/

246. Die Église Saint-Vincent-de-Paul – Hittorffs Ringen um ein Gesamtkunstwerk durch „die glückliche Allianz“ von Architektur, Malerei und Skulptur. Von Ulrich Schläger. Eingestellt am 15.5.2025  https://paris-blog.org/2025/05/15/die-eglise-saint-vincent-de-paul-hittorffs-ringen-um-ein-gesamtkunstwerk-durch-die-gluckliche-allianz-von-architektur-malerei-und-skulptur-von-ulrich-schlager/

245. Malmaison: Das „allerliebste Landhaus“ Napoleons und Josephines. Eingestellt am 5.5.2025  https://paris-blog.org/2025/05/05/malmaison-das-allerliebste-landhaus-napoleons-und-josephines/

244. Bild des Monats Mai 2025:  10 Jahre Pariser Philharmonie. Eingestellt am 1.5.2025  https://paris-blog.org/2025/05/01/bild-des-monats-mai-2025-10-jahre-pariser-philharmonie/

243. Archäologische Schätze Gazas, wundersam gerettet: Eine Ausstellung im Institut du Monde Arabe (IMA) in Paris (April bis November 2025)  https://paris-blog.org/2025/04/21/archaologische-schatze-gazas-wundersam-gerettet-eine-ausstellung-im-institut-du-monde-arabe-ima-in-paris/

242. Der Maler Gustave Courbet in Ornans (Franche-Comté), wo er geboren und schließlich beerdigt wurde.  https://paris-blog.org/2025/04/14/der-maler-gustave-courbet-in-ornans-franche-comte-wo-er-geboren-und-schlieslich-beerdigt-wurde/

241.  Ausflug zum Park von Sceaux – nicht nur- zur Kirschblüte. Eingestellt am 10.4.2025  https://paris-blog.org/2025/04/10/ausflug-zum-park-von-sceaux-nicht-nur-zur-kirschblute/

240. Das erste Portrait der Jeanne d’Arc- ausgestellt in den Archives Nationales/Hôtel Soubise. Eingestellt am 5.4.2025  https://paris-blog.org/2025/04/05/das-erste-portrait-der-jeanne-darc-in-den-archives-nationales-hotel-soubise/

239.  Das Bild des Monats (April 2025): Croissant. Eingestellt am 1.4.2025  https://paris-blog.org/2025/04/01/bild-des-monats-april-2025-le-croissant/

238. Nie wieder, nirgendwo! Die Ausstellung „Entartete“ Kunst im Picasso-Museum Paris. Eingestellt am 21.3.2025 https://paris-blog.org/2025/03/21/nie-wieder-nirgendwo-die-ausstellung-entartete-kunst-im-picasso-museum-paris/

237. Das älteste Kaufhaus der Welt: Das Pariser Kaufhaus Le Bon Marché und Zola Paradies der Damen. Eingestellt am 15.3.2025  https://paris-blog.org/2025/03/15/das-alteste-kaufhaus-der-welt-das-pariser-kaufhaus-bon-marche-und-zolas-paradies-der-damen/

236. Das Atelierhaus von Jean Arp und Sophie Taeuber in Meudon bei Paris und die Ausstellung „arp mythique- arp antique“ (Februar bis November 2025) Eingestellt am 3.5.2025 https://paris-blog.org/2025/03/05/das-atelierhaus-von-jean-arp-und-sophie-tauber-in-meudon-bei-paris-und-die-ausstellung-arp-mythique-arp-antique-februar-bis-november-2025/

235. Bild des Monats März 2025 (en attendant le printemps). Eingestellt am 1.3.2025  https://paris-blog.org/2025/03/01/bild-des-monats-marz-2025-en-attendant-le-printemps/

234. Dünkirchen, Hochburg des Karnevals in Frankreich. Eingestellt am 25.2.2025  https://paris-blog.org/2025/02/25/dunkirchen-hochburg-des-karnevals-in-frankreich/

233. Adam, Eva und die segensreiche Schlange. Eine Installation des brasilianischen Künstlers Ernesto Neto im Pariser Kaufhaus Le Bon Marché. Eingestellt am 15.2.2025  https://paris-blog.org/2025/02/15/adam-eva-und-die-segensreiche-schlange-eine-installation-des-brasilianischen-kunstlers-ernesto-neto-im-kaufhaus-bon-marche/

232. Pariser Metro-Werbung zum Valentinstag 2025. Eingestellt am 12.2.2025  https://paris-blog.org/2025/02/12/pariser-metro-werbung-zum-valentinstag/

231. „Fort mit dir nach Paris“. Mozarts drei  Aufenthalte in Paris: Vom gehätschelten Wunderkind zum gedemütigten Außenseiter.  Eingestellt am 8.2.2025  https://paris-blog.org/2025/02/08/fort-mit-dir-nach-paris-mozarts-drei-aufenthalte-in-paris-vom-gehatschelten-wunderkind-zum-gedemutigten-ausenseiter/

230. Bild des Monats: Februar 2025 (Eiffelturm, Wallace-Brunnen und russ. Kathedrale). Eingestellt am 1.2.2025 https://paris-blog.org/2025/02/01/bild-des-monats-februar-2025/

229. Hittorffs Zirkusbauten: Architektur für die Sinne in antiker Hülle. Von Ulrich Schläger. Eingestellt am 22.1.2025  https://paris-blog.org/2025/01/22/hittorffs-zirkusbauten-architektur-fur-die-sinne-in-antiker-hulle-von-ulrich-schlager/

228. Notre-Dame öffnet seine Türen: Erste Eindrücke – eine Bilderstrecke. Eingestellt am 17.1.2025 https://paris-blog.org/2025/01/17/notre-dame-offnet-die-turen-erste-eindrucke-eine-bilderstrecke/

227. Er war nicht nur Lyriker: Eine Jacques Prévert-Ausstellung im musée de Montmartre. (Oktober 2024 bis Februar 2025).  Eingestellt am 10.1.2025  https://paris-blog.org/2025/01/10/er-war-nicht-nur-lyriker-eine-jacques-prevert-ausstellung-im-musee-de-montmartre-18-oktober-2024-16-februar-2025/

226. Bild des Monats: Januar 2025 (Sainte Chapelle) Eingestellt am 4..1.2025 https://paris-blog.org/2025/01/04/bild-des-monats-januar-2025/

225. Gruß zum neuen Jahr 2025. Eingestellt  am 31.12.2024  https://paris-blog.org/2024/12/31/grus-zum-neuen-jahr-2/

224. Der Streit um die Kirchenfenster von Notre-Dame de Paris. La querelle des vitraux 1935ff und 2023ff Eingestellt am 16.12.2024  https://paris-blog.org/2024/12/16/der-streit-um-die-kirchenfenster-von-notre-dame-de-paris-la-querelle-des-vitraux-1935ff-und-2023-ff/

223. Fünf Jahre nach dem Brand: Notre-Dame in neuem Glanz – une fierté francaise. Eingestellt am 5.12.2024 https://paris-blog.org/2024/12/05/5-jahre-nach-dem-brand-notre-dame-in-neuem-glanz-une-fierte-francaise/

222. „Rue de Stratford-on-Odéon“ – oder die späte Ehrung der Adrienne Monnier. Ein Gastbeitrag von Klaus Lintemeier Eingestellt am 1.12.2024 https://paris-blog.org/2024/12/01/rue-de-stratford-on-odeon-oder-die-spate-ehrung-der-adrienne-monnier-ein-gastbeitrag-von-klaus-lintemeier/ aaa

221. Troyes, „die europäische Hauptstadt der Glasmalerei“  Eingestellt am 24.11.2024  https://paris-blog.org/2024/11/24/troyes-die-europaische-hauptstadt-der-glasmalerei/

220. Das Revolutionsjahr 1793-1794 in Paris:  Eine Ausstellung im Musée Carnavalet, dem Museum der Pariser Stadtgeschichte (Oktober 2024 bis 16. Februar 2025) Eingestellt am 15.11.2024  https://paris-blog.org/2024/11/15/das-revolutionsjahr-1793-1794-in-paris-eine-ausstellung-im-musee-carnavalet-dem-museum-der-pariser-stadtgeschichte-oktober-2024-bis-16-februar-2025/

219. Gérard Zlotykamien, der Pionier der Street Art (Street-Art in Paris 10) Eingestellt am 26.10.2024 https://paris-blog.org/2024/10/26/gerard-zlotykamien-der-pionier-der-street-art-street-art-in-paris-10/

218. Fast wie Gott in Frankreich: Ludwigslust, „das Versailles des Nordens“  eingestellt am 13.10.2024 https://paris-blog.org/2024/10/13/fast-wie-gott-in-frankreich-ludwigslust-das-versailles-des-nordens/

217. Die verlängerte Metro-Linie 14 von Saint-Denis zum Flughafen Orly: technische, architektonische, künstlerische Superlative und städtebauliche und soziale Veränderungen Eingestellt am 1.10.2024  https://paris-blog.org/2024/10/01/die-verlangerte-metro-linie-14-von-saint-denis-zum-flughafen-orly-technische-architektonische-kunstlerische-superlative-und-stadtebauliche-und-soziale-veranderungen/

216. Infinite woman: Eine Ausstellung der Fondation Carmignac auf der Insel Porquerolles Eingestellt am 21.9.2024 https://paris-blog.org/2024/09/21/infinite-woman-eine-ausstellung-der-fondation-carmignac-auf-der-insel-porquerolles/

215. Im Reich der Sinne, Illusionen und Sensationen: Hittorffs Vergnügungsbauten – eine Synthese von Klassik und Kirmes. Von Ulrich Schläger Eingestellt am 10.9.2024 https://paris-blog.org/2024/09/10/im-reich-der-sinne-illusionen-und-sensationen-hittorffs-vergnugungsbauten-eine-synthese-von-klassik-und-kirmes-von-ulrich-schlager/

214. „Versailles“ – ein Natur- und Architekturpanorama Eva Jospins in der Orangerie von Versailles Eingestellt am 30.8.2024 https://paris-blog.org/2024/08/30/versailles-ein-natur-und-architekturpanorama-eva-jospins-in-der-orangerie-von-versailles/

213. We are here: Eine Street-Art-Ausstellung im Pariser Petit Palais – Juni 2024 bis Januar 2025. (Street-Art in Paris 9) Eingestellt am 10.8.2024  https://paris-blog.org/2024/08/10/we-are-here-eine-street-art-ausstellung-im-pariser-petit-palais-street-art-in-paris-9/

212. Die Fontaine des Innocents. Ein Kleinod der Renaissance im Zentrum von Paris, frisch renoviert und mit einer Ausstellung im musée Carnavalet gewürdigt. Eingestellt am 1.8.2024  https://paris-blog.org/2024/08/01/die-fontaine-des-innocents-ein-kleinod-der-renaissance-im-zentrum-von-paris-frisch-renoviert-und-mit-einer-ausstellung-im-musee-carnavalet-gewurdigt/

211.  Das Feuerwerk zum 14. Juli 2024 im Zeichen der olympischen Spiele.  Eingestellt am 15. 7. 2024. https://paris-blog.org/2024/07/15/das-feuerwerk-zum-14-juli-in-paris-im-zeichen-der-olympischen-spiele/

210. Heinrich Heine und Ludwig Börne, Handwerker, hessische Straßenkehrer und Hausmädchen. Paris als Zentrum deutscher Migration im 19. Jahrhundert. Eingestellt am 10.7. 2024  https://paris-blog.org/2024/07/10/heinrich-heine-und-ludwig-borne-handwerker-hessische-strasenkehrer-und-hausmadchen-paris-als-zentrum-deutscher-migration-im-19-jahrhundert/

209. Die Mays von Notre-Dame de Paris. Eingestellt am 1. 7.2024   https://paris-blog.org/2024/07/01/die-mays-von-notre-dame-de-paris/

208.  Die Himmelsleiter von Saint-Eustache (Juni-Sept.2024) Eingestellt am 18.6.2024  https://paris-blog.org/2024/06/18/die-himmelsleiter-von-saint-eustache-juni-sept-2024/

207. Die Zisterzienser-Abtei von Pontigny, die internationalen Begegnungen (décades) und Heinrich Mann. Eingestellt am 9.6.2024, dem Tag der Wahlen für das Europaparlament. https://paris-blog.org/2024/06/09/die-zisterzienser-abtei-von-pontigny-die-internationalen-begegnungen-decades-und-heinrich-mann/

206. Paris,  „capitale mondiale du vélo“- die Welt-Hauptstadt des Fahrrad-Fahrens?  Eingestellt am 1.6.2024 https://paris-blog.org/2024/06/01/paris-capitale-mondiale-du-velo-die-welt-hauptstadt-des-fahrrad-fahrens/

205. Die alte Bibliothèque nationale im Herzen von Paris: Ein Muss für Bücher- und Kunstfreundinnen und -freunde. Eingestellt am 15.5.2024  https://paris-blog.org/2024/05/15/die-alte-bibliotheque-nationale-im-herzen-von-paris-ein-muss-fur-bucher-und-kunstfreundinnen-und-freunde/

204. Gare du Nord- Hittorffs Triumphbau des Fortschritts. Ein Gastbeitrag von Ulrich Schläger. Eingestellt am 1.5.2024  https://paris-blog.org/2024/05/01/gare-du-nord-hittorffs-triumphbau-des-fortschritts-ein-beitrag-von-ulrich-schlager/

203.  Die Zeitung Libération feiert ihren 50. Geburtstag. Eine Bilderstrecke. Eingestellt am 16.4.2024 https://paris-blog.org/2024/04/16/die-zeitung-liberation-feiert-ihren-50-geburtstag-eine-bilderstrecke/

202. Das Reiterstandbild Heinrichs IV. auf dem Pont Neuf. Eingestellt am 20.3.2024  https://paris-blog.org/2024/03/20/das-reiterstandbild-heinrichs-iv-auf-dem-pont-neuf/

201. Paris mit Enkeln: Im Louvre. Eingestellt am 10.3.2024  https://paris-blog.org/2024/03/10/paris-mit-enkeln-im-louvre-ein-gastbeitrag-von-rotraut-grun-wenkel/

200.  Hittorff contra Haussmann: Die place de l’Étoile, ein Repräsentations- oder ein Zirkulationsraum? eingestellt am 1.3.2024   https://paris-blog.org/2024/03/01/hittorff-contra-haussmann-die-place-de-letoile-ein-reprasentations-oder-ein-zirkulationsraum/ 

199. We could be heroes: Eine Installation zur Sklarverei im Pantheon. Oktober 2023 – Februar 2024.       Eingestellt am 16.2.2024   https://paris-blog.org/2024/02/16/we-could-be-heroes-eine-installation-zur-sklaverei-im-pantheon-oktober-2023-februar-2024/ 

198. Armenier, Kommunist, Mann der Resistance: Missak Manouchian wird ins Pantheon aufgenommen.  Eingestellt an 3.2.2024  https://paris-blog.org/2024/02/03/armenier-kommunist-mann-der-resistance-missak-manouchian-wird-ins-pantheon-aufgenommen-21-2-2024/

197. Das Museum für Einwanderungsgeschichte in Paris. Die neue Dauerausstellung. Eingestellt am 25.1.2024  https://paris-blog.org/2024/01/25/das-museum-fur-einwanderungsgeschichte-in-paris-die-neue-dauerausstellung/

196. Der Schatz von Notre-Dame  Eingestellt am 11.1.2024 https://paris-blog.org/2024/01/11/der-schatz-von-notre-dame-de-paris/

195. Gruß zum neuen Jahr 2024  Eingestellt am 1.1.2024  https://paris-blog.org/2024/01/01/grus-zum-neuen-jahr/

194. Die Renaissance einer Ikone: Noch ein Jahr bis zur Wiedereröffnung von Notre-Dame de Paris. 8.12.2023/8.12.2024  Eingestellt am 8.12.2023  https://paris-blog.org/2023/12/08/die-renaissance-einer-ikone-noch-ein-jahr-bis-zur-wiedereroffnung-von-notre-dame-de-paris-8-12-2023-8-12-2024/

193. Endlich spritzt, sprudelt und dreht er sich wieder: Der Strawinsky-Brunnen von Jean Tinguely und Niki de Saint-Phalle am Centre Pompidou. Eingestellt am 2.12.2023  https://paris-blog.org/2023/12/02/endlich-spritzt-sprudelt-und-dreht-er-sich-wieder-der-strawinsky-brunnen-von-jean-tinguely-und-niki-de-saint-phalle-am-centre-pompidou/

192.  Die Place de la Concorde oder die Inszenierung des Vergessens. Ein Gastbeitrag von Ulrich Schläger.  Eingestellt am 21.11.2023  https://paris-blog.org/2023/11/12/die-place-de-la-concorde-oder-die-inszenierung-des-vergessens/

191.  Die  napoleonischen Brunnen von Paris. Eingestellt am 1.11.2023  https://paris-blog.org/2023/11/01/die-napoleonischen-brunnen-von-paris/

190.  Nicolas de Staël: „Maler zwischen Himmel und Meer“: Eine Ausstellung im Musée d’art moderne  de Paris. Eingestellt am 22.10.2023   https://paris-blog.org/2023/10/22/nicolas-de-stael-maler-zwischen-himmel-und-meer-eine-ausstellung-im-musee-dart-moderne-de-paris-sept-2023-bis-jan-2024/

189.  Der Spot 13: ein Zentrum ephemerer Street-Art im 13. Arrondissement von Paris (Street-Art in Paris 8). Eingestellt am 11.10.2023   https://paris-blog.org/2023/10/11/der-spot-13-ein-zentrum-ephemerer-street-art-im-13-arrondissement-in-paris-street-art-in-paris-8/

188. Jacob Ignaz Hittorff, der Pariser Stadtbaumeister aus Köln: Auch eine deutsch-französische Geschichte. Von Ulrich Schläger.  Eingestellt am 14.9.2023   https://paris-blog.org/2023/09/14/jakob-ignaz-hittorff-der-pariser-stadtplaner-aus-koln-auch-eine-deutsch-franzosische-geschichte-von-ulrich-schlager/

187. Der Bahnhof von Bobigny, seit 2023 Erinnerungsort der Deportation von Juden nach Auschwitz. Eingestellt am 1. September 2023  https://paris-blog.org/2023/09/01/der-bahnhof-von-bobigny-seit-2023-erinnerungsort-der-deportation-von-juden-nach-auschwitz/

186. Das Museum Capodimonte aus Neapel mit Apollo und Marsyas als Gast im Louvre. Eingestellt am 15.8.2023   https://paris-blog.org/2023/08/15/das-museum-capodimonte-aus-neapel-mit-apollo-und-marsyas-als-gast-im-louvre/

185.  200 Jahre Canal de l’Ourcq. Ein Ausflug in die Randzonen von Paris: Von der wirtschaftlichen Verkehrsader zum angesagten Ort für Wohnen und Freizeit. Eingestellt am 1.8.2023  https://paris-blog.org/2023/08/01/200-jahre-canal-de-lourcq-ein-ausflug-in-die-randzonen-von-paris-von-der-wirtschaftlichen-verkehrsader-zum-angesagten-ort-fur-wohnen-und-freizeit/

184.  Jean-Michel Folon in der Saline von Arc-et-Senans, UNESCO-Weltkulturerbe im Jura. Eingestellt am 21. Juli 2023  https://paris-blog.org/2023/07/21/jean-michel-folon-in-der-saline-von-arc-et-senans-unesco-weltkulturerbe-im-jura/

183. La petite Ceinture, die Pariser Ringbahntrasse.  Eine Bilderstrecke von Hermann Kollmar und Herbert Boll Eingestellt am 13.7.2023  https://paris-blog.org/2023/07/13/la-petite-ceinture-die-pariser-ringbahntrasse-eine-bilderstrecke-von-hermann-kollmar-und-herbert-boll/

182.  Das Pantheon der großen (und weniger großen) Männer und der wenigen großen Frauen. Teil 2 Der Kult der grands hommes. Eingestellt am 2.7.2023  https://paris-blog.org/2023/07/02/das-pantheon-der-grosen-und-weniger-grosen-manner-und-der-wenigen-grosen-frauen-2-der-kult-der-grands-hommes/

181. Auf den Spuren von Diederich Hermes aus Krefeld, der als Thierry Hermès Gründer einer Dynastie der französischen Luxusindustrie wurde. Eine Buchempfehlung. Eingestellt am 11.6.2023 https://paris-blog.org/2023/06/11/auf-den-spuren-von-diederich-hermes-aus-krefeld-der-als-thierry-hermes-grunder-einer-dynastie-der-franzosischen-luxusindustrie-wurde-eine-buchempfehlung/

180.  Die Geschichte des Grand Palais: Ein 900 Meter langer Bauzaun-Comic. Eingestellt am 1. Juni 2023  https://paris-blog.org/2023/06/01/die-geschichte-des-grand-palais-ein-900-meter-langer-bauzaun-comic/

179. In einem Jahr: Die Olympischen Spiele von Paris!  Eingestellt am 15.5.2023 https://paris-blog.org/2023/05/15/in-einem-jahr-die-olympischen-spiele-von-paris/

178. „Deutschlands schönstes Haus steht an der Seine“. Das Palais Beauharnais Teil 2.  Eingestellt am 1.5.2023  https://paris-blog.org/2023/05/01/deutschlands-schonstes-haus-steht-an-der-seine-das-palais-beauharnais-in-paris-teil-2/

177.  Das Palais Beauharnais- ein bedeutender Ort der deutsch-französischen Beziehungen und ein Juwel des Empire -Stils. Teil 1: Bau und Geschichte. Eingestellt am 22.4.2023  https://paris-blog.org/2023/04/22/das-palais-beauharnais-in-paris-ein-bedeutender-ort-der-deutsch-franzosischen-beziehungen-und-ein-juwel-des-empire-stils-teil-1-bau-und-geschichte/

176.  Hans Hartung und die Fondation Hartung- Bergman in Antibes:  Das südfranzösische  Idyll eines außerordentlichen Künstlerpaares.  Eingestellt am 7.4. 2023 https://paris-blog.org/2023/04/07/hans-hartung-und-die-fondation-hartung-bergmann-in-antibes-das-sudfranzosische-idyll-eines-auserordentlichen-kunstlerpaares/

175. Picasso poppig präsentiert. Die Jubiläumsausstellung im Pariser Picasso-Museum. Eingestellt am 1.4.2023  https://paris-blog.org/2023/04/01/picasso-poppig-prasentiert-die-jubilaumsausstellung-im-pariser-picasso-museum/

174. Klimawandel, Kriege und andere Katastrophen: Aus Ausstellung „Vor dem Sturm/avant l’orage“ in der Bourse de Commerce in Paris. Eingestellt am 19.3. 2023  https://paris-blog.org/2023/03/19/klimawandel-kriege-und-andere-katastrophen-die-ausstellung-vor-dem-sturm-avant-lorage-in-der-bourse-de-commerce-in-paris/

173. 60 Jahre Straßenkunst/art urbai in Paris: Eine Ausstellung im hôtel de ville. (Street-art in Paris 7)  Eingestellt am 12.3.2023  https://paris-blog.org/2023/03/12/60-jahre-strasenkunst-art-urbain-in-paris-eine-ausstellung-im-hotel-de-ville-street-art-in-paris-7/

172.  Deutsch-französische Redewendungen kenntnisreich und amüsant präsentiert. Eine Buchempfelung. Einstellt am 6.3.2023 https://paris-blog.org/2023/03/06/deutsch-franzosische-redewendungen-kenntnisreich-und-amusant-prasentiert-eine-buchempfehlung/

171.  Zum Tod von Robert Hébras, dem letzten Überlebenden von Oradour-sur-Glane.  Von Marlis Franke.  Eingestellt am 26.2.2023 https://paris-blog.org/2023/02/26/zum-tod-von-robert-hebras-dem-letzten-uberlebenden-von-oradour-sour-glane-von-marlis-franke/

170.  Der Engel in der rue Turbigo- Hintersinniges am Bau. Ein Gastbeitrag von Ulrich Schläger. Eingestellt am 22.2.2023 https://paris-blog.org/2023/02/22/der-engel-in-der-rue-de-turbigo-hintersinniges-am-bau-ein-gastbeitrag-von-ulrich-schlager/

169.  Noch eine Rentendemonstration in Paris. 12.2.2023: Straßenfest und Gewalt  https://paris-blog.org/2023/02/12/11-2-2023-noch-eine-rentendemonstration-in-paris-strasenfest-und-gewalt/

168. Paris, 31.1.2023: Eindrücke von der Demonstration gegen die geplante Rentenreform. Eingestellt am 1.2.2023 https://paris-blog.org/2023/02/01/paris-31-januar-2023-eindrucke-von-der-demonstration-gegen-die-geplante-rentenreform/

167.  Der Saal der  Hocquetons im Schloss von Versailles: Le Brun, le Nôtre und die Fontänen des verschwundenen Labyrinths. Eingestellt am 15.1.2023  https://paris-blog.org/2023/01/15/der-saal-der-hoquetons-im-schloss-von-versailles-le-brun-le-notre-und-die-fontanen-des-verschwundenen-labyrinths/

166. Der König der Tiere: Die Menagerie und das Labyrinth Ludwigs XIV. im Park von Versailles. Eingestellt am 1.1.2023 https://paris-blog.org/2023/01/01/der-konig-der-tiere-die-menagerie-und-das-labyrinth-ludwigs-xiv-im-park-von-versailles/

165.  Berühmt, vergessen und wiederentdeckt: Die Tiermalerin Rosa Bonheur im musée d’Orsay. Eingestellt am 15.12.2022 https://paris-blog.org/2022/12/15/beruhmt-vergessen-und-wiederentdeckt-die-tiermalerin-rosa-bonheur-im-musee-dorsay/

164.  Das Musèe Cluny in Paris: Das Preziosen-Kabinett des Mittelalters.   Eingestellt am 1.12.2022 https://paris-blog.org/2022/12/01/das-musee-de-cluny-in-paris-das-preziosen-kabinett-des-mittelalters/

163.  Frankreich und Deutschland: Ein romantisches Wunschbild deutscch-französischer Vereinigung aus den 1840-er Jahren. Eingestellt am 17.11. 2022  https://paris-blog.org/2022/11/17/frankreich-und-deutschland-ein-romantisches-wunschbild-deutsch-franzosischer-vereinigung-aus-den-1840-er-jahren/

162.  Frank Gehrys Fondation Louis-Vuitton und eine Ausstellung mit überraschenden Bezügen: Der späte Monet und der abstrakte Expressionismus der Amerikanerin Joan Mitchell. Eingestellt am 1.11. 2022 https://paris-blog.org/2022/11/01/frank-gehrys-fondation-louis-vuitton-und-eine-ausstellung-mit-uberraschenden-bezugen-der-spate-monet-und-der-abstrakte-expressionismus-der-amerikanerin-joan-mitchell/

161. La Défense: Die Skulptur, die dem Geschäftsviertel von Paris ihren Namen gab. Eingestellt am 14.10.2022  https://paris-blog.org/2022/10/14/la-defense-die-skulptur-die-dem-geschaftsviertel-von-paris-ihren-namen-gab/

160. Zum Tod von Sempé: Sein Wandbild im 3. Arrondissement von Paris. Eingestellt am 1.10.2022  https://paris-blog.org/2022/10/01/zum-tod-von-sempe-sein-wandbild-im-3-arrondissement-von-paris/

159. Street-Art XXL entlang des Boulevard Vincent Auriol:  Eine Open-Air-Kunstgalerie im 13. Arrondissement von Paris. Eingestellt am 16.9.2022   https://paris-blog.org/2022/09/16/street-art-xxl-entlang-des-boulevard-vincent-auriol-eine-open-air-kunstgalerie-im-13-arrondissement-von-paris/

158. Max Ernst und seine „Windsbraut“ Leonora Carrington in Saint-Martin- d’Ardèche. Eingestellt am 1. September 2022.  https://paris-blog.org/2022/09/01/max-ernst-und-seine-windsbraut-leonora-carrington-in-saint-martin-dardeche/

157. Das Château de By von Rosa Bonheur: Ihre Arche Noah im Wald von Fontainebleau. eingestellt am 12.8.2022  https://paris-blog.org/2022/08/12/das-chateau-de-by-von-rosa-bonheur-ihre-arche-noah-im-wald-von-fontainebleau/

156. Mit Odysseus im Labyrinth: Die Jahresausstellung 2022 der Stiftung Carmignac auf Porquerolles.  Eingestellt am 1.8. 2022  https://paris-blog.org/2022/08/01/mit-odysseus-im-labyrinth-die-jahresausstellung-2022-der-stiftung-carmignac-auf-porquerolles/

155.  Zeichnungen der Razzia des Vel d’Hiv von Cabu: Eine Ausstellung im Mémorial de la Shoah in Paris. Eingestellt am 17.7.2022  https://paris-blog.org/2022/07/17/zeichnungen-der-razzia-des-vel-dhiv-von-cabu-eine-ausstellung-im-memorial-de-la-shoah-in-paris/

154. Vor 80 Jahren:  Die große Razzia des Wintervelodroms (Vel d’Hiv), die „Bartholomäusnacht der Pariser Juden“.  Eingestellt am 9.7.2022  https://paris-blog.org/2022/07/09/vor-80-jahren-die-grose-razzia-des-wintervelodroms-vel-dhiv/

153. Die Ausstellung „Notre – Dame de Paris“ im Collège des Bernardins, einem zisterziensischen Kleinod in Paris. Eingestellet am 15.6.2022 https://paris-blog.org/2022/06/15/die-ausstellung-notre-dame-de-paris-im-college-des-bernardins-einem-zisterziensischen-kleinod-in-paris/

152. Zum Tod von Miss.Tic, der „princesse du graffiti“. Eingestellt am 1.6.2022  https://paris-blog.org/2022/06/01/zum-tod-von-miss-tic-der-pariser-princesse-du-graffiti/

151. Der 2. Mai 2022 – am Tag danach: Boulevard Voltaire, Paris 11ème.  Eingestellt am 6.5.2022  https://paris-blog.org/2022/05/06/der-2-mai-2022-boulevard-voltaire-paris-11eme/

150. Naturparadies aus Menschenhand: Das Europareservat Kühkopf am Rhein. Eingestellt am 1.5.2022  https://paris-blog.org/2022/05/01/naturparadies-aus-menschenhand-das-europareservat-kuhkopf/

149. Johann Gottfried Tulla, der „Rheindompteur“, in Paris.  Eingestellt am 14.4.2022  https://paris-blog.org/2022/04/14/johann-gottfried-tulla-der-rheindompteur-in-paris/

148.  Von der „Notre Dame de Dada“ im Köln der 1920-er Jahre über das Exil im „Zauberkreis Paris“ nach Auschwitz: Das dramatische Leben von Luise Straus-Ernst.  Eingestellt am 1.4.2022  https://paris-blog.org/2022/04/01/von-der-notre-dame-de-dada-im-koln-der-1920-er-jahre-uber-das-exil-im-zauberkreis-paris-nach-auschwitz-das-dramatische-leben-von-luise-straus-ernst/

147.  Die Schatzkammer der Scheichs: Die Ausstellung Al Thani im Hôtel de la marine in Paris. Eingestellt am 14.3.2022 https://paris-blog.org/2022/03/14/die-schatzkammer-der-scheichs-die-ausstellung-al-thani-im-hotel-de-la-marine-in-paris/

146. Nach 60 Jahren noch immer eine offene Wunde: Die Erinnerung an die Niederschlagung der Demonstrationen vom 17. Oktober 1961 (Ici on noie les Algériens) und vom 8. Februar 1962 (Charonne) Eingestellt am 2.3.2022   https://paris-blog.org/2022/03/02/nach-60-jahren-noch-immer-eine-offene-wunde-die-erinnerung-an-die-niederschlagung-der-demonstrationen-vom-17-oktober-1961-ici-on-noie-les-algeriens-und-vom-8-februar-1962-charonne/

145.  Roncesvalles/Roncevaux – Der Mythos lebt … Ein Gastbeitrag von Ortwin Ziemer. Eingestellt am 14. Februar 2022 https://paris-blog.org/2022/02/14/roncesvalles-roncevaux-der-mythos-lebt-ein-gastbeitrag-von-ortwin-ziemer/

144. Der Elefant der Bastille. Eingestellt am 2.2.2022  https://paris-blog.org/2022/02/02/der-elefant-der-bastille/

143. Monumentalität und Poesie: „Anselm Kiefer: pour Paul Celan“ im Pariser  Grand Palais Éphémère.  Eingestellt am 21.1.2022  https://paris-blog.org/2022/01/21/monumentalitat-und-poesie-anselm-kiefer-pour-paul-celan-im-pariser-grand-palais-ephemere/

142. Die Marseillaise: Vom Straßburger Kriegslied zur Nationalhymne. Eine Ausstellung im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Straßburg. Eingestellt am 5.1.2022  https://paris-blog.org/2022/01/05/die-marseillaise-vom-strasburger-kriegslied-zur-nationalhymne-eine-ausstellung-im-museum-fur-moderne-und-zeitgenossische-kunst-in-strasburg/

141.  Sie passte in kein Schema: Die republikanische Heiligsprechung Josephine Bakers. Eingestellt am 26.12.2021   https://paris-blog.org/2021/12/26/sie-passte-in-kein-schema-die-republikanische-heiligsprechung-josephine-bakers/

140.  Mit der Association Triangle de Weimar (Weimarer Dreieck) auf den Spuren Napoleons in Fontainebleau. Eingestellt am 1.12.2021 https://paris-blog.org/2021/12/01/mit-dem-verein-weimarer-dreieck-auf-den-spuren-napoleons-in-fontainebleau/

139. Champigny-sur-Marne: Die letzte große Schlacht des deutsch-französischen Krieges 1870/1871 und ein deutsch-französischer Erinnerungsort. Eingestellt am 25.11.2021  https://paris-blog.org/2021/11/25/champigny-sur-marne-die-letzte-grose-schlacht-des-deutsch-franzosischen-krieges-1870-1871-und-ein-deutsch-franzosischer-erinnerungsort/

138. Das musée Carnavalet, das Museum der Pariser Stadtgeschichte ist wieder eröffnet. Ein erster Rundgang. Eingestellt am 3.11.2011 https://paris-blog.org/2021/11/03/le-musee-carnavalet-das-museum-der-pariser-stadtgeschichte-ist-wieder-eroffnet-ein-erster-rundgang/

137. Die einzigartige historische Jagdtapete La chasse de Compiègne in Paris und im württembergischen Dätzingen. Eingestellt am 21.10.1021 https://paris-blog.org/2021/10/21/die-einzigartige-historische-jagdtapete-la-chasse-de-compiegne-in-paris-und-im-wurttembergischen-datzingen/

136. Die alte Eiche/le gros chêne von Allouville-Bellefosse in der Normandie. Ein Gastbeitrag von Zora del Buono. Eingestellt am 1.10.2021  https://paris-blog.org/2021/10/01/die-alte-eiche-le-gros-chene-von-allouville-bellefosse-in-der-normandie-ein-gastbeitrag-von-zora-del-buono/

135. Christos Pariser Traum: Der verhüllte Triumph Napoleons.  Eingestellt am 3. September 2021 mit Ergänzungen bis zum 18.9. 2021.  https://paris-blog.org/2021/09/03/christos-pariser-traum-der-verhullte-triumph-napoleons/

134. Nous la Commune: Eine Ausstellung zum 150. Jahrestag der Pariser Commune auf der place de la Bastille. Eingestellt am 16.8.2021 https://paris-blog.org/2021/08/16/nous-la-commune-eine-ausstellung-zum-150-jahrestag-der-pariser-commune-place-de-la-bastille/

133. Auf der Autoroute de l’Est von Saarbrücken nach Paris. Eine Fahrt durch die deutsch-französische Geschichte  (Teil 2): Von der Voie Sacrée über Reims bis Meaux/Paris. Eingestellt am 21.7.2021  https://paris-blog.org/2021/07/21/auf-der-a-4-autoroute-de-lest-von-saarbrucken-nach-paris-eine-fahrt-durch-die-deutsch-franzosische-geschichte-teil-2-von-der-voie-sacree-uber-reims-bis-meaux-paris/

132. Auf der Autoroute de l’Est von Saarbrücken nach Paris. Eine Fahrt durch die deutsch-französische Geschichte  (Teil 1): Von Saarbrücken über Verdun zur Voie Sacrée. Eingestellt am 9.7,2021   https://paris-blog.org/2021/07/09/auf-der-a-4-autoroute-de-lest-von-saarbrucken-nach-paris-eine-fahrt-durch-die-deutsch-franzosische-geschichte-teil-1-von-saarbrucken-uber-verdun-bis-zur-voie-sacree/

131. Das musée Fabre in Montpellier: Soulages, Courbet, Houdon und ….   Eingestellt am 24. 6. 2021     https://paris-blog.org/2021/06/24/das-musee-fabre-in-montpellier-soulages-courbet-houdon-und/

130. 150 Jahre Abriss der Vendôme-Säule, Teil 2:  Der Fall der Säule und der Fall Courbet(s), Eingestellt am 14.6.2021   https://paris-blog.org/2021/06/14/150-jahre-abriss-der-vendome-saule-durch-die-commune-teil-2-der-fall-der-saule-und-der-fall-courbets/

129.. 150 Jahre Abriss der Vendôme-Säule, Teil 1: Ein Blick auf ihre bewegte Geschichte. Vive l’empereur! À bas l’empereur!)  Eingestellt am 2.6.2021   https://paris-blog.org/2021/06/02/150-jahre-abriss-der-vendome-saule-durch-die-commune-teil-1-ein-blick-auf-ihre-bewegte-geschichte-vive-lempereur-a-bas-lempereur-auch-ein-beitrag-zum-napoleonjahr-annee-napoleon-20/

128.. Vivant Denon, der Kunsträuber Napoleons, und sein Musée Napoléon (Louvre) Teil 2: Die „Raubkampagnen“ Denons in Deutschland: Soll ich etwa nichts nehmen? Eingestellt am 5.5.2021, dem 200. Jahrestag des Tods Napoleons. https://paris-blog.org/2021/05/05/vivant-denon-der-kunstrauber-napoleons-und-sein-musee-napoleon-louvre-teil-2-die-raubkampagnen-denons-in-deutschland-soll-ich-etwa-nichts-nehmen/

127. Vivant Denon, der Kunsträuber Napoleons, und sein Musée Napoléon (Louvre) Teil 1: Die große Ausstellung deutscher Raubkunst 1806/1807. Eingestellt am 1. 5. 2021  https://paris-blog.org/2021/05/01/vivant-denon-der-kunstrauber-napoleons-und-sein-musee-napoleon-louvre-teil-1-die-grose-ausstellung-deutscher-raubkunst-1806-1807/

126. „Himmlische Freundschaft“. Ein Gastbeitrag von Michaela Wiegel (F.A.S).  Eingestellt am 14. April 2021   https://paris-blog.org/2021/04/14/himmlische-freundschaft-ein-gastbeitrag-von-michaela-wiegel/

125. Der Maler Pierre Soulages in Rodez und Conques. Eingestellt am 1. April 2021    https://paris-blog.org/2021/04/01/der-maler-pierre-soulages-in-rodez-und-in-conques/

124. März 2021: Der Blog feiert seinen 5. Geburtstag. Eingestellt am 15.3.2021  https://paris-blog.org/2021/03/15/marz-2021-der-blog-feiert-seinen-5-geburtstag/

123. Vichy: Der Schatten „Vichys“  über der „Königin der Kurbäder“. Eingestellt am 1.3.2021   https://paris-blog.org/2021/03/01/vichy-der-schatten-vichys-uber-der-konigin-der-kurbader/

122. Reims, der Champagner und die Deutschen: Die „ungekrönte Königin von Reims“. Ein Gastbeitrag von Pierre Sommet. Eingestellt am 13.2.2021  https://paris-blog.org/2021/02/13/reims-der-champagner-und-die-deutschen-die-ungekronte-konigin-von-reims-ein-gastbeitrag-von-pierre-sommet/

121. Reims: Die „Königin der Kathedralen“ als Ort deutsch-französischer Feindschaft, Versöhnung und Freundschaft. Eingestellt am 1.2.2021  https://paris-blog.org/2021/02/01/reims-die-konigin-der-kathedralen-als-ort-deutsch-franzosischer-feindschaft-versohnung-und-freundschaft/

120. Gravelotte bei Metz: Ein einzigartiger Erinnerungsort des deutsch-französischen Kriegs 1870/1871. Eingestellt am 1.1.2021  https://paris-blog.org/2021/01/01/gravelotte-bei-metz-ein-einzigartiger-erinnerungsort-des-deutsch-franzosischen-kriegs-1870-1871/

119. Séraphine Louis und Wilhelm Uhde: Die wunderbare und tragische Geschiche einer französischen Malerin und ihres deutschen Entdeckers. Eingestellt am 15.12. 2020    https://paris-blog.org/2020/12/15/seraphine-louis-und-wilhelm-uhde-die-wunderbare-und-tragische-geschichte-einer-franzosischen-malerin-und-ihres-deutschen-entdeckers/

118. Erinnerungsorte an den Holocaust in Paris und Umgebung (1): Einführung   Eingestellt am 1.12.2020 https://paris-blog.org/2020/12/01/erinnerungsorte-an-den-holocaust-in-paris-und-umgebung-1-einfuhrung/

117. Die Aufnahme des Schriftstellers Maurice Genevoix und der (französischen) Teilnehmer des 1. Weltkriegs (Ceux de 14) ins Pantheon. Eingestellt am 2.11.2020  https://paris-blog.org/2020/11/02/die-aufnahme-des-schriftstellers-maurice-genevoix-und-der-franzosischen-teilnehmer-des-1-weltkriegs-ceux-de-14-ins-pantheon/

116. Kinderzeichnungen am Bauzaun von Notre-Dame. Eingestellt am 15.10.2020  https://paris-blog.org/2020/10/15/dessine-moi-notre-dame-male-mir-notre-dame-kinderzeichnungen-am-bauzaun/

115. Das Palais Royal als revolutionärer Freiraum und „Sündenbabel“ in den „wilden Jahren“ zwischen 1780 und 1830. Eingestellt am 1.10.2020 https://paris-blog.org/2020/10/01/das-palais-royal-3-revolutionarer-freiraum-und-sundenbabel-in-den-wilden-jahren-zwischen-1780-und-1830/

114. Der Garten der tropischen Landwirtschaft im Bois de Vincennes – ein „romantisches“  Überbleibsel der Kolonialausstellung von 1907. Eingestellt am 20.9.2020  https://paris-blog.org/2020/09/20/der-garten-der-tropischen-landwirtschaft-jardin-dagronomie-tropicale-im-bois-de-vincennes-ein-romantisches-uberbleibsel-der-kolonialausstellung-von-1907/

113. Die Rousseau-Sammlung des Museums Jacquemard-André im ehemaligen königlichen Kloster Chaalis.  Eingestellt am 10.9.2020  https://paris-blog.org/2020/09/10/die-rousseau-sammlung-des-museums-jacquemard-andre-im-ehemaligen-koniglichen-kloster-chaalis/

112. Der Park Jean-Jacques Rousseau in Ermenonville: Der erste Landschaftspark auf dem europäischen Kontinent und die erste Begräbnisstätte Rousseaus. Eingestellt am 1.9.2020  https://paris-blog.org/2020/09/01/der-park-jean-jacques-rousseau-in-ermenonville-der-erste-landschaftspark-auf-dem-europaeischen-kontinent-und-die-erste-begraebnisstaette-rousseaus/

111. Der schreitende Mann (L’homme qui marche) von Alberto Giacometti: Eine exquisite Ausstellung an einem exquisiten Pariser Ort. Eingestellt am 19.8.2020  https://paris-blog.org/2020/08/19/lhomme-qui-marche-der-schreitende-mann-von-alberto-giacometti-eine-exquisite-ausstellung-in-einem-exquisiten-pariser-ambiente/

110. Das Palais Royal (2): Ein Einkaufs- und Unterhaltungszentrum in den „wilden Jahren“ zwischen 1780-1830  Eingestellt am 1.8.2020   https://paris-blog.org/2020/08/01/das-palais-royal-2-ein-einkaufs-und-unterhaltungszentrum-in-den-wilden-jahren-zwischen-1780-1830/

109. Das Palais Royal (1): Ein Garten der Literatur und eine Oase der Ruhe mitten in Paris Eingestellt am 17.6. 2020  https://paris-blog.org/2020/07/17/das-palais-royal-1-ein-garten-der-literatur-und-eine-oase-der-ruhe-mitten-in-paris/

108. 109. Wie man eine Revolution feiert: Der 14. Juli in Paris. Eingestellt am 20.6.2020
https://paris-blog.org/2020/06/20/wie-man-eine-revolution-feiert-der-14-juli-in-paris/

107. Die Mauer der Generalpächter (2): Die vier erhaltenen Torhäuser von Ledoux. Eingestellt am 15.6. 2020   https://paris-blog.org/2020/06/15/die-mauer-der-generalpaechter-2-die-vier-erhaltenen-barrieren-von-ledoux/

106. Die Mauer der Generalpächter, Ledoux und Lavoisier. Eingestellt am 1.6.2020 https://paris-blog.org/2020/06/01/ledoux-lavoisier-und-die-mauer-der-generalpaechter/

105. Der Canal Louis XIV und das Aquädukt von Maintenon   Eingestellt am 19.5.2020, am und zum Geburtstag meines Schwagers Dr. H. D.  https://paris-blog.org/2020/05/19/der-canal-louis-xiv-und-das-aquaedukt-von-maintenon-die-fontaenen-von-versailles-teil-3/ 

104. Große Männer und Frauen des Marais: Eine Ortsbesichtigung anhand der Portraits des Street-Art- Künstlers C 215 (Teil 2: große Frauen)  Eingestellt am 10. Mai 2020  https://paris-blog.org/2020/05/10/grosse-maenner-und-frauen-des-marais-eine-ortsbesichtigung-anhand-der-portraits-des-street-art-kuenstlers-c-215-teil-2-grosse-frauen/

103. Zwei besondere Jahrestage: Der 8.und 9. Mai 2020 und das Pantheon-Projekt vom September 2021  Zuerst eingestellt am 1. Mai 2020; ergänzt im September 2021  https://paris-blog.org/2020/05/01/zwei-besondere-jahrestage-der-8-und-9-mai-2020-und-das-pantheon-projekt-vom-18-und-19-september/

102. Große Männer und Frauen des Marais:  Eine Ortsbesichtigung anhand der Portraits des Street-Art- Künstlers C 215 (Teil 1: große Männer).   Eingestellt am 21. April 2020 https://paris-blog.org/2020/04/20/grosse-maenner-und-frauen-des-marais-eine-ortsbesichtigung-anhand-der-portraits-des-street-art-kuenstlers-c-215-teil-1-grosse-maenner/

101. Street Art in Paris ( 5 ): Gare du Nord, Quai 36. Eingestellt am 8. April 2020   https://paris-blog.org/2020/04/08/street-art-in-paris-5-gare-du-nord-quai-36/

100. Der Maler und Bildhauer Otto Freundlich, ein deutsch-französisches Künstlerschicksal: Eine Ausstellung im Museum Montmartre.  Eingestellt am 1. April 2020 https://paris-blog.org/2020/04/01/der-maler-und-bildhauer-otto-freundlich-ein-deutsch-franzoesisches-kuenstlerschicksal-eine-ausstellung-im-museum-montmartre/

99. Asterix, ein französischer Mythos. Zum Tod von Albert Uderzo. Eingestellt am 27. März 2020 https://paris-blog.org/2020/03/27/asterix-ein-franzoesischer-mythos-zum-tod-von-albert-uderzo/

98. Sainte Anne/Martinique im CV-19-Modus. Eingestellt am 24. März 2020 https://paris-blog.org/2020/03/24/sainte-anne-martinique-im-cv-19-modus/

97. La place des victoires/Der Platz der Siege Ludwigs XIV. in Paris: Das Modell eines „königlichen Platzes“. Eingestellt am 12. März 2020 https://paris-blog.org/2020/03/12/la-place-des-victoires-der-platz-der-siege-ludwigs-xiv-in-paris-das-modell-eines-koeniglichen-platzes/

96. Die Petite Ceinture (2): Die Rückeroberung der stillgelegten Ringbahntrasse. Eingestellt am 1. März 2020 https://paris-blog.org/2020/03/01/die-petite-ceinture-2-die-rueckeroberung-der-stillgelegten-ringbahntrasse/

95. Die Petite Ceinture (1): Kinder und Kohl statt Kohle und Kanonen. Eingestellt am 20. Februar 2020 https://paris-blog.org/2020/02/20/die-petite-ceinture-teil-1-kinder-und-kohl-statt-kohle-und-kanonen/

94. Aktionskunst im Rentenstreik: McDo Paris/Place Voltaire (6.2.2020). Eingestellt am 10.2.2020 https://paris-blog.org/2020/02/10/aktionskunst-im-rentenstreik-mcdo-paris-place-voltaire-6-2-2020/

93. Pariser Erinnerungsorte an den Holocaust: Der Friedhof Père Lachaise. Eingestellt am 27. Januar 2020 https://paris-blog.org/2020/01/27/pariser-erinnerungsorte-an-den-holocaust-der-friedhof-pere-lachaise/

92. Keine Erinnerungsplakette für den Lutetia-Kreis: Eine verpasste Chance. Eingestellt am 1.1.2020 https://paris-blog.org/2020/01/01/keine-erinnerungsplakette-fuer-den-lutetia-kreis-eine-verpasste-chance/

91. Camille Claudel: Orte der Erinnerung an eine große Bildhauerin. Eingestellt am 22.12.2019 https://paris-blog.org/2019/12/22/camille-claudel-orte-der-erinnerung-an-eine-grosse-bildhauerin/

90. Die Nuit Blanche, das Lichter- und Kunstfest von Paris. Eingestellt am 2.12.2019 https://paris-blog.org/2019/12/02/die-nuit-blanche-das-lichter-und-kunstfest-von-paris/

89. Stop féminicides/Schluss mit den Frauenmorden: Aktuelle Aktionen in Frankreich (November 2019). Eingestellt am 17. November 2019 https://paris-blog.org/2019/11/17/stop-feminicide-schluss-mit-den-frauenmorden-aktuelle-aktionen-in-frankreich/

88. Aux Belles Poules, ein ehemaliges Pariser Bordell im Quartier St. Denis. Eingestellt am 1.11.2019 https://paris-blog.org/2019/11/01/aux-belles-poules-ein-ehemaliges-pariser-bordell-im-quartier-st-denis/

87. Von Montreuil nach Sanssouci: Die murs à pêches von Montreuil und die Lepère’schen Mauern im königlichen Weinberg von Sanssouci. Eingestellt am 1.10.2019 https://paris-blog.org/2019/10/01/von-montreuil-nach-sansscouci-die-murs-de-peches-von-montreuil-und-die-lepereschen-mauern-im-koeniglichen-weinberg-von-sanssouci/

86. 10 Jahre Singen in Paris. Eingestellt am 6. 9. 2019 https://paris-blog.org/2019/09/06/10-jahre-singen-in-paris/

85. Erinnerungstafeln zu der Zeit von 1939 bis 1945/Enfants de Paris 1939-1945. Eingestellt am 25. August 2019 https://paris-blog.org/2019/08/25/erinnerungstafeln-zu-der-zeit-von-1939-bis-1945-in-paris-enfants-de-paris-1939-1945/

84. Der Hartmannswillerkopf, das französische Nationaldenkmal und das deutsch-französische Historial zum Ersten Weltkrieg. Eingestellt am 1. August 2019 https://paris-blog.org/2019/08/01/der-hartmannswillerkopf-das-franzoesische-nationaldenkmal-und-das-deutsch-franzoesische-historial-zum-ersten-weltkrieg/

83. Die Große Saline von Salins-les-Bains und die königliche Saline von Arc-et-Senans (UNESCO-Weltkulturerbe im Jura). Eingestellt am 14. Juli 2019 https://paris-blog.org/2019/07/14/die-grosse-saline-von-salins-les-bains-und-die-koenigliche-saline-von-arc-et-senans-unesco-weltkulturerbe-im-jura/

82. La Butte aux Cailles, ein kleinstädtisches Idyll in Paris. Eingestellt am 1. Juli 2019 https://paris-blog.org/2019/07/01/la-butte-aux-cailles-ein-kleinstaedtisches-idyll-in-paris/

81. 6. Juni 1944. Remi Dreyfus:  Aus Feinden werden Freunde. Eingestellt am 7. Juni 2019 https://paris-blog.org/2019/06/07/6-juni-1944-aus-feinden-werden-freunde/

80. Le chocolat Menier (2): Die Villen der Familie im 8. Arrondissement von Paris und das Grabmal auf dem Père Lachaise. Eingestellt am 1. Juni 2019 https://paris-blog.org/2019/06/01/le-chocolat-menier-2-die-villen-der-familie-im-8-arrondissement-von-paris-und-das-grabmal-auf-dem-pere-lachaise/

79. Le chocolat Menier (1):Die Schokoladenfabrik in Noisiel an der Marne: repräsentative Fabrikarchitektur und patriarchalischer Kapitalismus im 19. Jahrhundert. Eingestellt am 23. Mai 2019 https://paris-blog.org/2019/05/23/le-chocolat-menier-1-die-schokoladenfabrik-in-noisiel-an-der-marne-repraesentative-fabrikarchitektur-und-patriarchalischer-kapitalismus-im-19-jahrhundert/

78. Napoleon, de Gaulle und Victor Hugo: Notre-Dame, die Geschichte und das Herz Frankreichs. Eingestellt am 2. Mai 2019 https://paris-blog.org/2019/05/02/napoleon-de-gaulle-und-victor-hugo-notre-dame-die-geschichte-und-das-herz-frankreichs/

77. Notre-Dame, wie es war und hoffentlich bald wieder sein wird (April 2019). Eingestellt am 16. April 2019 https://paris-blog.org/2019/04/16/notre-dame-wie-es-war-und-hoffentlich-bald-wieder-sein-wird/

76. La Maison de la Mutualité à Paris/Das Haus der Mutualité in Paris (2): Der Erste Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur von 1935. Eingestellt am 15. April 2019https://paris-blog.org/2019/04/15/das-haus-der-mutualite-in-paris-2-der-erste-schriftstellerkongress-zur-verteidigung-der-kultur-von-1935/

75. Die Fontänen von Versailles (2): Ausdruck absolutistischen Größenwahns. Eingestellt am 1. April 2019 https://paris-blog.org/2019/04/01/die-fontaenen-von-versailles-2-ausdruck-absolutistischen-groessenwahns/

74. Das Hotel Lutetia (2): Geschichten und Geschichte. Eingestellt am 1. März 2019 https://paris-blog.org/2019/03/01/das-hotel-lutetia-2-geschichten-und-geschichte/

73. Fake news, nostalgischer Nationalismus und antideutsche Ressentiments: Der deutsch-französische Freundschaftsvertrag von Aachen schlägt in Frankreich Wellen. Eingestellt am 12.2.2019 https://paris-blog.org/2019/02/13/fake-news-nostalgischer-nationalismus-und-antideutsche-ressentiments-der-deutsch-franzoesische-freundschaftsvertrag-von-aachen-schlaegt-in-frankreich-wellen/

72. Street-Art in Paris (4): Monsieur Chat, Miss Tic und Fred le Chevalier.  Eingestellt am 1.Februar 2019 mit späteren Ergänzungen https://paris-blog.org/2019/02/01/street-art-in-paris-4-monsieur-chat-miss-tic-und-fred-le-chevalier/

71. Das Hotel Lutetia (1): Ein Bauwerk zwischen Art Nouv eau und Art Déco im neuen Glanz. Eingestellt am 1. Januar 2019 https://paris-blog.org/2019/01/01/das-hotel-lutetia-1-ein-bauwerk-zwischen-art-nouveau-und-art-deco-im-neuen-glanz/

70. Von Lyon nach Dornholzhausen: Die Waldenser, eine französisch-italienisch-deutsche Flüchtlingsgeschichte. Teil 2: Die Waldenser in Hessen-Homburg. Eingestellt am 7. Dezember 2018 https://paris-blog.org/2018/12/07/von-lyon-nach-dornholzhausen-die-waldenser-eine-franzoesisch-italienisch-deutsche-fluechtlingsgeschichte-teil-2-die-waldenser-in-hessen-homburg/

69. Von Lyon nach Dornholzhausen: Die Waldenser, eine französisch-italienisch-deutsche Flüchtlingsgeschichte. Teil 1: Lyon, Luberon, Piemont. Eingestellt am 2. Dezember 2018 https://paris-blog.org/2018/12/02/von-lyon-nach-dornholzhausen-die-waldenser-eine-franzoesisch-italienisch-deutsche-fluechtlingsgeschichte-teil-1-lyon-luberon-piemont/

68. „Dadurch, dass ich zum Glück die Kinder habe, ist alles doppelt schwer.“ Anna Seghers im Pariser Exil 1933-1940. Eingestellt am 19.11.2018 https://paris-blog.org/2018/11/19/dadurch-dass-ich-zum-glueck-die-kinder-habe-ist-alles-doppelt-schwer-anna-seghers-im-pariser-exil-1933-1940/

67. Der 11. November 2018. Paris begeht den 100. Jahrestag des Waffenstillstands. Eingestellt am 11. November 2018 https://paris-blog.org/2018/11/11/paris-11-november-2018-paris-begeht-den-100-jahrestag-des-waffenstillstands-november-2018/

66. Die Malerei des französischen Kolonialismus. Eine Ausstellung im Musée Branly in Paris (November 2018). Eingestellt am 1. 11. 2018 https://paris-blog.org/2018/11/01/die-malerei-des-franzoesischen-kolonialismus-eine-ausstellung-im-musee-branly-in-paris/

65. Die Insel Porquerolles: Natur und Kunst. Eingestellt am 15. Oktober 2018https://paris-blog.org/2018/10/15/die-insel-porquerolles-natur-und-kunst/

64. Street-Art in Paris (3): Der Invader. Eingestellt am 1. Oktober 2018https://paris-blog.org/2018/10/01/street-art-in-paris-3-der-invader/

63. Das Haus der Mutualité in Paris/La Maison de la Mutualité à Paris (1): Die Geschichte eines Mythos. Eingestellt am 1. September 2018https://paris-blog.org/2018/09/01/das-haus-der-mutualite-in-paris-und-der-internationale-schriftstellerkongress-zur-verteidigung-der-kultur-1935/

Die Manufacture des Gobelins: Politik und Kunst. Eingestellt am 1. August 2018 https://paris-blog.org/2018/08/01/die-manufacture-des-gobelins-politik-und-kunst/

62. Das Grabmal Ludwig Börnes auf dem Père Lachaise in Paris: Eine Hommage an den Vorkämpfer der deutsch-französischen Verständigung. Eingestellt am 10. Juli 2018 https://paris-blog.org/2018/07/10/das-grabmal-ludwig-boernes-auf-dem-pere-lachaise-in-paris-eine-hommage-an-den-vorkaempfer-der-deutsch-franzoesischen-verstaendigung/

61. Auf dem Weg nach Paris: Die Mühle von Valmy, das Fanal einer neuen Epoche. Eingestellt am 19. Juni 2018https://paris-blog.org/2018/06/19/auf-dem-weg-nach-paris-die-muehle-von-valmy-das-fanal-einer-neuen-epoche/

60. Street-Art in Paris (2): Mosko, Jef Aérosol und Jerôme Mesnager. Eingestellt am 1. Juni 2018https://paris-blog.org/2018/06/01/street-art-in-paris-2-mosko-jef-aerosol-und-jerome-mesnager/

59. 50 Jahre Mai 1968: Plakate der Revolte: Eine Ausstellung in der École des beaux-arts in Paris (Mai 2018). Eingestellt am 1. Mai 2018https://paris-blog.org/2018/05/01/50-jahre-mai-1968-plakate-der-revolte-eine-ausstellung-im-musee-des-beaux-arts-in-paris/

58. Die Seineufer in Paris: Der schwere Abschied vom (Alp-) Traum einer autogerechten Stadt. Eingestellt am 19. April 2018 https://paris-blog.org/2018/04/19/die-seineufer-in-paris-der-schwere-abschied-vom-alp-traum-einer-autogerechten-stadt/

57. Das Pantheon der großen (und weniger großen) Männer und der wenigen großen Frauen (1): Das Pantheon der Frauen.  Eingestellt am 1. April 2018  https://paris-blog.org/2018/04/01/das-pantheon-der-grossen-und-der-weniger-grossen-maenner-und-der-wenigen-grossen-frauen-1-das-pantheon-der-frauen/

56. Hector Guimard in Paris (2): Die Synagoge in der rue Pavée (4. Arrondissement) und das Grabmal auf dem Père Lachaise (20. Arrondissement). Eingestellt am 1. März 2018 https://paris-blog.org/2018/03/01/hector-guimard-in-paris-2-die-synagoge-in-der-rue-pavee-4-arrondissement-und-das-grabmal-auf-dem-pere-lachaise-20-arrondissement/

55. Hector Guimard: Jugendstil in Paris/ Art Nouveau à Paris (1). Eingestellt am 1. Februar 2018 https://paris-blog.org/2018/02/01/__trashed-3/

54. Little India, das indische Viertel von Paris. Eingestellt am 1. Januar 2018 https://paris-blog.org/2018/01/01/little-india-das-indische-viertel-von-paris/

53. Open your eyes! Street-Art in Paris (1). Eingestellt am 1. Dezember 2017 https://paris-blog.org/2017/12/01/open-your-eyes-street-art-in-paris-1/

52. Die Erinnerung an Skavenhandel und Sklaverei: Der schwierige Umgang mit einem düsteren Kapitel der französischen Vergangenheit. Eingestellt am 1. November 2017 https://paris-blog.org/2017/11/01/der-schwierige-umgang-mit-einem-duesteren-kapitel-der-franzoesischen-vergangenheit-die-erinnerung-an-sklavenhandel-und-sklaverei/

51. La Maison Heinrich Heine, das deutsche Haus in der Cité Internationale Universitaire de Paris. Eingestellt am 1. November 2017 https://paris-blog.org/2017/11/01/la-maison-heinrich-heine-das-deutsche-haus-in-der-cite-internationale-universitaire-de-paris/

50. Mit Heinrich Heine in Paris. Eingestellt am 2. Oktober 2017 https://paris-blog.org/2017/10/02/mit-heinrich-heine-in-paris/

49. Die Fontänen im Park von Versailles (1): Feier des Sonnenkönigs und Machtdemonstration. Eingestellt am 1. September 2017 https://paris-blog.org/2017/09/01/die-fontaenen-von-versailles-1-die-feier-des-sonnenkoenigs/

48. Sommer in Paris: Schwimmen im Bassin de la Villette, in der Marne und auf/in der Seine. Eingestellt am 7. August 2017 (ergänzt 2023)  https://paris-blog.org/2017/08/07/sommer-in-paris-schwimmen-im-bassin-de-la-villette-in-der-marne-und-aufin-der-seine/

47. Musik und Tanz an der Marne: Au pays des Guinguettes. Eingestellt am 6. August 2017 https://paris-blog.org/2017/08/06/musik-und-tanz-an-der-marne-au-pays-des-guinguettes/

46.a. Die Kirche Saint- Sulpice in Paris, Teil 2 (Der Gnomon, der Kampf mit dem Engel von Delacroix und das Café de la mairie) Eingestellt am 22.Juli 2017 https://paris-blog.org/2017/07/22/die-kirche-saint-sulpice-in-paris-teil-2-der-gnomon-der-kampf-mit-dem-engel-von-delacroix-und-das-cafe-de-la-mairie/

46. Die Kirche Saint-Sulpice in Paris, Teil 1 (Die Musik, die Krypta, Pigalle und die Säulen von Leptis Magna). Eingestellt am 11. Juli 2017 https://paris-blog.org/2017/07/11/die-kirche-saint-sulpice-in-paris-teil-1-die-musik-die-krypta-pigalle-und-die-saeulen-von-leptis-magna/

45. Zu Fuß zum Mont-Saint-Michel: La traversée de la baie. Eingestellt am 29. Juni 2017 https://paris-blog.org/2017/06/29/zu-fuss-zum-mont-saint-michel-la-traversee-de-la-baie/

44. Die Kolonialausstellung von 1931 (Teil 2): Der „menschliche Zoll“ im Jardin d’acclimatation und der Tausch von „teutonischen Krokodilen“ und „Menschenfressern“ zwischen Paris und Frankfurt. Eingestellt am 1. Juni 2017 https://paris-blog.org/2017/06/01/die-kolonialausstellung-von-1931-teil-2-der-menschliche-zoo-im-jardin-dacclimatisation-und-der-tausch-von-teutonischen-krokodilen-und-men-sche/

43. Das Palais de la Porte Dorée und die Kolonialausstellung von 1931. Eingestellt am 10. Mai 2017 https://paris-blog.org/2017/05/10/das-palais-de-la-porte-doree-und-die-kolonialausstellung-von-1931/

42. Neues Leben auf alten Steinbrüchen: Der Park Butte-Chaumont und das quartier de la Mouzaïa. Eingestellt am 1. Mai 2017 https://paris-blog.org/2017/05/01/neues-leben-auf-alten-steinbruechen-der-park-buttes-chaumont-und-das-quartier-de-la-mouzaia/

41. Die Bergwerke und Steinbrüche von Paris. Eingestellt am 20. April 2017 https://paris-blog.org/2017/04/20/die-bergwerke-und-steinbrueche-von-paris/

40. Pulse von Europe in Paris- Marine le Pen ante portas (April 2017). Eingestellt am 1. April 2017 https://paris-blog.org/2017/04/01/pulse-of-europe-in-paris-marine-le-pen-ante-portas/

39. Napoleon in den Invalides: Es lebe der Kaiser! Vive l’empéreur (3). Eingestellt am 12. März 2017 https://paris-blog.org/2017/03/12/napoleon-in-den-invalides-es-lebe-der-kaiser-vive-lempereur-3/

38. Die Freiheitsstatue von New York und ihre Schwestern (Teil 3): Die Freiheitsstatuen von Paris. Eingestellt am 1. März 2017 https://paris-blog.org/2017/03/01/die-freiheitsstatue-von-new-york-und-ihre-schwestern-teil-3-die-freiheitsstatuen-von-paris/

37. Die Freiheitsstatue von New York und ihre Schwestern in Paris (Teil 2): Bartholdi und Eiffel, die Väter von Miss Liberty. Eingestellt am 23. Februar 2017 https://paris-blog.org/2017/02/23/die-freiheitsstatue-von-new-york-und-ihre-schwestern-in-paris-teil-2-die-vaeter-von-miss-liberty/

36. Die weinende Freiheitsstatue von New York und ihre Schwestern in Paris (Teil 1). Eingestellt am 1. Februar 2017 https://paris-blog.org/2017/02/01/die-weinende-freiheitsstatue-von-new-york-und-ihre-drei-schwestern-in-paris-teil-1/

35. Frankreich: Spitzenreiter bei der schulischen Ungleichheit. Eingestellt am 21. Januar 2017https://paris-blog.org/2017/01/22/frankreich-spitzenreiter-bei-der-schulischen-ungleichheit/

34. Die Cité internationale universitaire in Paris: Ein Ort des Friedens und der Völkerverständigung. Eingestellt am 2. Januar 2017 https://paris-blog.org/2017/01/02/die-cite-internationale-universitaire-in-paris-ein-ort-des-friedens-und-der-voelkerverstaendigung/

33. Stolpersteine in Frankfurt am Main, eine Buchempfehlung. Eingestellt am 18. Dezember 2016 https://paris-blog.org/2016/12/18/stolpersteine-in-frankfurt-am-main-eine-buchempfehlung/

32. François Hollande: Abgesang auf einen allzu normalen Präsidenten (Dez. 2016). Eingestellt am 5. Dezember 2016 https://paris-blog.org/2016/12/06/francois-hollande-abgesang-auf-einen-allzu-normalen-praesidenten/

31. Das Pariser Denkmal für das russische Expeditionskorps im Ersten Weltkrieg, eine russische Kapelle in der Champagne und die Kriegsbilder Zadkines. Eingestellt am 1. Dezember 2016 https://paris-blog.org/2016/12/02/das-pariser-denkmal-fuer-das-russischen-expeditionskorps-im-ersten-weltkrieg-fillon-der-freund-russlands-und-die-kriegsbilder-zadkines/

30. Das Napoleon-Museum auf der Île d’Aix  (vive l’empereur! Teil 2).  Eingestellt am 16. November 2016 https://paris-blog.org/2016/11/16/das-napoleon-museum-auf-der-ile-daix-vive-lempereur-teil-2/

29. Der Arc de Triomphe: Die Verherrlichung Napoleons. Eingestellt am 1. November 2016 https://paris-blog.org/2016/11/01/der-arc-de-triomphe-die-verherrlichung-napoleons/

28. Der 11. November: Ein französischer Feiertag im Wandel. Eingestellt am 1. Oktober 2016 https://paris-blog.org/2016/10/01/der-11-november-ein-franzoesischer-feiertag-im-wandel/

27. Die Corrèze (Teil 2): touristische Impressionen. Eingestellt am 11. September 2016  https://paris-blog.org/2016/09/11/die-correze-teil-2-touristische-impressionen/

26. Die Corrèze (Teil 1): Besatzung und Widerstand/occupation et résistance. Eingestellt am 9. September 2016  https://paris-blog.org/2016/09/09/die-correze-teil-1-besatzung-und-widerstand-occupation-et-resistance/

25. Der Bürgerkrieg in Frankreich 1871: Ein Rundgang auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris auf den Spuren der Commune. Eingestellt am 13. August 2016 https://paris-blog.org/2016/08/13/der-buergerkrieg-in-frankreich-1871-ein-rundgang-auf-dem-friedhof-pere-lachaise-in-paris-auf-den-spuren-der-commune/

24. Chinatown in Paris (3.,8.,13. Und 20. Arrondissement). Eingestellt am 1. August 2016 https://paris-blog.org/2016/08/01/chinatown-in-paris-3-13-und-20-arrondissement/

23. Das multikulturelle, aufsässige und kreative Belleville: Modell oder Mythos? Eingestellt am 18. Juli 2016 https://paris-blog.org/2016/07/18/das-multikulturelle-aufsaessige-und-kreative-belleville-modell-oder-mythos/

22. Der Cimetière de Picpus, ein deutsch-französischer und amerikanischer Erinnerungsort. Eingestellt am 1. Juli 2016 https://paris-blog.org/2016/07/01/der-cimetiere-de-picpus-ein-deutsch-franzoesischer-erinnerungsort/

21. Die Mauer für den Frieden (le mur pour la paix) auf dem Marsfeld. Eingestellt am 1. Juli 2016 https://paris-blog.org/2016/07/01/die-mauer-fuer-den-frieden-le-mur-pour-la-paix-auf-dem-marsfeld/

20. Die Stare vor unserem Fenster: deutsch-französische Sichtweisen. Eingestellt am 24. Juni 2016 https://paris-blog.org/2016/06/24/unsere-freunde-die-stare/

19. Wohnen, wo einmal die Guillotine stand: La Grande et la Petite Roquette. Eingestellt am 14. Juni 2016 https://paris-blog.org/2016/06/14/wohnen-auf-historischem-boden-la-grande-et-la-petite-roquette/

18. Hochwasser in Paris (2016 und 2018). Eingestellt am 5. Juni 2016 https://paris-blog.org/2016/06/05/hochwasser-in-paris/

17. Von Frankfurt nach Paris und zurück: Die Stolpersteine in der Westendstraße. Eingestellt am 2. Juni 2016 https://paris-blog.org/2016/06/02/von-frankfurt-nach-paris-und-zurueck-die-stolpersteine-in-der-westendstrasse/

16. La Goutte d’Or oder Klein-Afrika in Paris. Eingestellt am 30. Mai 2016 https://paris-blog.org/2016/05/30/la-goutte-dor-oder-klein-afrika-in-paris/

15. Verdun 1916-2016: die neue Gedenkstätte/le nouveau mémorial. Eingestellt am 21. Mai 2016 https://paris-blog.org/2016/05/21/verdun-1916-2016-und-die-neue-gedenkstaette/

14. Normandie (Teil 2): Schattenseiten der Vergangenheit. Eingestellt am 8. Mai 2016 https://paris-blog.org/2016/05/08/normandie-teil-2-schattenseiten-der-vergangenheit/

13. Normandie (Teil 1): Die allgegenwärtige Vergangenheit. Eingestellt am 29. April 2016 https://paris-blog.org/2016/04/29/normandie-teil-1-die-allgegenwaertige-vergangenheit/

12. Exil in Frankreich: Sanary, Les Milles und Marseille. Eingestellt am 18. April 2016  https://paris-blog.org/2016/04/18/exil-in-frankreich-sanary-les-milles-und-marseille/

11. Das Hôtel Païva, ein deutsch-französisches Märchenschloss auf den Champs-Elysées. Eingestellt am 16. April 2016 https://paris-blog.org/2016/04/16/das-hotel-paiva-ein-deutsch-franzoesisches-maerchenschloss-auf-den-champs-elysees/

10. Der Elysée-Vertrag, Mythos und Symbol wird 50: ein Anlass zum Feiern (2012). Eingestellt am 13. April 2016 https://paris-blog.org/2016/04/13/der-elysee-vertrag-mythos-und-symbol-wird-50-ein-anlass-zum-feiern/

9. Le potager du roi in Versailles, der Obst – und Gemüsegarten Ludwigs XIV. Eingestellt am 12. April 2016   https://paris-blog.org/2016/04/12/le-potager-du-roi-in-versailles-der-obst-und-gemuesegarten-ludwigs-xiv/

8. Nuits debout- Place de la République, April 2016. Eingestellt am 12. April 2016  https://paris-blog.org/2016/04/12/nuit-debout-place-de-la-republique-10-4-2016/

7. Milly-la-Forêt: Jean Cocteau, Nike de Saint Phalle und Jean Tinguely. Eingestellt am 11. April 2016  https://paris-blog.org/2016/04/11/milly-la-foret-jean-cocteau-niki-de-saint-phalle-und-jean-tinguely/

6. Schloss und Park von Chantilly- eine Alternative zu Versailles. Eingestellt am 9. April 2016 https://paris-blog.org/2016/04/09/schloss-und-park-von-chantilly-eine-alternative-zu-versailles/

5. Das Labyrinth von Chartres. Eingestellt am 8. April 2016   https://paris-blog.org/2016/04/08/das-labyrinth-von-chartres/

4. Der Faubourg Saint-Antoine, Teil 2: Das Viertel der Revolutionäre. Eingestellt am 6. April 2016  https://paris-blog.org/2016/04/06/der-faubourg-saint-antoine-teil-2-das-viertel-der-revolutionaere/

3. Der Faubourg Saint-Antoine, Teil 1: Das Viertel des Holzhandwerks. Eingestellt am 4. April 2016   https://paris-blog.org/2016/04/04/der-faubourg-saint-antoine/

2. Frankreich im Ausnahmezustand 1/2016. Eingestellt am 1. April 2016   https://paris-blog.org/2016/04/01/paris-ausnahmezustand/

Über den Dächern von Paris: Blicke von unserer Terrasse. (März 2016 fff). Eingestellt am 31. März 2016    https://paris-blog.org/2016/03/31/sonnenuntergang-in-paris/

Große Männer und Frauen des Marais: Eine Ortsbesichtigung anhand der Portraits des Street-Art- Künstlers C 215 (Teil 1: große Männer)

Am 31.  August 2019 wurde im Marais eine Serie von Portraits von Männern und Frauen eingeweiht, die das  „Grand Siècle“ des Marais geprägt haben.

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Mit dem Begriff des großen Jahrhunderts  des Marais ist die Periode zwischen dem Beginn der Herrschaft Heinrichs IV.  und dem Tod seines Enkels Ludwig XIV. bezeichnet.

In dieser Phase war das Marais ein intellektuelles und künstlerisches Zentrum Frankreichs und auch ein Ort der Macht. Die Entwicklung des Marais unter Henri Quatre und Ludwig XIII. war ein ungeheures städtebauliches Entwicklungsprojekt. Auf dem eher sumpfigen Gelände -deshalb ja der Name Marais- entstand um die Place Royale/Place des Vosges ein neues Viertel mit noblen Stadtpalais – hôtels particuliers-  wie es sie in dieser Fülle sonst nirgends in Paris gibt und die in ihrer raffinierten Architektur und Ausstattung vorbildlich wurden.  In diesem Viertel ließ sich besonders gerne eine meist  durch  Handel neu zu Reichtum gekommene Schicht von Adligen nieder. Und diese schufen sich auch ein kulturelles und geselliges Leben unabhängig vom Hof:  Es war im Marais, wo die Theatertruppe Molières zu Beginn seiner Karriere ihren Sitz hatte;  im Garten des hôtel Salé, des heutigen Musée Picasso, wurde der Cid  Corneilles uraufgeführt und im Marais entwickelte er sich zum gefeierten Dramenautor; es gab eine Fülle von literarischen Salons und berühmte Kurtisanen, die dort ihre noblen, libertären Gäste empfingen.

Der Bürgermeister des 4. Arrondissements, zu dem das Marais gehört, hatte die Idee, den Street-Art Künstler Christian Guémy alias C215 einzuladen, in dem Viertel Portraits von Männern und Frauen des  „großen Jahrhunderts“ auszustellen. Vorbild war der ebenfalls von C215 entworfene „Circuit des Illustres“,  ein Rundgang rund um das Pantheon anhand der Portraits  berühmter im Pantheon bestatteter Persönlichkeiten.[1]

C215 hat für beide Aktionen sehr ungewöhnliche Ausstellungsorte gewählt: Nämlich die überall   herumstehenden Schaltkästen  für die Stromversorgung;  und zwar  jeweils solche Kästen, die in der Nähe von Orten stehen, die mit den Portraitierten in besonderer Weise verbunden sind. Insgesamt handelt es sich um 21 Portraits. Eine Übersicht mit Plan liegt im Rathaus des 4. Arrondissements aus, aber es gibt den Flyer auch im Internet.[2]

Ich möchte im Folgenden einige Portraits von C 215 vorstellen und dabei auch etwas über ihre Bedeutung und die mit ihnen verbundenen Orte des Marais informieren. Das fehlt bei den Portraits von C215 und kommt in dem Flyer verständlicher Weise viel zu kurz. Und vielleicht regt der Beitrag damit auch dazu an, sich auf den Spuren von C215 etwas genauer im Marais umzusehen und vielleicht auch das eine oder andere bisher Neue zu entdecken.

In einem ersten Teil sollen folgende  Persönlichkeiten und Orte berücksichtigt werden:

  1. Die Könige Heinrich IV. (Henri Quatre) und Ludwig XIII. und die place des Vosges
  2. Maximilien de Béthune, Duc de Sully, und das hôtel de Sully
  3. François Mansart, der Architekt Ludwigs XIV., sein Wohnhaus in der rue Payenne 5 und der temple du Marais
  4. Le Vau, le Brun, Eustache le Sueur und das hôtel Lambert auf der Île Saint-Louis
  5. Der Komponist Couperin, der Maler Philipp de Champaigne und die Kirche Saint  Gervais

Zwei nachfolgende Beiträge sollen dann mehreren starken Frauen gewidmet werden, die das Marais geprägt haben und deren Potraits auch von C215 ausgestellt sind, vor allem:

Françoise d’Aubigné, die künftige Madame de Maintenon und zweite Gemahlin Ludwigs XIV.,  und der literarische Salon, den sie zusammen mit ihrem ersten Mann Paul Scarron  in der rue de Turenne 56 betrieb

Die Prinzesse de Soubise, Mätresse Ludwigs XIV.,  und das hôtel de Soubise

Mme de Montespan, Maitresse de titre Ludwigs XIV.,  und das hôtel d’Albret

und abschließend:

Madame de Sévigné mit ihrem  Geburtshaus an der place ds Vosges, dem hôtel de Carnavalet und ihrem literarischen Salon 23, rue de Sévigné

Natürlich handelt es sich dabei um eine persönliche Auswahl: Weil ich die vorgestellten Personen besonders interessant  und meistens auch die mit ihnen verbundenen Orte besonders sehenswert finde. Die entsprechenden Orte  liegen auch im Allgemeinen nahe beieinander, lassen sich also gut in einem Rundgang verbinden. (Die Fotos wurden selbstverständlich noch vor dem Beginn des aufgrund der CV-19 – Pandemie verhängten confinements gemacht).

 

1. Henri Quatre, Ludwig XIII. und die place royal/place des Vosges

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Heinrich IV. (1553-1610) Boulevard Henri IV Nummer 15

Henri Quatre muss am Anfang dieses Überblicks stehen. Denn immerhin markiert seine Regentschaft (von 1589 bis zu seiner Ermordung durch einen religiösen Fanatiker 1610) den Beginn dessen, was als das „Grand Siècle“ bezeichnet wird.  Die Bedeutung dieses Königs liegt vor allem darin, dass er mit dem Edikt von Nantes die Phase der grauenhaften Religionskriege beendete und den Hugenotten –in gewissen Grenzen- die Freiheit ihrer Religionsausübung  gestattete. Und was Paris angeht, so hat er die Stadt durch eine ganze Reihe großer Projekte umgestaltet und modernisiert: So durch den Bau des hôpital Saint Louis, des pont neuf und die Planung großzügiger Plätze, von denen zu seiner Zeit die place Dauphine vollständig und die place royal teilweise fertiggestellt wurden, während die place de France nie realisiert wurde.

Place des Vosges Juli 2010 006

Wie der pont neuf orientiert sich die place royale/des Vosges an italienischen Vorbildern: Der Platz war streng symmetrisch geplant. Die Fassadengestaltung mit der für diese Zeit typischen Kombination von roten Ziegeln und weißen Kalksteinquadern war streng vorgeschrieben, ebenso wie die für Paris damals revolutionären Arkaden.  Gedacht war der Platz als Wohnort und Treffpunkt einer reichen Schicht von Bürgern und Adligen, von Manufaktur-Besitzern und Vertretern der Finanzindustrie, die hier abseits der mittelalterlich-engen Stadt einen großzügigen Lebensstil pflegen konnten.

Die place royal/des Vosges wird gemeinhin als der erste der sogenannten königlichen Plätze von Paris bezeichnet. Einerseits hat das seine Berechtigung, denn immerhin ist dieser Platz einer königlichen Initiative zu verdanken und sein ursprünglicher Name: place royal ist ja auch eindeutig.  Aber ein königlicher Platz im engeren Sinne, wie später zum Beispiel die place des victoires oder die place Vendôme war dieser Platz nicht[3]: Denn seine Funktion war ja nicht die Feier eines Königs, symbolisiert durch eine entsprechende Statue in der Mitte. Eine solche Statue  gehörte nicht zur ursprünglichen Konzeption, sondern kam erst später hinzu.

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Ludwig XIII. 1601-1643, rue du pas de la mule, in der Nähe der place des Vosges

Fertig gestellt wurde der Platz erst unter Henri Quatres Sohn Ludwig XIII. Und eingeweiht wurde er am 15., 16. und 17. April 1612 mit einem großen „carrousel“, einem festlichen Umzug, der aus Anlass der Verlobung des jungen Ludwigs XIII. mit Anna, der Tochter Philipps III. von Spanien, veranstaltet wurde. (3a)

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1639 wurde dann in der Mitte des Platzes eine Reiterstatue Ludwigs XIII. aufgestellt. Die, die wir heute sehen, stammt allerdings aus dem Jahr 1825, weil die ursprüngliche wie alle königlichen Statuen auf den königlichen Plätzen der Revolution zum Opfer fiel. Und natürlich änderten die Revolutionäre auch den Namen des Platzes: Er erhielt den Namen des ersten Departements, des département des Vosges,  das brav seine Steuern bezahlte.

Henri Quatre selbst ist  auf der place des Vosges immerhin  auch präsent, und zwar mit einer gekrönten Büste über dem zentralen Durchgang  des Platzes in Richtung der rue de Birague.

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Erstaunen mag vielleicht, dass das Bild Heinrichs IV. von C215 nicht an der place des Vosges ausgestellt ist. Aber der Ort am Boulevard Henri IV hat nicht nur wegen des Straßennamens seine Berechtigung: Denn er liegt zwischen der place des Vosges und dem Arsenal, in dem Henris wichtigster Minister und Freund, der duc de Sully, seinen Arbeitsplatz hatte. Und der König verbrachte viel Zeit mit seinem Freund im Arsenal, ja er soll sich dort sogar eigene Zimmer habe einrichten lassen. Mehr zu Sully und dem Arsenal  im nächsten Abschnitt.

 

2. Maximilien de Béthune (Duc de Sully) und das hôtel de Sully

Das Portrait von Sully findet sich in der  rue Saint-Antoine Nummer 47  gegenüber dem hôtel de Sully.

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Sully  (1559-1641) war Minister und enger Vertrauter Heinrichs IV. Er war surintendant des finances, also Finanzminister und damit auch für große  öffentliche Bauvorhaben zuständig wie das neue Marais-Viertel  mit der place royale. Außerdem war er Grand maître de l‘artillerie, so dass sein Arbeitsplatz als Minister vor allem das Arsenal war., wo ihn Henri Quatre oft besuchte.

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Die Büsten von Heinrich dem Vierten und des duc de Sully im ersten Stock des Arsenals. Heute  ist dort die exquisite  bibliothèque de l’Arsenal untergebracht.

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Nach der Ermordung Henri Quatres zog sich Sully auf sein Altenteil zurück.  Aber er kaufte das dann nach ihm benannte Stadtpalais in unmittelbarer Nachbarschaft zur place royal,  ein typisches  hôtel particulier  im Geschmack der Zeit, dazu mit dem Privileg eines direkten Zugangs zu diesem Platz.

Nach außen- zur rue Saint Antoine zu- ist das Anwesen durch ein großes, aber repräsentatives Tor abgeschlossen. Tritt man durch das Tor, erreicht man den Innenhof mit dem Blick auf das Hauptgebäude, dessen Eingang von Sphingen eingerahmt ist.

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Darüber befinden sich Jahreszeitenreliefs: Der Herbst und der Winter auf der Hofseite, Frühling und Sommer auf der Rückseite des Gebäudes.

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Auf den Seitenflügeln gibt es Statuen der vier Elemente, Feuer und Wind auf der linken, Erde und Wasser auf der rechten Seite. Hier die Allegorie des Wassers, die man in ähnlicher Form auch am Brunnen des Innocents findet.

Geht man durch das Hauptgebäude, erreicht man den kleinen Garten mit der Orangerie. Und in der rechten hinteren Ecke befindet sich der Durchgang zur place des Vosges.

Heute beherbergt das hôtel Sully das Centre des Monuments Nationaux, das auch eine sehr schöne Bücherei unterhält, deren Besuch sich unbedingt lohnt. Dabei sollte man auch einen Blick auf die Decke werfen- einer schönen bemalten Eichenholzdecke, wie sie in den hôtel particuliers des Marais üblich war.

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Nach dem Tod Henri Quatres zog sich Sully mehr und mehr aus der Politik zurück.  Da er als Protestant nicht in Paris bestattet werden konnte, wählte er als  seine letzte Ruhestätte Nogent-le-Rotrou, dessen Seigneur er war. Dessen ungeachtet  durfte er als Protestant aber  nicht in der Kirche selbst bestattet werden, sondern zusammen mit seiner Frau nur in einem gesonderten Anbau außerhalb des Kirchenraums.

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3. François Mansart, sein Wohnhaus in der rue Payenne und der temple du Marais

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François Mansart (1598-1666) rue Payenne

 Dieses Portrait befindet sich in der rue Payenne gegenüber dem Haus Nummer 5, dem Geburts- und Wohnhaus Mansarts, das heute die Chapelle de l’Humanite beherbergt.

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Aber natürlich gibt es an dem Haus auch eine Plakette, die an Mansart erinnert.

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Denn in der Tat war Mansart ein „berühmter Architekt“.[4] 1625 wurde er zum „Architekten des Königs“ ernannt und somit oberster Baumeister für sämtliche offiziellen Bauvorhaben im zentral verwalten Frankreich Ludwigs XIII.  Dieses Amt hatte er auch nach dem Tod Ludwigs XIII. 1643 unter seiner Witwe, der Regentin Anna von Österreich, und später unter dem jungen Ludwig XIV. inne. Der hielt große Stücke auf ihn, was aus dieser Anekdote deutlich wird:  Als der junge König Ludwig XIV. einmal an einem heißen Sommertag mit dem nicht mehr ganz so jungen Architekten François Mansart im Park von Schloss Versailles spazieren ging, um neue Bauvorhaben zu besprechen, brannte die Sonne heiß auf den Kopf des barhäuptigen Architekten. Ganz gegen die strenge Hofetikette reichte der Sonnenkönig ihm daraufhin seinen Hut. Als seine Höflinge ihn verwundert fragten, warum er das getan habe, antwortete Ludwig:

„Wenn ich will, kann ich an einem einzigen Tag eintausend neue Herzöge  machen; aber in eintausend Jahren nicht einen einzigen neuen Mansart.[5]

Temple du Marais

Von den zahlreichen Bauten, die Mansart auch in Paris entwarf, ist der Temple du Marais in der Rue Saint-Antoine Nr. 17, eines der ersten Bauwerke François Mansarts. Vorbild des Baus war das Pantheon in Rom. (5a)

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Ursprünglich hieß die Kirche  Sainte-Marie-des-Anges de la Visitation. Es war die Kirche eines  Ordens, der von der Großmutter der Madame de Sévigné gegründet worden war.  Madame de Sévigné gehört auch zu den großen Persönlichkeiten des Marais. Von ihr wird im dritten Teil dieses Beitrags noch die Rede sein. Die Mitglieder der Familie Sévigné wurden hier beerdigt, ebenso Fouquet, der in Ungnade gefallene Finanzminister Ludwigs XIV.   Heute ist der  Temple du Marais eine protestantische Kirche.

Ebenfalls ein Werk Mansarts ist das Hôtel Guénégaud, das heutige Jagd- und Naturkundemuseum in der rue des Archives. Es ist das einzige hôtel particulier Mansarts, das noch weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten ist und schon deshalb einen Besuch lohnt.

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4. Le Vau, Eustache le Sueur, Le Brun und das hôtel Lambert auf der Île Saint-Louis

Das Portrait  Le Vaus  (1612-1670)  soll  auf der Île de la Cité  am Boulevard Henri IV am Zaun des squarre Barrye ausgestellt sein.  Allerdings  konnte ich es dort nicht ausfindig machen.  Der Ort ist aber insofern gut gewählt, weil man da einen schönen Blick auf das hôtel Lambert hat, ein von Le Vau geplantes und von 1640-1644 gebautes hôtel particulier.

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Blick von der Seinebrücke auf das hôtel Lambert und seine Rotunde

Le Vau gehörte zu dem spektakulären Dreigestirn Le Brun, Le Nôtre und Le Vau, das in den Diensten von Nicolas Fouquet stand, dem Finanzminister Ludwigs XIV. Die drei hatten für Fouquet dessen Schloss Vaux -le- Vicomte errichtet: Le Vau war für die Architektur zuständig, Le Brun für die innere Ausstattung und Le Nôtre für die Gartenanlagen. Als Fouquet nach seinem legendären, den Sonnenkönig in den Schatten stellenden Fest in Ungnade fiel, wurden die drei von Ludwig XIV. für den Ausbau und die Ausgestaltung  von Versailles und seiner Gartenanlagen engagiert.  Das hôtel Lambert war eines der ersten Arbeiten Le Vaus und  gewissermaßen sein Meisterstück.

Bauherr war zunächst Jean-Baptiste Lambert und nach dessen Tod sein Bruder Nicolas Lambert de Thorigny, Präsident der königlichen Rechnungskammer (Chambre des comptes) und einer der reichsten Männer Frankreichs, der dann allerdings auch im Zuge des Prozesses gegen Fouquet von Ludwig XIV. zurechtgestutzt wurde.

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Den berühmten Innenhof des hôtel Lambert mit der noblen Fassade von Le Vau konnte ich leider nicht selbst fotografieren. Das Stadtpalais gehört jetzt dem Emir von Quatar und der ist an Öffentlichkeit  offensichtlich nicht interessiert. Als ich Anfang des Jahres einmal mit dem Fahrrad an dem hôtel Lambert vorbeifuhr, stand gerade das Hofportal offen, weil Wäsche angeliefert wurde. Ich wollte die Gelegenheit nutzen und schnell ein Foto machen, aber da stürzte schon ein bulliger Wachmann auf mich zu und drängte mich ab. Da half auch freundliches Bitten nichts. Also ein Bild aus dem Internet.[6]

An der prachtvollen Ausgestaltung des hôtel Lambert waren zwei außerordentliche Künstler beteiligt, nämlich Eustache le Sueur und Charles Le Brun, die auch in der Bildergalerie von C215 ihren Platz haben.  Sie trugen wesentlich dazu bei, das hôtel Lambert zu einem der der „prunkvollsten städtischen Repräsentationsbauten des 17. Jahrhunderts“  (Wikipedia) zu machen.

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Eustache Le Sueur (1616-1655) Kreuzung des  quai des Célestins und des  boulevard Henri IV

Le Sueur war ein bedeutender  Maler und Zeichner des französischen Barock;  er wird auch gerne als der französische Raphaël bezeichnet.  Fünf Jahre lang arbeitete er an der Ausstattung des hôtel Lambert. Unter anderem malte er 1652 bis 1655  für dessen  Cabinet des Muses  fünf Bilder der neun Musen.  Ludwig XVI. war von diesen Bildern so entzückt, dass er sie 1777 in seine Kunstgalerie im Louvre aufnahm, wo sie sich noch heute befinden. [7]

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Hier das Bild mit den Musen Clio (Trompete), Euterpe (Flöte) und Thalia (Maske).

Das letzte Werk Le Sueurs im hôtel Lambert war das cabinet des Bains, ein grandios ausgestatteter Raum, dessen ausgemaltes Gewölbe Ludwig XVI. auch gerne ins Louvre transportiert hätte. Aber das erwies sich als technisch nicht machbar. Wie bedauerlich, denn 2013 wurde dieser Raum –wie das gesamte hôtel de Lambert-  ein Opfer der Flammen: Der Emir von Quatar wollte das neu erworbene hôtel modernisieren, wozu auch -Petrodollar-„noblesse“ oblige- ein Aufzug zu einem unterirdischen Parkhaus für seine Nobelkarossen gehören sollte, was dann immerhin von der Pariser Stadtverwaltung verhindert wurde. Immerhin gehört das hôtel Lambert zum UNESCO-Weltkulturerbe Seineufer. Bei den  Arbeiten kam es zu einem verheerenden Brand.  Inzwischen ist das hôtel Lambert zwar wieder in Stand gesetzt, aber das cabinet des Bains ist endgültig verloren.

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Charles Le Brun (1619-1690):  quai aux Fleurs  Nummer 1

Auch Charles le Brun, seit 1647  « Peintre et Valet de chambre du Roi »,  war am Ausbau des hôtel Lambert beteiligt. Sein Werk war die Ausmalung der Herkulesgalerie, ein auf den Spiegelsaal von Versailles vorausweisender Bau – aber leider auch er ein Opfer der Flammen. (7a)

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In gewisser Weise ebenfalls ein Opfer der Flammen sind derzeit zwei andere Werke Le Bruns, auf die in dem Flyer der C215-Aktion hingewiesen wird: Nämlich die beiden Mays der Kathedrale von Notre Dame, die zu malen Le Brun die Ehre hatte. Die Mays waren Bilder, die jedes Jahr von der Corporation der Goldschmiede in Auftrag gegeben und der Kathedrale geschenkt wurden.[8]  

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Hier das Mays des Jahres 1647, die Kreuzigung des heiligen Andreas.  Dieses Bild hatte, wie auch das zweite Mays Le Bruns,  seinen Platz in einer Kapelle von Notre Dame. Sie entgingen  dem Brand der Kathedrale und sind jetzt in einem Depot aufbewahrt. Das wird wohl  auch noch einige Jahre andauern…. [9]

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Blick auf Notre Dame von der Seinebrücke aus. (Februar 2020)

 

5.François Couperin, Philippe de Champaigne und die Kirche Saint Gervais et Protais

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François Couperin,  „Le Grand“ (1668-1733)   25 rue du Pont Louis-Philippe

François  Couperin  war seit 1685 Organist der Kirche Saint Gervais, damals eine der bedeutendsten Kirchen von Paris. Daneben war er auch Komponist. Dazu wurde er 1693 zu einem der vier Organisten der chapelle royale in Versailles ernannt und war als Pianist am Hof Ludwigs XIV. tätig – Gründe genug, ihn „der Große“ zu nennen. Auf diese Weise ist er auch leicht identifizierbar: Denn zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert waren insgesamt acht Mitglieder der Familie Couperin Organisten in Saint Gervais!

Um ihren erheblichen Verpflichtungen als Organisten der Kirche nachzukommen, hatten sie auch gleich nebenan (heute rue François Miron) eine „Dienstwohnung“.

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Dort befindet sich heute ein plaque commémorative: Hier lebten die Couperins, französische Musiker.

Die Orgel, auf der Couperin spielte, ist im Wesentlichen noch erhalten, auch wenn sie immer wieder erneuert wurde.

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Während der Französischen Revolution entging sie nur knapp der Zerstörung und auch 1918 blieb sie verschont, als die Kirche von einem Geschoss der „Dicken Berta“ getroffen wurde, wobei es 156 Opfer gab.

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Ausgabe der Zeitung Excelsior vom 29. März 1919:  Vor einem Jahr bombardierte die „Bertha“ Paris. 

Einmal im Monat findet am ersten oder zweiten Samstag um  16 Uhr ein Orgelkonzert statt: „L’Heure d’Orgue de Saint-Gervais“ (freier Eintritt): Nachdem die Orgelkonzerte in Notre Dame auf absehbare Zeit nicht mehr möglich sind, ist das eine schöne, exquisite Alternative.

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Direkt gegenüber der Kirche gibt es zwei weitere Portraits von C 215:

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Salomon de Brosse (1571-1626) –rechts im Bild-   war Architekt und hat die eindrucksvolle Fassade der Kirche entworfen. In seiner Beschreibung der Stadt Paris aus dem Jahr 1684 hat Germain Brice diese Fassade als „le plus beau morceau d’architecture  quil y ait à présent en Europe“ bezeichnet, deren Perfektion höchstens noch von Bernini erreicht werde. (10)

Ein wesentliches Gestaltungselement sind da übrigens die Doppelsäulen, die später ein Markenzeichen seines Schülers François Mansart wurden.

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Philippe de Champaigne  (1602-1674) –links im Bild- war Hofmaler von Maria de Medici, der Witwe Henri Quatres, und unter anderem an der Ausmalung des Palais du Luxembourg beteiligt. Für die Kirche Saint-Gervais-Saint-Protais  malte er drei Bilder, darunter das berühmte Bild L’invention des reliques de Saint Gervais et Protais, das heute im Musée des Beaux Arts in Lyon ausgestellt ist. (11)

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Zwei weitere für Saint Gervais bestimmte Bilder , Saints Gervais et saint Protais apparaissant à saint Ambroise  und  La Translation des corps des saints Gervais et Protais sind im Louvre ausgestellt.  Sie gehörten zu einer Serie von ingesamt sechs Bildern/Tapisserie-Vorlagen, die dazu bestimmt waren,  zwischen den Pfeilern der Kirche aufgehangen zu werden.

Philippe de Champaigne  wurde in Saint Gervais bestattet.

Anmerkungen:

[1] https://www.par-ci-par-la.com/portraits-du-grand-siecle-du-marais-par-c215/

[2] Das Rathaus des 4. Arrondissements steht am Place Baudoyer 2, 75004 Paris https://lavoixdelarturbain.com/2019/08/29/c215-grand-siecle-marais-streetart-paris-2019/

[3] Zur place des victoire siehe den entsprechenden Blog-Beitrag:

(3a) Das Karussell war ein Schauspiel, das das ritterliche Turnier ersetzte, das seit dem tödlichen Unfall Heinrichs II. bei einem Turnier im Marais im Jahre 1559 verboten war.  Siehe dazu: Jacques Revel, Der Hof. In: Pierre Nora (Hrsg), Erinnerungsorte Frankreichs. München 2005, S. 326

[4] Zum Teil wird auch die Schreibweise Mansard verwendet. François Mansart ist nicht zu verwechseln mit seinem Großneffen  Jules Hardouin-Mansart, der sein Nachfolger als erster Baumeister Ludwigs XIV. wurde. Nach ihnen ist übrigens das Mansarddach benannt, das sie gerne verwendeten, aber das nicht von ihnen erfunden wurde.

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Mansart

(5a) Bilder aus: http://uemhm2perolaimperfeita.blogspot.com/2011/06/imagens.html

und  https://it.wikipedia.org/wiki/Temple

[6] http://nobleyreal.blogspot.com/2010/04/el-baron-de-rede.html

[7] https://voir-et-savoir.com/les-muses/

(7a) Bild Herkulesgalerie: https://de.wikipedia.org/wiki/

[8] https://www.notredamedeparis.fr/decouvrir/peintures/les-mays-de-notre-dame/

[9] https://www.notredamedeparis.fr/decouvrir/peintures/le-crucifiement-de-saint-andre/

https://www.notredamedeparis.fr/decouvrir/peintures/la-lapidation-de-saint-etienne/

(10) Zitiert von Jean-Marie Pérouse (Hrsg), Le guide du patrimoine. Paris. Paris: Hachette 1994, S. 450. Dort übrigens weiter: „on n’a rien vu de plus correct ni de plus parfait dans les ouvrages modernes les plus renommés…“

(11) Bild aus: https://www.mba-lyon.fr/en/node/179

Weitere Beiträge zur Street – Art in Paris auf diesem Blog:

Zur Street-Art siehe auch die Beiträge zu folgenden Stadtvierteln:

Street Art in Paris ( 5 ): Gare du Nord, Quai 36

Im letzten Beitrag (1. Mai 2020) habe ich einen virtuellen Spaziergang durch die Ausstellung des Malers und Bildhauers Otto Freundlich im Museum Montmartre angeboten, die derzeit aufgrund der virusbedingten Sicherheitsmaßnahmen  nicht zugänglich ist:

https://paris-blog.org/2020/04/01/der-maler-und-bildhauer-otto-freundlich-ein-deutsch-franzoesisches-kuenstlerschicksal-eine-ausstellung-im-museum-montmartre/

Im nachfolgenden Beitrag wird eine Ausstellung vorgestellt, die ebenfalls derzeit nicht oder nur in Ausnahmefällen zugänglich ist: nämlich die Street-Art-Galerie am Bahnsteig 36 des Pariser Nordbahnhofs. 22 internationale Street-Art-Künstler haben dort 2015 eine triste Bahnhofswand mit ihren Werken geschmückt: Eine Ausstellung der besonderen Art, die anzusehen sich lohnt. Übrigens auch deshalb, weil es dort  erstaunlicher Weise  einen Bezug zur aktuellen Corona-Virus-Krise gibt….

Der Pariser Gare du Nord ist einer der sechs noch betriebenen Kopfbahnhöfe von Paris  (neben Est, Montparnasse, St. Lazare, Austerlitz und Lyon), dazu der meistfrequentierte Bahnhof Europas und –jedenfalls in seinen historischen Elementen- ein außerordentlich schönes Gebäude aus den 1860-er Jahren. Der Entwurf stammt  immerhin von dem in Köln geborenen Architekten Jacques Ignace Hittorff (Jakob Ignaz Hittorf), der in Paris so bedeutende Aufträge erhielt wie die Neugestaltung der Place de la Concorde oder die einheitliche Randbebauung der Place de l’Étoile.

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In den letzten Jahren stand der Pariser Nordbahnhof aus mehreren Gründen im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit.

  1. Da gab es den Film „Der Klavierspieler vom Gare du Nord“, ein modernes Märchen über den Aufstieg eines Jungen aus der banlieue zum gefeierten Pianisten. Entdeckt wird er, als er auf einem im Bahnhof zur allgemeinen Nutzung aufgestellten Klavier Bach spielt. Allerdings sind, wie ich meine, die Bahnhofsszenen des Films gar nicht im Gare du Nord gedreht. Denn so modern, wie der Bahnhof des Films aussieht, ist der Gare du Nord in Wirklichkeit nicht. Aber dieser Bahnhof passte natürlich gut zum Film: Er ist ja die Drehscheibe für die Menschen aus den banlieues, aus denen der junge Klavierspieler kommt. Und dann hat der Bahnhof auch noch eine cineastische Reputation: nämlich durch den Film „L’homme blessé“ (dt. Version: Der verführte Mann) von Patrice Chéreau, in dem das Gewusel an der Gare du Nord zur Bühne eines existenzialistischen Spiels um Begehren und Betrügen, Selbstgenuss und Selbstaufgabe überhöht wird. [1]
  1. Der 150 Jahre alte Gare du Nord ist der meistfrequentierte Bahnhof Europas und er platzt aus allen Nähten. Dass da Handlungsbedarf ist, steht außer Zweifel, zumal die olympischen Spiele in Paris 2024  bevorstehen und der Gare du Nord eine zentrale Bedeutung für den öffentlichen Nahverkehr  zu den Sportstätten und das olympischen Dorf im nördlichen Umland von Paris haben wird.  Bis  2024 soll also nicht nur Notre Dame wieder aus Ruinen auferstanden sein, sondern der Gare du Nord den Anforderungen der neuen Zeit entsprechen.  Das „wie“  der Umgestaltung ist allerdings völlig umstritten. Die SNCF hat einen Plan vorgelegt, der eine massive Erweiterung der Verkaufsflächen vorsieht, so dass die hochverschuldete Bahn keinen Cent für den Umbau bezahlen müsste. Namhafte Städteplaner und die Stadt Paris sehen das allerdings sehr kritisch und befürchten eine Verschlechterung  für die Reisenden. Das sei dann nicht mehr in erster Linie ein Bahnhof, sondern ein Einkaufszentrum mit Bahn-Anhang.[2] Ausgang offen…
  1. Im Wahlkampf  für die Kommunalwahlen/die Wahl einer neuen Bürgermeisterin von Paris (Es sind drei Frauen, die die meisten Chancen haben)  hat zu Beginn des Jahres 2020  der Gare du Nord auch eine große Rolle gespielt: Einer der Kandidaten schlug nämlich vor, den internationalen Verkehr aus dem Gare du Nord ins Umland zu verlegen und so den Bahnhof zu entlasten. Das war ein Schachzug im „Krieg der Bahnhöfe“ zwischen zwei rivalisierenden Kandidaten, die beide Macrons Partei La République en Marche (LREM) angehören: Dem „Dissidenten“  Cédric Villani und dem „offiziellen“ Kandidaten  Benjamin Griveau, der dann allerdings auf unrühmliche Weise aus dem Rennen ausgeschieden ist.[3] Griveau schlug  nämlich die Verlegung des gesamten Gare de l’Est vor, um Platz für einen Central Park nach New Yorker Vorbild zu schaffen; ein Plan, der dann allerdings von seiner kurzfristig eingesprungenen Nachfolgerin umgehend eingezogen wurde…

Wie genau der Gare du Nord in Zukunft aussehen wird, ist also ungewiss. Und ungewiss ist damit auch die Zukunft des Quai 36.  Dieser Bahnsteig ist sicherlich etwas ganz Außergewöhnliches, das erhalten zu werden verdient. Er gehört zu einem Projekt aus dem Jahr 2015, als 22 internationale Street-Art-Künstler eingeladen wurden, den mehr als 750 000 Reisenden, die den Bahnhof täglich nutzen, eine poetische und unerwartete Sicht auf diesen Ort anzubieten.[4] 55 Tage lang arbeiteten die Künstler im und am Bahnhof und brachten dort ihre Fresken, Collagen und Pochoirs an.

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Es gibt im Bahnhof noch einige wenige Reste der damaligen Aktion- zum Beispiel am Beginn des Ganges, der vom Bahnhof zur Metro Nummer 2 führt:

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Aber vor allem ist es der  Bahnsteig 36, der  von der damaligen Aktion geblieben ist. Da es sich um einen Endbahnsteig handelt, wurde die ganze anliegende Wand als Galerie der Street Art genutzt.[5]

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Natürlich war das auch eine publicity-Aktion der SNCF, die damit ihre Modernität demonstrieren wollte und sich großspurig als „revelateur de cultures“ anpries. Aber damit muss öffentlich geförderte Kunst leben – auch wenn eine solche Funktionalisierung  gerade bei Street-Art-Künstlern  problematisch erscheinen mag. Aber diejenigen, die da eingeladen waren, sind  international bekannt und werden auch entsprechend vermarktet.   Ein schaler Beigeschmack bleibt aber aus einem anderen Grund: Ein Jahr nach der Q-36 Aktion wurde nämlich der Pariser Street-Art-Künstler Thomas Vuille, immerhin auch ein renommierter Vertreter seiner Zunft, zu einer Geldstrafe von 500 Euro wegen Sachbeschädigung verurteilt, „pour délit de dégradation d’un bien appartenant à autrui“.  Grund: er hatte eine Rohbau- Mauer (!) des Gare du Nord, die eine Metallverblendung erhalten sollte, zwischenzeitlich mit seinem  munteren gelben Kater verziert.  Für die staatliche SNCF war das der  Anlass für eine Anzeige und für den Staatsanwalt schwerwiegend genug, für Thomas Vuille, der  ja immerhin Wiederholungstäter sei, 3 Monate Gefängnis ohne Bewährung zu fordern, was erhebliches Aufsehen erregte. Letztendlich kam Thomas Vuille dann mit der Geldstrafe davon. Aber der Vorwurf der Beschädigung blieb an ihm hängen.[6]

Da wird also auf der einen Seite mit großem Aufwand und politischer Prominenz die Öffnung des Bahnhofs für die Street-Art zelebriert, und fast gleichzeitig wird ein Street-Artist für seinen grinsenden Kater an einer Rohbau-Mauer des Bahnhofs vor den Kadi gezerrt…  Peinlich. Aber die Street-Art-Gallery am Quai 36 kann man sich- wenn denn mal das aktuelle confinement zu Ende ist-  noch ansehen- es kostet nur ein Métro-Ticket oder,  wenn man den Bahnhof zum Umsteigen nutzt, noch nicht einmal das.

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Dies war das Plakat vor dem Nebeneingang zum Gare du Nord, das vom Juni bis zum Oktober 2015 auf die Aktion aufmerksam machte. Entworfen wurde es von Sylvain Perier („Künstlername SP 38), einem 1960 in der Normandie geborenen Künstler der Street-Art, der seit 1995 in Berlin lebt und arbeitet.[7]

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SP 38 hat auch an der Galerie des  Quai 36  mitgearbeitet.

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Im Folgenden werden einige Arbeiten der Galerie Q 36 vorgestellt:

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Hier am Bahnsteigende eine Übersicht über alle Beteiligten und ihre Arbeiten

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Jerôme Mesnager

Jerôme Mesnager ist mit seinen weißen Männern einer der in Paris sehr präsenten Street-Art-Künstler.[8] Und er hat auch seinen Beitrag zu der Galerie Quai 36 geleistet: Nach seinen eigenen Worten eine Hommage an Fritz Lang für Metropolis und an Charlie Chaplin für moderne Zeiten.[9]

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Solenn Larnicol

Solenn Larnicol (Solylaisse) hat gerade auch in „unserem“ 11. Arrondissement ihre phantasievollen Spuren hinterlassen.[10] Am Quai 36 kann man ihre Paradiesvögel bewundern.

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Jana und Js

Auch Jana und Js sind Pariser Freunden der Street-Art gut bekannt- vor allem wegen ihrer großen Wandbilder im 13. Arrondissement der Stadt.[11]

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Typisch für Jana und Js sind die bienenwabenartigen Häuserfassaden –

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… da kann man an Wohnblocks im Pariser banlieue denken und an die Fotografien von Andreas Gursky.

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Pioc ppc

Der Wolfskopf ist ein besonders beliebtes Motiv von Pioc ppc . Schön, dass er auch in Q 36 vertreten ist.[12]

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Fafi

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Fafis  blonde Modepüppchen mit den roten Herzchen auf den Bäckchen, die Fafinettes, finde ich nicht sehr attraktiv. Aber als Teil der großen Q 36-Galerie kann man sie ertragen.[13]

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Gregos/Gregory

Gregos stammt aus einer nördlichen Vorstadt von Paris. Nach verschiedenen Auslandsaufenthalten lebt er seit 2006 in Montmartre. Sein Markenzeichen sind die Selbstportraits, von denen es inzwischen mehr als 1000, vor allem in Paris gibt. [14] Zunächst waren das Masken mit ausgestreckter Zunge – so wie er als kleiner Junge immer seine Zunge herausstreckte, wenn er fotografiert werden sollte. Inzwischen gibt es zahlreiche Varianten, die verschiedene Gemütszustände aufweisen. Am Quai 36 des Gare du Nord kann man eine ganze Serie der Selbstportraits betrachten.

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Phil Ramuz (Philippe Ramuz)

Phil Ramuz hat die Galerie mit  zwei der für ihn typischen schrägen Portraits bereichert.[15]

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Louis Masai

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Louis Masai ist ein englischer Street-Art- Künstler und ein Öko-Aktivist. Eines seiner bevorzugten Motive ist die vom Klimawandel bedrohte Unterwasserwelt mit ihren formenreichen und bunten Korallen.[16]   Dazu passt auch die bedrohte Biene am Quai 36.

BTOY

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Hinter dem Kürzel BTOY verbirgt sich eine Street-Art-Künstlerin aus Barcelona. Sie ist bekannt für ihre Frauenportraits – eines davon findet sich hier.[17]

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Der international anerkannte Streetartist Artiste Ouvrier gilt als einer der talentiertesten Schablonenkünstler seiner Generation. Der Stil des 1972 als Pierre-Benoit Dumont in Paris geborenen Malers zeichnet sich durch ein hohes Maß an Details und lebendigen Farben aus. Artiste Ouvrier unterrichtete eine Reihe junger Künstler in seiner Technik. Einige von ihnen sind inzwischen weltweit anerkannt, wie JANA & JS, mit denen zusammen er auch am Quai 36 gearbeitet hat.[18]

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Weitere Bilder vom Quai 36:

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Und hier und abschließend nun der anfangs angekündigte Bezug zur aktuellen Krise:

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Was ist das denn anderes als ein  Coronavirus?  Den gab es ja immerhin schon 2015, als diese Ausstellung entstand. Jetzt treibt er in einer neuen Variante sein weltweites Unwesen. Hier ist er wie eine bedrohliche Waffe dargestellt. Eine grausame Aktualität, die sich der Street-Art-Künstler manPvJ sicherlich kaum vorgestellt hat, als er dieses Bild auf die Wand von Bahnstein 36 malte bzw. sprühte…

Anmerkungen:

[1] https://www.welt.de/kultur/article195659693/Der-Klavierspieler-vom-Gare-du-Nord-Wer-Klassik-hoert-gehoert-einfach-dazu.html

[2] Siehe die Stellungnahmen eines Kollektivs von Städteplanern und Architekten (u.a. Jean Nouvel): Le projet de transformation de la gare du Nord ist inacceptable. Le Monde 3.9.2019. https://www.lemonde.fr/idees/article/2019/09/03/le-projet-de-transformation-de-la-gare-du-nord-est-inacceptable_5505639_3232.html  und La gare du Nord mérite le meilleur. Le Monde 17..10.2019 https://www.lemonde.fr/idees/article/2019/10/17/la-gare-du-nord-merite-le-meilleur-mais-ou-est-le-meilleur_6015833_3232.html

[3] Siehe: https://www.nouvelobs.com/elections-municipales-2020/20200126.OBS23957/griveaux-veut-deplacer-la-gare-de-l-est-pour-creer-un-central-park-parisien.html und https://www.nouvelobs.com/elections-municipales-2020/20200126.OBS23963/villani-veut-transferer-les-trafics-eurostar-et-thalys-a-saint-denis.html

[4] https://quai36.com/creation/art-residence-gare-du-nord/

[5]https://www.theguardian.com/travel/gallery/2015/jun/12/paris-street-art-gare-du-nord-goes-graffiti-with-quai-36-project

[6] https://paris-blog.org/2019/02/01/street-art-in-paris-4-monsieur-chat-miss-tic-und-fred-le-chevalier/

[7] https://www.theguardian.com/travel/gallery/2015/jun/12/paris-street-art-gare-du-nord-goes-graffiti-with-quai-36-project

[8] Siehe den Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2018/06/01/street-art-in-paris-2-mosko-jef-aerosol-und-jerome-mesnager/

[9]  „il faut savoir s’arrêter, donc hommage à Fritz Lang pour metropolis, et chaplin pour les temps modernes à voir quai 36, gare du nord.“ https://jeromemesnager.com/quai-36-gare-du-nord/

[10] https://www.solennlarnicol.fr/

[11] http://janaundjs.com/deutsch/outdoor.html Dort auch die nachfolgende Gesamtansicht.

[12] Siehe: https://www.pinterest.de/artjingle/exposition-pioc-ppc-mars-2014/

[13] https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/art-urbain-die-kessen-fafinetten-von-paris-a-428393.html

[14] http://gregosart.com/

[15]  https://www.instagram.com/philramuz/

[16] http://streetartparis.fr/interview-london-street-artist-eco-activist-louis-masai/

[17] https://streetartmankind.org/artists/btoy/

[18] https://fr.wikipedia.org/wiki/Artiste-Ouvrier

Weitere Beiträge zur Street – Art in Paris:

Zur Street-Art siehe auch die Beiträge zu folgenden Stadtvierteln:

Eingestellt am 8. April 2020 im TGV nach Straßburg – es ist der Ersatzzug des ausgefallenen Ersatzzuges für die eigentlich gebuchte Direktverbindung über Saarbrücken, die es nicht mehr gibt.   Danach  soll es mit dem Regionalzug der SWE nach Offenburg weitergehen und von dort mit dem ICE nach Frankfurt….  Aber das nimmt man gerne in Kauf, wenn man die Möglichkeit dazu hat. (Vorm Betreten des Bahnsteigs wurden meine Fahrkarte, mein Passierschein – Attestation de déplacement dérogatoire- und mein Ausweis penibel kontrolliert). Ab heute darf man sich in Paris noch nicht einmal mehr zwischen 10 und 19 Uhr sportlich betätigen (joggen, Nutzung der in unserem Viertel aufgestellten Fitness-Geräte… Fahrrad-Fahren ist sowieso untersagt, wenn es nicht nachweisbaren beruflichen Zwecken dient, alle Parks, die coulée verte, der bois de Vincennes und der bois de Boulogne sind gesperrt – aber der wäre sowie nicht für uns erreichbar, da man sich ja nur maximal eine Stunde draußen aufhalten darf…. Also dann doch besser zurück in die alte Heimat…  à nouvel ordre/bis auf Weiteres….

Der Maler und Bildhauer Otto Freundlich, ein deutsch-französisches Künstlerschicksal: Eine Ausstellung im Museum Montmartre (2020/2021)

Museen wie auch andere öffentliche Einrichtungen sind derzeit in Frankreich bis auf Weiteres (jusqu‘ à nouvel ordre) geschlossen.

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Angesichts der geschlossenen Museen lassen es sich Frieda Kahlo,  das Mädchen mit der Perle Vermeers und die Mona Lisa gut gehen. Ein Bild, geschickt am 1. April von unserer Freundin Monique Bauer aus Bordeaux. Merci!)

Natürlich ist auch das Museum Montmartre geschlossen.

Aktuelle Anmerkung  Juli 2020: Die Ausstellung ist jetzt wieder geöffnet und bis 31. Januar 2021 verlängert.

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Plakat in der Métro-Station Jaurès (aufgenommen am 16. Juli 2020)

Glücklicherweise hatten wir aber die Otto Freundlich-Ausstellung besucht, bevor das Ausgehverbot  verhängt wurde. Ich biete hier also gewissermaßen einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung an. Da sie nach ursprünglicher Planung bis 6. September geöffnet sein soll, gibt es ja vielleicht  doch noch Gelegenheit, sie sich selbst anzusehen.

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Derzeit wird in dem kleinen, sympathischen musée Montmartre in Paris  eine aus mehreren Gründen sehr sehenswerte Ausstellung gezeigt:

Otto Freundlich, la révélation de l’abstraction.[1]

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Das Bild auf dem Ausstellungsplakat ist eine um 1919 entstandene Composition

Otto Freundlich war, worauf der Name der Ausstellung schon hinweist, ein Pionier der abstrakten Kunst.  Aus Pommern stammend reiste er nach Studien in Berlin und München 1908 nach Paris, wurde in Montmartre  Nachbar Picassos  und  gehörte zur künstlerischen Avantgarde seiner Zeit. Bei Kriegsausbruch 1914 kehrte er nach Deutschland zurück, ließ sich aber  1925 endgültig in Paris nieder.  Während im Deutschland der Weimarer Republik  seine Werke von aufgeschlossenen Museumsleitern gekauft und ausgestellt wurden, hatte  der von den Nazis verfemte Künstler nach 1933 große Existenzschwierigkeiten.  Erst 1937 wurde auf Initiative prominenter Künstler und Freunde eines seiner  Werke  für die staatlichen Kunstsammlungen Frankreichs erworben. Im gleichen Jahr verwendeten die Nazis das Bild einer Plastik Freundlichs für das Plakat der Ausstellung „Entarte Kunst“: Als Maler der Abstraktion, als politisch engagierter Künstler und als Jude passte  er perfekt in das Feindbild der Nazis. Denen wird er – versteckt in einem Bauernhof der Pyrenäen und von Nachbarn denunziert-  von der französischen Gendarmerie ausgeliefert und am 9. März 1943 im Vernichtungslager Majdanek umgebracht.

Im nachfolgenden Beitrag geht es zunächst  anhand der Ausstellung im Museum Montmarte um die künstlerische  Bedeutung  Freundlichs und sein Leben im Paris der Avantgarde. Dabei wird auch ein Blick auf die von ihm geschaffenen Glasfenster in der Kirche Sacré Coeur geworfen.

Danach wird es um sein tragisches Schicksal als „feindlicher Ausländer“, als verfolgter Jude und schließlich als Opfer des Holocaust gehen.

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Im Treppenhaus des Museums: Otto Freundlich war und bleibt ein strahlendes Bild der europäischen Seele (Raoul Ubac)

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Im 1. Stock des Museums: Die Wahrheit,  Grundlage aller unserer künstlerischer Anstrengungen, ist ewig und wird ihre große Bedeutung für die Zukunft der Menschheit behalten. (Otto Freundlich 1940)

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An der Wand rechts Abdruck eines Selbstportraits Freundlichs aus dem Jahr 1923

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Einen hervorgehobenen Platz in der Ausstellung hat das Ölgemälde Composition aus dem Jahr 1911. Es ist das einzige große Gemälde Freundlichs aus der Zeit vor 1914, das erhalten ist. Daneben ist  eine Bleistiftzeichnung aus dem gleichen Jahr ausgestellt: Drei Personen sind dabei, vier anderen beim Aufstehen zu helfen. Nach dem  Ausstellungskatalog  transportiert Freundlich hier eine politische Botschaft: Eine Aufforderung zur Solidarität, um allen Menschen, auch den am meisten Benachteiligten, eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Freundlich habe auf eine „sanfte Revolution“ gehofft, zu der die Kunst auch beitragen sollte. Dieser erhoffte Aufstieg zum Licht sei in dem Ölgemälde mit den Mitteln der Abstraktion dargestellt.[2]

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Gruppe, Bleistiftzeichnung auf Papier 1911

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Eindrucksvoll sind die farbigen Kompositionen der 1920-er Jahre wie die hier abgebildete aus den Jahren 1920-1925. Diese Bild soll vom 2. April bis 23. August 2020 im Musée d’art et d’histoire du Judaïsme im Rahmen der Ausstellung Chagall, Modigliani, Soutine… Paris pour École1905 – 1940 präsentiert werden.

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Kosmischer Regenbogen von 1922  (Pastel sur papier)

Wie hier spielt  die komische Dimension bei Freundlich eine große Rolle. So auch in diesem Exemplar der Grafik-Serie Die Zeichen von 1919/1920.

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Die geometischen Figuren laufen auf ein „kosmisches Auge“, das Freundlich 1920/21 zum Thema eines Gemäldes gemacht hat und das sich auch auf der Komposition findet, die für das Ausstellungsplakat verwendet wurde.

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Neben der Komposition von 1911 ist die „Hommage aux peuples des couleurs“ von 1935 ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung. Bei diesem Triptychon  handelt  es sich um den Entwurf für ein geplantes Mosaik. Die unterschiedlichen Farben des Bildes sind eine Feier der Unterschiedlichkeit, aus denen aber ein harmonisches Ganzes  entsteht: Ein monumentales Manifest gegen den faschistischen Rassismus und die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen.

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Die „hommage aux peuples de couleurs“ war Gegenstand einer Subscription namhafter Künstler und Persönlichkeiten anlässlich des 60. Geburtstages von Otto Feundlich im Jahr 1938. Sie erwarben dieses Bild „das man als das repräsentativste seiner Kunst ansieht“ und boten es dem Musée du Jeu de Paume/Musée national d’art moderne  an mit der Bitte, es seiner Bedeutung entsprechend in die Sammlung aufzunehmen und auszustellen.  Sie wiesen dabei auch auf die Anerkennung hin, die Freundlich vor 1933 in Deutschland erfahren habe,  auf seine Verfemung durch die Nazis und auf die schwierige wirtschaftliche Lage des in Paris lebenden Künstlers, der manchmal Schwierigkeiten habe, überhaupt die Farben für seine Bilder zu erwerben. Er verdiene deshalb dringend der Unterstützung.

Unterzeichnet war der Aufruf u.a. von Max Ernst, Alfred Döblin, Hans Arp, Georges Braque, Pablo Picasso, Oskar Kokoschka, Fernand Léger, Wassily Kandinsky, Wilhelm Uhde, Jacques Lipchitz und  dem Ehepaar Delaunay.[3]

Ein Beispiel für die intensiven Freunschaftsbeziehungen Freundlichs zur Pariser Kunstszene ist die nachfolgende Komposition 1937  (Linogravure auf Japanpapier 1937)

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Sie ist mit der Widmung für meinem Freund und Genossen Hans Arp versehen.

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Die Glasgemälde Otto Feundlichs

1914 arbeitete Otto Freundlich fünf Monate lang in dem Restaurations-Atelier der Kirchenfenster der Kathedrale von Chartres – eine Erfahrung, die ihn, wie er in einem Brief an Karl Schmitt-Rottluff schrieb, für immer geprägt hat.

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Otto Freundlich, Liegende Frau,  Glasgemälde  1924

In eigenen Arbeiten nahm er die leuchtende Farbigkeit der gotischen Glasmalerei  auf.  Im Musée Montmartre sind Beispiele ausgestellt und ebenso in der Kirche Sacré Coeur in der Franz von Assisi geweihten Kapelle.

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Wie sehr die Erfahrung mit den gotischen Glasfenstern von Chartres die Arbeit von Freundlich beeinflusst hat, zeigt sich vor allem in einem 1938 gemalten (und hier nicht ganz vollständig wiedergegebenen)  großformatigen Bild mit dem bezeichnenden Titel Die Fensterrose. Wie in den Glasfenstern die Farben im Licht erstrahlen, so auch hier  und in vielen anderen Arbeiten Freundlichs.

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Die Renoir-Gärten des Museums

Zu dem Museum gehören auch drei Gärten oberhalb des berühmten Weinbergs von Montmartre. Benannt sind sie nach Auguste Renoir, der hier zwischen 1875 und 1877 gelebt und gearbeitet hat.

Anlässlich der Ausstellung ist in einem der Gärten Freundlichs Bronzeplastik Ascension von 1929 ausgestellt, ein Werk, das von Picasso besonders geschätzt wurde. Die Gesetze der Schwerkraft sind hier aufgehoben, die lastenden Formen werden in schwebende Balance überführt – auch dies ein Ausdruck von Freundlichs utopischem Ideal.

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Im Frankfurter Städelmuseum gibt es auch ein Exemplar dieses Werks. [4] Und ein weiteres im Centre Pompidou – prominent aufgestellt direkt am Eingang zur Dauerausstellung.

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Im Garten des musée Montmartre empfiehlt sich  das schöne Café Renoir (mittwochs bis sonntags geöffnet) für eine Ruhepause nach einem Ausstellungsbesuch.

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Otto Freundlich in Montmartre

Man mag, wie der Autor des Artikels in Le Monde, bedauern, dass diese Ausstellung nicht im repräsentativen Musée d’Art Moderne, sondern in dem viel bescheideneren Montmartre-Museum zu sehen ist. Aber das hat durchaus seine Logik: Denn als sich Otto Freundlich 1908 zum ersten Mal in Paris niederließ, hatte er sein erstes Atelier in Montmartre. In seinem Tagebuch von 1931 berichtet er:

„Eines Tages traf ich Rodolf Levy im Café du Dôme in Paris. Willst du ein Atelier haben, fragte er mich. Ich kenne eines, dessen Miete schon drei Monate im Voraus bezahlt ist. Es befindet sich in Montmartre. (…) Als ich Levy sagte, dass ich bereit sei, sind er, der Kunstkritiker und –händler Wilhelm Uhde und ich hingefahren, haben das Auto abgestellt und sind dann zu Fuß zur place Ravignan hochgegangen – ein ganz kleiner Platz wie in einer kleinen Stadt. Dort befand sich ein Haus, das ehemalige Bateau-Lavoir (…)  Vor der Tür stand ein junger,  etwas gedrungener Mann mit großen leuchtenden schwarzen Augen in einem Blaumann. Ich weiß nicht mehr, ob es Levy oder Uhde war, der mich ihm vorstellte. ‚Das ist Herr Picasso, Ihr neuer Nachbar‘. Danach murmelten sie ein einfaches ‚au revoir‘, verschwanden und ließen mich allein mit Picasso, der mich umgehend zu einem Glas Wein einlud.“[5]

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Das Bateau-Lavoir war ein ziemlich verwahrlostes Haus in der Rue Ravignac Nr. 13 – heute place Émile Goudeau. Es wurde Waschschiff genannt, weil es den Booten auf der Seine ähnelte,  auf denen die Waschfrauen ihre Arbeit verrichteten. Picasso lebte dort von 1904 bis 1909 und malte dort auch seine ersten kubistischen Werke wie die Demoiselles d’Avignon. Das Atelierhaus Bateau-Lavoir kann daher als Geburtsort des Kubismus bezeichnet werden.[6]  Neben Picasso und Freudlich fanden auch andere Künstler wie Kees van Dongen, Juan Gris, Max Jacob und Amadeo Modigliani hier eine bezahlbare Unterkunft. Und  für sie und andere Vertreter der künstlerischen Avantgarde wie Guillaume Apollinaire, Georges Braque, Henri Matisse und Jean Cocteau war das Haus ein beliebter Treffpunkt.

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Seit dieser ersten Begegnung im Bateau-Lavoir entwickelte sich eine enge künstlerische Beziehung und Freundschaft zwischen Picasso und Otto Freundlich.  So wird Freundlich 1922 Picasso gegen Kritik an dessen Abkehr vom Kubismus verteidigen („Was wollt Ihr von Picasso?“), und Picasso wird Freundlich auf vielfache Weise –auch materiell- seine Solidarität erweisen.[7]

 

Das tragische Ende, „un amour trahi“

1937 wurde in München die Ausstellung „Entartete Kunst“ eröffnet,  eine Propagandashow der nationalsozialistischen „Kultur“-politik, in der vor allem Werke von Vertretern der Klassischen Moderne wie Max Beckmann, Otto Dix, Max Ernst, George Grosz, Paul Klee oder Oskar Kokoschka an den Pranger gestellt wurden.

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Für das Titelblatt des Ausstellungsführers verwendeten die Ausstellungsmacher das in verzerrter Perspektive wiedergegebene Bild der Plastik Großer Kopf von Otto Freundlich aus dem Jahr 1912. Die Gipsfigur, die an die Steinköpfe der Osterinsel erinnert, wurde 1930 vom Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg aufgekauft,  1937 von den Nazis beschlagnahmt und in München und anderen Städten als eine der „Ausgeburten des Wahnsinns, der Frechheit, des Nichtkönnens und der Entartung“ (Adolf Ziegler, Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste) ausgestellt.

Seitdem sind die Plastik und eine für die Ausstellungstournee  von den Nazis beauftragte Kopie verschollen.

Otto Freundlich entsprach in geradezu idealer Weise dem nationalsozialistischen Feindbild: Als  Jude, als Pionier der abstrakten Kunst und als politisch engagierter Künstler, der jenseits aller Doktrinen an eine bessere Welt glaubte, zu der die Kunst ihren Beitrag leisten sollte. Ein solcher Beitrag war auch seine in den 1920-er Jahren entwickelte Idee einer die Völker verbindenden „Straße der Skulpturen Paris-Moskau“ (französischer Original-Name: „Une voie de la fraternité et solidarité humaine“). Er begriff sie als einen Weg der Brüderlichkeit und der menschlichen Solidarität, sie sollte ein sichtbares Zeichen für die Abkehr von Krieg und menschlicher Gewalt sowie für das friedliche Zusammenleben von unterschiedlichen Nationen sein. Seit den 1970-er Jahren wird diese Idee Freundlichs wieder aufgegriffen und von einem länderübergriefenden Projekt in Teilstücken umgesetzt. Auch Freundlichs heute polnischer Geburtsort Stolp nimmt daran teil.  Ein wunderbares europäisches Projekt! (8)

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Otto Freundlich wählte für sein politisches Denken  1919 selbst den Begriff des „kosmischen Kommunismus“.  Damit überschrieben dann auch das Museum Ludwig in Köln und das Kunstmuseum Basel 2017 die große Retrospektive des Werks von Otto Freundlich.[9]

Mit der nationalsozialistischen Denunziation von 1937 hatte Otto Freundlich endgültig sein Vaterland verloren, wie er in einem Brief an seinen Malerfreund Braque schrieb. Den bat er unter diesen Umständen, ihm dabei behilflich zu sein, die französische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Braque unterstützte ihn zwar, aber die französische Staatsbürgerschaft blieb Freundlich verwehrt: Erstes Kapitel einer „amour trahi“, einer verratenen Liebe des Künstles zu Frankreich.[10)

Das zweite Kapitel folgte nach Kriegsbeginn 1939:  wurde  Freundlich –wie Walter Benjamin und andere antifaschistische Deutsche- als feindlicher Ausländer im Sportstadion Colombe  interniert. Diese Internierung war also nicht  das Werk von Vichy, wie es in der Verlagswerbung für das Buch über „die amour trahi“ Freundlichs zu Frankreich heißt, sondern das des demokratischen Frankreichs der vielgerühmten Dritten Republik! (11)   Danach begann mit einer kurzen Unterbrechung  ein Irrweg durch mehrere Internierungslager (Blois, Francillon-par-Villebarou, Marolles, Fossé, Cepoy). Versuche, nach Amerika zu emigrieren, scheiterten. Im Juni 1940 wurde er entlassen und fand  Unterkunft in einem Hotel im Pyrenäendorf Saint-Paul-de Fenouillet in der „freien“, von Vichy verwalteten Zone Frankreichs. Er stand zwar dort unter polizeilicher Kontrolle, arbeitete aber  den Umständen entsprechend „tant bien que mal“ weiter.  Dort schloss sich ihm  auch Jeanne Kosnick-Kloss/ Hannah Freundlich an, seit 1930 seine Lebensgefährtin. Sie war auch Malerin  und begleitete und bestärkte  ihn auf seinem künstlerischen Weg.  

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Es ist ein Rätsel, trotzdem will ich fest und friedlich meinem Schicksal entgegensehen, wie ich das immer gemacht habe (Otto Freundlich 1940)  Darunter das Portrait Otto Freundlichs von August Sander (um 1925)

In seinem Pyrenäen-Exil  rekonstruierte Otto Freundlich –in kleinerem Format- frühere Bilder, die von den Nazis vernichtet worden waren wie 1941 die Komposition mit drei Figuren von 1911

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Composition de trois figures (1911/1941

In einem Brief an Picasso vom Mai 1941 bat er seinen Freund um Unterstützung bei der Erhaltung seines Pariser Ateliers „während unserer Abwesenheit“.

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Picasso, der in dem  von den Deutschen besetzten Paris relativ unbehelligt weiterarbeiten konnte,  bezahlte daraufhin die Miete für das Atelier, um die dort aufbewahrten Werke seines Freundes zu bewahren. Das gelang immerhin.

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Fotografie des Ateliers von Willy Maywald aus dem Jahr 1948

Im Dezember 1942 versuchte Otto Freundlich  den laufenden Deportationen von Juden durch Rückzug in das Nachbardorf Saint-Martin-de Fenouillet   zu entkommen, wo ihn eine Bauernfamilie versteckte. Als im Februar 1943 nach einem Anschlag auf deutsche Offiziere eine verstärkte Verhaftungsaktion durch die französische Polizei begann, wurde Otto Freundlich von einem Dorfnachbarn als Jude denunziert  und am 23. Februar 1943 von der französischen Gendarmerie  verhaftet –  letztes Kapitel der amour trahi.   Nach einem Zwischenaufenthalt im Lager Gurs wurde er im März 1943 vom Sammellager Drancy  bei Paris aus als Nr. 33 des Konvois  50  ins Vernichtungslager Majdanek deportiert und ermordet. (12)

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Otto Freundlichs Name auf der Mauer der Namen im Mémorial de la Shoah: 

Die Mur des Noms besteht aus insgesamt drei Mauern aus Steinen von Jerusalem, auf denen die Namen von 76 000 Juden, darunter 11 400 Kindern, eingraviert sind, die „im Rahmen des  nationalsozialistischen Plans der Vernichtung der europäischen Juden Juden mit Unterstützung der Regierung von Vichy“ deportiert wurden. Die meisten Menschen,  deren Name auf diesen Mauern verzeichnet ist, wurden zwischen 1942 und 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet, die anderen in Sobibor,  wo Otto Freundich am 9. März 1943 ermordet wurde, in Majdanek und im Rahmen eines Konvois in die baltischen Staaten.  (Aus der Information des Museums Montmartre über das Begleitprogramm zur Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Mémorial de la Shoah)

Es gibt auch einen Grabstein mit dem Namen Otto Freundlichs. Er befindet sich auf dem Friedhof von Auvers-sur-Oise in unmittelbarer Nachbarschaft des Grabs der Brüder van Gogh. Es ist der Grabstein für Jeanne Kossnick-Kloss. 1958, nachdem endlich die Ehe mit Heinrich Kossnick geschieden worden war, wurde ihre langjährige Beziehung zu Otto Freundlich anerkannt und sie durfte nun auch seinen Namen tragen.    (13)

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Der künstlerische Nachlass von Otto Freundlich befindet sich heute im Museum von Pontoise bei Paris. Das wird derzeit renoviert – eine gute Gelegenheit, die vom Museum Montmartre genutzt wurde. Da auch Bauarbeiten derzeit in Frankreich unterbrochen sind, kann es gut sein, dass die Renovierungsarbeiten in Pontoise sich verzögern und dass deshalb auch die Ausstellung noch über den 7. September 2020  hinaus zu sehen sein wird….   (siehe Anmerkung oben vom Juli 2020: In der Tat wurde die Ausstellung verlängert, und zwar bis 31. Januar 2021).

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Aufnahme vom 15.Juli 2020: Für die bis Januar verlängerte Ausstellung wird derzeit intensiv geworben. Der so verfemte und von den Nazis ermordete Otto Freundlich hat es wahrlich verdient, dass seine Bilder jetzt so gewürdigt werden! Eingestellt am 1. 4. 2020

Nachsatz vom Juli 2021:

Mit der Würdigung des Werkes von Otto Freundlich hat man sich auch im Deutschland der Nachkriegszeit schwer getan. Das wird in der Ausstellung „Dokumenta. Politik und Kunst“ deutlich, die 2021 im Deutschen Historischen Museum in Berlin gezeigt wird. Nach Auffassung der verantwortlichen Kuratorin der Ausstellung, Julia Voss, wurden in der Dokumenta I von 1955 ganz bewusst von den Nazis verfolgte und umgebrachte jüdische Künstler, die zunächst sogar auf Vorauswahllisten gestanden hatten, nicht gezeigt. Dazu gehörte auch Otto Freundlich. Verantwortlicher künstlerischer Leiter bei  der Vorbereitung der Dokumenta I war Werner Haftmann. Der war sehr früh in die NSDAP und die SA eingetreten und wurde nach dem Krieg in Italien als Kriegsverbrecher gesucht. 1954 schrieb Haftmann in seinem Buch „Malerei im 20. Jahrhundert“:  „nicht ein einziger der deutschen modernen Maler war Jude.“  Damit sprach er jüdischen Künstlern jeden künstlerisch-ästhetischen Rang ab. Und es war dann auch nur konsequent, dass Otto Freundlich und andere verfolgte jüdische Maler bei der Dokumenta I nicht berücksichtigt wurden. (14)

Anmerkungen

[1] Musée de Montmartre  12, rue Cortot, 18. Arrondissement. Bis 6. September 2020/inzwischen verlängert bis 31.1.2021)

Das Beitragsbild ist ein in der Ausstellung präsentiertes Glasgemälde Otto Freundlichs

Einen ausführlichen schönen Beitrag zu der Ausstellung gibt es inzwischen auch auf dem Blog von Hilke Maunders: https://meinfrankreich.com/otto-freundlich/

[2] Ausstellungskatalog: Composition (1911) et ‚le miracle de l’art‘. S. 23ff

[3] Der Aufruf ist auch Teil der Ausstellung.

[4] Siehe: Joachim Heusinger von Waldegg: Otto Freundlich. Ascension. Frankfurt a. M.:  Fischer Verlag, 1987

[5] Der Auszug aus dem Tagebuch ist in der Ausstellung abgedruckt. (freie) Übersetzung von mir. Wilhelm Uhde,  ein damals in Paris lebender deutscher Kunsthändler, gehörte zu den „Entdeckern“ und frühen Förderern Picassos und –nach Verlagswerbung- auch von Braque, Séraphine und des Zöllners Rousseau.  Siehe Wilhelm Uhde, Von Bismarck zu Picasso. Erinnerungen und Bekenntnisse. Zürich 2010

[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Bateau-Lavoir

[7] Siehe: Freundlich et Picasso, histoire d’une amitié artistique. In:  Austellungskatalog, S. 29ff

(8) siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fe_des_Friedens_(Kunstprojekt)      Bild aus: https://www.sr.de/sr/home/der_sr/kommunikation/aktuell/20190809_pm_leo_kornbrust_kuenstler100~_print-1.html

Es gibt einen Dokumentarfilm von Gabi Heleen Bollinger über das Projekt: Das geht nur langsam (2011):  http://www.leokornbrust.de/sites/kornbrust_dokumentarfilm.php 11

Zu dem Projekt gehört auch  die deutsch-französische Skulpturenlandschaft, die der saarländische Bildhauer Paul Schneider von 1986 bis 1992 mit 34 Bildhauerinnen und Bildhauern aus 16 Ländern auf den Höhen des Merziger Saargaus gestaltete. https://magazin-forum.de/node/20174#article

[9] https://info.arte.tv/de/otto-freundlich-der-glaube-eine-besser-welt

https://www.museum-ludwig.de/de/ausstellungen/rueckblick/2017/otto-freundlich-kosmischer-kommunismus.html

[10] Ein Abdruck des Briefes ist Teil der Ausstellung.   Der Begriff der „amour trahi“ ist dem Titel folgender Publikation entnommen: Mettay/Maillet, Otto Freundlich et la France, un amour trahi. 2004

(11)  „L’artiste juif allemand aimait la France, celle de l’effervescence créatrice des annés Montmartre. Mais Vichy l’interne puis le déporte. Amour trahi.“  (https://www.amazon.de/Otto-Freundlich-France-amour-trahi/dp/2908476398)

(12) Es finden sich in der Literatur unterschiedliche Angaben, in welchem Vernichtungslager Freundlich ermordet wurde: Sobibor und Majdanek.  Ich verwende anders als der Ausstellungskatalog den Namen Majdanek, der sich auch auf den beiden in diesem Beitrag abgebildeten Fotos findet, auf denen der Todesort Freundlichs genannt ist.

(13) Foto von Elke Wetzig aus Wikimedia: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58189430

(14) Siehe den Leserbrief von Professor Dr. Hans-Jürgen Hellwig in der FAZ vom 2. Juli 2021 und den ARD-Fernsehbeitrag über die Berliner Ausstellung: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/ttt-20062021-ausstellung-documenta-video-100.html

Literatur

Auststellungskatalog: Otto Freundlich 1878-1943. La révélation de l’abstraction. Zweisprachig französisch und englisch. Musée de Montmartre. Éditions Hazan 2020

Philippe Dagen, Otto Freundlich, aventurier de la couleur. Le Musée Montmartre rend hommage à l’artiste allemand, pionnier de l’abstraction, déporté et assassiné au camp de Sobibor. Le Monde, 10. März 2020

Klaus Hammer, Otto Freundlichs „Kosmischer Kommunismus“. Das Blättchen vom 19. Juni 2017

https://retrospektiven.wordpress.com/2017/02/27/otto-freundlich-kosmischer-kommunismus-im-museum-ludwig-koeln/

Asterix, ein französischer Mythos. Zum Tod von Albert Uderzo

Zum Tod von Albert Uderzo ist schon viel geschrieben worden. Trotzdem  will ich dazu auf diesem Blog  auch einen kleinen Beitrag leisten. Was kann/soll man aber den vielen Würdigungen noch hinzufügen als bescheidener Blogger, zumal der auch in dieser Materie kein Spezialist ist?

Ich habe mir zweierlei vorgenommen:

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Zunächst möchte ich einen – natürlich keinen Falls umfassenden – Blick auf französische Würdigungen Uderzos werfen, die aus Anlass seines Todes veröffentlicht wurden. Die sind zum Teil auch auf die aktuelle kritische Lage bezogen, was ich besonders interessant finde.

Bild von der Titelseite der Tageszeitung Libération vom 25. März 2020

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Und dann möchte ich auf eine Ausstellung im Musée Cluny zurückblicken, die 2009 aus Anlass des 50. Geburtstages der Asterix-Serie stattfand. Es war eine der ersten Ausstellungen, die wir besucht haben, nachdem wir uns vor gut 10 Jahren in Paris niedergelassen haben. Glücklicherweise habe ich davon einige Fotos gespeichert, die ich sehr sehenswert finde und die –wie ich meine- ein schöner Beitrag zur Würdigung Uderzos sind.

Natürlich  haben viele Zeichner und Karikaturisten auf ihre Weise auf den Tod Uderzos reagiert. Dabei werden natürlich besonders gerne Uderzos Figuren von Asterix und Obelix verwendet. Hier eine Zeichnung des französischen Zeichners ZEP, der Uderzo als seinen Adoptivvater bezeichnet.[1]

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Manchmal werden auch bekannte Aussprüche aus der Serie einbezogen:

ET3ZO_AXgAA1EZpTod von Uderzo: Jetzt ist es soweit… Der Himmel ist uns auf den Kopf gefallen.[2]

Da Uderzos Tod genau in die Zeit der Coronavirus-Pandemie fällt, liegen entsprechende aktuelle Bezüge natürlich nahe.

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Hier tragen die am Grab Uderzos – natürlich einem Hinkelstein- trauernden Astrix und Obelix Atemschutzmasken; angesichts des katastrophalen Mangels an Schutzmasken in Frankreich übrigens ein besonderes Privileg…[3] Und über dem gallischen Dorf weht die französische Fahne auf Halbmast.

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Aber auf der Karikatur von Chanu aus der Zeitung Ouest France fordert Uderzo –auf der  Bleistiftleiter in den Himmel kletternd, wo schon Goscinny mit der Schreibmaschine auf ihn wartet- Asterix und Obelix auf, nicht in Trauer zu versinken. Und er deutet auf die Familie, die aufgrund der Ausgangsperre  im häuslichen confinement  zusammensitzt und Asterix-Heftchen betrachtet: Sie brauchen Euch.

Einen schönen Aktualitätsbezug hat auch die nachfolgende Hommage an Uderzo, von dem ganz offensichtlich die  Sequenz direkt übernommen ist. Es ist ja geradezu ein Asterix-Klassiker, der aber durch den Text in der Sprechblase des römischen Legionärs in einen neuen Kontext gestellt wird:

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Anhalten, Gallier! Auf Befehl von Coronavirus, dem Präfekten Galliens, müsst Ihr mir  Eure Attestation de Déplace…. 

Weiter kommt der Römer nicht. Was er zu sehen wünscht, ist die Attestation de déplacement dérogatoire. Das ist eine Bescheinigung, die jede/r, der in Frankreich derzeit seine Wohnung verlässt, bei einer Polizeikontrolle vorweisen muss. Die Attestation kann man sich von der homepage des französischen Innenministeriums herunterladen und ausdrucken, aber –so man über keinen Drucker verfügt- auch in handschriftlicher Form vorlegen.[4]  Eintragen muss man Name, Geburtsdatum und -ort,  Adresse, Datum und die genaue Uhrzeit, wann man seine Wohnung verlassen hat. Und dann gibt es sechs Kästchen zum Ankreuzen, die jeweils einen legitimen Grund angeben, warum man sich nicht zu Hause aufhält, wie es ja eigentlich unter der Bedingung der Ausgangssperre  verlangt wird. Das können unabdingbare berufliche oder krankheitsbedingte Gründe sein (die natürlich entsprechend dokumentiert sein müssen – könnte ja jeder kommen….), es kann sich um einen Weg zum Einkauf von Gütern „de première nécessité“ handeln (Supermarkt, Bäcker, Metzger und natürlich- man ist ja in Frankreich- Weinhandlungen), man darf aber auch –allerdings nur im Umkreis von 1000 Metern und für maximal eine Stunde- alleine  etwas Sport treiben (aber nicht mit dem Fahrrad!), einen Spaziergang machen, aber nur mit den Personen, mit denen man zusammenwohnt oder mit dem Hund, damit der wie gewohnt draußen an die Hauswände pinkeln kann (besoins des animaux de compagne) – Da die Pariser Straßenreinigung offenbar ihre Arbeit eingestellt hat, erhöht das nicht gerade die Attraktivität eines noch zulässigen Spaziergangs rund um den Häuserblock.

Die Reaktion von Obelix finde ich da jedenfalls nur allzu verständlich.[5]

In Zeiten der Coronavirus-Pandemie liegt ein Rückgriff auf die potion magique des Miraculix natürlich nahe.

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Hier weist Asterix auf den entsprechenden Anschlag an der Wand und die Dringlichkeit einer Abhilfe gegen den Virus hin,  und der Druide Panoramix versichert: Ich suche ihn doch, diesen Zaubertrank, Kinder, ich suche ihn… (Übrigens: Idefix mit Schutzmaske!).

ET59bm-WAAAzLk6Hier ist es ein moderner Druide, der am Kessel steht und seufzt:  Wenn er uns doch nur das Rezept hinterlassen hätte….

Der Name des Druiden ist Raoultix. Das bezieht sich auf den französischen Virologen Didier Raoult, den in Frankreich derzeit wohl bekanntesten  Vertreter seiner Zunft.  Raoult ist Leiter eines renommierten medizinischen Forschungszentrums  in Marseille (IHU Méditeranée infection) und ein  international anerkannter und  ausgezeichneter Wissenschaftler. Er gehört auch zu dem wissenschaftlichen Beirat, auf den Macron seine Maßnahmen zur Eindämmung des Virus stützt. Wegen seines unangepassten Aussehens liegt es natürlich  nahe, dass man Raoult mit einem „druide gaulois“ assoziiert. Le Monde  spricht von „son look de vieux druide blanc“. [6]

Allerdings ist Raoult auch sehr umstritten, weil er ein entschiedener Verfechter der Behandlung von Coronavirus-Patienten mit Cloroquine ist. Solange es nichts Besseres gäbe, sei das ein pragmatisches Vorgehen. Die nachfolgend abgebildete, ebenfalls zu Ehren von Albert Uderzo erschienene Karikatur bezieht sich darauf:

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Obelix bittend  (wie gewöhnlich in der Nähe des Kessels mit der potion magique): Ich fühle mich ein wenig schwach…  Panoramix weist ihn dann ja immer ab. So auch hier der mit den Zügen Raoults ausgestattete moderne Druide mit der entsprechend variierten Antwort: Nein! Kein Cloroquin für dich! Aber dann auch hier die klassische  Begründung: Du bist da reingefallen, als du klein warst!

Natürlich gibt es auch viele verbale Nachrufe auf Albert Uderzo. Ich beschränke mich darauf, den meines Erachtens besonders treffenden Text von Laurent Joffrin, dem Chefredakteur der Zeitung Libération,  vom 25.3. in freier Übersetzung wiederzugeben:[7]

Ultimatives Paradoxon: Uderzo stirbt zu einem Zeitpunkt, als jede französische Familie ihr Zuhause in ein gallisches Minidorf verwandelt sieht, das von einem der römischen Besatzung ebenbürtigen System der Kontrolle  umgeben ist.  Und er stirbt zu einem Zeitpunkt,  als sich die Vertreter des Staates über die „gallische“ Disziplinlosigkeit der Franzosen in der aktuellen Krise  beschweren. Hier wird  die symbolische Kraft der Figuren deutlich, die der von italienischen Vorfahren abstammende Albert Uderzo  mit seinem aus einer polnisch-jüdischen Familie stammenden  Freund René Goscinny geschaffen hat: Sie prägten ebenso wie Jeanne d’Arc oder Napoleon den französischen Mythos. Die Gallier waren nicht unbedingt so, wie die beiden sie dargestellt haben, und die Franzosen auch nicht. Wie dem auch sei: Beider Talent hat die historische Wahrheit verdunkelt. So bildete sich das Klischee heraus: ein Volk, das eifersüchtig auf seine Unabhängigkeit bedacht ist, hedonistisch und streitsüchtig, locker, gespalten und stolz. Sollen wir uns beschweren? Nicht unbedingt. Damit einher geht auch  eine unterschwellige politische Botschaft. Das Regierungssystem von Abraracourcix ist gutmütig und nachsichtig. Die  Dorfbewohner lieben nichts so sehr, als ihren Geschäften nachzugehen, weit entfernt von der römischen Autorität, die unaufhörlich verspottet wird, geschützt durch diesen Zaubertrank, der ein doppeltes Symbol ist für das  Gesetz  und die  Stärke. Sie stehen für den Widerstand gegen Unterdrückung,  den in der Geschichte des Landes viele geleistet haben:    die rebellischen Bauern, die sich der  königlichen Ordnung  widersetzenden Stadtbewohner,  die  der industriellen Ausbeutung ausgesetzten  Arbeiter, kurz die Dissidenten aller Epochen im Widerstand gegen  Willkür und Tyrannei. Eine Idee von Frankreich, die von einem italienischen Einwanderer verbreitet wurde und die auch eine Idee der Freiheit ist. (Libération, 24.3.2020, S.24)

Nun, wie angekündigt, ein kleiner Rückblick auf die Asterix-Jubiläumsausstellung des Jahres 2009 im Musée Cluny.

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Goscinny und Uderzo beim der Konzeption der Serie. Ein Exponat der Ausstellung

Dass dort die Ausstellung stattfand, war  natürlich eine ganz besondere Ehre, und es hatte offenbar, wie Le Monde berichtete, über dieses Projekt heftige Auseinandersetzungen zwischen den Verantwortlichen gegeben. Dass dann doch das Museum seine Räume für Asterix öffnete, beruhte vor allem darauf, dass auch die Reste der Thermen von Lutetia, dem gallo-römischen Paris, Teil dieses Museums sind. Von diesen Thermen ist das Frigidarium noch ziemlich gut erhalten, ein eindrucksvoller Raum mit 12 Meter hohen Gewölben, der einen grandiosen Eindruck vermittelt von der Monumentalität römischer Architektur selbst in dem für die Römer eher weniger bedeutenden Lutetia. Dort fand damals die Jubiläums-Ausstellung statt.[8]

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Zu diesem Ort passte natürlich eine ausgestellte Originalzeichnung Uderzos vom Besuch der beiden Comic-Helden in den römischen Thermen: Obelix sitzt verdutzt auf dem Beckenboden im Trockenen und  wundert sich, wo nach seinem Bauchplatscher das Wasser geblieben ist. Und während der eine Römer fluchend das Bad verlässt, bewundert der andere  -durchaus auch kein Hänfling-  die beeindruckenden Proportionen des Galliers.

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Ausgestellt war auch die kleine amerikanische Schreibmaschine Keystone Royal, mit der Goscinny für die ersten 24 Alben alles aufgeschrieben hat, was der Zeichner Uderzo dann in Bilder umgesetzt hat: den Handlungsablauf einzelner Szenen, die Dialoge, Regieanweisungen… Da gab es auch das Szenario vom Einmarsch der Römer in Gallien,  der ersten Asterix-Seite: Des soldats romains, marchant en rang. On peut ne voir que leurs jambes, comme dans les documentaires montrant les Allemands entrant en France. (Römische Soldaten, in Reihen marschierend. Man kann nichts sehen außer ihren Beinen, wie in den Dokumentationen, die die Deutschen beim Einmarsch in Frankreich zeigen.)

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Hier wird der zeitgeschichtliche Hintergrund des 1959 geschaffenen „Asterix“ mehr als deutlich: Es ist das Frankreich de Gaulles, das sein Selbstverständnis aus dem Widerstand gegen Nazi-Deutschland bezog. Aber für Uderzo und Goscinny gehörte –ganz anders als damals für das gaullistische Frankreich- dazu auch die Kritik an der Kollaboration, die für das damalige (offizielle) Frankreich kein Thema war: Da begrüßt der Gallier Aplusbegalix auf einer ebenfalls ausgestellten Originalseite die als „geliebte Eindringlinge“ titulierten römischen Offiziere mit zum römischen /Hitler-Gruß erhobener Hand und dem Ruf: „Ave César! Bienvenue à nos envahisseurs bien-aimés !… »

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Und er wird dann auch gleich noch lächerlicher gemacht:  Als er nämlich seine Gäste in sein Haus bittet, wird deutlich, dass es zwar im Stil einer römischen Villa gebaut ist, das Dach aber nicht mit Ziegeln gedeckt ist, sondern mit ziemlich ungehobelten Holzbalken… Und die Gegend, in der das römische Feldzeichen auf der ersten Seite eines Asterix-Heftes mit Gewalt in die gallische Erde gerammt ist, ist das Zentralmassiv mit  der Stadt Vichy, dem Sitz der Kollaborations-Regierung von Marschall Pétain.

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Der Eingang zum Cluny-Museum liegt ziemlich versteckt und das Museum gehört ja auch nicht zu denen, vor denen sich üblicherweise lange Schlangen bilden. Insofern war es  ein schöner Einfall, den Zaun des Museums, der an den belebten Boulevards St.Germain und St. Michel liegt, zu nutzen, um für die Ausstellung zu werben und auch noch einen Beitrag zur kunsthistorischen Bildung zu leisten. Da waren großformatige Bilder befestigt mit jeweils einem klassischen Meisterwerk auf der einen Seite und gleich daneben der entsprechenden  Asterix-Version.

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So  Breughels  Bauernhochzeit und daneben das große gallische Mahl, mit dem ja jedes Asterix-Abenteuer versöhnlich  endet.

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Es gibt auch eine gallische Version von Leonardos berühmter Proportionenstudie nach Vitruv : Statt des wohlproportionierten jungen Manns  ist es hier der dicke Obelix, der den um die ausgebreiteten Arme und Beine geschlagenen Kreis fast ganz ausfüllt. Goscinny hat dazu eine schöne Erläuterung beigetragen:

„Proportionsstudie des menschlichen Körpers (nicht nach, sondern) vor Vitruv.  Überraschendes Zeugnis des gallischen Schönheitsideals“

Und natürlich darf auch eine Parodie auf Delacroixs Gemälde „La liberté guidant le peuple“  nicht fehlen. Zunächst die klassische Version, 1830 anlässlich der Juli-Revolution in Paris entstanden und heute im Louvre zu besichtigen.

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Dann die Asterix-Version, bei der Bonnemine mit Besen und Weljerholz (so hieß das bei uns in Darmstadt) die Gallier in den Kampf gegen die Römer führt.

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Das sind die freiheitsliebenden Gallier, die libres, von denen Laurent Joffret in seinem Nachruf auf Uderzo spricht – Teil des nationalen Mythos, zu dem er und Goscinny mit ihrem Asterix einen wunderbaren Beitrag geleistet haben.

Anmerkungen:

[1] https://www.glonaabot.fr/articles-associes/zep-uderzo-cetait-mon-papa-adoptif

[2] Dieses Bild  und die nachfolgenden Abbildungen aus: https://www.lefigaro.fr/bd/albert-uderzo-les-hommages-joyeux-des-dessinateurs-20200325

[3] Libération spricht in seiner Ausgabe vom 26. März von einem „désastre du manque de masques“.

[4] https://www.interieur.gouv.fr/fr/Actualites/L-actu-du-Ministere/Attestation-de-deplacement-derogatoire-et-justificatif-de-deplacement-professionnel

[5] Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich darauf hinweisen, dass ich selbstverständlich entschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus befürworte. In Frankreich werden die Beschränkungen aber eher formalistisch und nicht inhaltlich-vernünftig exekutiert. Siehe dazu meine entsprechenden Anmerkungen in dem Bericht über Sainte Anne/Martinique im CV-19-Modus. https://paris-blog.org/2020/03/24/sainte-anne-martinique-im-cv-19-modus/

[6] Siehe: Antiviral, antirivaux. Didier Raoult. In: Liberation 25. März 2020 und Didier Raoult, le trublion du Covid-19. In: Le Monde 26.3.2020  und Le Monde, 29./30. März 2020

[7] Hier das Original:  Paradoxe ultime : Uderzo disparaît au moment où chaque famille française voit son logement transformé en mini-village gaulois, enserré par un appareil de contrôle digne de l’occupation romaine. Au moment, aussi, où les autorités se plaignent de l’indiscipline «gauloise» dont feraient preuve les Français. C’est la force symbolique des personnages créés par Albert Uderzo, d’ascendance italienne, avec son compère René Goscinny, né d’une famille juive polonaise : ils ont façonné, autant que Jeanne d’Arc ou Napoléon, le mythe français. Les Gaulois n’étaient pas forcément ce qu’ils en ont dit, pas plus que les Français. Peu importe : le talent a occulté la vérité historique. Ainsi s’est cristallisé le cliché : un peuple jaloux de son indépendance, hédoniste et querelleur, léger, divisé et orgueilleux. Faut-il s’en plaindre ? Pas forcément. Il y a là un message politique subliminal. Le système de gouvernement d’Abraracourcix est bonhomme et indulgent, ces villageois susceptibles n’aiment rien tant que vaquer à leurs affaires loin de l’autorité romaine sans cesse tournée en ridicule, protégés par cette potion magique qui est le double symbole du droit et de la force. Un exemple de résistance à l’oppression, celle que cherchaient, dans l’histoire du pays, les paysans révoltés, les citadins rebelles à l’ordre royal, les ouvriers en butte à l’exploitation industrielle, bref, les dissidents de toutes les époques, rétifs à l’arbitraire et à la tyrannie. Une idée de la France promue par un immigré italien, qui est aussi une idée de la liberté. https://www.liberation.fr/france/2020/03/24/libres_1782956

[8] Aus: https://commons.wikimedia.org/18./

Nachwort

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nicht mehr als einen oder maximal zwei neue Beiträge pro Monat in diesen Blog einzustellen – um weder mich noch meine Leser/innen zu überfordern. Unter den Bedingungen der Corona-Virus-Ausgangsssperre weiche ich von dieser selbtverordneten Begrenzung ab. (Prominente Vorbilder dafür gibt es ja reichlich). Immerhin werden manche ja jetzt mehr Zeit zum Lesen haben, und was mich angeht: Ich nutze einen Teil der gewonnenen „Freizeit“ für die Beschäftigung mit dem Blog. Das hilft auch etwas über diese schwierigen Zeiten hinweg…  Und kleine Projekte dafür gibt es, wie man sieht, ja genug.

Weitere geplante Beiträge:

  • Die Mauer der Generalpächter, Ledoux und  Lavoisier 
  • Die Mauer der Generalpächter (2): Die vier erhaltenen Torhäuser von Ledoux
  • Pariser Erinnerunsorte an den Holocaust (Einleitung/Fortsetzung) 
  • Das Pantheon: 8. und 9. Mai 2020/ 18./19. September 2020
  • Große Männer und Frauen des Marais: Eine Ortsbesichtigung anhand der Portraits des Street-Art-Künstlers C215 (Teil 1)
  • Der Maler Otto Freundlich. Eine Ausstellung im Musée Montmartre

Sainte Anne/Martinique im CV-19-Modus

Martinique ist ein wunderbares Reiseziel:

  • Es liegt zwar in der Ferne, ist aber als Département-Outre-Mer ein Teil Frankreichs mit allen damit verbundenen Vorteilen (Sprache, Währung, Infrastruktur)
  • Es ist eine karibische Insel mit einer großen landschaftlichen Vielfalt: Berge, wilde Bergbäche, tropische Vegetation, wunderbare einsame Strände mit türkisblauem Wasser, Korallenriffe zum Schnorcheln und Tauchen….
  • Und die Insel hat eine bemerkenswerte Vergangenheit. Dazu vier  Namen:

Statue Josephine

Josephine de Beauharnais, die  erste Frau Napoleons. Geboren wurde sie als Marie Josephe Rose de Tascher de la Pagerie, Tochter eines Adelsgeschlechts, das auf Martinique Zuckerrohrplantagen betrieb und damit ihren Reichtum der Ausbeutung von Sklaven verdankte. Ihre Statue steht am Hafen der Inselhauptstadt Fort de France:  Zunächst als Denkmal für die große Kaiserin, seit einigen Jahren aber geköpft und blutbefleckt  als Mahnmal gegen die Sklaverei.[1]

Ganz anders Victor Schoelcher, dem ebenfalls in Martinique ein Denkmal gesetzt wurde, nach dem ein Ort und die Dependence der französischen Karibik-Universität benannt ist. Schoelchers Eltern besaßen in Fessenheim im Elsass eine Porzellanfabrik, die Schoelcher  erbte und verkaufte, um sich ganz dem Kampf gegen die verhasste  Sklaverei widmen zu können. 1848 war er Abgeordneter der Nationalversammlung für Martinique und maßgeblicher Initiator des Dekrets zur Abschaffung der Sklaverei in Frankreich vom 27. April 1848.

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Portrait von  Victor Schoelcher, dem „Befreier der Sklaven“, auf seinem Grabmal auf dem Friedhof Père Lachaise.[2]

Franz Fanon  schließlich,  Autor des antikolonialistischen Manifests  Die Verdammten dieser Erde, stammt aus Martinique.  Er besuchte das lycée Schoelcher in der Inselhauptstadt Fort-de-France und wurde dort unter anderem von  Aimé  Césaire unterrichtet,  dem wohl bedeutendsten Politiker und Schriftsteller der französischen Antillen, nach dem auch der Flughafen von Martinique benannt ist. Dieses Département vertrat er in den Jahren nach 1946 in der französischen Nationalversammlung.

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Kleine Aimé Césaire-Ausstellung im Flughafen von Martinique.  Césaires Lob der kleinen gemeinsamen Schritte in dem hier wiedergegebenen Satz  passt natürlich nicht ganz zu den Bedingungen  einer verschärften Ausgangssperre….

Die Schönheiten  der Insel zu genießen und  die Spuren der  Sklaverei und  ihrer Überwindung zu erkunden  -ein Thema, das auf diesem Blog  ja schon mehrfach  angesprochen wurde[3]: Gute Gründe für einen „Urlaub“ auf Martinique!  Der verlief dann allerdings ganz anders als geplant – weil auch dort die Corona-Krise alle Pläne zunichte gemacht hat.  Schon zwei Tage nach unserer Ankunft  begannen  die Beschränkungen, die dann immer massiver wurden.

Aber dennoch: Den Triumph,  ganz auf einen kleinen Martinique-Bericht zu verzichten, gönne ich dem Virus nicht. Es wird als doch ein paar Bilder zu dem kleinen Teil der Insel geben, den wir ganz am Anfang zu Fuß erkundet haben.  Der Bericht über die Erinnerung an die Sklaverei und ihre Überwindung wird sich dann nur auf den kleinen Ort Sainte Anne ganz im Süden der Insel beschränken, auf den wir aufgrund der Ausgangssperre beschränkt waren.  Wie wir dann dort den Umgang mit der Corona-Pandemie erlebt haben, wird abschließend etwas erläutert.

Einen kleinen Eindruck von der Schönheit der Insel konnten wir am Anfang unseres Aufenthalts bei einer Wanderung von Sainte Anne auf der Trace des Caps  zu dem Salines-Strand erhalten.

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Übrigens gab es am Anfang der Wanderung auch noch andere Tiere zu sehen: Zum Beispiel diese Rinder: Die europäischen Siedler hatten nämlich nicht nur den Zuckerrohranbau auf Martinique eingeführt, sondern auch Viehzucht und Weidewirtschaft.

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Die Grande Anse des Salines  wird als der bekannteste und schönste Strand von Martinique gerühmt. Es ist in der Tat ein Bilderbuchstrand:   Zwei Kilometer lang, weißer Sand, türkisblaues warmes Wasser, Palmen…  Da wir an einem Sonntag dort waren, sah es aber nicht so aus wie auf diesem Postkartenfoto.[4]

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Der Strand des Salines soll der schönste von M. sein

Für die Einheimischen ist der Strand ein beliebtes Wochenendziel. Also viel karibische Musik, Beach-Volleyball, Buden mit Essen und Trinken, mobile  Eisverkäufer, die mit Glockengeläut auf sich aufmerksam machen.  Aber ein ruhiges Plätzchen haben wir dann trotzdem gefunden- dafür ist der Strand lang genug, und  wenn man einen Traumstrand (fast) ganz für sich haben will, gibt es daneben noch die Petite Anse des Salines.

Zwei Tage später war die Fahrstraße zum Strand abgesperrt – wie auch zu anderen beliebten Stränden der Insel wie der Anse Noir, die für die Wasserschildkröten berühmt ist, die man beim Schnorcheln beobachten kann.

Weitere Wanderungen, geschweige denn Ausflüge mit dem Mietwagen, waren also ausgeschlossen.  Das verhängte  Confinement bedeutete, dass man seinen aktuellen Wohnsitz nicht mehr verlassen konnte – auch nicht zu Fuß, denn selbst die Strände wurden gesperrt und  der Zugang zu dem Küstenwanderweg  von der Polizei kontrolliert.

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Der Zugang zun allen Stränden der Stadt Sainte Anne ist ab 17. März bis auf Weiteres gesperrt. Bei Zuwiderhandlungen werden Strafen entsprechend der geltenden Gesetze verhängt. 

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Ein zum Teil in bedrohlich-niedriger  Höhe über den Stränden fliegender und kreisender Hubschrauber überprüfte die Einhaltung des Verbots. Da konnte man dann sicher sein, dass kurz danach die Gendarmerie aufauchte….

Das erste Hotel am Platz rien ne va plus

Das „erste Haus“ am Platz, das Hotel und Restaurant „La Dunette“ liegt schön am kleinen Hafen des Ortes. Auf einem Ausleger konnte man bei leichtem Wellenschlag  sitzen bzw.  hätte man sitzen können. Wir hatten zunächst sogar vor, uns dort einzumieten, hatten es aber unterlassen, weil in den Bewertungen des Hotels vor der durch die feiernden Gäste und die Musik gewarnt worden war. Die ersten beiden Vormittage konnten wir dort immerhin noch ohne Probleme unseren Morgenkaffee bekommen, dann nach Rücksprache mit dem Chef, der uns schon kannte, nur unter der Bedingung, dass wir uns nicht länger aufhalten würden und am dritten Vormittag war der Eingang verriegelt….

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Der offene Markt war am Anfang noch geöffnet.

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Dann war auch das zu Ende. Mit einem Händler konnte ich mich noch unterhalten, der sich bitter beklagte:  Der enge Supermarkt bleibt geöffnet, aber der luftige Verkaufsstand wird geschlossen. Und als Entschädigung bietet der Staat großzügig Stundungen für die Steuer auf Umsätze an, die es gar nicht mehr gibt….

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DSC07519Der kleine Supermarkt des Ortes hatte also noch geöffnet.  Allerdings wurde der Zugang kontrolliert, was ja auch vernünftig ist. Es wurden also immer nur maximal 10 Kunden eingelassen. Nicht ganz einsichtig fanden wir allerdings, dass die Öffnungszeiten auf wenige Stunden des Vormittags beschränkt wurden, was natürlich  entsprechende Schlangen vor dem Eingang verursachte.  Größere Hamsterkäufe gab es aber offensichtlich hier nicht, vom leeren Nudelregal mal abgesehen.  Selbst Toilettenpapier, in Deutschland offensichtlich eine Kostbarkeit, gab es hier noch reichlich.

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Nachmittags, wenn die Geschäfte (Supermarkt rechts, Bäckerei links im Bild) geschlossen hatten, sah die Hauptstraße dann so aus. Da war nur noch die Pharmacie geöffnet, in die man einzeln eingelassen wurde und die sogar bereit war, eigentlich rezeptpflichtige Arzeneimittel  auszugeben, falls ein gestrandeter Tourist sie benötigen würde.

Sonst war aber alles geschlossen:

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Auch das kleine Tourismus-Büro des Ortes und sogar die Kirche…

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Natürlich habe ich mich, soweit möglich,  in dem Ort etwas umgesehen, wie hier an die Zeit der Sklaverei erinnert wird.

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Erinnerung an die Sklaverei an der -natürlich verwaisten- Bushaltestelle von Sainte Anne

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Straße des heroischen Sklaven. Was es mit diesem heldenhaften Sklaven auf sich hat, konnte ich leider nicht herausbekommen.

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Erinnerung an einen Marineoffizier aus Guadeloupe, „Verteidiger von Paris“, in der Hauptstraße von Sainte Anne.

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Informationstafel über die Zeit der Sklaverei am Hauptplatz des Ortes: Die Masse der Sklaven war von Bildung ausgeschlossen“.  In dem Text wird aus einem Brief des Gouverneurs von Martinique, des Marquis de Fénelon, an den Kolonialminister aus dem Jahr 1764 zitiert: Jede Unterrichtung der „Neger“ könne zu einer Gefahr für die Weißen werden. Da die von diesen Leuten umgeben und in der Minderheit seien, müssten die „Neger“ in der allergrößten Unwissenheit (la plus forte ignorance) gehalten werden, um zu verhindern, dass sie auf (dumme) Gedanken kämen.

Als wir kurz mit unserem Auto anhielten, um dieses Foto zu machen, hielt neben uns ein Polizeiauto und vier Gendarmen sprangen heraus und stellten uns zur Rede. Es herrsche Ausgangsverbot und es sei verboten -auch auf dem Weg zum Einkaufen- anzuhalten und ein Foto zu machen. Als wir vorsichtig antworteten, es sei doch niemand weit und breit und wir würden nun wirklich niemanden und auch uns selbst nicht mit einem Foto in Gefahr bringen, wurden die flics richtig aggressiv. Deutlich wurde auch da, dass das confinement, die Ausgangssperre,  in Frankreich rein formal exekutiert wird.  Ginge es nach dem gesunden Menschen- und medizinischen Sachverstand müssten die Begegnungen von Menschen deutlich eingeschränkt werden, aber darum ging es ja hier nicht. Und darum ging es auch nicht in den französischen Altersheimen, in denen keine Besucher mehr zugelassen wurden, in denen aber offenbar die Insassen noch wie eh und je ihre Mahlzeiten gemeinsam einnahmen. (5)  Das Ergebnis sind eine massenhaftes Verbreitung des Virus in den Altersheimen  und entsprechend hohe Opferzahlen, die sicherlich in diesen katastrophalen Ausmaßen hätten verhindert werden können. Aber alle waschen ihre Hände in Unschuld nach dem Motton: Wir haben das confinement doch buchstabengetreu befolgt.

Aber zurück zu unserer Auseinandersetzung mit der eifrigen Gendarmerie von Sainte Anne: Das Ende war dann – sie merkten natürlich, dass wir Ausländer sind- ein lautes, herrisches „go home!“.  Dass uns das noch einmal ein Organ der Staatsmacht in unserem geliebten Frankreich entgegenbrüllt, war schon sehr bitter.

Was uns die letzten Tage dann blieb, war die kleine Terrasse unseres Ferienappartements mit Blick aufs Meer und den grandiosen Sonnenuntergängen.

Blick von unserer Terrasse

Der Felsen Diamant

Dieser große Felsen im Meer ist der „Diamant“ – dorthin wären wir natürlich auch gerne einmal gefahren, aber immerhin hatten wir diese schöne Aussicht.

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… vor allem auch die grandiosen Sonnenuntergänge…

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Und dann blieben doch noch kurze heimliche Abstiege zu dem kleinen Strand direkt vor unserer Haustüre.

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Unter diesen Bedingungen waren wir dann doch froh, dass wir Martinique wieder verlassen konnten. Am eigentlichen Abflugtag  – wir waren schon mit Sack und Pack auf dem Flughafen- erfuhren wir allerdings, dass unser Flug annuliert war. Aber für den nächsten Tag konnten wir in einem der letzten Flieger nach Paris zwei Plätze ergattern. Sonst hätten wir noch bis -mindestens- 18. April bleiben müssen. Herr Maas hätte für uns wohl kaum einen Rückhol-Flug organisiert ..

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Was bleibt: manche schöne -und  leider auch manche  weniger schöne- Erinnerungen.

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Für meine Frau, der ich diese Reise verdanke!  Merci!

Dies ist der 100. Beitrag auf diesem Blog.

Eingestellt am 24.3.2020

Anmerkungen:

[1] Siehe: Andrew Milne, La Martinique dans les pas de l‘ ìmpératice  Josépjhine. 19. Sept. 2019 https://www.france.fr/fr/martinique/liste/martinique-imperatrice-josephine

[2] Siehe den Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2017/11/01/der-schwierige-umgang-mit-einem-duesteren-kapitel-der-franzoesischen-vergangenheit-die-erinnerung-an-sklavenhandel-und-sklaverei/

[3] Siehe die Blog-Beiträge:

[4] http://www.guidemartinique.com/sainte-anne.html

(5) (20 Uhr-Nachrichten tv 2 vom 24.2.).   Siehe auch: Les Ehpad dans la crainte de l’hécatombe.  (Die Altersheime befürchten ein Massensterben).  Libération 25.3.2020, S. 12

La place des victoires/Der Platz der Siege Ludwigs XIV. in Paris: Das Modell eines „königlichen Platzes“

Paris ist reich an großen, repräsentativen Plätzen, und das sind vor allem die königlichen und die republikanischen Plätze:  Von diesen gibt es drei:  die place de la Bastille, die place de la Nation und die place de la République. Und es gibt die fünf sogenannten königlichen Plätze: die place des Vosges, bis zur Französischen Revolution place royal genannt,  und die place Dauphine, beide zur Zeit Henri Quatres geplant; dazu die Plätze Ludwigs XIV.:die place Vendôme, ursprünglich place Louis-le-Grand,  die place de la Concorde, urspünglich place Louis XV,  und die place des Victoires.

Unter all diesen Plätzen nimmt die place des Victoires eine Sonderstellung ein: Es ist nämlich der erste königliche Platz im eigentlichen Sinne. Errichtet in den 1680-er Jahren zu Ehren Ludwigs XIV., wurde er zum Vorbild für eine Fülle weiterer königlicher Plätze in Paris und ganz Frankreich. Was einen „königlicher Platz“ ausmacht, definierte –die place des Victoires vor Augen- zum ersten Mal  der Generalpächter François Lemée in seinem Traité des statues publics von 1688: Es ist ein regelmäßig gestalteter Platz, der speziell dafür bestimmt ist, in seiner Mitte eine monumentale Statue des Königs aufzunehmen und ihr einen würdigen Rahmen zu bieten. Die place des Victoires war für Lemée ein Musterbeispiel eines solchen Konzepts, das er umso mehr begrüßte, als es für ihn keinen geeigneteren Ort für solche Plätze gab als Paris, „le centre des beaux-arts et la merveille du monde.“ [1]

1. La place des Victoires, das verwegene Projekt eines Privatmanns

Anlass für den Bau dieses Platzes war der Friede von Nimwegen 1678/1679, der den Holländischen Krieg, auch Niederländisch-Französischer Krieg genannt, beendete und die französische Herrschaft über Kontinentaleuropa festigte.

Ausgelöst wurde der Krieg durch einen Angriff Ludwigs XIV. auf die Vereinigten Niederlande. Grund war die holländische Konkurrenz für französische Waren und den französischen Handel, auch wenn Frankreich eine protektionistische Politik mit hohen Zöllen betrieb. Louvois, seit 1670 Kriegsminister und ein notorischer Kriegstreiber, drängte also zum Krieg, um die holländische Konkurrenz auszuschalten und – nicht zuletzt- seine Stellung beim König zu festigen.

Unterstützt wurde Ludwig XIV.  vor allem von Schweden und England, deren Könige durch hohe jährliche Pensionen bestochen worden waren. Um eine Hegemonie Frankreichs auf dem europäischen Kontinent zu verhindern, verbündeten sich Spanien, das Heilige Römische Reich und der Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg mit den Niederlanden. Die konnten nur durch die Öffnung ihrer Schleusen eine Eroberung ihres Landes verhindern und mussten froh sein, dass der Krieg nicht mit einer völligen Niederlage endete.

Am Ende wurde eine Reihe von Friedensverträgen abgeschlossen, die im Allgemeinen zusammenfassend als „Friede von Nimwegen“ bezeichnet werden. Frankreich erhielt große Gebiete in Flandern, dazu  die Franche Comté. Sogar Freiburg im Breisgau wurde französisch. Der Sonnenkönig befand sich auf dem Zenit seiner Macht.

Das war die Stunde von Graf  François d’Aubusson de La Feuillade, der den Anstoß gab, mit einem Standbild und einem noblen Platz die Siege des Sonnenkönigs im Französisch-Niederländischen Krieg zu feiern. La Feuillade, einer alten Adelsfamilie entstammend,  hatte als Offizier erfolgreich an diesem Krieg teilgenommen, er hatte einen Sturm auf die Festung Besançon kommandiert und sich auch auf anderen Kriegsschauplätzen ausgezeichnet. Zum Dank war er vom König zum Marschall befördert und zum Gouverneur der frisch eroberten Franche-Comté ernannt worden.

Wie sehr Feuillade den König verehrte, wird aus einem Brief der Madame de Sévigné  an ihre Tochter deutlich. Er datiert vom 16. August 1675, also zur  Zeit des Holländischen Kriegs: 

„Herr von La Feuillade ist mit Postpferden direkt nach Versailles gekommen, wo er den König mit seinem Erscheinen überraschte. ‚Sire‘, sagte er, ‚die einen lassen ihre Gattinnen zu sich kommen, die anderen suchen sie zu Hause auf. Ich bin auf die Stunde einzig dazu hier, Eure Majestät zu sehen, denn ihr verdanke ich alles.‘ Sie redeten ziemlich lange, dann verabschiedete er sich mit den Worten: ‚Sire, ich kehre zur Truppe zurück und bitte Sie untertänig, der Königin, dem Dauphin, meiner Frau und meinen Kindern meine Empfehlung zu bestellen‘, stieg zu Pferd und ritt von dannen, wirklich ohne eine andere lebende Seele zu sehen. Dieses Husarenstück hat dem König sehr gefallen, und er erzählte lachen, er sei nun damit betraut, diese vielen Grüße auszurichten.“  (1a)

Man musste aber auch ein bedingungloser Verehrer des Königs sein, um für ihn das Projekt eines Standbildes und Platzes zu entwickeln und durchzusetzen.  Natürlich war es nicht einfach, einen geeigneten Platz zu finden. Denn es musste selbstverständlich ein zentraler Ort in der Nähe des Louvre, des königlichen Schlosses, sein. Allerdings gab es da natürlich keine unbebauten Freiflächen. Aber das schreckte La Feuillade nicht ab: Er fand ein Terrain nahe des Palais Royal, das seinen Ambitionen entsprach. Zwar standen dort schon mehrere Stadtpalais (hôtel particulier), aber er kaufte zwei davon auf, um sie dann abreißen zu lassen, weil sie der Konzeption eines großzügigen Platzes im Wege standen. Andere Häuser wurden von der Stadt Paris, die sich dem Unternehmen anschloss, schlicht enteignet und ebenfalls abgerissen.

Jetzt war der Raum für die Anlage des ersten wirklichen „königlichen Platzes“ von Paris und ganz Frankreich geschaffen. Die verwegene Idee eines Privatmannes konnte nun Wirklichkeit werden.

Als Name bot sich ganz selbstverständlich place des victoires an. Denn es sollten ja die Siege Ludwigs XIV. im gerade glanzvoll beendeten Krieg gefeiert werden. Dazu lag der künftige Platz in der Nähe der Kirche Notre Dame- des-  Victoires.

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Notre Dame- des- Victoires  wurde zur Zeit Ludwigs XIII., dem Vater des Sonnenkönigs, errichtet. Ludwig hatte gelobt, der Muttergottes im Falle eines Sieges gegen die Hugenotten von La Rochelle eine Kirche zu errichten. Im Giebel kann man denn auch  die königliche Krone, die Lilien der Bourbonen und die allegorisch auf den Sieg hinweisenden Flügel erkennen.

Und  dazu hat Notre Dame-des-Victoires auch einen Bezug zu Ludwig XIV. Einer der Geistlichen der Kirche, der frère Fiacre, hatte nämlich Maria jahrelang um einen dauphin  für Frankreich gebeten: Die Ehe zwischen Ludwig XIII. und seiner Gemahlin Anna von Österreich war über 20 Jahre lang kinderlos geblieben. Nach der Legende erschien aber  eines Nachts die Mutter Gottes  dem frommen Mann. Der sah in dem Kind, das Maria in ihren Armen trug,  natürlich den kleinen Jesus, aber Maria sprach zu ihm: „Das ist nicht mein Sohn, sondern das Kind, das Gott Frankreich schenken möchte.“  Und tatsächlich wurde 9 Monate später der kleine Ludwig geboren und er erhielt denn auch den Beinamen „Dieudonné“,  der Gottgegebene.[2]

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Ein Fenster im linken Querschiff von Notre Dame-des-Victoires zeigt den Frère Fiacre und die Erscheinung von Maria mit dem künftigen König. Die fehlende Aura um den Kopf des Kindes weist darauf hin, dass es sich nicht um den göttlichen Jesus handeln kann. [3]

Es hätte also kaum einen geeigneteren Ort für die  place des Victoires geben können als in der Nachbarschaft der Kirche Notre Dame-des-Victoires.

2. Das Standbild Ludwigs XIV.

Mit der Herstellung der Statue des Sonnenkönigs beauftragte La Feuillade den  Bildhauer Martin Desjardins. Dass ausgerechnet er dazu ausersehen wurde, die Siege Ludwigs XIV. im Franuzösisch-Niederländischen Krieg zu verherrlichen, entbehrt nicht einer gewissen Delikatesse. Denn Desjardins  war ein 1637 in Breda als  Martin van den Bogaert  geborener Holländer, der sich aber schon in frühen Jahren in  Paris niedergelassen hatte.  Und La Feuillade hätte ihm nicht den prestigeträchtigen Auftrag erteilt, wenn sich Desjardins nicht schon einen bedeutenden Namen in Frankreich gemacht hätte: So hatte er für den Park von Versailles  eine sehr bewunderte und oft kopierte Diana geschaffen und  in Paris den Figurenschmuck für das Hôtel Salé, das heutige Picasso-Museum.

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Desjardins Statue stellte Ludwig XIV. stehend im Krönungsornat mit seinem königlichen Umhang  dar. Den hatte  der König extra dem Bildhauer ausgeliehen, um der Statue ein Höchtmaß an Authentizität zu sichern. In seiner Rechten hält Ludwig La Joyeuse, das –angeblich auf Karl den Großen zurückgehende-  Schwert der französischen Könige, auf seiner Brust hängt das Kreuz des ordre de Saint-Esprit, der höchsten damaligen  Auszeichnung Frankreichs.  Damit nimmt Desjardins eine Pose vorweg, wie sie auch  in dem späteren, weit verbreiteten Gemälde von Hyacinthe Rigaud zur Apotheose des  Sonnenkönigs verwendet wurde.

Auf dreifache Weise verdeutlicht Desjardins, dass Ludwig als Sieger gefeiert wird: Er hat den auf dem Boden liegenden  dreiköpfigen Höllenhund Cerberus zertreten.[4]Der steht für die besiegte Triple-Allianz von Spanien, den Niederlanden und dem Heiligen Römischen Reich. Darunter sieht man das Emblem mit den Bourbonen-Lilien, der Krone und den Flügeln des Sieges, das man schon von Notre Dame –des- Victoires kennt. Und  die geflügelte Allegorie des Sieges höchstpersönlich krönt Ludwig XIV. mit einem Lorbeerkranz.

Die Statue wurde zunächst in Marmor ausgeführt. La Feuillade präsentierte sie Ludwig XIV., der dem Werk seinen sonnenköniglichen Segen gab. Allerdings wünschte er sich für den ihm gewidmeten Platz eine Version aus vergoldeter Bronze, die La Feuillade denn auch umgehend 1682 bei Desjardins in Auftrag gab.[5]

3. Die vier Gefangenen des Sockels

An den vier Ecken des Sockels  postierte Martin Desjardins überlebensgroße Figuren ebenfalls aus vergoldeter Bronze: Es sind  vier angekettete Gefangenen, die die vier von Ludwig XIV. besiegten Länder repräsentieren, deren Niederlage im Frieden von Nimwegen (1679) besiegelt wurde: Die Vereinigten Niederlanden, Spanien und das Heilige Römische Reich, wozu dann auch noch Brandenburg kam, dessen Kriegsgegener vor allem das mit Ludwig verbündete Schweden war. Das Thema der Besiegten und Gefangenen ist in der antiken Kunst sehr vertraut und es gibt auch ein französisches Vorbild: Nämlich die vier Gefangenen von Pierre Franqueville, die den Sockel der Reiterstatue Henri Quatres auf dem Pont Neuf flankierten. Während aber die Reiterstatue Henri Quatres und die Statue Ludwigs XIV. von der place des Victoires dem Bildersturm der Französischen Revolution zum Opfer fielen, wurden die vier Gefangenen vom Pont Neuf und ihre Nachfolger von der place des Victoires als Opfer absolutistischer Willkür verschont. Sie sind heute – von ihren Ketten befreit-  im Louvre zu besichtigen. [6]

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Die vier Gefangenen der place des Victoires sind sehr unterschiedlich gestaltet: Sie sind unterschiedlich alt, verschieden gekleidet,  und  sie drücken in ihren Haltungen und Gesichtszügen verschiedene Gemütszustände aus.

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 Spanien wird von einem jungen Mann mit langen lockigen Haaren verkörpert. Er ist nackt, der Oberkörper aufgerichtet, und er blickt voller Hoffnung in den Himmel.

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Das Heilige Römische Reich ist ein bärtiger alter Mann, gekleidet mit einer antiken Tunika. Sein Kopf ist gesenkt und sein Körper drückt Resignation und Niedergeschlagenheit aus.

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Die antike Tunika passt zu der am Boden liegenden Standarte des Heiligen Römischen Reichs mit  dem Doppeladler und den römischen Insignien. Die zwischen den vier Gefangenen liegenden Helme, Hellebarden, Abzeichen und Schilde sind wohl als Bezug  zu römischen Triumphzügen zu verstehen.

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Brandenburg wird von einem Mann im reifen Alter verkörpert, der wie ein Barbar in antiken Darstellungen gekleidet ist. Sein Gesicht ist Ausdruck seines Leids.

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Ganz anders die allegorisches Darstellung Hollands: Es ist ein junger Mann mit kurzem Bart. Der nackte Körper scheint zum Sprung bereit, der Blick drückt wilde Entschlossenheit. Dieser Besiegte findet sich ganz offensichtlich nicht mit seinem Schicksal ab, sondern ist bereit zur Rebellion. Hier scheint dann doch die holländische Herkunft des Bildhauers zum Ausdruck zu kommen.

Alle Gefangenen haben ihre Köpfe nach rechts geneigt, was dazu anregt, im Uhrzeigersinn um den Sockel des Standbilds herumzugehen.

Zwischen den Gefangenen waren auf dem Sockel der Statue Ludwigs XIV.  vier Bronzereliefs angebracht, die den Ruhm des Sonnenkönigs veranschaulichen sollten:

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Hier die Überquerung des Rheins durch die französische Armee am 12. Juni 1672, mit der der Einfall in die Niederland beginnt. Allerdings war gerade dabei die Rolle Ludwigs  durchaus umstritten. Dem König wurde jedenfalls von Offizieren vorgeworfen, er weiche der Gefahr aus und „habe sich noch nicht einem Musketenschuss“ ausgesetzt.  Ein König, der die Soldaten in den Kampf  führe, dürfe ihm nicht so auffallend ausweiche, „besonders aber nicht, wenn er im Ruf eines Kriegers und Helden zu stehen wünscht.“ (6a) Immerhin: Auf dem Relief ist Ludwig XIV. zwar dynamisch auf einem galoppierenden Pferd dargestellt,  aber eher beobachtend und kommandierend auf einem „Feldherrnhügel“ weit hinter seiner den Rhein überquerenden Armee und damit völlig außer Reichweite möglicher feindlicher Musketenschüsse…

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Die Eroberung von Besançon durfte natürlich nicht fehlen, weil  La Feuillade ja dabei eine wesentliche Rolle gespielt hatte. An der Spitze des Trupps sieht man einen Reiter. Er ist noch vor Ludwig XIV. postiert, aber selbstverständlich ihm zugewandt, um die Anweisungen des Königs entgenzunehmen. Es ist vermutlich einer der Feldherrn der französischen Armee, Turenne oder Condé. Aber ich könnte mir vorstellen, dass mancher zeitgenössische Besucher in diesem Reiter ein Abbild  La Feuillades sah – den immerhin auch auf seinen eigenen Ruhm bedachten Stifter des Platzes. Und ich vermute, dass dem das durchaus Recht gewesen ist. Auch hier übrigens ist Ludwig XIV. in sicherer Reichweite fernab des Kampfgeschehens postiert… 

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Hier erkennte der spanische Botschafter demütig die Vormachtstellung Frankreichs an. Dies bezieht sich auf einen protokollarischen Zwischenfall in London, als der spanische Botschafter sich weigerte, dem französischen Botschafter den ersten Rang einzuräumen. Das konnte Ludwig XIV. selbstverständlich nicht hinnehmen, und der Vertreter Spaniens wurde gezwungen, sich am Hofe Ludwigs demütig zu entschuldigen.

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Dieses Relief  veranschaulicht den Frieden von Nimwegen: Der König hält an seiner rechten Hand die Allegorie des Friedens, die an einer Leine –einträchtig nebeneinander- einen Löwen und ein Schaf führt. Mit der anderen Hand hilft er der am Boden liegenden Allegorie Europas, sich zu erheben und den Frieden zu begrüßen. Das Ereignis wird in das Buch der Geschichte eingeschrieben und dazu erschallt die Trompete des Ruhms.

Allerdings war die Neigung, die Trompete des Ruhms für Ludwig XIV. erschallen zu lassen nicht allgemein verbreitet. Schon im Vorfeld  der Einweihung und kurz darauf wurden zahlreiche und vielschichtige Einwände erhoben: Kritisiert wurde  der überzogene Charakter des Monuments im Allgemeinen (mit einer Höhe von immerhin insgesamt etwa 12 Metern!)  und seine in außenpolitischer Hinsicht aggressive, beleidigende Form, die auf eine explizite Herabsetzung der Nachbarnationen Frankreichs abzielte.[7] Dazu kam dann noch, dass die französischen Truppen im Krieg gegen die Vereinigten Niederlande mit großer Brutalität vorgegangen waren – ein Vorspiel dessen, was dann im Pfälzischen Erbfolgekrieg geschah. Aus dieser Sicht erschien Ludwig XIV. als kriegslüsterner, machtgieriger Herrscher und alles andere als der Friedensbringer Europas.[8]

Und als provokative Krönung  gab es noch auf dem Sockel die berühmt gewordene  Inschrift: VIRO IMMORTALI- dem unsterblichen Mann.[9]

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Am 26. März 1686 wurde die Statue in einem aufwändigen Festakt eingeweiht. Aus einem zeitgenössischen Bericht des Abbé de Choisy:

 „Man sah zu Paris, im Angesichte Gottes und der Menschen, eine ganz außergewöhnliche Zeremonie: Der Marschall de La Feuillade nahm die Einweihung einer Statue vor, die er auf dem sogenannten Platz der Siege hat errichten lassen. La Feuillade umkreiste die Statue dreimal zu Pferde an der Spitze des Regimentes der Garden, dessen Hauptmann er war,, und erwies ihr alle Huldigungen, die die Heiden früher von den Statuen ihrer Kaiser erwiesen.“

Einne silberne Gedenkmünze war schon vorher  zur Erinnerung an dieses Ereignis geprägt  worden und wurde dann an die anwesenden Honoratioren, darunter den Thronfolger,  verteilt.[10]

4. Die Architektur und die Beleuchtung des Platzes

Der Platz war damals allerdings noch lange nicht fertig. Aber das Entscheidende war bei diesem Ensemble ja  die Statue, während der Platz darum gewissermaßen die Fassung war, die –wie bei einem Schmuckstück- die Statue einrahmen und besonders zur Geltung bringen sollte. Mit dieser Aufgabe betraute La Feuillade niemanden Geringeren als Jules Hardouin-Mansart. Mansart (manchmal auch Mansard geschrieben) war seit 1675 Hofarchitekt Ludwigs XIV., 1678 wurde er Bauleiter des Schlosses von Versailles. Die Übernahme des Auftrages für die place des Victoires konnte sicherlich nur mit königlicher Billigung erfolgen. Es war seine erste Arbeit in Paris. Danach folgten dort noch die Entwürfe für die place Vendôme, die Kirche St. Roch und den Invalidendom.[11]

Nach dem Entwurf von Mansart waren die die Statue umgebenden Gebäude in einem Kreis um die Statue gruppiert. Der Durchmesser des Platzes und die Höhe der Bebauung waren so festgelegt, dass sie harmonisch zur Größe der Statue passten. Der Kreis bestand aus noblen Stadtpalais, deren durchgängige Fassaden nur an einigen Stellen unterbrochen waren für Straßen, die auf den Platz führten und von denen aus man möglichst einen direkten Blick auf die Statue vor dem Hintergrund der dahinter liegenden schmückenden Fassade haben sollte.

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Die Fassaden der den Platz umgebenden Stadtpalais waren alle einheitlich gestaltet: Das Erdgeschoss bildeten Arkaden, die allerdings –anders als bei der place Royal/place des Voges Henri Quatres- geschlossen waren: Sonst wäre ja beim Herumgehen der Blick auf die Statue ständig unterbrochen worden. (Bei der place des Vosges war eine zentrale königliche Statue ursprünglich gar nicht vorgesehen). Über den Arkaden mit den individuell gestalteten Maskarons verläuft ein durchgehender, alle Stadtpalais verbindender Sims, und darüber befinden sich zwei Geschosse mit der  extra hohen bel étage oder étage noble. Eingefasst werden diese Stockwerke durch Pilaster mit ionischen Kapitellen: in der Tat sehr nobel. Darüber –wie sollte es anders sein bei diesem Architekten- ein Mansarddach mit abwechselnd gestalteten Gauben – auch dies ein Bezug zur place des Vosges. Unter dem Dach lagen –wie auch später bei den Bauten an den Haussmann’schen Boulevards- die Zimmer des Dienstpersonals.

Heute wird die ursprüngliche Harmonie des Platzes  beeinträchtigt durch spätere Veränderungen: der Anlage der breiten rue Etienne Marcel und den beiden die anderen Gebäude überragenden protzigen Bauten rechts und links davon  – der Baron Haussmann lässt grüßen. Seiner Abrissbirne fiel auch das hôtel particulier zum Opfer, das sich La Feuillade für sich selbst vorbehalten hatte. Immerhin erinnert noch die rue La Feuillade an den Spiritus Rector des Platzes.

Aber einiges von dem ursprünglichen Glanz ist immer noch sichtbar- übrigens auch dann, wenn man, da wo es möglich ist, durch ein offenes Tor geht und einen Blick ins Innere wirft.

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Da hat selbst die enge Treppe für das Dienstpersonal ihren ästhetischen Reiz.

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Die Beleuchtung des Platzes

Neben der monumentalen Statue und der umgebenden noblen Bebauung hatte sich La Feuillade für „seinen“ Platz noch ein besonderes highlight –im wahrsten Sinne des Wortes- ausgedacht: nämlich eine Beleuchtung, die auch nachts das Standbild des Sonnenkönigs in helles Licht tauchen sollte. Es waren Schiffslaternen, die auf einem von jeweils  drei Säulen getragenen Sockel aus rotem Marmor befestigt waren. Auf dem nachfolgend abgebildeten Aquarell von Adam Perelle aus dem 1695 kann man im Vordergrund rechts und links zwei der Lampen-Aufbauten gut erkennen.[12]

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Wäre das Bild einige Jahre später entstanden, wäre das nicht mehr der Fall gewesen, denn seit 1699 wurden die Lampen ausgelöscht: Ihr Betrieb war viel zu aufwändig und kostspielig – und die place des Victoires hatte die Finanzen selbst des höchst vermögenden La Feuillade ruiniert. 1719 wurde dann die gesamte Beleuchtungsanlage demontiert. Vier der Säulen sind allerdings noch erhalten: Sie tragen den Baldachin des Hauptaltars der Kathedrale von Sens.[13] Und erhalten sich auch einige der jeweils 6 Medaillons, die zwischen den die Schiffslaternen tragenden Säulen hingen. Auf ihnen waren – um noch einmal das Wort aufzugreifen: highlights der Regierungszeit Ludwigs XIV. zu sehen.

Die noch erhaltenen Medaillons sind heute im Louvre ausgestellt.

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Hier ein ebenfalls von Martin van den Bogaert/Desjardins entworfenes Medaillon, das die Unterwerfung des  Dogen von Genua zeigt. Ludwig XIV. hatte Genua 1684 bombardieren lassen, weil die Republik Galeeren an Spanien geliefert hatte.  Der Doge, der aufgrund eines Gesetzes die Stadt eigentlich nicht verlassen durfte, wurden nun gezwungen, nach Versailles zu kommen und sich dort persönlich zu unterwerfen. Es war dies ein Ereignis, das „damals alle Gemüter beschäftigte“, wie ein zeitgenössischer Beobachter schrieb.  Am Tag der Audienz sei „der Zustrom von Leuten jeglichen Standes in Versailles so ungeheuer“ gewesen, „dass vom Hofe des Schlosses bis zur Großen Galerie, woe der König den Dogen empfing, das schrecklichste Durcheinander herrschte“. Dieses Ereignis musste also auch auf der place des victoires veranschaulicht werden, und die Flaneure benötigten kaum eine Erläuterung zu dem Medaillon. (13a)

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Dies ist der Ausschnitt eines weiteren Medaillons (entworfen von Jean Regnaud), das eine Wassernymphe von Versailles zeigt. Mit ihrer linken Hand deutet sie auf das Schloss des Sonnenkönigs,  Das sich über die ganze  Bildbreite hinziehende Aquädukt repräsentiert die Zufuhr des Seine-Wassers von der grandiosen, aber nur bedingt effizienten „Maschine von Marly“ nach Versailles und das Aquädukt von Maintenon, Teil des gescheiterten Projekts einer Umleitung des Flusses Eure: Ausdruck der absolutistischen Hybris des Sonnenkönigs.[14]

Das Ensemble der place des Victoires  beeindruckte die Zeitgenossen in hohem Maße. Und aller kritischer Stimmen zum Trotz wurde der Platz zum Vorbild für viele weitere Plätze dieser Art. Direkte Nachfolgerin sozusagen war die place Vendôme in Paris, deren Planung auf den damaligen Kriegsminister und Verantwortlichen für das Bauwesen (Surintendant des Bâtiments), den Marquis de Louvois zurückgeht. Und da musste der Platz natürlich noch weitläufiger sein und die Statue in der Mitte noch eindrucksvoller: Sie stellte den König nicht zu Fuß dar, sondern hoch zu Ross – 7 Meter hoch, auf einem Sockel von 10 Metern, so dass die schon beeindruckende Gesamthöhe der Statue auf der place des Victoires noch einmal um 5 Meter übertroffen wurde. Und dazu passten auch die ursprünglichen Bezeichnungen des Platzes:  place Louis-le-Grand oder place de Nos Conquêtes (Platz Unserer Eroberungen). Und danach gab es eine Fülle weiterer Projekte für die Errichtung königlicher Plätze in ganz Frankreich, ja Europa (z.B. Kassel, Friedrichsplatz), die sich auf diese Vorbilder bezogen.[15]

5. La Place des Victoires von der Französischen Revolution bis heute

Während der Französischen Revolution ereilte die Statue Ludwigs XIV. auf der place des Victoire das gleiche Schicksal wie alle anderen Statuen auf den fünf königlichen Plätzen von Paris: Sie wurde abgerissen und eingeschmolzen.[16]

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Abriss der Statue am 13. August 1792. Die vier Gefangenen waren schon vorher befreit und in Sicherheit gebracht worden.

Aber der Platz blieb nicht lange leer. Denn dann kam Napoleon. Und der ließ die verwaisten königlichen Plätze vornehmlich mit mit neuen ihn feiernden Statuen schmücken. So auch die place de Nos Conquêtes, die heutige place Vendôme, die mit einer der Trajanssäule nachempfundenen Siegessäule mit der Statue Napoleons an der Spitze ausgestattet wurde.

Für die place des Victoire war eine andere, spektakuläre Lösung geplant, nämlich ein ägyptischer Tempel, der von Jean-François Chalgrin, dem Architekten des Arc de Triomphe, entworfen wurde.

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Dieser Tempel war bestimmt als Ehrenmal für die bei Marengo gefallenen Generäle Desaix und Kléber, die sich beide im Ägypten-Feldzug ausgezeichnet hatten. Und dazu und zu der nach dem  Ägypten-Feldzug Bonapartes grassierende Ägyptomanie passte ein solcher Tempel.[17]  Neben der geplanten zentralen Pyramide auf dem neuen Friedhof Père Lachaise, dem Riesen-Obelisken auf dem  Pont Neuf war dies der dritte spektakuläre, aber dann doch nicht realisierte Bestandteil eines architektonischen Ägypten-Dreigestirns im napoleonischen Paris. 

Ganz ohne Ägypten blieb der Platz aber nicht. Denn dort enthüllte Napoleon am 15. August 1810, also an seinem Geburtstag, das von Claude Dejoux geschaffene Standbild des Generals Louis Charles Antoine Desaix.   In der Schlacht von Marengo (Piemont) war Desaix tödlich verwundet worden. Napoleon schätzte ihn außerordentlich, wie aus seinen auf Sankt Helena geschriebenen Memoiren deutlich wird.[18]

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Die Statue war aus Bronze, allerdings stand neben dem General ein kleiner steinener Obelisk – ebenso wie die Papyrus-Blätter auf dem Sockel ein Bezug zur Teilnahme des Generals an dem ägyptischen Feldzug Napoleons. Der Obelisk gehörte zur Antikensammlung des Kardinals Albani, die zum Teil im Zuge des systematischen Kunstraubs Napoleons nach Paris  verbracht wurde, um dort das Musée Napoleon zu schmücken. Der Obelisk allerdings fand auf der place des Victoires Verwendung, um den General Desaix zu ehren und seine Siege in Ägypten zu feiern.

Allerdings war die Statue höchst umstritten, natürlich nicht wegen der dazu gehörenden Raubkunst, sondern wegen des in griechischer Manier unbekleidet dargestellten Helden. So verschwand sie schon im Oktober 1810  hinter einem Bretterzaunt und  1814 wurde sie wieder demontiert. Das Metall der Statue fand nach der Niederlage Napoleons und der Rückkehr der Bourbonen dann eine neue Verwendung: Zusammen mit dem Metall des Napoleons von der Vendôme-Säule und dem Napoleon von der Säule der Grande Armée in Boulogne wurde es für die Herstellung der neuen Reiterstatue Henri Quatres auf dem Pont-Neuf verwendet, die die in der Revolution zerstörte ursprüngliche Statue ersetzte.[19]   Erhalten blieb lediglich der vordere Teil eines bronzenen Daumens, der zu der privaten Sammlung Vivant Denons, des Kunsträubers Napoleons, gehörte und nach dessen Tod versteigert wurde.[19a]    Der Obelisk sollte –wie auch der geraubte Laokoon oder der Apoll von Belvedere- wieder an seine ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden. Allerdings  konnten sich die Erben des Kardinals Albani  nicht den Rücktransport nach Italien leisten. So verkauften sie den Obelisken an den bayerischen König Ludwig I. Der ließ den Obelisken vor dem Eingang zum Ägyptischen Museum im Hofgarten aufstellen, inzwischen steht er im Museum.[20]

Mit der Restauration und der Rückkehr der Bourbonen kehrten auch die Statuen der königlichen Plätze von Paris zurück – bzw. die alten, eingeschmolzenen wurden durch neue ersetzt – mit Ausnahme der place de  la concorde,  wo die zerstörte Reiterstatue Ludwigs XV. zunächst durch eine statue de la liberté und dann durch den Obelisken von Luxor ersetzt wurde. Auf der Place des Victoires wurde 1822 ein neues bronzenes Standbild Ludwigs XIV. eingeweiht, aufgestellt auf einem Sockel aus 5 Blöcken Carrara-Marmor.

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Ludwig XIV.  ist in der Tracht eines römischen Kaisers auf einem sich aufbäumenden Pferd dargestellt, das von ihm im Zaum gehalten wird. Vorbild war der „bronzene Reiter“, die von dem Franzosen Étienne Falconet geschaffene Reiterstatue Peters des Großen in Sankt Petersburg.

Auf den beiden Längsseiten des Sockels sind große Bronzereliefs angebracht, wovon das eine –wie schon bei der ursprünglichen Statue- den Übergang über den Rhein zeigt. Da ist Ludwig XIV. übrigens  in Reichweite der feindlichen Musketenkugeln dargestellt. Aber die Verherrlichung des Sonnenkönigs, der sich mutig in den Kampf stürzt, war damit auf die Sptze getrieben.

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Das Relief auf der anderen Seite zeigt die Stiftung des ordre royal et militaire de Saint-Louis durch Ludwig XIV. im Jahr 1693.  Dieser Orden wurde 1791 aufgehoben und 1814 durch Ludwig XVIII., der das neue Denkmal in Auftrag gegeben hatte, wieder eingeführt. Insofern stellt sich der dank der Restauration an die Macht gekommene 18. Ludwig in eine Reihe mit Ludwig dem Heiligen und „Ludwig dem Großen“.  Allerdings währte das ja nur bis zur Julirevolution von 1830, durch die nicht nur Ludwig XVIII. gestürzt, sondern auch der von ihm wiederbelebte Orden endgültig abgeschafft wurde.

Ein Besuch des Platzes lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn man kein Fan der haute-couture ist, die sich dort niedergelassen hat. Zu entdecken gibt es genug.

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Sogar der Invader hat dem Platz seine Referenz erwiesen.[21]

Und nicht versäumen sollte man dann auch den kleinen Abstecher zur benachbarten Place des Petits-Pères mit der Wallfahrtskirche Kirche Notre Dame- des- Victoires (mit ihren 37 000  Votivtafeln und dem Kenotaph des Komponisten Lully), den gegenüberliegenden Fassaden mit den Marienstatuen (früher gab es dort Devotionalienhandlungen)  und dem Gebäude der ehemaligen Bank Léopold Louis-Dreyfus, das unter dem Regime von Vichy Sitz des Generalkommissariats für die Judenfragen (Commissariat général aux questions juives) war, dem willigen französischen Handlanger bei der Ausgrenzung und Deportation von Juden… Aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

Anmerkungen:

[1] Ziegler, L’invention des places,  S. 33

Das Beitragsbild ist ein kolorierter Ausschnitt aus dem Plan Turgot von 1739

(1a) Madame de Sévigné, Brief. Herausgegeben und übersetzt von Theodora Von der Mühll. Insel Taschenbuch 395. 1979, S. 129

[2] https://www.notrehistoireavecmarie.com/fr/esc/la-naissance-de-louis-xiv-dieudonne-neuf-mois-apres-la-priere-du-frere-fiacre/

[3] Der père Fiacre wurde dann auch zum Patron der Droschken, der Fiaker.

[4] Bild aus:  http://paris1900.lartnouveau.com/paris02/place_des_victoires.htm

[5] Die ursprüngliche Marmorversion soll sich nach übereinstimmenden Informationen in der Orangerie von Versailles befinden, aber dort nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

[6] https://www.louvre.fr/oeuvre-notices/quatre-captifs-dits-aussi-quatre-nations-vaincues-lespagne-lempire-le-brandebourg-et-

(6a) Zeitgenössische Zitate aus: Der Hof Ludwigs XIV. in Augenzeugenberichten. Herausgegeben von Gilette Ziegler. München: dtv 1981, S.99

[7] Ziegler: https://core.ac.uk/download/pdf/79193225.pdf

[8]  Die Brutalität des französischen Vorgehens, vor allem die Plünderung und Einäscherung der Orte Swammerdam und Bodegraven mit seinen Bewohnern durch die Truppen des Marschalls de Luxembourg, wurde von den Holländern in ganz Europa verbreitet.

[9] Die Inschrift befand sich auf dem Sockel der Statue unterhalb des königlichen Emblems. Zur Kritik siehe das Buch von Ziegler über den „Sonnenkönig und seine Feinde.“. Siehe auch: https://www.arthistoricum.net/kunstform/rezension/ausgabe/2011/5/18821/

[10] Abbildung aus:  https://www.inumis.com/shop/louis-xiv-inauguration-de-la-statue-de-la-place-des-victoires-a-paris-d1686-paris-1901956/

Zitat des Abbé de Choisy aus: Der Hof Ludwigs XIV. in Augenzeugenberichten, S. 235

[11 Zum Invalidendom siehe den Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2017/03/12/napoleon-in-den-invalides-es-lebe-der-kaiser-vive-lempereur-3/

[12] Aquarell von Adam Perelle 1695 Bild aus:  https://de.wikipedia.org/wiki/Place_des_Victoires#/media/Datei:Paris

[13] Siehe- nicht ganz zutreffend- die Darstellung im Wikipedia- Artikel über die Kathedrale von Sens: „Le maître-autel, œuvre de Servandoni,  date de 1742. Il est surmonté d’un baldaquin supporté par quatre colonnes de marbre rouge provenant du monument dédié à Louis XIV  place de la Victoire à Paris“ – Die Säulen stammen ja nicht von dem Monument Ludwigs XIV. und auch nicht von der „place de la Victoire“….  Richtig und Interessant ist aber die Bezug zwischen Paris und Sens. Immerhin  gehörte Paris, als der Hauptaltar der Kathedrale von Sens  errichtet wurde, zur Diozöse Sens. Und der Architekt Servandoni war ja vor allem in Paris tätig und wesentlich beteiligt am Bau von Saint Sulpice.

[13a]  Zeitgenössischer Bericht des Marquis de Sourches. Zitiert in: Gilette Ziegler, Der Hof Ludwigs XIV. in Augenzeugenberichten. München: dtv 1981, S. 214/215

[14] https://www.louvre.fr/oeuvre-notices/les-magnifiques-batiments-de-versailles 

Siehe auch die Blogbeiträge zur Wasserversorgung von Versailles, vor allem: https://paris-blog.org/2019/04/01/die-fontaenen-von-versailles-2-ausdruck-absolutistischen-groessenwahns/

und: Der Kanal Louis XIV. und das Aquädukt von Maintenon.

[15] Ziegler, L’invention des places royales. http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/4543/1/Ziegler_L_invention_des_places_2002.pdf

[16]https://www.unjourdeplusaparis.com/paris-reportage/anciennes-statues-places-royales

[16a]  https://www.pinterest.ph/pin/plan-and-elevation-of-the-temple-which-once-stood-at-place-des-victoires-paris-jean-franois-thrse-chalgrin–319263061056419675/?send=true

[17]  Bilder:      https://www.pinterest.ph/pin/plan-and-elevation-of-the-temple-which-once-stood-at-place-des-victoires-paris-jean-franois-thrse-chalgrin–319263061056419675/?send=true  und https://www.parismuseescollections.paris.fr/es/node/173314

[18]  Bild aus: https://fr.wikipedia.org/wiki/Place_des_Victoires 

Napoleon über Desaix: Le talent de Desaix était de tous les instans ; il ne vivait, ne respirait que l’ambition noble et la véritable gloire. C’était un caractère antique. Il aimait la gloire pour elle-même et la France au-dessus de tout. (…) L’esprit et le talent furent en équilibre avec le caractère et le courage, équilibre précieux qu’il possédait à un degré supérieur https://www.napoleon-empire.net/personnages/desaix.php

Desaix wurde auf Veranlassung Napoleons am 14. Juni 1805, dem Jahrestag der Schlacht von Marengo, auf dem Großen Sankt Bernhard bestattet. Da war zwar Desaix nie gewesen, aber mit der Beerdigung sollte ja vor allem Napoleon selbst gefeiert werden. Organisator der Zeremonie war Napoleons künstlerischer Generaldirektor Vivant Denon.  Siehe: Reinhard Kaiser, der glückliche Kunsträuber. Das Leben des Vivant Denon. München 2016, S. 199/201

[19] siehe: Dominique Lesbros, Paris mystérieux et insolite. Paris 2005, S. 77ff

[19a]  siehe: Reinhard Kaiser, der glückliche Kunsträuber. Das Leben des Vivant Denon. München 2016, S. 274/5

[20] Siehe: Agnes Allroggen-Bedel,  Winckelmann, die Villa Albani und das Musee Napoleon: Winckelmanns Einfluß auf die napoleonische Museumspolitik. http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/3085/1/Allroggen-Bedel_Winckelmann_Die_Villa_Albani_2007.pdf

[21] Zum Invader siehe den Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2018/10/01/street-art-in-paris-3-der-invader/

Literatur:

Bresc,  Geneviève, „Le décor de la place des Victoires“, in Feuillets du Louvre, 1989, n 5.01

Bresc, Geneviève, „Louis XIV, place des Victoires“, Art ou politique ? Arcs, statues et colonnes de Paris, DAAVP, Paris, 1999, pp.64-68

Isabelle Dubois, Alexandre Gady, Hendrik Ziegler (Hrsg.): La Place des Victoires. Editions de la Maison des Sciences de l’Homme, Paris 2003,

Potvin,  Manon et Bresc-Bautier Geneviève, La Sculpture sous tous ses angles. À propos de la sculpture monumentale de plein air en France au XVIIe siècle, Éditions du musée du Louvre, Service culturel, Paris, 1995, pp.20-21

Seelig, Lorenz: Studien zu Martin van den Bogaert, gen. Desjardins (1637-1694), Altendorf 1980

Ziegler, Gilette: Der Hof Ludwigs XIV. in Augenzeugenberichten. Mit einem Vorwort von Gilbert Ziebura.  München: dtv 1981

Ziegler, Hendrik, L’invention des places royales. In: Sarmant, Thierry und Gaume, Luce (Hrsg), La place Vendôme. Art, pouvoir et fortune. Paris 2002, S. 32-41. Auch unter: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/4543/1/Ziegler_L_invention_des_places_2002.pdf

Ziegler, Hendrik, Der Sonnenkönig und seine Feinde. Die Bildpropaganda Ludwigs XIV. in der Kritik. Petersberg: 2010

Ziegler, Hendrik, DER ANLASS FÜR DIE ABFASSUNG DES TRAKTATS ÜBER DIE STATUEN: DIE IN- UND AUSLÄNDISCHEN EINSPRÜCHE GEGEN DAS DENKMAL DER PARISER PLACE DES VICTOIRES. In: Originalveröffentlichung in: Bodart, Diane H. ; Ziegler, Hendrik (Hrsgg.): Lemée, François: Traité des Statuës. Commentaires / Kritischer Apparat, Bd. 2. Weimar 2012, S. 85-101 https://core.ac.uk/download/pdf/79193225.pdf

 

Weitere Blog-Beiträge zu Ludwig XIV.:

Le Potager du Roi in Versailles, der Obst- und Gemüsegarten Ludwigs XIV. https://paris-blog.org/2016/04/12/le-potager-du-roi-in-versailles-der-obst-und-gemuesegarten-ludwigs-xiv/

Die Fontänen im Park von Versailles (1): Feier des Sonnenkönigs und Machtdemonstration  https://paris-blog.org/2017/09/01/die-fontaenen-von-versailles-1-die-feier-des-sonnenkoenigs/

Die Fontänen im Park von Versailles (2):  Ausdruck absolutistischen Größenwahns https://paris-blog.org/2019/04/01/die-fontaenen-von-versailles-2-ausdruck-absolutistischen-groessenwahns/

Die Fontänen im Park von Versailles (3): Der Kanal Louis XIV und das Aquädukt von Maintenon   https://paris-blog.org/2020/05/19/der-canal-louis-xiv-und-das-aquaedukt-von-maintenon-die-fontaenen-von-versailles-teil-3/  

Die Manufacture des Gobelins (Paris, 13. Arrondissement):https://paris-blog.org/2018/08/01/die-manufacture-des-gobelins-politik-und-kunst/:

Napoleon in den Invalides https://paris-blog.org/2017/03/12/napoleon-in-den-invalides-es-lebe-der-kaiser-vive-lempereur-3/

 

 

 

Die Petite Ceinture (2): Die Rückeroberung der stillgelegten Ringbahntrasse

Dies ist die Fortsetzung des im Februar 2020 in diesen Blog eingestellten Beitrags über die Pariser Ringbahn, die Petite Ceinture – in einem kürzlich im Reiseteil der FAZ veröffentlichten Beitrag auch die Pariser Gürtellinie genannt.

https://paris-blog.org/2020/02/20/die-petite-ceinture-teil-1-kinder-und-kohl-statt-kohle-und-kanonen/

https://paris-blog.org/2020/02/20/die-petite-ceinture-teil-1-kinder-und-kohl-statt-kohle-und-kanonen/

In diesem ersten Teil ging es vor allem um die Geschichte dieser in der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegten Ringbahn, die zunächst militärischen und wirtschaftlichen Zwecken diente, dann aber vor allem ein wichtiges Mittel des Personentransports war, um eine Verbindung zwischen den Pariser Kopfbahnhöfen herzustellen. Als diese Verbindungen dann direkter und schneller durch die Metro-Linien ermöglicht wurden und Lastkraftwagen ein effizienteres Mittel des Warentransports wurden, verlor die Ringbahn immer mehr an Bedeutung und wurde schließlich ganz aufgegeben. Die Trasse wurde sich selbst bzw. der Natur überlassen. In den letzten Jahren aber hat die Stadt Paris die Bedeutung dieses Grüngürtels erkannt und ist dabei, einige dafür geeignete Teilstücke als Naherholungsgebiete zugänglich zu machen:  Das ist gemeint, wenn von der reconquête  der Petite Ceinture,  gesprochen wird. Um diese Zurückgewinnung der Ringbahntrasse geht es in dem nachfolgenden Beitrag.

In den Jahren nach Stilllegung der Petite Ceinture war die ehemalige Bahntrasse weitgehend sich selbst bzw. der Natur überlassen, die allmählich das Gelände zurückeroberte.[1] Nur die Bahngleise wurden von der Eigentümerin, der Staatsbahn SNCF, freigehalten, weil darunter wichtige und wertvolle Glasfaserkabel verlegt waren.

1993 wurde aber nicht nur der regelmäßige Verkehr auf dem größten  Teil der Petite Ceinture eingestellt, sondern auch die Association Sauvegarde Petite Ceinture (ASPCRF) gegründet, deren schon im Namen kenntlich gemachtes Ziel es war, die stillgelegte Ringbahn –wenn auch in veränderter Form- zu erhalten.[2] Die Planungen bezogen sich zunächst auf die Nutzung der Petite Ceinture als Trasse für eine Straßenbahn. Allerdings gab es auch schon Überlegungen, die Straßenbahn stattdessen auf den boulevards des Maréchaux zu platzieren. Aber es gab auch Vorschläge, statt einer Straßenbahn die Trasse für einen umweltfreundlichen Transport von Gütern zu nutzen.[3]  Und schließlich setzten sich mehrere Initiativen  für eine Nutzung als Grüngürtel („promenade plantée“ bzw. „coulée verte“) ein, wobei allerdings auch hier die Vorstellungen stark voneinander abwichen: Pfad für Fußgänger? Weitergehende Nutzung z.B. für Spielplätze und Gärten? Die Petite Ceinture als ein der Natur überlassenes Biotop?

Inzwischen sind mehrere Teilstücke der Petite Ceinture für die Öffentlichkeit geöffnet und diese „Rückeroberung“, wie sie von der Stadtverwaltung genannt wird, soll fortgesetzt werden. Bis 2020 sollen insgesamt etwa 10 Kilometer zugänglich sein.[4]

Plan reconquête

Diese Planungen liegen auf einer Linie mit der allgemeinen „Rückeroberungspolitik“  unter den sozialistischen Bürgermeistern Delanoë und Hidalgo. Die bezog und bezieht sich ja schon seit längerem auf prominente Plätze wie die Place de la République, die Place de la Nation oder die Place de la Bastille und auf große Straßen wie die rue de Rivoli oder den Boulevard Voltaire,  wo der Autoverkehr zurückgedrängt und mehr Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer geschaffen wird; und natürlich auf die „Rückeroberung“ der Seine-Tiefkais, der „berges de la Seine“, die jetzt endlich und wohl auch endgültig vom Autoverkehr befreit sind.[5]

Die „Rückeroberungspolitik“ ist, so umstritten sie in ihrer konkreten Umsetzung auch sein mag, eine stadtplanerische Notwendigkeit. Paris ist eine „ville hyperdense“ (6) : Deshalb ist jeder Quadratmeter zusätzlicher Naherholungsraum ein Gewinn. Paris ist immerhin mit 21 290 Einwohnern pro Quadratkilometern die mit Abstand dichtbevölkertste Stadt Europas- vor Barcelona mit 16 200 und London mit 12 000 – und weit vor den deutschen Großstädten (München 4570; Berlin 4060; Frankfurt 2960 und München 2340). (7)  Und wären nicht die außerhalb des früheren Festungsgürtels, also der „natürlichen“ Stadtgrenze, gelegenen großen Naherholungsgebiete Bois de Vincennes und Bois de Boulogne eingemeindet, sähen die Zahlen noch  wesentlich ungünstiger für Paris aus.

Die bisher für die Öffentlichkeit freigegebenen oder zur Freigabe vorgesehenen Teilstücke  der Petite Ceinture bringen allerdings nur wenig Entlastung, sind sie doch recht kurz. Das hat seinen Grund wohl vor allem in den Tunneln, die bisher abgesperrt sind und die zum Teil auch zu lang sind, um durchgängig geöffnet werden zu können. Da ist eher daran gedacht, die Tunneleingangsbereiche für Veranstaltungen (z.B. Disko, Musik) zu nutzen.  In einer Tageswanderung Paris auf den ehemaligen Trassen der Petite Ceinture umrunden zu können, wird sicherlich  ein Traum bleiben. Aber immerhin gibt es schon kleine Naherholungsgebiete und Ruhezonen für Mensch und Natur, und es soll noch weitere geben.  Für den Paris-Besucher werden sie sicherlich nicht erste  Adressen sein, aber wenn man etwas mehr Zeit und Muße hat, lohnt  sich ein Besuch, den man ja meist auch gut mit anderen Projekten verbinden kann.

Nachfolgend werden einige der bisher zugänglich gemachten Teilstücke der Petite Ceinture vorgestellt. Die Reihenfolge folgt der Nummerierung der betroffenen Arrondissements.

Die Petite Ceinture im 12. Arrondissement

Die gemeinschaftlichen Gärten am Square Charles Péguy

Eine von der Stadt Paris unterstützte und von mehreren Initiativen getragene Form der Nutzung der Bahntrasse ist die Einrichtung von gemeinschaftlichen Gärten. Einer davon befindet sich im 12. Arrondissement neben den Gleisen der Petite Ceinture beim Square Charles Péguy

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Der Eingang befindet sich in der  rue Rottembourg 21 bei der Überführung.

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Als wir uns 2018 dort umsahen, trafen wir zufällig den Verantwortlichen der zuständigen Association. 20 Mitglieder bewirtschaften  gemeinschaftlich einen Teil des Gartens.  Wenn man ein Jahr lang am Gemeinschaftsgarten mitgearbeitet hat, kann man aber auch ein privates Eckchen zugeteilt bekommen. Die Gärten sind für jedermann zugänglich, die Mitglieder der Association sind also darauf angewiesen, dass ihre Arbeit und vor allem die Früchte ihrer Arbeit respektiert werden- vor allem dann, wenn 2019 das parallel verlaufende Teilstück der Petite Ceinture öffentlich zugänglich gemacht wird.

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Ein Problem für die Gärtner ist natürlich die Erde,  die neben den alten Bahngleisen natürlich –vorsichtig ausgedrückt- nicht optimal ist, geschweige denn ökologischen Ansprüchen entspricht. Eine wesentliche Aufgabe der Gartenfreunde ist  also die Bodenverbesserung bzw. der Bodenaustausch.  Die zu Hause anfallenden Bioabfällle werden mitgebracht und zu Kompost verarbeitet. Zum Teil werden Hochbeete angelegt, so dass nicht tief wurzelnde Pflanzen auf jeden Fall in unverdorbenem guten Boden wachsen.

Der rührige Vereinsvorstand wollte uns gleich engagieren, hatte aber Verständnis, dass das in unserem Fall nicht passt. Schenkte uns aber zum Abschied einige Ableger eines sehr aromatischen Bohnenkrauts.

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Inzwischen  (September 2019) sind die Kürbisranken bis hoch zu den Bahngleisen gewachsen…

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Von dort hat man nun auch einen direkten Zugang zu dem neuen Teilstück der Petite Ceinture. An dem Zugang befindet sich auch eine kleine Ausstellung zur die Geschichte der Petite Ceinture.

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Dazu gehört auch ein kleines Quiz, z. B. mit der nachfolgenden Frage, welchem der vier angegebenen Tiere man kaum auf der Petite Ceinture  begegnen wird: Fledermaus, Wildschwein, Fuchs oder Fasan. Die richtige Antwort lautet: B, also Wildschwein. (Den anderen drei Tieren bin ich allerdings bei meinen Wanderungen auf der Petite Ceinture  noch nicht begegnet.)

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Die Villa du Bel Air: Ein neues Teilstück wird zugänglich gemacht (2019)

Seit dem Frühjahr 2019 ist das an diesen Gärten gelegene Teilstück der Petite Ceinture zwischen der Villa de Bel Air und der Rue des Meuniers (1670 Meter) für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Petite Ceinture Villa Bel Air (15)

An der schönen Seitenstraße Villa du Bel-Air gab es  früher einen Bahnhof der Petite Ceinture, jetzt einen Behinderten-gerechten Zugang zu dem neu eröffneten Teilstück. Im Jahr 1887 habe es hier insgesamt 787 000 Passagiere gegeben, wie man einer Informationstafel entnehmen kann, und 132 bis 172 Personen- und Güterzüge pro Tag. Wenn man dabei die Nachzeiten ohne Zugverkehr berücksichtige, bedeute das eine Zugfrequenz alle 6-7 Minuten mit 120 Passagieren am Bahnhof Bel-Air-Ceinture.

Petite Ceinture Villa Bel Air (3)

Wie auch an anderen Stellen der Petite Ceinture waren hier die Artisten der Street-Art schon am Werk….

Petite Ceinture Villa Bel Air (6)

…. und neben dem Bahndamm haben Wohnsitzlose ihre Zelte aufgeschlagen.

Petite Ceinture Villa Bel Air (12)

Durch das neue zugänglich gemachte Teilstück wird eine Verbindung zwischen der coulée verte René-Dumont und dem Bois de Vincennes geschaffen.[8]  Man kann dann also auf einem ca 5 km langen schönen, interessanten Spazierweg von der Place de la Bastille über den Viaduc des Arts und die promenade plantée/coulée verte Renée-Dumont bis zum lac Daumesnil, dem Bois de Vincennes und dem musée de l’immigration, dem Ort der Kolonialausstellung von 1931, gelangen. Es ist ein Spaziergang auf der ehemaligen Trasse des Chemin de fer Paris à Vincennes und dann weiter an die Marne und dann auf einem kleinen Stück der Petite Ceinture. Höchst empfehlenswert![9]  

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Inzwischen (September 2019) ist zwar die Strecke zwischen dem Cours de Vincennes und der rue de Charenton noch nicht offiziell freigegeben, aber auf einem der ehemaligen Gleise ist schon ein schöner Weg für Jogger, Fußgänger, Kinderwagen etc angelegt.cp

Und es wurden schon oder werden gerade  Schilder zur Orientierung  montiert.

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Wenn da allerdings zu lesen ist, dass es noch 20,6 km nach Bercy seien, bedeutet das nicht, dass die Petite Ceinture bis dorthin zugänglich wäre….

Die Petite Ceinture im 13. Arrondissement (seit 2016)

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Dieses Teilstück der Petite Ceinture ist das dritte (nach denen des 16. und des 15. Arrondissement), das für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Es ist -begrenzt durch nicht zugänglich Tunnel- nur 500 Meter lang.

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Weil es sich um ein Teilstück der Petite Ceinture mit dem ehemaligen Bahnhof von Rungis handelt, konnten nicht nur die ehemaligen Bahngleise,  sondern auch  die ehemaligen Bahnhofs.- und Lagerflächen  „zurückerobert“ werden. Angelegt wurde hier Rasenflächen zum Entspannen und Spielflächen  für Kinder.[10]  

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Also ein interessantes Angebot für die Bewohner des 13. Arrondissements. Und einen kleinen, allerdings nicht öffentlich zugänglichen, gemeinschaftlichen Garten gibt es auch hier.

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Zugang:  60, rue Damesme 75013 Paris   Métro  Maison Blanche, ligne 7 oder Station Poterne des Peupliers der Straßenbahnlinie T  3a (zwischen Porte de Vincennes und Pont du Garigliano)

Die Petite Ceinture im 15. Arrondissement (2013)

Das seit 2013 zugänglich gemachte Teilstück der Petite Ceinture im 15. Arrondissement verbindet zwei Parks, den Park Georges Brassens und den Park André Citroën, der seinen Namen einer ursprünglich dort angesiedelten Autofabrik verdankt.

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Dieses 1,5 Kilometer lange Teilstück der Petite Ceinture verläuft parallel zu dem Boulevard Victor auf einem Damm.

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Am Anfang und Ende des Weges (Place Balard, Olivier de Serres) gibt es Aufzüge, mit denen der Damm leicht zu erreichen ist.

Der Weg ist „ein schöner versteckter Ort“ in Paris[11], mit viel Grün, umgeben von der Stadtlandschaft, aber abgeschirmt von ihrem Lärm: ideal für Jogger, für Spaziergänger und vor allem auch für Kinder, die hier gefahrlos ihre ersten Fahrversuche mit Fahrrädern unternehmen können.

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In der Mitte des Wegs kommt man am früheren Bahnhof Vaugirard vorbei.

Das war früher ein stattliches Bahnhofsgebäude mit Fahrkartenverkauf, Wohnung und Diensträumen für den Bahnhofsvorstand und einem Wartesaal oben an den Bahngleisen.[12]

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Heute bietet der Bahnhof ein ziemlich tristes Bild – aber vielleicht gibt es ja Pläne für eine neue, sinnvolle  Nutzung. Ich habe einen Vorschlag: Vielleicht könnten die rührigen Freunde der Petite Ceinture dort ja ein kleines Museum einrichten….

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Das alte Schild LM signalisierte den Zugführern, dass hier ihr Spielraum zum Rangieren endete. (Limite de Manœuvre)

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Intakt ist noch  der alte Aufgang zu den Bahngleisen des Bahnhofs.

Im Bereich des früheren Bahnhofs ist das Gelände der Petite Ceinture ausgeweitet und bietet damit zusätzliche Erholungs- und Kommunikationsmöglichkeiten…

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Paris de la Seine à la Seine

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Seit Neuestem gibt es auch den Vorschlag für einen Spazierweg, der die gesamte südliche Trasse der Petite Ceinture entlang führt, sie zum Teil – wie auf dem hier beschriebenen Teilstück im 15. Arrondissement- auch direkt nutzt. Es gibt dazu in den Rathäusern der Arrondissements (und sicherlich auch im Info-Zentrum des Pariser Rathauses) einen Faltplan mit dem Titel: Petite Ceinture. Paris de la Seine à la Seine. Danach handelt es sich um einen neuen künstlerischen und kulturellen Weg, der im Auftrag der Stadt Paris von einem Architektur-Kollektiv entworfen wurde.  Entlang des Weges wird auf kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht, Aussichtspunkte und mögliche Ein- und Ausstiege sind ebenfalls eingezeichnet. Wie lange die Strecke insgesamt ist und wie viel Zeit man dafür veranschlagen muss, ist nicht angegeben. Aber im Frühjahr oder Sommer werden wir uns da sicherlich einmal auf den Weg machen.

Der „corridor écologique“ im 16. Arrondissement (2007)

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Das erste 2007 für die Öffentlichkeit zugänglich gemachte Teilstück der Petite Ceinture liegt im 16. Arrondissemet zwischen dem boulevard de Montmorency und dem boulevard Beauséjour.+

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Es handelt sich um einen 1,2 km langen Pfad. Die früheren Schienen sind zwar entfernt, der Schotter als Untergrund aber noch erhalten, und  es ist unverkennbar, dass man sich auf einem teilweise leicht erhöhten ehemaligen Bahndamm befindet.

Mit Hilfe von Anpflanzungen, kleinen Lichtungen, naturnahen Sitzplätzen und Mauern wird der Weg etwas aufgelockert.  Da es sich auch um einen Lehrpfad handelt, gibt es auch sechs Stationen mit entsprechenden Erläuterungen.[13]

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An die Vergangenheit der Petite Ceinture erinnert noch diese Sitzbank:

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Und ein „hôtel des insectes“ darf natürlich auch nicht fehlen:

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Zugänge zu diesem Teilstück der Petite Ceinture: gegenüber dem Haus Nr. 77 des Boulevard de Montmorency (Einmündung der rue du Ranelagh und gegenüber dem Haus Nr. 36 des boulevard de Beauséjour.

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Das Haus im Hintergrund des Bildes weist übrigens darauf hin, dass es sich hier in der Tat um einen „schönen Aufenthalt“ im noblen 16. Arrondissement handelt. Und es ist ja wohl auch kein Zufall, dass gerade hier –noch zu Zeiten einer konservativen Stadtregierung- das erste Teilstück der Petite Ceinture für die öffentliche Nutzung zugänglich gemacht wurde.[14]

Die Recylerie (18. Arrondissement)

Auch wenn die Recyclerie gerne noch den sogenannten Pariser „Geheimtipps“ zugerechnet wird[15]: Eher ist es eine „angesagte Location“.  Denn sie ist in der Tat nicht nur  ein Café-Restaurant, sondern auch ein Reparatur-Atelier, eine Recycling-Kooperative, ein Veranstaltungsort und eine urbane Farm. Und das alles in einem ehemaligen Bahnhof der Petite Ceinture über, entlang und zum Teil auch auf den alten stillgelegten Gleisen der Pariser Ringbahn. Der Name Recyclerie, auch REcyclerie geschrieben, weist auf das Konzept hin, das in 4 Rs zusammengefasst wird: Repenser, Réduire, Réparer und schließlich natürlich: Recycler.[16 ]

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Ein besonderer Reiz der Recyclerie ist es, dass man nicht nur überhalb der Bahngleise Platz nehmen kann, sondern es auch Sitzgelegenheiten entlang der Gleise gibt, die man über einen Lauben- Treppengang erreicht.

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Dabei kommt man an einen Hühnerstall vorbei mit einem an der  Böschung zu den Bahngleisen angelegten Freigehege.

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An dem schmalen Gang zwischen den Gleisen und der Böschung gibt es Tische und Sitzplätze- Dort fühlt sich auch M Chat wohl. [17] 

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Daran schließt sich eine besondere Attraktion der Recyclerie an, nämlich der Gemüsegarten.

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Hier wird der ökologische Anspruch der Recyclerie anschaulich: Alle entsprechend verwertbaren Stoffe werden kompostiert.

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Und die so erzeugte fruchtbare Erde dient dann für die Aufzucht neuer Pflanzen.

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Besonders eindrucksvoll ist das Bewässerungssystem in dem Gemüsegarten, das sein Vorbild in Lateinamerika hat: Es werden Tonkugeln (Oyas) verwendet, die mit Wasser gefüllt werden, das sie dann langsam und kontinuierlich an die Umgebung abgeben. So spart man Arbeitszeit und Wasser, weil auf diese Weise kein nutzloses Oberflächenwasser verdunstet.

Zur Recyclerie gehört auch eine kleine Werkstatt, wo kleine Reparaturen erledigt werden und man auch Werkzeuge ausleihen kann.

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Und es gibt auch kulturelle Angebote, zum Beispiel im Sommer ein open-air Kino auf den Bahngleisen! Und für Interessierte gibt es auch jeden Dienstag und Samstag 16 Uhr Führungen durch die Anlage. (Anmeldungen über die Homepage: http://www.larecyclerie.com/infos-pratiques/)

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Insgesamt eine sympathische Einrichtung, die ihren Namen zu Recht trägt und die man wohl eher in Berlin als in Paris vermutet hätte.  So ganz alternativ ist die Pariser Recyclerie dann allerdings doch nicht: wird sie doch freundlich unterstützt von der Firma Veolia. Das ist  ein französischer Multi, der in vielen Ländern und Bereichen tätig ist, auch  der Abfallwirtschaft- und der die Recyclerie -immerhin nicht  aufdringlich- für seine Imagepflege nutzt…

Praktische Informationen: Metro Linie 4. Porte de Clignancourt.  Saal und Quais sind ab 12 Uhr geöffnet, Sonntags schon ab 11.

La Petite Ceinture in Ménilmontant (20. Arrondissement,  2018)

Ein kleines Teilstück der Petite Ceinture im 20. Arrondissement wurde 2018 öffentlich zugänglich gemacht.

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Von der rue de Ménilmontant führt eine breite Treppe zu der tiefer gelegten Trasse bzw. den früheren Quais, des Bahnhofs Ménilmontant, von dem allerdings nichts mehr erhalten ist.[18] Immerhin gibt es noch den alten Fußgängerüberweg, der an den früheren Bahnhof erinnert.

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Der Wildwuchs, der sich in den Jahren nach der Stilllegung der Bahn entwickelt hatte, wurde etwas gelichtet und das dabei entfernte Holz aufgeschichtet. Für den Zaunkönig offensichtlich ein idealer Lebensraum.

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Und Schlüsselblumen fühlen sich dort offenbar auch wohl.

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Es gibt einen gemeinschaftlich betriebenen Garten….

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mit Mais, Kürbissen,  Borretsch und Obstbäumchen, der hoffentlich nachhaltig betrieben wird. Die Anwohner sind jedenfalls aufgerufen, sich da entsprechend zu engagieren. (19)

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…. und einige Bänke aus Holz zum Sitzen und Lagern.

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Das zwischen zwei abgesperrten Tunneln gelegene Teilstück ist nur 220 Meter lang. Sicherlich kein Ausflugsziel, aber eine mögliche (Zwischen-)Station eines Besuchs des multikulturellen kreativen und aufsässigen Stadtteils Belleville.[20],

Die Petite Ceinture 2023:

2023 haben Hermann Kollmar und Herbert Boll die zugänglichen Teilstücke der Petite Ceinture erkundet und dazu eine Bilderstrecke zusammengestellt, die auf diesem Blog veröffentlicht ist:

https://paris-blog.org/2023/07/13/la-petite-ceinture-die-pariser-ringbahntrasse-eine-bilderstrecke-von-hermann-kollmar-und-herbert-boll/

Anmerkungen

[1] https://www.paris.fr/equipements/petite-ceinture-du-16e-pc-16-16227

[2] https://www.petiteceinture.org/Chronologie-des-debats-des-etudes.html

[3] http://www.leparisien.fr/paris-75/paris-75012/paris-le-debat-sur-l-avenir-de-la-petite-ceinture-reporte-20-03-2016-5644417.php

[4] https://www.paris.fr/actualites/10-km-de-la-petite-ceinture-ouverts-d-ici-2020-4764

Zur Geschichte, der aktuellen Situation der den Perspektiven der Petite Ceinture siehe auch die Seite  der Association Sauvgarde Petite Ceinture:        https://www.petiteceinture.org/

[5] Siehe den Blog-Beitrag: Die Seine-Ufer in Paris. Der schwere  Abschied vom (Alp-)traum einer autogerechten Stadt. https://wordpress.com/post/paris-blog.org/10225

Zu den einzelnen Projekten der „Rückeroberung“ der Petite Ceinture siehe: https://www.petiteceinture.org/Ouverture-au-public-de-troncons-de-la-Petite-Ceinture-d-ici-2020-le-saut-vers-l.html#3_planning_des_travaux_et_des_ouvertures

(6) Le Monde, 2.5.2019, S.12

(7)  Angaben von 2018 aus einer Statistik (Luftige deutsche Städte) in Der Spiegel 18/27.4.2019, S. 59 

[8] https://www.mairie12.paris.fr/ma-mairie/nature-en-ville/la-reconquete-de-la-petite-ceinture-370

Zur coulée verte Renée-Dumont siehe auch den Blog-Beitrag über die Guinguettes:  https://wordpress.com/post/paris-blog.org/7664

[9] Siehe dazu die Blog-Beiträge: Das Palais de la Porte Dorée und die Kolonialausstellung von 1931: https://wordpress.com/post/paris-blog.org/6242 und: Die Kolonialausstellung von 1931 (2): Der ‚menschliche Zoo‘ im Jardin d’acclimatation und der Tausch von ‚teutonischen Krokodilen‘ und ‚Menschenfressern‘ zwischen Paris und Frankfurt: https://wordpress.com/post/paris-blog.org/6678

[10] https://www.paris.fr/equipements/petite-ceinture-du-13e-pc-13-18089

[11] https://www.unjourdeplusaparis.com/paris-vert/jardin-la-petite-ceinture-du-15e

[12] Bilder aus: https://www.petiteceinture.org/Gare-de-Vaugirard-Ceinture-1867.html

[13] https://www.pariszigzag.fr/balade-paris/rehabilitation-petite-ceinture-balade-paris

[14] Eine Erkundung dieses Teilstücks der Petite Ceinture lässt sich sehr gut mit einem Besuch des nahe gelegenen und äußerst sehenswerten Museums Marmottan Monet kombinieren  http://www.marmottan.fr/

15] https://geheimtippsparis.wordpress.com/2016/04/02/cafe-restaurant-la-recyclerie/ Dort auch die beiden nachfolgenden Bilder

[16] http://www.larecyclerie.com/programmation/

[17] Siehe den Blog-Beitrag: Street-Art in Paris (4): Monsieur Chat, Miss Tic und Fred le Chevalier: https://paris-blog.org/2019/02/01/street-art-in-paris-4-monsieur-chat-miss-tic-und-fred-le-chevalier/

[18] https://www.paris.fr/equipements/petite-ceinture-du-20e-pc-20-19205

(19) siehe: https://www.mairie20.paris.fr/actualites/fete-de-la-petite-ceinture-rendez-vous-le-31-aout-791#la-petite-ceinture-dans-le-20e-c-est-quoi_1

[20] Siehe den entsprechenden Blog-Beitrag: https://paris-blog.org/2016/07/18/das-multikulturelle-aufsaessige-und-kreative-belleville-modell-oder-mythos/

Siehe auch die schöne Fotoreportage von Jérômine Derigny: https://www.collectifargos.com/story/a-la-reconquete-de-la-petite-ceinture/#.XbV5zS17RN0   Februar 2022

Die Petite Ceinture (Teil 1): Kinder und Kohl statt Kohle und Kanonen

Es war vor ein paar Jahren, als wir die Petite Ceinture entdeckten.  Eines Tages rief eine französische  Freundin an: Sie hatte gelesen, ein Stück dieser ehemaligen, seit Jahren stillgelegten und sich selbst überlassenen Bahnlinie rund um Paris sei an einem Wochenende ausnahmsweise zugänglich und man könne dort außergewöhnliche  botanische Beobachtungen machen.  Als Gartenfreundin hatte das ihr Interesse geweckt. Und unseres natürlich auch. Also machten wir uns am bezeichneten Tag auf zur angegebenen Einstiegsstelle im quartier Bagnolet im  20. Arrondissement. Da gab es zwar ein Tor, aber das war geschlossen – und unsere Enttäuschung groß. Da wir nicht einfach aufgeben wollten, versuchten wir, eine  andere Zugangsmöglichkeit zu finden.

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Und dass es die geben musste, bestätigten die jungen Leute, die wir auf der Brücke der Petite Ceinture an der Place du Salamandre sahen, die allerdings schon einen längeren Spaziergang hinter sich hatten.  Mit einer Leiter wäre  es durchaus möglich gewesen, über eine Mauer zu den Gleisen heraufzukommen, aber ohne… Als wir etwas ratlos herumstanden und überlegten, wie wir weiter vorgehen  könnten, kam ein junges Paar vorbei, das uns fragte, ob sie uns helfen könnten. Sie dachten, wir würden eine bestimmte Adresse suchen. Als wir ihnen erzählten, worum es uns ging, hatten sie einen wunderbaren Einfall: Der junge Mann bot an,  eine „Räuberleiter“ zu machen. Für uns doch schon etwas ältere Semester ein unkonventioneller, aber wunderbarer Vorschlag. Also zuerst ich, dann –mit Hilfe von unten und oben- die beiden Damen…

Oben angekommen befand man sich in einer anderen Welt: alte Gleise auf verrotteten Bohlen, Gestrüpp rechts und links, aber auch ein offenbar noch bewohntes Häuschen am Rande.

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Und dabei gab es auch ein kleines unter dem Gestrüpp verstecktes Gärtchen, in dem Kohl angebaut wurde.

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… und Artischocken; aber vielleicht eher zum Anschauen als zum Essen….

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Dort kam ein junger Mann auf uns zu, der uns sehr energisch darauf hinwies, dass wir uns auf einem Privatgelände der Bahn befänden, dessen Betreten strafbar sei und dass Zuwiderhandlungen hoch bestraft werden könnten. (Über die mögliche Höhe der Strafen gab es wilde Gerüchte[1] ).  Er dagegen war, wie sich herausstellte, ein Biologe, dessen Interesse oder Auftrag es war, das Biotop, das sich hier allmählich entwickelt hatte, zu erforschen und zu kartografieren. Besser hätten wir es ja  nicht treffen können! Jedenfalls trennten  wir uns nach einer kleinen  Führung in bestem  Einvernehmen und von drohenden  Strafen war nicht mehr die Rede.

Rosen gab es allerdings nicht in dem Gärtchen, die gab –und gibt- es nur am Rand der Gleise – denn die Petite Ceinture ist nicht nur ein Biotop, sondern auch ein bevorzugter Ort für Freunde der Street-Art.

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Das die Gleise überspannende Gebäude, das wir auf unserem kleinen Spaziergang auf der Petite Ceinture sahen, ist übrigens die ehemalige Bahnstation Charonne.  (102, rue de Bagnolet)

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In den  1990-er Jahren wurde dort von ehemaligen Studenten der Pariser Kunsthochschule eine Musikkneipe eingerichtet, die nach dem Zug „La Flèche d’Or“  benannt war, der seit den 1920-er Jahren  Paris mit London verband.[2]

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Inzwischen ist auch diese Kneipe stillgelegt, aber die Mairie des 20. Arrondissements bemüht sich, das „bâtiment magique“ zu erhalten. Was daraus wird, scheint aber noch völlig unklar zu sein. Überlegt war wohl,  dort einen irischen Pub einzurichten.[3] Aber danach sieht es derzeit (Februar 2020) nicht aus. Einige junge Leute hatten 2019 zu Versammlungen in der Flèche d’Or aufgerufen, um über die Zukunft des Gebäudes nachzudenken. Ob da etwas/was da herausgekommen ist, weiß ich aber nicht. 

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Aufgenommen am 30.1.2020

Immerhin ist inzwischen  gleich nebenan in der rue Florian der Zugang zu dem Gärtchen mit dem Kohl und den Artischocken und damit  zur Petite Ceinture möglich.

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Und er wird auch gerne, vor allem von jungen Leuten, genutzt.

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Man kann auf oder an den alten Gleisen entlanglaufen und sich dabei etwas als Entdecker fühlen und seiner Phantasie freien Lauf lassen, was man alles – auch jenseits der Street-Art- aus dieser alten  Bahnstrecke und ihren Resten machen  könnte.

Hier zum Beispiel ein Blick auf die alte Bahnstation Avron.- zu schade, um sie weiter verfallen zu lassen.[4]

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 Dass die Petite Ceinture  endlich aus dem Dornröschenschlaf einer Verkehrsbrache erwacht, ist überfällig; und zwar gerade in einer dicht besiedelten Stadt wie Paris, in der ein eklatanter Mangel an Grünflächen und Naherholungsmöglichkeiten herrscht. Da bietet das zwar schmale, aber immerhin ganz Paris umspannende Gelände der ehemaligen Ringbahn ein interessantes Feld der Gestaltung, das sicherlich das Herz jedes Stadtplaners höher schlagen lässt.

Und immerhin ist die Erschließung des Ringbahngeländes auch eine späte und hoffentlich konsequente Fortsetzung eines  nach dem ersten Weltkrieg begonnenen Prozesses. Denn damals wurde der  längst obsolete Festungsgürtel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts beseitigt und zum Bau von Sport- und Parkanlagen, Sozialwohnungen und –last but not least- zur Errichtung der Cité Internationale Universitaire genutzt.[5]  Dieser Prozess könnte nun durch die neue Nutzung der Petite Ceinture abgeschlossen  werden. Ihr Bau  steht nämlich  in engem Zusammenhang mit dem Bau des nach Thiers benannten Festungsgürtels, zu dem  die Ringbahn weitgehend parallel verlief- ebenso wie die nach  napoleonischen Marschällen benannten und heute noch existierenden Boulevards des Maréchaux.  Die Ringbahn hatte ebenso wie diese Boulevards die strategische Funktion, die die Stadt umgebenden Festungen rasch mit Truppen und Material zu versorgen. Dies galt vor allem für den Fall einer Belagerung, wenn Paris von seinem Umland abgeschnitten wäre.[6]  Denn in einem solchen Fall war die logistische Situation der Stadt besonders prekär: Paris war das Zentrum des französischen Eisenbahnnetzes und es besaß eine ganze Reihe von Kopfbahnhöfen, von denen aus die Züge in alle Himmelsrichtungen abfuhren bzw. von wo aus sie dort ankamen.

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Diese Karte zeigt die Eisenbahnverbindungen rund um Paris im Jahr 1863.[7]

Die Pariser Endstationen dieser Linien gibt es  meist noch heute: die Bahnhöfe St. Lazare, du Nord, de l’Est, de Lyon, d’Austerlitz, Montparnasse, Invalides. Aber zwischen diesen und den weiteren heute nicht mehr existierenden Bahnhöfen wie Luxembourg, Bastille/Vincennes und d’Orsay gab es keine Verbindungen.  Eine schnelle Verschiebung von Truppen und Material innerhalb der Stadt war deshalb nicht möglich. Da konnte die Petite Ceinture Abhilfe schaffen.

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Hier eine Karte der vier Sektionen der Petite Ceinture, die zwischen 1854 und 1869 in Betrieb genommen wurden und auf denen auch der Verlauf des Thiers’schen Festungsgürtels zu erkennen ist. [8]

Im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 wurde die Petite Ceinture zum Transport von Truppen, insgesamt etwa 800 000 Mann, und Material genutzt, vor allem aus dem Süden Frankreichs nach Osten.  Und es sollten auch drei Armeekorps mit 50 000 Mann, 12 000 Pferden und 1300 Kanonen aus dem Elsass via Paris an die  Front in die Champagne  verschoben werden. Bevor sie allerdings dort ankamen, hatte Napoleon III. schon nach der Niederlage von Sedan  kapituliert.[9]  Die Petie Ceinture sollte aber auch ganz direkt für den Kampf genutzt werden, und zwar für den Einsatz gepanzerter,  von Lokomotiven gezogener Batterien bei der Verteidigung von Paris.

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Diese Batterien sahen sehr eindrucksvoll aus und hatten auch entsprechende Namen: „Dévastation“, „Foudroyante“, „Gloire“ und „Belliqueux“. Allerdings spielten sie keine Rolle in den Kämpfen, fielen dann allerdings in die Hände der Commune, die sie zum Teil bei den Kämpfen gegen die Versaillais nutzte.[10]

Dass die Petite Ceinture auch lange nach der Umnutzung des Festungsgürtels militärisch genutzt wurde, zeigt diese Erinnerungsplakette:

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Sie befindet sich auf der Brücke rue de Ménilmontant (20. Arrondissement), die die Petite Ceinture überquert und ehrt 5 Mitglieder der Résistance, die anlässlich der Befreiung von Paris im August 1944 Züge der Besatzungstruppen angegriffen hatten –auch „bataille de Ménilmontant“ genannt- und dabei getötet wurden.  An einer dieser Aktionen nahm übrigens auch Peter Menden,  ein deutscher Antifaschist,  teil: Er stoppte in einer unblutig verlaufenen Aktion im Tunnel in der Nähe des Bahnhofs Ménilmontant einen deutschen Munitionszug, die Besatzung wurde gefangen genommen, die Munition erbeutet.[11]

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Der Bahnhof Ménilmontant existiert heute nicht mehr. Erhalten ist aber noch die Treppe, die von der rue de Ménilmontant zu den Bahnsteigen herabführte und kürzlich wieder geöffnet wurde, um ein kleines Teilstück der Petite Ceinture für die Öffentlichkeit  zugänglich zu machen.

Und  eine Fußgängerbrücke mit einem entsprechenden Hinweisschild erinnert noch an den früheren Bahnhof.

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1948 machte Willy Ronis dort ein Photo, das seinen 1954 erschienenen Bildband „Belleville Ménilmontant“ einleitete. Es zeigt einen Zug der Petite Ceinture-Linie, der gerade den Bahnhof passiert.[12]  .

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Dieser Zug diente nicht militärischen Zwecken, sondern dem Personentransport. Denn natürlich war die Petite Ceinture  nicht nur für einen militärischen Notfall bestimmt, sondern diente auch – und dem Umfang nach: vor allem- dem Transport von Personen und Waren innerhalb der Stadt, zumal es im 19. Jahrhundert noch keine Metro gab, die die Pariser Kopfbahnhöfe miteinander verband. Diese Verbindung schuf  –wenn auch etwas umständlich- die Petite Ceinture.  Sie wurde deshalb  mit einer Vielzahl von  Bahnhöfen für den Personenverkehr ausgestattet und zusätzlich auch mit Güterbahnhöfen, die mit  einer entsprechenden Infrastruktur versehen waren. Bahnhöfe für den Personenverkehr gab es übrigens überall auf der Petite Ceinture,  Güterbahnhöfe nur in der Nähe von Industrieanlagen, also nicht im schon damals noblen Westen der Stadt.

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Auf dieser Karte ist der Verlauf der Petite Ceinture schwarz eingezeichnet- die schwarzen Punkte markieren die Bahnhöfe für den Personenverkehr, die Quadrate die Güterbahnhöfe. Die Tunnelstrecken sind gepunktet.  Zur Erleichterung der Orientierung ist auch der boulevard périphérique eingezeichnet (orange), der in den 1950-er bis 1970-er Jahren überwiegend ebenfalls auf dem Gelände des Thiers’schen Festungsgürtels errichtet wurde.[13]

Die Bedeutung der Petite Ceinture lässt sich an der Entwicklung der Passagierzahlen ablesen: 1878 waren  es 5 Millionen Menschen, die die Ringbahn nutzten, 1900 wurde der „Rekord“ von fast 40 Millionen erreicht.[14]Dazu beigetragen hatte eine Modernisierung der Infrastruktur, die pünktlich zu der vom Bau des Eiffelturms gekrönten prestigeträchtigen Weltausstellung  von 1889 – dem 100. Jahrestag der Französischen Revolution- vollzogen wurde. Teile der Ringbahn wurden damals abgesenkt oder erhöht, um die niveaugleichen Bahnübergänge zu beseitigen und den Verkehr so zu beschleunigen. Im Jahr der Weltausstellung gab es eine Frequenz von 6 Zügen pro Stunde.  In einer Stunde und zwanzig Minuten konnte man damals die Stadt umrunden, seit 1903 mit der Einführung leistungsfähigerer Lokomotiven sogar in einer Stunde und fünf Minuten. [15]

Der Bau  der von der Petite Ceinture unabhängigen Pariser Metro – die erste Linie wurde 1900 eingeweiht- führte allerdings zu einem zunehmenden Bedeutungsverlust der Ringbahn. Die Metro war nicht nur komfortabler –immerhin waren die Stationen vor Wind und Wetter geschützt und die Zugänge verfügten teilweise über Rolltreppen-  mit ihrem elektrischen Antrieb präsentierte sie  sich als modernes Verkehrsmittel  und mit den  Art-nouveau- Eingängen Hector Guimards entsprach sie dem Zeitgeschmack.[16] Und vor allem: Mit der Metro wurden für Passagiere (mehr oder weniger) direkte und auf jeden Fall schnellere Verbindungen zwischen den Pariser Kopfbahnhöfen geschaffen als mit der Petite Ceinture. Die Folge davon war, dass die Ringbahn immer weniger Fahrgäste transportierte, während andererseits ihre Rolle für den Transport von Waren immer mehr zunahm. 1914 wurde der Ringverkehr für Personen eingestellt und auch nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr aufgenommen. Danach gab es noch auf Teilstücken  Personenverkehr, allerdings mit wenigen Ausnahmen nur noch bis 1934.

Der Aufschwung des Warenverkehrs auf der Petite Ceinture war aber nicht von Dauer. Die dort zugelassene Geschwindigkeit und Tonnage der Güterzüge waren zu begrenzt, um der zunehmenden Konkurrenz durch Lastkraftwagen standhalten zu können – zumal nach dem Bau des Boulevard péripherique. 1993 wird auch auf dem größten Teil der Petite Ceinture der Güterverkehr eingestellt.[17]  Die Bahntrasse bleibt bis auf ein vom RER genutztes Teilstück sich selbst bzw. der Natur überlassen. Und sie dient als Rückzugsort für Wohnsitzlose, als  abenteuerlicher Treffpunkt von Jugendlichen oder als Fotoobjekt für Fotographen auf der Suche nach dem Besonderen…  Bis dann gut 20 Jahre später die Rückeroberung  („reconquête“) der stillgelegten Bahantrasse begann. Darüber  mehr in dem nachfolgenden  Beitrag.

 

Anmerkungen

[1] https://entreprendrelemonde.com/voyages-a-velo/promenade-petite-ceinture/

[2] https://www.lesinrocks.com/2017/05/05/musique/la-fleche-dor-ferme-ses-portes-dans-lindifference-generale-11941888/

[3] http://www.leparisien.fr/paris-75020/paris-la-fleche-d-or-va-renaitre-en-pub-irlandais-musical-04-05-2017-6917781.php

http://www.lylo.fr/lieu/concerts-la-fleche-d-or-paris-20

[4] Zu den aktuellen Planungen für eine Nutzung der Anlagen der Petite Ceinture gehört auch die Erhaltung und  kommerzielle Nutzung dieses Bahnhofs. Siehe: https://www.petiteceinture.org/Ouverture-au-public-de-troncons-de-la-Petite-Ceinture-d-ici-2020-le-saut-vers-l.html#3_planning_des_travaux_et_des_ouvertures

[5] siehe dazu den entsprechenden Blog-Beitrag über die Cite Internationale  https://paris-blog.org/2017/01/02/die-cite-internationale-universitaire-in-paris-ein-ort-des-friedens-und-der-voelkerverstaendigung/

[6] https://www.petiteceinture.org/Histoire-de-la-Petite-Ceinture-ferroviaire-de-Paris-des-origines-a-1934.html

und https://www.paris.fr/petiteceinture

[7] Karte aus: https://www.petiteceinture.org/Histoire-de-la-Petite-Ceinture-ferroviaire-de-Paris-des-origines-a-1934.html

[8] Karte aus: https://www.petiteceinture.org/Histoire-de-la-Petite-Ceinture-ferroviaire-de-Paris-des-origines-a-1934.html  Im Nordosten weicht der Verlauf der Petite Ceinture vom Verlauf des Festungsgürtels ab. Eine plausible Erklärung dafür gibt es offenbar nicht.

[9] Siehe: Ricroch, La Petite Ceinture, S.23

[10] Carrière, La Saga de la Petite Ceinture, Bd 1, S. 51

[11] A.a.O., S. 21/22  Zur plaque commémorative siehe: http://www.museedelaresistanceenligne.org/media.php?media=5019

[12] Bildausschnitt. Aus einer Ronis-Ausstellung im Pavillon Carrée de Baudoin in Ménilmontant (April 2018 bis Januar 2019)

[13] http://keblo1515.free.fr/souterrinterdit/pc.htm

[14] https://www.petiteceinture.org/Les-principales-dates-de-l.html

[15]  J. Kœchlin, Les locomotives 51-65 du Chemin de fer de la Petite Ceinture, Revue Générale des Chemins de fer, mai 1904, pp 334-350. Zit in: https://www.petiteceinture.org/Histoire-de-la-Petite-Ceinture-ferroviaire-de-Paris-des-origines-a-1934.html  s.a.http://paris1900.lartnouveau.com/paris00/gares_de_la_petite_ceinture%20.htm

[16] Siehe den Blog-Beitrag über Hector Guimard: Jugendstil in Paris.  https://paris-blog.org/2018/02/01/__trashed-3/

[17] https://www.paris.fr/petiteceinture

 

Literatur:

Bruno Carrière: La Saga de la Petite Ceinture 1836-1991, tome 1, Paris  2017

Bruno Carrière, La Saga de la Petite Ceinture 1991-2017, tome 2, Paris 2018

Nicolas Chaudun, Le promeneur de la Petite Ceinture. Récit de Voyage. Actes Sud Nature 2003

Johannes Freybler, Das zweite Leben der Gütellinie. In: FAZ Reiseblatt. 5. Dezember 2019

René Ricroch, La Petite Ceinture. Hrsg. von der Association d’histoire et d’archéologie du XXe arrondissemet de Paris. 2000

Jean-Pierre Rigouard, La Petite Ceinture. 2002

Evelyne Rigouard/ Jean-Pierre Rigouard, La Petite Ceinture, Tome II . 2009 (Postkarten und Photographien)

 

Weitere geplante Beiträge:

  • Die Petite Ceinture (2): Die „Rückeroberung“ der ehemaligen Ringbahntrasse
  • La place des Victoires in Paris: Das Modell eines königlichen Platzes
  • Die Mauer der Generalpächter, Ledoux und  Lavoisier 
  • Die Mauer der Generalpächter (2): Die vier erhaltenen Torhäuser von Ledoux
  • Pariser Erinnerunsorte an den Holocaust (Fortsetzung)